Zweiter Weltkrieg "Rotarmisten als finstere Gegner"

Vor siebzig Jahren überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Im Video-Interview beleuchtet der Historiker Peter Jahn Ursachen und Verlauf des Vernichtungskrieges.

Am 22. Juni 1941 begann einer der verheerendsten Kriege der Geschichte: Ohne Kriegserklärung griff die deutsche Wehrmacht sowjetisches Territorium an. Vom ersten Tag an führte sie nicht nur einen Kampf gegen die Rote Armee, sondern auch gegen die Zivilbevölkerung der eroberten Gebiete.

Der Historiker Peter Jahn, geboren im Jahr des Kriegsbeginns 1941, kennt die Geschichte des deutschen Vernichtungskrieges im Osten wie nur wenige andere. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zum Thema, von 1995 bis 2006 war er Leiter des deutsch-russischen Museums in Berlin-Karlshorst.

Im Interview mit ZEIT Geschichte spricht er über Vorgeschichte und Verlauf des Ostfeldzuges und darüber, welche Spuren er bis heute hinterlassen hat.

Zeitleiste
Hitlers Krieg im Osten
23. August 1939

"Hitler-Stalin-Pakt": Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der Sowjetunion, Wjatscheslaw Molotow, unterschreiben im Beisein Josef Stalins in Moskau einen Nichtangriffsvertrag. In der Folge wird Polen zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt. Es ist ein Vertrag, der nichts über die wahren Pläne Adolf Hitlers aussagt. Denn schon 1933 hatte Hitler  seine Absicht erklärt, "neuen Lebensraum im Osten" zu erobern.
 

18. Dezember 1940

Hitler unterzeichnet seine Weisung Nr. 21 "Fall Barbarossa". Unter diesem Namen beginnt die Planung des Krieges gegen die Sowjetunion. Die Wehrmachtspitze rechnet mit einer Kriegsdauer von maximal vier Monaten. Bis zum Sommer 1941 werden circa 3,3 Millionen Soldaten an der Ostgrenze  zusammengezogen. Am 30. März 1941 sagt Hitler vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht, sein Ziel sei die Auslöschung des sowjetischen Staates, die Vernichtung seiner Träger und die Errichtung einer deutschen Kolonie.

Mai/Juni 1941

Kurz vor Beginn des Ostfeldzuges erlassen die Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) und des Heeres (OKH) völkerrechtswidrige Befehle. Es bestehe "kein Verfolgungszwang" für verbrecherische Handlungen deutscher Soldaten gegen feindliche Zivilpersonen. Jeder "aktive oder passive Widerstand" solle "restlos" beseitigt werden. Der sogenannte Kommissarbefehl sieht vor, politische Kommissare der Roten Armee "nach durchgeführter Absonderung zu erledigen".

22. Juni 1941

Deutsche Pioniereinheiten setzen über den Bug. Ohne Kriegserklärung greift Deutschland die Sowjetunion an. Die Heeresgruppe Mitte, die stärkste der drei Heeresgruppen zu Beginn des "Unternehmens Barbarossa", ist zu diesem Zeitpunkt gut 1.000 Kilometer von Moskau entfernt. Einen knappen Monat später ist diese Distanz auf 350 Kilometer zusammengeschrumpft. Bis zum Spätherbst besetzt die Wehrmacht Weißrussland, Teile Russlands und den größten Teil der Ukraine.

Sommer 1941

Mit dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion setzt eine massenhafte Flucht der sowjetischen Zivilbevölkerung ein. Im Verlauf des gesamten Krieges fliehen etwa 14 Millionen Menschen vor den deutschen Truppen oder müssen in Sicherheit gebracht werden.

Juli 1941

Etwa zwei Wochen nach Beginn des Ostfeldzuges befiehlt Stalin, jegliche kriegswichtige Infrastruktur in den unsicheren westlichen Regionen zu demontieren und nach Osten abzutransportieren. Im Ural und jenseits entstehen in der Folge Zentren der sowjetischen Rüstungsindustrie. Dort arbeiten zumeist Frauen und Kriegsinvaliden.

16. August 1941

Stalin erlässt den Befehl Nr. 270, der es Rotarmisten verbietet, sich dem Feind zu ergeben. Darin heißt es: "Wer in die Einkreisung geraten ist, hat auf Leben und Tod zu kämpfen und bis zuletzt zu versuchen, sich zu den Unseren durchzuschlagen." Wer die Gefangenschaft vorziehe, sei mit dem Tod zu bestrafen. Bis Ende des Jahres geraten 3,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

August/September 1941

Hitler verlegt den Schwerpunkt des Angriffs auf die Ukraine. In einer gemeinsamen Offensive der Heeresgruppen Süd und Mitte gelingt es der Wehrmacht am 19. September, Kiew einzunehmen. Eine Woche später ist auch die Kesselschlacht im Osten der Stadt endgültig ausgefochten. Rund 700.000 Rotarmisten geraten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Im September beginnt die fast 900-tägige Blockade von Leningrad. Die Stadt der Oktoberrevolution soll ausgehungert werden.

