Geschichte Spaniens: Der Putsch, der durch Hitlers Macht zum Bürgerkrieg wurde
Der Zweite Weltkrieg begann schon 1936. Damals half Hitler den putschenden Generälen der spanischen Kolonialarmee in Marokko, ihre Rebellion ins Mutterland zu tragen.
©London Express/Getty Images

Während des Spanischen Bürgerkrieges, ungefähr um 1937, unterhalten sich Reporter mit Mitgliedern der Internationalen Brigade. Mit dabei ist auch Ernest Hemingway (mit Brille und Schnauzbart).
"Gab es je ein anderes Volk, dessen Führer so wahrhaftig seine Feinde waren?" Ernest Hemingway schildert in Wem die Stunde schlägt den Kampf linker Partisanen gegen die rechten Putschisten im Spanischen Bürgerkrieg. Der Schriftsteller kämpfte auf Seiten der Sozialisten, er ist nicht unparteiisch.
Aber es stimmt schon: Die wenigsten Spanier können in den 1930er Jahren Gutes über ihre Führer sagen. Bauern und Arbeiter leben in Armut. Viele Spanier, allen voran die Basken und Katalanen, sehen sich von der Zentralregierung unterdrückt. Die mächtige Kirche wehrt sich gegen jeden Versuch der Säkularisierung. Und das Militär bildet einen kaum noch kontrollierten Staat im Staate.
Die 1931 begründete Zweite Republik hat weder bei den alten Eliten Rückhalt, die sich nach Monarchie und Diktatur zurücksehnen, noch kann sie die sozial Benachteiligten auf ihre Seite ziehen. 1934 schlägt das Militär einen sozialistischen Aufstand nieder – das Oberkommando führt Francisco Franco, der dafür zum Chef des Generalstabs ernannt wird.
Im Februar 1936 gewinnt eine Volksfront aus Sozialisten, Republikanern, katalanischen Liberalen und kommunistischen Parteien die Wahl, unterstützt von baskischen Nationalisten und von Anarchisten. Die rechte Nationale Front aus mit dem Faschismus sympathisierenden Katholiken, Monarchisten und Grundbesitzern unterliegt nach Stimmen nur knapp, ist aber aufgrund des Mehrheitswahlrechts im Parlament deutlich in der Minderzahl.
- Volksfront
Als Reaktion auf die Machtübernahme durch die NSDAP in Deutschland setzte sich in der Kommunistischen Internationalen, dem von Moskau dominierten Zusammenschluss kommunistischer Parteien, die Bildung von "Volksfronten" durch: Bündnisse mit bürgerlichen, liberalen und sozialdemokratischen Parteien, die zwar nicht die Weltrevolution wollten, aber als Gegner des Faschismus galten. Umgesetzt wurde diese Taktik etwa 1935 mit der Front populaire unter Léon Blum in Frankreich, als Frente Popular in Spanien und Chile jeweils 1936 und in Griechenland unter deutscher Besatzung 1941.
- Waffengeschäfte
Großbritannien und die USA hofften, das putschende Militär werde Spanien Stabilität bringen, und ließen Franco gewähren. US-Konzerne umgingen das Verbot von Waffenlieferungen an Kriegsparteien ungestraft und schlossen Geschäfte mit den Faschisten. Frankreich, seit Anfang Juni 1936 von einem Volksfront-Bündnis regiert, sympathisierte zwar mit der Republik, verzichtete aber auf Druck Großbritanniens auf Waffenhilfe, um sich britische Unterstützung im Fall einer deutschen Aggression zu sichern.
- Interbrigaden
Anfang November 1936 standen Francos Truppen vor Madrid. Zur Verteidigung der Hauptstadt trugen die ersten beiden Internationalen Brigaden bei, die gerade in Spanien angekommen waren. Schätzungen zufolge kämpften im Verlauf des Bürgerkriegs in den Brigaden rund 40.000 Menschen (überwiegend Männer, aber auch einige Frauen) aus rund 50 Ländern. Die größten Gruppen stellten Franzosen, Deutsche und Österreicher, Polen, Italiener, US-Amerikaner und Briten. Die meisten waren Kommunisten, die wenigsten hatten Kriegserfahrung.
