Geschichte des BKA Braune Kriminalisten in neuen Ämtern
2011 feierte das Bundeskriminalamt 60. Geburtstag. Aufgebaut wurde die Behörde von Kriminalisten, die im Dritten Reich für Folter und Massenmord verantwortlich waren.
Eine Woche nachdem der Bundestag am 8. März 1951 das "Gesetz über die Einrichtung eines Bundeskriminalpolizeiamtes (BKA)" verabschiedet hatte, berichtete der Spiegel über die geplante neue Behörde. Das Nachrichtenmagazin wusste, dass Innenminister Robert Lehr (CDU) als Berater für die Organisation des Amtes den Kriminalisten Harry Söderman engagiert hatte. Der unter Kollegen als "Revolver-Harry" bekannte Schwede war mit der deutschen Kriminalpolizei bestens vertraut. Während der NS-Zeit unterhielt er Kontakte zu dem Leiter der Kriminalpolizei Arthur Nebe und dem Berliner Polizeipräsidenten Wolf Heinrich Graf von Helldorf.
Söderman, so forderte der Spiegel, sollte beim Aufbau der zentralen bundesdeutschen Polizeibehörde doch bitte an seine alten "Lehrmeister" denken, die wegen ihrer Vergangenheit "kaltgestellt, zwangspensioniert oder auf Wartegeld gesetzt" waren. Der Autor wusste, wovon er sprach: Bernd Wehner gehörte als Leiter der Reichszentrale zur Bekämpfung von Kapitalverbrechen zum Führungskorps der Kriminalpolizei im NS-Staat. Der Polizeireporter des Spiegels empfahl namentlich zehn ehemalige Spitzenbeamte des Reichskriminalamts zur Wiederverwendung, darunter seinen alten Vorgesetzten Hans Lobbes, seinen Ausbilder Walter Zirpins und Nebes Stellvertreter Paul Werner.
Die Kriminalpolizei deportierte ab 1943 23.000 Sinti und Roma
Mit den alten Beamten sollten auch die alten Konzepte zurückkehren. Das Dritte Reich realisierte, was viele Kriminalisten bereits seit Langem gefordert hatten: eine zentralisierte Polizei mit weitreichenden exekutiven Befugnissen. Im Rahmen der "vorbeugenden Verbrechensbekämpfung" nahmen die Kriminalbeamten mehr als 80.000 Menschen in "polizeiliche Vorbeugungshaft": "Berufsverbrecher", Prostituierte, Bettler, Obdachlose, Alkoholkranke und andere soziale Randgruppen.
Wer als "asozial" oder "arbeitsscheu" galt und in Konzentrationslager einzuweisen war, entschieden die Polizisten aus eigener Machtvollkommenheit. Um den "Volkskörper" zu säubern, deportierte die Kriminalpolizei ab 1943 mehr als 23.000 Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz Birkenau.
In den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei, die in der besetzten Sowjetunion Juden, Kommunisten und Kriegsgefangene erschossen, stellten Kriminalbeamte neben Gestapoführern und Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes der SS das Führungskorps. Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Instituts in Berlin entwickelten Gaswagen, in denen Insassen psychiatrischer Anstalten erstickt wurden. Im Gegensatz zur Gestapo und dem SD erklärten die Alliierten im Nürnberger Prozess die Kriminalpolizei nicht zur verbrecherischen Organisation. Dabei war die Kriminalpolizei ebenso wie die Gestapo und der SD Teil des Reichssicherheitshauptamtes, der Terrorzentrale des NS-Staats. Hitlers Kriminalisten deuteten das Urteil als Freispruch, der ihnen die Rückkehr in den Beruf sichern sollte. Dazu schufen sie die Legende von der professionellen, aber unpolitischen Kriminalpolizei, die vom NS-Regime missbraucht wurde.
Bei der Diskussion um den Aufbau der Polizei in der Bundesrepublik betrieben die Kriminalisten erfolgreich politische Lobbyarbeit. Ihr Vorbild für das Bundeskriminalamt war das von den Alliierten zerschlagene Reichskriminalpolizeiamt. Gegen eine mächtige Bundeskriminalpolizei gab es jedoch Vorbehalte. Die Länder sahen ihre Polizeihoheit bedroht und wehrten sich gegen ein Weisungsrecht des Bundeskriminalamts. Um die Widerstände der "kriminalpolizeilichen Föderasten" und "Kantönli-Politiker" (Wehner) zu brechen, warnte der designierte Gründungsdirektor des Bundeskriminalamtes, Geheimrat Max Hagemann, eindringlich vor der steigenden Kriminalität in der Nachkriegsgesellschaft.
