50 Jahre John F. KennedyJFK, der Siegertyp und Hoffnungsträger

Vom Vater wurde er früh auf Erfolg getrimmt, unzählige Krankheiten plagten John F. Kennedy ein Leben lang: Vor 50 Jahren wurde er zum Präsidenten gewählt. von Susanne Kippenberger

Das war knapp. " Everyone is voting for Jack/ 'Cause he’s got what all the rest lack ", hatte Frank Sinatra den Amerikanern swingenderweise eingehämmert – auf dass der Optimismus des Wahlkampfsongs ansteckend wirke. Am Ende hatte John F. (genannt Jack) Kennedy, der Hoffnungsträger für ein neues Jahrzehnt, nur 118.574 Stimmen Vorsprung gegenüber seinem republikanischen Gegner Richard Nixon. Das waren gerade mal 0,1 Prozent. Doch es reichte. Am 8. November 1960 wurde der 43-Jährige zum 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Zum jüngsten der Geschichte.

Wie sang Frankieboy in High Hopes : " Oops! There goes the opposition ."

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Aber JFK hatte auch gar keine Wahl: Er war zum Siegen erzogen. "Wir wollen keine Verlierer unter uns haben", hatte Vater Joe seinen neun Kindern erklärt. "In dieser Familie wollen wir nur Gewinner." Wer auch nur auf den zweiten Platz kam, galt als Loser. Von klein auf wurden vor allem die vier Söhne zum ständigen Wettkampf angestachelt.

So hatte Jack als Präsidentschaftskandidat die beste Mannschaft, die er sich wünschen konnte: seine Familie. Der ganze Clan stand stramm. Joseph Kennedy, einer der reichsten Männer im Land – ein Reichtum, den der Banker sich nicht nur mit sauberen Mitteln erwirtschaftet hatte –, zog im Hintergrund die Fäden und hielt die Schatulle auf. Mutter und Schwestern luden ihre Geschlechtsgenossinnen zu tea partys ein, auf denen die Frauen dem charmanten Womanizer zu Füßen lagen. "Die Wirkung, die er auf weibliche Wähler hat, ist geradezu unanständig", meinte die New York Times einmal. "Die Frauen wollen ihn entweder bemuttern oder heiraten." Und die tea party als gehobene Form der Grassroots-Strategie hatte sich schon bei Jacks Kandidaturen für Kongress und Senat bewährt. 1952 zum Beispiel, im Kampf gegen Henry Cabot Lodge, mobilisierten die Kennedy-Damen auf diese Weise 75.000 Amerikanerinnen. John F. wurde zum "Mann, der Henry Cabot Lodge in 75.000 Tassen Tee ertränkte"

Das Präsidentschaftswahlkampfteam leitete Bruder Bobby mit straffer Hand (im Kabinett wurde er dann Justizminister). Und an Jacks Seite stand die kluge, gebildete Jackie, die selbst in Jeans eleganter aussah als die meisten Frauen im Abendkleid. 1953 hatten die beiden Traumhochzeit gefeiert – zwei Adelsfamilien vereinten sich. Das Prinzip Hoffnung, das der charismatische Demokrat verkörperte, unterstrich Jacqueline Kennedy Bouvier auf ihre Weise: indem sie zur Nominierung verkündete, dass sie ihr zweites Kind erwarte." Let’s get the country moving again ", lautete das Motto des Wahlkampfes. In seiner Dankesrede zur Nominierung im Juli 1960 machte Kennedy klar, dass er den Pioniergeist seiner Landsleute, der in der Eisenhower-Ära eingeschlafen war, wieder entfachen wollte. Die geografische Eroberung Nordamerikas sei zwar abgeschlossen, aber jetzt gehe es um das Überschreiten neuer Grenzen: geistiger wie räumlicher, nämlich im All. Auf zu den New Frontiers! Der Politiker versprach dem Volk keine Geschenke, sondern Herausforderungen.

Die Rede hatte er sich nicht allein ausgedacht. Der belesene Politiker scharte einige kluge Köpfe um sich, allen voran sein Redenschreiber Ted Sorensen. Seit 1953 arbeitete der junge Anwalt aus Nebraska für Kennedy, und Sorensens Loyalität war bis zu seinem eigenen Tod (er starb vor einer Woche) ungebrochen. Bis zum Schluss stritt er auch hartnäckig ab, dass die legendären Worte in Kennedys Rede zur Amtseinführung von ihm stammten: " And so, my fellow Americans, ask not what your country can do for you; ask what you can do for your country ."

