Weltraum-TourismusTicket ins All – für 35 Millionen Dollar
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Einmal um den Mond und zurück

ISS, einen davon, Charles Simonyi, sogar zweimal. Seit 2006 bietet das etwas andere Reisebüro gegen den bescheidenen Aufpreis von rund anderthalb Millionen Dollar künftigen All-Touristen als Extra einen Weltraumspaziergang an, außerhalb der Raumstation. Um eigene Raumflüge finanzieren zu können, hat Space Adventures einen "Orbital Mission Explorers Circle" gebildet.

Nach Tito brachte Space Adventures sechs weitere Raumtouristen auf die

Als erster reservierte sich Google-Mitgründer Sergey Brin für 35 Millionen Dollar einen Platz bei einem Flug um die Erde. Nach eigenen Angaben hat Space Adventures auch schon ein Ticket für eine 2015 geplante Reise um den Mond verkauft, Kostenpunkt: 150 Millionen Dollar. Den Namen des Mondsüchtigen nennt die Firma nicht.

Weltraumtourist – ein Schimpfwort?

Mit Ausnahme von Charles Simonyi lehnen die bisher ins All gereisten Privatleute den Begriff Weltraumtourist ab.

Sie legen Wert darauf, sinnvolle Experimente durchgeführt und das gleiche Training wie professionelle Astro- und Kosmonauten absolviert zu haben. Deshalb bevorzugen sie Formulierungen wie Privatastronaut, Privater Raumforscher oder Pionier der kommerziellen Raumfahrt.

Die Nasa und die Russische Raumfahrtagentur sprechen von Raumflugteilnehmern.

Eine ganze Reihe von Firmen plant suborbitalen Raumtourismus, also Ausflüge, die zwar in mehr als 100 Kilometer Höhe und damit laut Definition ins All führen, aber nicht in eine Umlaufbahn einbiegen. Die Firma Virgin Galactic des Unternehmers Richard Branson will schon in diesem Jahr Weltraumtouristen auf All-Ausflüge im SpaceShipTwo mitnehmen und hat nach eigenen Angaben 410 Buchungen vorliegen. Andere Anbieter tragen Namen wie Rocketship Tours, Armadillo Aerospace, Starchaser oder XCOR Aerospace – das sind die von spacetourism.de. Auch der europäische Raumfahrtkonzern EADS verfolgt mit seiner Tochter Astrium Tourismus-Pläne.

Die deutsche Firma Project Enterprise will von einem Flughafen bei Cochstedt (Sachsen-Anhalt) pro Flug bis zu fünf Passagiere ins All schießen. Der Prototyp ihres Raumschiffs Black Sky basiert auf einem für Luftakrobatik entwickelten Flugzeug. Doch es ist still geworden um das Unternehmen, das 2011 starten wollte.

Die nächste Stufe des extraterrestrischen Tourismus ist das Weltraumhotel. Der US-Motel-Tycoon Robert Bigelow hat von der Nasa die Pläne für aufblasbare Wohnmodule aus dem aufgegebenen Transhab-Programm erworben und bereits Testversionen ins All gebracht. Der Start der ersten bemannten Station ist für 2014 angekündigt. Die Hotelkette Hilton überlegt, aus leeren Treibstofftanks von Space-Shuttles eine Station zu bauen, und die Firma Excalibur Almaz will sowjetische Technik wiederbeleben. Galactic Suite will Astronauten auf Südseeinseln ausbilden und 2012 das erste Raumhotel eröffnen.

In ein paar Jahrzehnten könnte der Erdorbit aussehen wie manche Küstenstreifen an der Costa Brava. Nur ohne Sangria.

 
Leser-Kommentare
    • tuo
    • 28.04.2011 um 15:05 Uhr

    Was sind "Provatpersonen"? ;)

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    • Afa81
    • 28.04.2011 um 15:09 Uhr

    Ich glaube das sind Leute, die dem Vatikan positiv gegenüber stehen...

    • Afa81
    • 28.04.2011 um 15:09 Uhr

    Ich glaube das sind Leute, die dem Vatikan positiv gegenüber stehen...

    • Afa81
    • 28.04.2011 um 15:09 Uhr

    Ich glaube das sind Leute, die dem Vatikan positiv gegenüber stehen...

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    Antwort auf "Bilderunterschrift:"
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    Redaktion

    Der Fehler in der Bildunterschrift wurde korrigiert.

    Redaktion

    Der Fehler in der Bildunterschrift wurde korrigiert.

    • _bla_
    • 28.04.2011 um 16:24 Uhr

    Vor allem ist das Ganze eine gigantische Energieverschwendung. Daher: Weltraumtourismus, bitte nicht!

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    • Razor2
    • 28.04.2011 um 16:38 Uhr

    Das ist typisch Deutschland: Das erste was hier als Kommentar steht: Umweltverschmutzung...ja Braunkohlekraftwerke die sind in Ordnung aber Unternehmen die Jobs zu Tausenden schaffen und die Technologie mit riesen Schritten vorantreiben sind böse Umweltverschmutzer...

    Oh...und lesen bildet: Das SpaceShip Two (was auch als Illustration genutzt wurde) startet huckepack unter einem fast gewöhnlichem Düsenflugzeug...

    3 Leser-Empfehlungen
  1. Wie kommt man denn bitte darauf, dass jemand für Braunkohle ist, wenn er sich gegen Weltraumtourismus ausspricht? Ich sehe das auch eher kritisch, schließlich ist schon der "normale" Tourismus nicht eben gut für die Umwelt und meist auch für die besuchten Länder. Immerhin gibt es beim Weltraumtourismus keine Bevölkerung, die man ausnutzen kann.

  2. Redaktion

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    Antwort auf "Provatpersonen"
  3. Ich trete durch meien Haustür ins Freie und sehe jeden Tag neues, sogar die Sterne. Nie werde ich hier alles gesehen haben. Was will ich im All???

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    • PGMN
    • 28.04.2011 um 19:02 Uhr

    Und trotzdem haben Sie den Antrieb, ins freie zu gehen. Auch in Ihrem Haus könnten Sie Ihr ganzes Leben verbringen, ohne jemals alles gesehen zu haben, Sie müssen nur genau genug hinsehen...

    • PGMN
    • 28.04.2011 um 19:02 Uhr

    Und trotzdem haben Sie den Antrieb, ins freie zu gehen. Auch in Ihrem Haus könnten Sie Ihr ganzes Leben verbringen, ohne jemals alles gesehen zu haben, Sie müssen nur genau genug hinsehen...

    • PGMN
    • 28.04.2011 um 19:02 Uhr
    8. Aha...

    Und trotzdem haben Sie den Antrieb, ins freie zu gehen. Auch in Ihrem Haus könnten Sie Ihr ganzes Leben verbringen, ohne jemals alles gesehen zu haben, Sie müssen nur genau genug hinsehen...

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    Antwort auf "Tür auf"

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