- Künstler
Obwohl die meisten Interbrigadisten Arbeiter und Arbeitslose waren, haben Schriftsteller und Künstler das Bild des Spanischen Bürgerkrieges geprägt. Ernest Hemingway verarbeitete seine Spanien-Zeit in Wem die Stunde schlägt, George Orwell in Mein Katalonien, Egon Erwin Kisch schrieb mehrere Reportagen. Das weltberühmte Bild des Fotografen Robert Capa, das einen Soldaten der Republik im Moment seines Todes zeigt, ist mittlerweile umstritten. Der Schauspieler Ernst Busch sang Lieder für die Interbrigaden.
- Schweigen
Die Erinnerung an den Bürgerkrieg spaltet Spanien bis heute. Die Franco-Faschisten hatten nach ihrem Sieg fast 40 Jahre Zeit, die Geschichte in ihrem Sinne umzuschreiben, feierten ihre "Gefallenen für Gott und Vaterland" und verscharrten die Opfer auf republikanischer Seite in anonymen Massengräbern. Um nach Francos Tod im November 1975 einen friedlichen Übergang zur Demokratie zu erreichen, arrangierten beide Seiten eine Art Schweigepakt über die Verbrechen der Bürgerkriegszeit, der erst seit etwa der Jahrtausendwende bröckelt.
Extremisten beider Lager liefern einander Straßenschlachten, die faschistische Falange Española verbreitet Terror. Und das Militär bereitet unterdessen die Machtübernahme vor. Die Volksfront-Regierung versetzt vorsorglich Offiziere, die sie der Planung eines Putsches verdächtigt. Franco landet in diesem Zuge als Militärgouverneur auf den Kanarischen Inseln.
Doch die Vorbereitungen für einen Coup gehen weiter. Als am 13. Juli der monarchistische Politiker José Calvo Sotelo von Polizisten ermordet wird, haben die Putschisten einen Anlass. Am 17. Juli 1936 rebellieren nationalistische Militäreinheiten in Spanisch-Marokko. Einen Tag später fliegt Franco von Teneriffa nach Nordafrika, um die Führung der Aufständischen zu übernehmen.
Der Kopf der Putschisten ist General José Sanjurjo, der schon 1932 eine ähnliche Aktion angeführt hat und deshalb nach Portugal verbannt wurde. Als er sich am 20. Juli den Aufständischen anschließen will, stürzt sein Flugzeug ab, er stirbt. Die Generäle Franco, Emilio Mola und Gonzalo Queipo de Llano teilen sich zunächst das Kommando.






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Ich finde Ihren Artikel für gut, sachlich und der Historie angemessen. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass auch John Steinbeck einen Roman über den spanischen Bürgerkrieg geschrieben hat. Er schildert die gleiche Geschichte des Kriegsberichterstatters, in "Früchte des Zorns" wie Ernest Hemmingwey, nur der Schluss ist nicht so apokalyptisch. Wobei ich in "Wem die Stunde schlägt" immer daran dachte, dass Hemmingwey hier sein eigenes Ende vorwegnahm. Zu den Autoren der Kommentare 1 und 2: Lernen Sie erst einmal die Geschichte und dann nehmen Sie Ihre plumpen Hasstyrden aus ihren Kommentaren, vielleicht kann man Sie dann etwas ernster nehmen.
1 und 2 einen Hauch über ein Minimum an Geschichtskenntnis verfügten, hätten sie ihre Kommentare gar nicht geschrieben. Diese beiden Kommentare sind schlicht verfehlt, völlig am Thema vorbei.
sie finden den artikel der historie angemessen - das finde ich auch, auch wenn es nicht an uns ist, die geschichte zu bewerten. 'der historie angemessen' koennte man auch die obigen kommentare bezeichnen, wenn man etwas kombinationsgabe besaesse und sich nicht stur an sein altherrenweltbild klammerte. es gibt leute, die lesen geschichtsbuecher, und solche, die aus den ereignissen der vergangenheit parallelen zur gegenwart ziehen.
zu hemingway bliebe noch zu ergaenzen, dass er nicht nur ein grossartiger schriftsteller war, sondern auch ein handfester kriegsverbrecher. aber die wichtung haengt natuerlich immer davon ab, auf welcher seite jemand kaempft.
http://www.focus.de/kultu...
dass ich "Früchte des Zorns" gelesen habe, aber was hat dieses Buch mit dem spanischen Bürgerkrieg zu tun?
Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen?