8. September 1941

Bis zur Befreiung am 27. Januar 1944 sterben rund eine Million Bürger Leningrads an Hunger und Kälte.

29./30. September 1941

Wenige Tage nach der Besetzung Kiews nehmen deutsche Verbände unter Generalfeldmarschall Walter von Reichenau sämtliche Juden fest, die noch in der ukrainischen Hauptstadt leben, und treiben sie zur Schlucht von Babi Jar. Binnen zwei Tagen ermordet dort ein Sonderkommando der Einsatzgruppen fast 34.000 Männer, Frauen und Kinder.

2. Oktober 1941

Beginn der "Operation Taifun": Für den Vorstoß auf die sowjetische Hauptstadt Moskau hat die deutsche Führung 78 Divisionen zusammengezogen., knapp zwei Millionen Mann. Doch die Offensive gerät bald ins Stocken und wird im Dezember mit einer sowjetischen Gegenoffensive beantwortet. Die Rote Armee treibt die deutschen Verbände bei eisiger Kälte bis zu 200 Kilometer zurück in Richtung Westen.

Dezember 1941

Ende des Jahres 1941 sind bereits 3,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten. Von den 5,7 Millionen Rotarmisten, die den Deutschen insgesamt während des Krieges in die Hände fallen, werden gut drei Millionen, also mehr als die Hälfte, durch Hunger, Krankheit und Erschießungen getötet – das Gros davon während der Abtransporte und in den Gefangenenlagern.

Januar 1942

Die ersten "Ostarbeiter" kommen mit Zügen ins Reich. Von 1942 bis 1944 werden insgesamt etwa drei Millionen Menschen aus der Sowjetunion nach Deutschland geschafft, um dort Zwangsarbeit zu leisten. Andere müssen auf dem Boden der Sowjetunion Sklavendienste für die Besatzer verrichten. Betroffen sind vor allem Frauen und Jugendliche, die zu jung sind, um zur Armee eingezogen zu werden.

28. Juni 1942

Nachdem Hitlers Ostheer bis Frühjahr 1942 bereits Verluste von mehr als einer Million Soldaten hinnehmen musste – gezählt werden Gefallene, Verwundete, Vermisste –, beginnt im Sommer 1942 der Vorstoß auf die Erdölfelder des Kaukasus sowie auf Stalingrad an der Wolga. Doch die "Operation Blau" läuft bald ins Leere. Sowjetische Truppen gewinnen zunehmend die Initiative.

2. Februar 1943

Die Schlacht um Stalingrad endet mit der Kapitulation der 6. Armee. Bereits im November des Vorjahres sind mehr als 200.000 Wehrmachtsoldaten eingekesselt worden. Die deutsche Niederlage bei Stalingrad wird weltweit als die entscheidende Kriegswende wahrgenommen.

18. Februar 1943

Die Schlacht um Stalingrad endet mit der Kapitulation der 6. Armee. Zwei Wochen später hält Reichspropagandaminister Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast seine berüchtigte Rede. Vor ausgewählten Zuhörern verkündet er den "totalen Krieg". Das Publikum jubelt ihm zu. Die über 100-minütige Rede gilt als Musterbeispiel der nationalsozialistischen Propaganda.

 

20. Mai 1943

In einem der größten Einsätze gegen prosowjetische Partisanen ermordet eine nach SS-Brigadeführer Curt von Gottberg benannte Kampfgruppe in Weißrussland innerhalb von zehn Tagen rund 13.000 Menschen ("Aktion Cottbus"). Die Zahl der Getöteten ist, wie bei derartigen Aktionen üblich, etwa zehnmal so hoch wie die Zahl der erbeuteten Waffen. Insgesamt fallen der Partisanenbekämpfung durch Wehrmacht-, SS- und Polizeitruppen mehr als ein halbe Million Menschen zum Opfer.

5. Juli 1943

In einer letzten Großoffensive versucht die Wehrmachtsführung, die sowjetische Front aufzubrechen, die westrussische Stadt Kursk einzunehmen und damit die Initiative zurückzugewinnen. Dabei kommt es zur größten Konzentration von Kriegstechnik, die die Geschichte bislang kennt. Nach einer guten Woche sieht sich Hitler gezwungen, den Angriff auf Kursk einzustellen. Die Rote Armee dringt unter großen Verlusten weiter nach Westen vor.