Leserkommentare
  1. Aus dem Artikel kann man sehr schön sehen, dass Kennedy nichts nennswertes geleistet hat. Er kannte King, hat aber keine substantielle Rolle bei der Gleichberechtigung gespielt, das war sein Nachfolger Lyndon B. Johnson - great society. Die Raketenkrise war seienr jugendlichen Unerfahrenheit zu verdanken. Nichts deutet darauf hin, dass er bis 1965 oder später etwas sinnvolles beigetragen hätte.

  2. Ich habe neulich im Urlaub mit zwei Amerikanern (einer Demokrat, der andere Republikaner) die US-Präsidenten diskutiert. Beide haben zu JFK exakt den gleichen Kommentar abgegeben wie Sie. JFK's ging in die Geschichte ein als Präsident, der das weiße Haus für die Medien geöffnet hat und der sich und seine Familie medial perfekt inszeniert hat. Dennoch lobten beide den Kennedy Clan als didaktisch genial und von großer Bedeutung für die Demoktratie in den USA.

  3. Es bleibt imer noch die Frage: Wer erschoss JFK und wieso gibt es bis heute keine schluessigen Erklaerungen? Was hat der so demokratische Staat zu verbergen wenn ein Praesidentenmord nach 50 Jahren nicht aufgeklaert wurde?

    • Debatz
    • 08. November 2010 12:22 Uhr

    Kennedy konnte nichts großes leisten, weil er nicht lange im Amt war. Hätte man ihn am Leben gelassen, wäre sicher eine ganz andere Politik daraus entstanden. Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass er einer der letzten Präsidenten war, der noch tun konnte, was er für richtig hielt. Alles was danach kam und heute immernoch kommt wurde zunehmen Lobbypolitik.

    Natürlich hat er auch für seinen Wahlkampf und seinen Einfluss gewisse Lobbies genutzt, aber anders kommt man nicht zu diesem Posten. Sehr klug wer das erkennt. Und entgegen seiner Berater hat er versucht den Krieg zu vermeiden.

    Wer ihn umgebracht hat, das lässt sich wohl nicht mehr genau feststellen, sicher ist aber: Es war nicht Oswald allein, das ist meiner Erfahrung nach schlicht nicht möglich und wer erfolg haben will würde es nie so planen, nichtmal mit dem besten Schützen der Welt.

    Und da es inzwischen einige Hinweise darauf gibt, dass Kennedy, sein Bruder und auch Marilyn Monroe von etwas wussten, dass bis heute immernoch als Witz abgetan wird (Richtung: Roswell), lässt sich die Täterschaft etwas besser eingrenzen.

    Kennedy warnte genau wie Lincoln (auch ermordet) davor, dass die Rüstungsindustrie eines Tages die Politik übernehmen würde. Er wollte dagegen vorgehen, schaffte es aber nicht. Denn ich glaube er wusste, was die Rüstungsindustrie und die CIA damals für Technologien neben der A-Bombe hatten. Wissenschaftlich,technologisch & sozial wären wir jetzt viel weiter, hätte er es veröffentlichen können.

    • Infamia
    • 08. November 2010 12:33 Uhr

    Das ist natürlich eine Erkenntnis, die ziemlich ungerecht ist. Was kann man von einem Präsidenten erwarten, der gerade zwei Jahre im Amt ist? Diese Frage stellt sich übrigens genauso auch bei Barak Obama.

    Präsident Kennedy wurde ermordet, es ist bis dato unklar, wer dafür verantwortlich war und die Akten sind bis 2017 unter Verschluss. Man kann sich also ungefähr ausmalen, dieser Präsident hätte einiges zum Guten bewirken können, aber das war wohl von einigen einflussreichen Leuten in den USA nicht gewollt.

  4. kennedy war meiner meinung nach eine grosse politische null. er hat nichts geleistet und lediglich fotogen in die kamera's geglotzt und in berlin einen dummen spruch gelassen (haette er wahrscheinlich in paris ebenfalls gesagt, ohne zu wissen was es bedeutet).

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