Früchte des Zorns (Titel des englischen Originals von 1939: The Grapes of Wrath) ist das bekannteste Werk des US-amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck. Der sozialkritische und naturalistisch geschriebene Roman schildert das Schicksal der in den 1930er Jahren durch die „Große Depression“ und Dürrejahre hoch verschuldeten Farmer in Oklahoma und Arkansas, die von den Grundbesitzern vertrieben werden und von der Dust Bowl zu Hunderttausenden über die Route 66 nach Kalifornien ziehen. Statt der versprochenen gut bezahlten Arbeit erwarten sie dort Ausbeutung, Hunger und Anfeindung. Um den Treck und die Auffanglager authentisch schildern zu können, begleitete Steinbeck selbst einen solchen Treck nach Westen."
Wenn man schon einen auf intellektuell tut, sollte man sich vorher versichern, daß das stimmt, was man so von sich gibt. Daß John Steinbeck nie über den spanischen Bürgerkrieg geschrieben hat, ist jedem des Lesens Kundigen klar.
tatsächlich Artikel über den Vietnamkrieg schrieb, in denen er die amerikanischen Soldaten und ihre Art der Kriegführung glorifizierte und ziemlich abfällig und menschenverachtend über den Vietcong schrieb.
Nach dem Lesen dieser Artikel konnte man nicht glauben, daß dieser Mann jemals solch einfühlsame und sozial engagierte Romane wie "Früchte des Zorns" oder "Von Mäusen und Menschen" geschrieben hatte.
1 und 2 einen Hauch über ein Minimum an Geschichtskenntnis verfügten, hätten sie ihre Kommentare gar nicht geschrieben. Diese beiden Kommentare sind schlicht verfehlt, völlig am Thema vorbei.
sie finden den artikel der historie angemessen - das finde ich auch, auch wenn es nicht an uns ist, die geschichte zu bewerten. 'der historie angemessen' koennte man auch die obigen kommentare bezeichnen, wenn man etwas kombinationsgabe besaesse und sich nicht stur an sein altherrenweltbild klammerte. es gibt leute, die lesen geschichtsbuecher, und solche, die aus den ereignissen der vergangenheit parallelen zur gegenwart ziehen.
zu hemingway bliebe noch zu ergaenzen, dass er nicht nur ein grossartiger schriftsteller war, sondern auch ein handfester kriegsverbrecher. aber die wichtung haengt natuerlich immer davon ab, auf welcher seite jemand kaempft.
http://www.focus.de/kultu...
dass ich "Früchte des Zorns" gelesen habe, aber was hat dieses Buch mit dem spanischen Bürgerkrieg zu tun?
Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen?
Früchte des Zorns (Titel des englischen Originals von 1939: The Grapes of Wrath) ist das bekannteste Werk des US-amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck. Der sozialkritische und naturalistisch geschriebene Roman schildert das Schicksal der in den 1930er Jahren durch die „Große Depression“ und Dürrejahre hoch verschuldeten Farmer in Oklahoma und Arkansas, die von den Grundbesitzern vertrieben werden und von der Dust Bowl zu Hunderttausenden über die Route 66 nach Kalifornien ziehen. Statt der versprochenen gut bezahlten Arbeit erwarten sie dort Ausbeutung, Hunger und Anfeindung. Um den Treck und die Auffanglager authentisch schildern zu können, begleitete Steinbeck selbst einen solchen Treck nach Westen."
Wenn man schon einen auf intellektuell tut, sollte man sich vorher versichern, daß das stimmt, was man so von sich gibt. Daß John Steinbeck nie über den spanischen Bürgerkrieg geschrieben hat, ist jedem des Lesens Kundigen klar.
tatsächlich Artikel über den Vietnamkrieg schrieb, in denen er die amerikanischen Soldaten und ihre Art der Kriegführung glorifizierte und ziemlich abfällig und menschenverachtend über den Vietcong schrieb.
Nach dem Lesen dieser Artikel konnte man nicht glauben, daß dieser Mann jemals solch einfühlsame und sozial engagierte Romane wie "Früchte des Zorns" oder "Von Mäusen und Menschen" geschrieben hatte.
1 und 2 einen Hauch über ein Minimum an Geschichtskenntnis verfügten, hätten sie ihre Kommentare gar nicht geschrieben. Diese beiden Kommentare sind schlicht verfehlt, völlig am Thema vorbei.
sie finden den artikel der historie angemessen - das finde ich auch, auch wenn es nicht an uns ist, die geschichte zu bewerten. 'der historie angemessen' koennte man auch die obigen kommentare bezeichnen, wenn man etwas kombinationsgabe besaesse und sich nicht stur an sein altherrenweltbild klammerte. es gibt leute, die lesen geschichtsbuecher, und solche, die aus den ereignissen der vergangenheit parallelen zur gegenwart ziehen.
zu hemingway bliebe noch zu ergaenzen, dass er nicht nur ein grossartiger schriftsteller war, sondern auch ein handfester kriegsverbrecher. aber die wichtung haengt natuerlich immer davon ab, auf welcher seite jemand kaempft.
http://www.focus.de/kultu...
aus dem Artikel geht leider nicht hervor, wie der spanische Bürgerkrieg im Inneren geführt wurde, und welche soziale Fortschritte die Republikaner brachten.