Zahlreichen alten Kameraden wurde der Weg ins BKA geebnet
In der Weimarer Republik hatte Hagemann das preußische Landeskriminalamt aufgebaut. Da er im Dritten Reich nicht mehr im Polizeiapparat tätig war, galt er als unbelastet. Hinter dem aus Ruhestand aktivierten Hagemann zogen Paul Dickopf und Rolf Holle die Strippen. Beide waren 1938/39 an der Führerschule der Sicherheitspolizei ausgebildet worden. Söderman lobte Dickopf, der im Zweiten Weltkrieg als Agent für die deutsche Abwehr und später für den amerikanischen Geheimdienst arbeitete, als "Mädchen für alles bei der Planung des Bundeskriminalamtes".
Zu der gewünschten mächtigen Zentralbehörde konnten Dickopf und Holle das Bundeskriminalamt nicht machen. Von dem geschätzten Instrument der polizeilichen Vorbeugungshaft mussten sich die Kriminalisten verabschieden. Doch zahlreichen alten Kameraden konnte das Gespann Dickopf und Holle den Weg zurück in den Polizeidienst ebenen. Darunter waren Führer von Einsatzkommandos, die den Mord an Zivilisten befehligt hatten, wie Theo Saevecke. Er arbeitete für die Sicherungsgruppe, die für den Schutz der Verfassungsorgane zuständig ist. Ende der 1950er Jahre bestand das Führungskorps des BKA fast ausschließlich aus Beamten des nationalsozialistischen SS- und Polizeiapparats. Es brauchte fast sechzig Jahre, bis das Amt dazu bereit war, sich seiner Vergangenheit zu stellen und eine Historikerkommission mit der Aufarbeitung zu betrauen.
- Datum 15.12.2011 - 12:44 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Warum beauftragt der Bundestag nicht die Gauck-Birthler-Jahn-Behörde mit der Aufarbeitung?
Die kennen sich in der historischen Bewertung von mit Verbrechern durchsetzten Organisationen bestens aus, die haben die Leute, die Mittel, die Erfahrung und die Infrastruktur.
Außerdem geht den eifrigen Stasijägern so langsam die Arbeit aus. Da man aber erfahrungsgemäß Behörden nicht einfach abschaffen kann wenn ihr Zweck erfüllt ist, wäre es doch naheliegend das Aufgabenfeld zu erweitern.
Also ran an die Naziverbrecher im BKA, im BND, im MAD, im VS, im Staatsapparat der Adenauerära, in der Justiz usw.usf.
Oder leiden die etwa auch an der klassischen einäugigen Blindheit, in deren Schatten die Zwickauer Mörder jahrelang ungestört in Unwesen treiben konnten?
fanden diese Verbrecher Unterschlupf.
1976 erzaehlte mir ein damaliger deutscher Botschafter, der als junger Mann mit der 'Weissen Rose' in Koeln in Verbindung stand, dass die damaligen Gestapo-Beamten, die ihn damals verhoerten, diesselben waren, die spaeter im AA seine Sicherheitsueberpruefung gemacht haben. Die braune Bagage war ja bis lange nach dem Krieg im AA in leitenden Funktionen und betrachtete es sicherlich als besonders notwendig, einen bekennenden SPD-Mann auf seine Verfassungstreue ueberpruefen zu lassen.
Jene "Verbrecher" tauchen immer dann auf, wenn Gesellschaftssysteme Rahmenbedingungen so setzen, dass soziapathisches Handeln, v.a. das ausüben von Macht ggü. Schwächeren, nicht sanktioniert bzw. zum Teil sogar noch gefordert und gefördert wird.
Der Rest erledigt der Opportunismus des Menschen und der "Wunsch" wohl der meisten innerhalb der bestehenden sozialen Ordung gut zu "funktionieren".
Ihre "Pflicht" zu tun.
Um Sofsky, im Bezug auf das KZ-Personal, zu zitieren ("Ordnung des Terrors"): "Er tat mehr als er musste, er tat was er durfte. Und er durfte alles."