Sommer 1943 – Herbst 1944

"Verbrannte Erde": Auf ihrem Rückzug vor der Roten Armee zerstört und entvölkert die Wehrmacht systematisch das Land. Die Deutschen vertreiben die Bevölkerung, hinterlassen kilometerweite Feuersbrünste, zerstören die Infrastruktur, vernichten Vorräte und vergiften Brunnen.

22. Juni 1944

Operation "Bagration": Am dritten Jahrestag des Überfalls eröffnet die Rote Armee ihre große Sommeroffensive im Mittelabschnitt der Ostfront. Mit Unterstützung russischer Partisanen zerschlagen die Sowjets innerhalb von wenigen Wochen 28 deutsche Divisionen; die Heeresgruppe Mitte verliert rund 400.000 Soldaten und damit fast drei Viertel ihres vormaligen Gesamtumfangs.

23. Juli 1944

Im Sommer 1944 befreit die Rote Armee als erstes der nationalsozialistischen Vernichtungslager Majdanek. Die SS hat es kurz zuvor überhastet geräumt, Gefangene abtransportiert, Unterlagen vernichtet und Gebäude niedergebrannt. Die Rote Armee findet noch rund 1.000 ausgezehrte und kranke sowjetische Kriegsgefangene vor. In den Vernichtungslagern wurden zusammengenommen mehr als drei Millionen Menschen umgebracht. Insgesamt ermordeten die Deutschen etwa sechs Millionen Juden und mehrere Hunderttausend Sinti und Roma.

Immer schneller verschiebt sich die Front nach Westen. Am 10. Oktober erreicht die Rote Armee die ostpreußische Grenze.

16. April 1945

Die Rote Armee beginnt ihre Offensive auf Berlin. Obwohl der Krieg schon entschieden ist, muss sie weiterhin hohe Verluste hinnehmen, da viele Deutsche bis zur letzten Sekunde kämpfen. Im Osten wie im Westen Deutschlands inszeniert die Wehrmacht einen apokalyptischen Endkampf. Am 30. April begeht Hitler Selbstmord.

Mai 1945

Millionen deutsche Bewohner aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien, dem östlichen Brandenburg und anderen Siedlungsgebieten im Osten fliehen bis Mai 1945 vor der Roten Armee. Millionen weitere werden in den nachfolgenden Monaten vertrieben. Etwa 600.000 Deutsche kommen auf der Flucht und während der Vertreibung ums Leben.

8./9. Mai 1945

Die Wehrmacht kapituliert. Generalstabschef Alfred Jodl unterzeichnet die Gesamtkapitulation im US-Hauptquartier in Reims. Die Oberbefehlshaber Wilhelm Keitel, Hans-Georg von Friedeburg und Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff ratifizieren die Kapitulation am 9. Mai im sowjetischen Hauptquartier in Berlin. Rund 27 Millionen Sowjetbürger haben im Krieg gegen Deutschland ihr Leben verloren.

7. Oktober 1955

Die letzten knapp 10.000 Wehrmachtsoldaten kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Insgesamt waren 17 Millionen Deutsche Teil der Wehrmacht. Der überwiegende Teil wurde im Ostfeldzug eingesetzt. Erst in den neunziger Jahren beginnt in der breiten Öffentlichkeit eine kritische Aufarbeitung des Vernichtungskrieges.

Texte: Thomas Dierkes, Beratung: Peter Jahn

 
Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Wir bitten Sie, um Relativierung der Kriegsereignisse im Bezug auf die Rolle der Wehrmacht zu verzichten. Danke, die Redaktion/se.

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    • Zensur
    • 21.06.2011 um 19:58 Uhr

    Der Kommentar auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/se

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    • sevens
    • 21.06.2011 um 21:15 Uhr

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    • Dok06
    • 22.06.2011 um 0:03 Uhr

    Der Kommentar auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/se

    Ich habe den Kommentar #1 vor der Löschung gelesen, und ich finde es sehr bedenklich, dass Sie Zeitzeugenberichte einfach löschen, noch dazu unter dem Vorwurf, Verbrechen zu relativieren. Wir alle wissen, dass Berichte von Zeitzeugen mit Vorsicht zu betrachten sind, trotzdem sind sie wichtig, und es ist schlechte Geschichtsschreibung, sich nur diejenigen herauszupicken, die einem selbst zusagen.

    Bei einigen Millionen deutscher Soldaten, die an der Ostfront waren, scheint es mir nicht unglaubwürdig, dass eine ganze Menge von ihnen nicht in Kriegsverbrechen verwickelt waren. Sollte dem nicht so sein, bitte ich um eine glaubwürdige Statistik.