Aus dieser Sicht ist die Geschichte des spanischen Bürgerkrieges nämlich eher eine Anarchistische (ich habe mich schon gewundert, wie lange der Artikel und die Fotoserie ohne diesen Begriff auskommt).
Die libertären, anarchosyndikalistischen Ideen, welche ja nicht erst hier entstanden, wurden vom Kommunismus und vom Faschismus zerstört, und auch die Demokratie mag diese Form des Zusammenlebens nicht, weil sie das Herrschen ad absurdum führen würde (und das geht ja nun gar nicht).
Die Spanier, welche ich in großen Städten (Madrid, Granada, Barcelona etc.) getroffen habe, sprechen heute noch von einem großartigen Zeitalter für die Menschen, als die Chefs, und die damit einhergehende Unterdrückung und Bevormundung, abgeschafft wurden. Die Menschen verstanden es sich hervorragend selbst zu organisieren!
Heute, meine Kinder gehen hier in Spanien zur Schule, wird nicht einmal der Inhalt des Bürgerkrieges im Unterricht behandelt. Zu groß scheint die Angst der Herrschenden, die Kinder könnten allzu freiheitliche Gedanken bekommen, das sieht man ja auch am hinterhältigen Polizeieinsatz der 15-M Demonstrationen.
Der Gedanke des Sich-Selbst-Organisierens stirbt im Medienzeitalter aus, hoffentlich bringt die nächste Weltwirtschaftskrise wieder mehr Einsicht in eigenständiges Handeln und Verzicht auf jegliche Herrschaftform hervor!
Über den Spanischen Bürgerkrieg gibt es inzwischen eine Reihe guter Dokumentationen in den Medien. Was mich überrascht hat, war der Hinweis (in der Erläuterung zum Text) darauf, dass Franko auch von Großbritannien und den USA unterstützt wurde. Dies ist sicherlich nichts Neues, wird aber sonst nie erwähnt. Diese Tatsachen liefern ein starkes Indiz, warum Franko sich nicht an dem von Deutschland initiierten Krieg in Europa beteiligt hat.
Wenn man will kann man dies aber auch als Präzedenzfall für das Verhalten der Westmächte - und speziell der USA - im Kalten Krieg betrachten.
Ernest Hemingway war mit Sicherheit kein Kriegsverbrecher. Über die Substanz Ihres Kommentars Nr. 2 muss ich mich nicht weiter auslassen, er wurde zwischenzeitlich entfernt. Wenn Sie aus der Geschichte Parallelen zur Gegenwart ziehen wollen, wie auch der Initiator des Kommentrs Nr. 1, so können Sie beim besten Willen nicht unser heutiges politisches System mit den Zuständen des damaligen Spanien und auch nicht mit der unheilvollen Rolle Hitlerdeutschlands vergleichen. Wenn Sie von Kriegsverbrechern reden, so erwähnen Sie bitte die Legion Condor. Hätten Sie "Wem die Stunde schlägt" oder "Früchte des Zorns" gelesen, würden Sie nie diese Äusserungen über Ernest Hemingway machen. Wenn zwei Träger des Literaturnobelpreises zwei so vergleichbare Werke schreiben, so kann man, glaube ich zumindest, darin eine realistische Abbildung der damaligen Verhältnisse erkennen. Das können Sie auch nicht mit Ihrem "Altherrenweltbild" versuchen abzutun. Ihnen fehlen ganz einfach grundsätzliches Wissen und Verständnis für Geschichte und auch für unser heutiges politisches System. Sie schreiben hier wie ein Proll und wundern sich, dass andere Menschen, die zumindest eine umfassendere Bildung in die Waagschale werfen anderer Meinung sind als Sie. Zu unserm heutigen System: Deutschland war in seiner Geschichte noch nie so frei und demokratisch. Das ist auch nicht mit den Fehlern, die gemacht werden, abzuwerten und ins Negative zu ziehen.
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