"Mein Gesuch ist abgelehnt worden. Ergo geht's dahin"
Nach zermürbenden Verhören begann am 24. September 1942 der Prozess gegen Klingenbeck und seine Freunde. Der zweite Senat des Volksgerichtshofs unter Vorsitz von Karl Engert verurteilte Klingenbeck, der wie die anderen Angeklagten zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig war, "wegen landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Schwarzhören" zum Tode. "Die nationalsozialistische Weltanschauung sei ihm ihrem wesentliche Inhalt nach zur Zeit der Tat fremd gewesen", stellte das Gericht fest. Auch von Recklinghausen und Haberl wurden zum Tode verurteilt.
Die nächsten elf quälenden Monate, in denen die Eltern um Gnade für ihren Sohn baten, verbrachte Klingenbeck im Zuchthaus. Drei Tage vor der Hinrichtung wurden die Todesurteile gegen seine Freunde in mehrjährige Haftstrafen umgewandelt. In seinem Abschiedsbrief an Haberl schrieb Klingenbeck: "Lieber Jonny! Vorhin habe ich von Deiner Begnadigung erfahren. Gratuliere! Mein Gesuch ist allerdings abgelehnt worden. Ergo geht’s dahin. Nimm’s net tragisch. Du bist ja durch. Das ist schon viel wert. Ich habe soeben die Sakramente empfangen und bin jetzt ganz gefaßt. Wenn Du etwas für mich tun willst, dann bete ein paar Vaterunser. Lebe wohl. Walter."
In der Maxvorstadt, nicht weit von der Universität, wo wenige Monate nach Klingenbecks Verhaftung die Geschwister Hans und Sophie Scholl Flugblätter gegen das NS-Regime verteilten, erinnert seit 1998 eine Straße an Walter Klingenbeck.
- Datum 26.01.2012 - 10:14 Uhr
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Reicht Ihnen das?
Wie gut, dass man immer noch die Wahl hat, sich gegen die sich ausbreitende Abstumpfung und Verblödung unserer Gesellschaft zu entscheiden. Danke für den Artikel.
Nur zu gerne hätte ich die "Geschäftsfrau Clara Dietmeyer" einmal persönlich gefragt, was sie bewogen hat, einen Mitmenschen zu denunzieren. Ob sie es später bereut hat? Einfach ekelhaft. Und das Schlimme ist, so etwas würde jederzeit wieder passieren, wenn es entsprechende Strukturen gäbe.
genau wie viele, viele andere. Und es ist wichtig dass niemals in Vergessenheit gerät wie abscheulich diese Zeit war. Und es ist ebenfalls wichtig, dass wir niemals vergessen was wirklich zählt.
Kein Fußbreit dem Rassismus.
Wie können Sie nur so reagieren? Was heißt hier "Aufwärmen"? Das ist unsere Geschichte, hier geschehen und offensichtlich leider immer wieder aufwärmbar in diesem Land. Natürlich wollen wir darüber wissen, das waren junge Leute in einem Staatsgefüge, die sich nicht unterkriegen ließen. Ich bin absolut erschüttert über die großartige Haltung dieses jungen Mannes. Er wäre jetzt so alt wie mein Vater, hatte aber nie die Chance, so ein Leben zu leben. Und eine solche Geschichte von Zivilcourage und Selbstbestimmung ist Ihnen zu langweilig? Nicht actionreich genug? Deprimierend
Reicht Ihnen das?
Wie gut, dass man immer noch die Wahl hat, sich gegen die sich ausbreitende Abstumpfung und Verblödung unserer Gesellschaft zu entscheiden. Danke für den Artikel.
Nur zu gerne hätte ich die "Geschäftsfrau Clara Dietmeyer" einmal persönlich gefragt, was sie bewogen hat, einen Mitmenschen zu denunzieren. Ob sie es später bereut hat? Einfach ekelhaft. Und das Schlimme ist, so etwas würde jederzeit wieder passieren, wenn es entsprechende Strukturen gäbe.
genau wie viele, viele andere. Und es ist wichtig dass niemals in Vergessenheit gerät wie abscheulich diese Zeit war. Und es ist ebenfalls wichtig, dass wir niemals vergessen was wirklich zählt.