Siehe dazu auch: http://de.wikipedia.org/w...
Man sollte nicht glauben, dass mit dem Wegsterben der letzten Funktionären des NS- (oder DDR-)Sicherheitssystems nun das Problem staatlich bezahlter Verbrecher gebannt wäre.
Im Gegenteil.
Und das was nach 1933 passierte, kann Deutschland wieder passieren, auch wenn die Faschisten diesmal keine braune Krawatten tragen werden.
Aber wenn es darum geht, unsere von kapitalinteressen gelenkte Demokratie in eine autoritäre Plutokratie zu wandeln, in der die politische Opposition (nein, nicht die SPD oder Grüne) kaltgestellt werden soll, habe ich leider wenig Hoffnung, dass unsere Sicherheitsbehörden dann den Gehorsam verweigern werden.
Die staatliche Repression gegen politisch missliebige Strukturen und Menschen im Zuge des G7-Gipfels in Heiligendamm lässt böses erahnen.
Proteste die das herrschende System nicht ansatzweise hätten gefährden können!
Jene "Verbrecher" tauchen immer dann auf, wenn Gesellschaftssysteme Rahmenbedingungen so setzen, dass soziapathisches Handeln, v.a. das ausüben von Macht ggü. Schwächeren, nicht sanktioniert bzw. zum Teil sogar noch gefordert und gefördert wird.
Der Rest erledigt der Opportunismus des Menschen und der "Wunsch" wohl der meisten innerhalb der bestehenden sozialen Ordung gut zu "funktionieren".
Ihre "Pflicht" zu tun.
Um Sofsky, im Bezug auf das KZ-Personal, zu zitieren ("Ordnung des Terrors"): "Er tat mehr als er musste, er tat was er durfte. Und er durfte alles."
Siehe dazu auch: http://de.wikipedia.org/w...
Man sollte nicht glauben, dass mit dem Wegsterben der letzten Funktionären des NS- (oder DDR-)Sicherheitssystems nun das Problem staatlich bezahlter Verbrecher gebannt wäre.
Im Gegenteil.
Und das was nach 1933 passierte, kann Deutschland wieder passieren, auch wenn die Faschisten diesmal keine braune Krawatten tragen werden.
Aber wenn es darum geht, unsere von kapitalinteressen gelenkte Demokratie in eine autoritäre Plutokratie zu wandeln, in der die politische Opposition (nein, nicht die SPD oder Grüne) kaltgestellt werden soll, habe ich leider wenig Hoffnung, dass unsere Sicherheitsbehörden dann den Gehorsam verweigern werden.
Die staatliche Repression gegen politisch missliebige Strukturen und Menschen im Zuge des G7-Gipfels in Heiligendamm lässt böses erahnen.
Proteste die das herrschende System nicht ansatzweise hätten gefährden können!
" Das 3. Reich realisierte, was viele Kriminalisten bereits seit Langem gefordert hatten: eine zentralisierte Polizei mit weitreichenden exekutiven Befugnissen. Im Rahmen der "vorbeugenden Verbrechensbekämpfung" nahmen die Kriminalbeamten mehr als 80.000 Menschen in "polizeiliche Vorbeugungshaft" "
Nun ja, die Forderung von Innenpolitikern und Funktionären des Repressionsapparates sind ja prinzipiell heute keine anderen.
Gerade in Zeiten wo das Herrschaftssystem durch permanente "Krisen" nicht nur die Legitimation verliert, sondern insgesamt auch dysfunktional für weite Teile der Bevölkerung wird, schallt der Law&Order Ruf derer, die um Macht und Privilegien fürchten, besonders laut.
Und wie man gesehen hat, sind die Köpfe der Sicherheitsbehörden z.T. in erheblichen Maß politisch motiviert, bzw. lassen sich als willige Werkzeuge der Politik missbrauchen.
Man denke nur an v d Leyens Zensurgesetze, die das BKA mit allerhand falscher Tatsachenbehauptungen zu untermauern versuchte.
Die VDS; der epische Rechtsbruch in Sachen Staatstrojaner; der Einsatz von Lockspitzeln um Demonstrationen eskalieren zu lassen um diese so delegitimieren zu können; das folgenreiche "Verwechseln" von Kastanien und Pflastersteinen.