    Dass die deutschen Soldaten zunächst als Befreier von der Stalinschen Diktatur begrüßt wurden, wird von vielen Soldaten berichtet, auch in Geschichtsbüchern ist dies nachzulesen. Es hat sich allerdings nachher als schrecklicher Irrtum herausgestellt, da Hitler nie die Absicht hatte, irgendjemanden zu befreien.

    Es geht hier nicht darum, die Verbrechen der Wehrmacht zu verharmlosen, sondern um eine Geschichtsschreibung, die möglichst alle Fakten sammelt und aufzeichnet. Und eine solche Geschichtsschreibung erreicht man nur durch kritische Diskussion, nicht durch den Gebrauch der Löschfunktion.

    • Zensur
    • 21.06.2011 um 19:58 Uhr

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    • 21.06.2011 um 21:15 Uhr

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    • Dok06
    • 22.06.2011 um 0:03 Uhr

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    Ich habe den Kommentar #1 vor der Löschung gelesen, und ich finde es sehr bedenklich, dass Sie Zeitzeugenberichte einfach löschen, noch dazu unter dem Vorwurf, Verbrechen zu relativieren. Wir alle wissen, dass Berichte von Zeitzeugen mit Vorsicht zu betrachten sind, trotzdem sind sie wichtig, und es ist schlechte Geschichtsschreibung, sich nur diejenigen herauszupicken, die einem selbst zusagen.

    Bei einigen Millionen deutscher Soldaten, die an der Ostfront waren, scheint es mir nicht unglaubwürdig, dass eine ganze Menge von ihnen nicht in Kriegsverbrechen verwickelt waren. Sollte dem nicht so sein, bitte ich um eine glaubwürdige Statistik.

    Dass die deutschen Soldaten zunächst als Befreier von der Stalinschen Diktatur begrüßt wurden, wird von vielen Soldaten berichtet, auch in Geschichtsbüchern ist dies nachzulesen. Es hat sich allerdings nachher als schrecklicher Irrtum herausgestellt, da Hitler nie die Absicht hatte, irgendjemanden zu befreien.

    Es geht hier nicht darum, die Verbrechen der Wehrmacht zu verharmlosen, sondern um eine Geschichtsschreibung, die möglichst alle Fakten sammelt und aufzeichnet. Und eine solche Geschichtsschreibung erreicht man nur durch kritische Diskussion, nicht durch den Gebrauch der Löschfunktion.

  2. Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um sachliche und differenzierte Beiträge. Die Redaktion/sc

    Eine Leser-Empfehlung
    • WIHE
    • 21.06.2011 um 19:33 Uhr

    Mindestens das Kriegs-Potential des Kriegsgegners soll vernichtet werden.

    Bei Hitler kam hinzu, dass er den Kommunismus und die Leute, die ihn verkörperten, vernichten wollte.

    Den Islamismus und Terrorismus und seine Verkörperer würde man in Afghanistan am liebsten auch vernichten wollen. Das gelingt auch nicht.
    Gut, Bin Laden hat man erfolgreich vernichtet.

    • WIHE
    • 21.06.2011 um 19:47 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.

    • WIHE
    • 21.06.2011 um 19:53 Uhr

    zu Stalins Befehl Nr. 0428 vom 17. November 1941?

    Gab es diesen Befehl oder ist er nazideutsche Propaganda?

    Eine Leser-Empfehlung
    • Zensur
    • 21.06.2011 um 19:58 Uhr
    6. .....

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  3. Wie mein Vorschreiber schon anmerkte ist jeder Krieg ein Vernichtungskrieg, denn das liegt schon in der Bedeutung dieses Wortes, allerdings muss man sich auch gewahr machen, dass im Russlandfeldzug von der Wehrmacht systematisch geplündert wurde, um die eigene Versorgung sicherzustellen, die auf die gewaltigen Distanzen in Russland vom Reich allein nicht zu leisten war. Es ging zwar nicht primär darum die Zivilbevölkerung zu liquidieren oder gar zu massakrieren, aber man hat ihren Tod doch billigend in Kauf genommen. Dies stellt durchaus eine Besonderheit dar.

    Aber was mir aufstößt ist die Süffisanz, mit der Herr Jahn die geplante Deportation von Millionen Slawen gen Osten als megalomanisch hinstellt, während nach dem Krieg bzw. zu dessen Ende genau das gleiche Richtung Westen mit Millionen Slawen und Deutschen durch die SU geschehen ist.

    Zudem wird der sog. Kriegsgerichtsbarkeitserlass hier falsch erläutert und als Blankovollmacht zu Verbrechen an Zivilpersonen dargestellt, während es sich eigentlich um eine Regelung zur Bestrafung von Zivilisten, die Verbrechen gegen die Wehrmacht begangen hatten, handelte. Außerdem war die Todesstraße gegen Tatverdächtige hier nur mit Genehmigung eines Offiziers möglich.

  4. 8. na ja

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