Das Wrack soll digital geborgen werden
Aufnahmen aus der Tiefe zeigen Teile des Wracks der Titanic
Die
US-Firma RMS Titanic
, Tochterunternehmen des Ausstellungsveranstalters Premier Exhibitions, unternimmt 1987 die erste von sieben Tauchfahrten zum Wrack. Ausstellungen mit geborgenen und restaurierten Gegenständen, darunter ein tonnenschweres Teil der Schiffswand, ziehen Millionen Besucher an. Kohlestücke werden für 25 Dollar das Stück an Privatleute verscherbelt. Seit 1999 können sich sogar Tauchtouristen für rund 22.000 Euro pro Person auf den Meeresgrund bringen lassen. Seitdem sind U-Boote gegen das Wrack gedonnert, liegt Müll auf dem Meeresboden, plündern Souvenirjäger die Stätte, schreibt Ballard in seinem Buch
Return to Titanic
(Rückkehr zur Titanic). Er spricht von "Grabschändung".
Die Tauchfirmen argumentieren, dass bald gar nichts mehr von der Titanic übrig wäre, wenn sie es nicht herausholten: Eisenoxidierende Bakterien fressen am Metall, das dem Wasserdruck nicht mehr lange standhalten wird. Deshalb arbeitet RMS Titanic jetzt an einer Art digitalem 3D-Modell des Wracks. Zwei vom Forschungsschiff
Jean Charcot
aus ferngesteuerte U-Boote filmen seit Mitte August das gesunkene Schiff Zentimeter für Zentimeter, vermessen es mit Schallwellen. Auch Tausende von Wrackteilen und -trümmern, über mehr als 15 Quadratkilometer Atlantikschlamm verteilt, werden kartografiert. Einige der "
rusticles
", der von Eisenbakterien geformten Rostzapfen am Rumpf, sollen zu Forschungszwecken nach oben geholt werden.
Bei RMS Titanic und der
am Projekt beteiligten Woods Hole Oceanographic Institution
spricht man von einem "virtuellen Bergen". Expeditionsleiter David Gallo sagt, die Tauchgänge sollten auch zeigen, wie stark Strömung, Salzwasser, Druck und Eisenbakterien dem Wrack wirklich zugesetzt haben. "Wir hören all die Geschichten darüber, dass das Schiff wegrostet und in sich zusammenfällt", sagt er, "aber niemand weiß wirklich, wie es aussieht." Mehrere Millionen Dollar koste die Expedition, lässt RMS Titanic wissen, nennt aber keine genauen Zahlen.
In knapp zwei Wochen hat das Team Tausende Fotos und viele Stunden Videos gesammelt, dann vertrieben Tropenstürme die
Jean Charcot
von ihrer Position über dem Wrack. Derzeit wartet sie in einem Hafen in Neufundland auf die Fortsetzung der Expedition. Frieden bekommt die Titanic wohl erst, wenn die Eisenbakterien sie bis zur Unkenntlichkeit verdaut haben.
- Datum 01.09.2010 - 14:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Hier kann die genaue Position der Jean Charcot verfolgt werden:
http://www.marinetraffic....
"Wenn ein Schiff in so großer Tiefe sinkt, dann implodiert der Rumpf durch den Druck des Wassers."
Nur wenn der Rumpf noch mit Luft gefühlt ist, dann implodiert dieser, ist dieser aber schon voll mit Wasser passiert nichts.
"Eisenoxidierende Bakterien fressen am Metall, das dem Wasserdruck nicht mehr lange standhalten wird."
Das ist Blödsinn, das Schiff wird zusammenfallen, weil durch die geschwächten Wände, das Eigengewicht nicht mehr tragen kann.
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