Oder, auch nicht schlecht, der Unterbindungsgewahrsam (=Schutzhaft) für Politaktivisten die möglicherweise Transparante über Bahngleisen anbringen könnten:
http://blog.eichhoernchen...
In den Nachkriegsjahren war den Amerikanern das wichtigste, eine anti sowjetische Haltung zu erzeugen. Daher wurde der pro amerikanische Kanzler Adenauer mit schwarzen Kassen aus riesigen Nazivermögen ausgestattet um mit deren Hilfe die Organisation Oktogon finanzierte.
http://videos.arte.tv/de/...
In diesem Klima war das Interesse an den "entnazifizierten" Tätern des Nationalsozialistischen Regimes sehr gering. Sie waren im Gegenteil eher gern gesehen, hatten sie doch große Erfahrungen in illegaler Finanzierung und Propaganda.
Deutschland war und ist auf dem rechten Auge eher blind.
Jene "Verbrecher" tauchen immer dann auf, wenn Gesellschaftssysteme Rahmenbedingungen so setzen, dass soziapathisches Handeln, v.a. das ausüben von Macht ggü. Schwächeren, nicht sanktioniert bzw. zum Teil sogar noch gefordert und gefördert wird.
Der Rest erledigt der Opportunismus des Menschen und der "Wunsch" wohl der meisten innerhalb der bestehenden sozialen Ordung gut zu "funktionieren".
Ihre "Pflicht" zu tun.
Um Sofsky, im Bezug auf das KZ-Personal, zu zitieren ("Ordnung des Terrors"): "Er tat mehr als er musste, er tat was er durfte. Und er durfte alles."
Siehe dazu auch: http://de.wikipedia.org/w...
Man sollte nicht glauben, dass mit dem Wegsterben der letzten Funktionären des NS- (oder DDR-)Sicherheitssystems nun das Problem staatlich bezahlter Verbrecher gebannt wäre.
Im Gegenteil.
Und das was nach 1933 passierte, kann Deutschland wieder passieren, auch wenn die Faschisten diesmal keine braune Krawatten tragen werden.
Aber wenn es darum geht, unsere von kapitalinteressen gelenkte Demokratie in eine autoritäre Plutokratie zu wandeln, in der die politische Opposition (nein, nicht die SPD oder Grüne) kaltgestellt werden soll, habe ich leider wenig Hoffnung, dass unsere Sicherheitsbehörden dann den Gehorsam verweigern werden.
Die staatliche Repression gegen politisch missliebige Strukturen und Menschen im Zuge des G7-Gipfels in Heiligendamm lässt böses erahnen.
Proteste die das herrschende System nicht ansatzweise hätten gefährden können!
der Ursprung liegt in der braunen Vergangenheit einer „demokratisch“ schwarz umlackierten braunen CDU/CSU und einer rot umlackierten, braunen STASIKPSED-LINKEn,
daß ein gewisser Herr Kohl dieses menschenverachtende Pack gewähren ließ. Die Gründe dazu liegen auf der Hand.
Das menschenverachtende braune Pack wurde nicht zur Verantwortung gezogen, da sonst die STASIKPSED das Verhalten der nach dem 2. WK „demokratisch“ umlackierten braunen CDU/CSU öffentlich und somit schneller bekannt gemacht hätte.
Das markanstete Beispiel ist der ehemalige „Landesvater“ IM?Stolpe aus Brandenburg,
der nun heute für seine „Leistungen im Dienste der Menschen“ von uns mit 15.000 € / Monat entlohnt wird, da er massiv dazu beigetragen hat ....NICHTS..... aufzuklären.
Die auf Machterhalt eingeschworenen, verlogenen und korrupten Partei-Politiker werden sich nicht ändern,
um diesen unerträglichen Zustand – „zum Wohle des Volkes“ – zu verändern.
Darum kann sich der Souverän nur selbst helfen und die Veränderung spätestens 2013 herbeiführen:
Parteiunabhängige Direktkandidaten
Bitte nehmen Sie Abstand von einem polemischen und reisserischen Schreibstil. Die Redaktion/mak
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke. Die Redaktion/sc
Zitat des Verfassungsrechtlers Prof. Dr. Herbert v. Arnim: " Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen
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