Kein Fußbreit dem Rassismus.
Wie können Sie nur so reagieren? Was heißt hier "Aufwärmen"? Das ist unsere Geschichte, hier geschehen und offensichtlich leider immer wieder aufwärmbar in diesem Land. Natürlich wollen wir darüber wissen, das waren junge Leute in einem Staatsgefüge, die sich nicht unterkriegen ließen. Ich bin absolut erschüttert über die großartige Haltung dieses jungen Mannes. Er wäre jetzt so alt wie mein Vater, hatte aber nie die Chance, so ein Leben zu leben. Und eine solche Geschichte von Zivilcourage und Selbstbestimmung ist Ihnen zu langweilig? Nicht actionreich genug? Deprimierend
Reicht Ihnen das?
Ich wollte es auch wissen.
Ich wollte es auch wissen.
Jetzt sind wir schon zwei.
Karl Engert starb friedlich, abgesichert durch seine Pension als Richter.
Es ist die Schande der BRD nahezu alle Schuldigen der NS Zeit aber auch der DDR Stasi quasi straffrei ausgehen zu lassen.
Und wer hat's getan? CDU/CSU nach 1949 und nochmal nach 1990. Weckgucken, wegducken, Renten zahlen, "Die Vergangenheit endlich ruhen lassen" etc. Es ist eine Schande!
Es ist die Schande der BRD nahezu alle Schuldigen der NS Zeit aber auch der DDR Stasi quasi straffrei ausgehen zu lassen.
Und wer hat's getan? CDU/CSU nach 1949 und nochmal nach 1990. Weckgucken, wegducken, Renten zahlen, "Die Vergangenheit endlich ruhen lassen" etc. Es ist eine Schande!
Sind wir schon drei!
Wie gut, dass man immer noch die Wahl hat, sich gegen die sich ausbreitende Abstumpfung und Verblödung unserer Gesellschaft zu entscheiden. Danke für den Artikel.
Nur zu gerne hätte ich die "Geschäftsfrau Clara Dietmeyer" einmal persönlich gefragt, was sie bewogen hat, einen Mitmenschen zu denunzieren. Ob sie es später bereut hat? Einfach ekelhaft. Und das Schlimme ist, so etwas würde jederzeit wieder passieren, wenn es entsprechende Strukturen gäbe.
Frau Dietmeyer hat nach damals geltendem Recht gehandelt, es war sogar ihre Pflicht nach der zu der Zeit schon Jahre geltenden Doktrin.
Heute zu sagen, dass es falsch und empörend war, ist etwas billig. Wenn es allerdings dazu führt, dass man in entsprechender Situation Menschlichkeit vor Recht stellt, hat es trotzdem etwas Gutes.
Ich bin sehr sicher, in Klingenbecks Alter wäre ich nach 8 Jahren der Indoktrination (und damit mein gesamtes politisches Leben) in verschiedenen Jugendverbänden und dem ständigen Hurra von der Front (mit neuester Technik von Sieg zu Sieg eilend) ein formidabler Nazi gewesen, gehorsam und rechtstreu, als guter Arier (habe nunmal rein Deutsche Wurzeln aus "Heim ins Reich" geholten Gebieten). Erst so mit 19-20 (in dem Alter wurde Klingenbeck bereits hingerichtet) konnte ich den Schrecken und das Unrecht richtig begreifen, die Zusammenhänge sehen - und das mit frei zugänglichen Informationen!
Von daher kann man für keinen jungen Menschen, der damals für Freiheit und das tatsächlich Gute sein Leben riskierte (und oft auch verlor) genug Hochachtung erbringen.
Frau Dietmeyer hat nach damals geltendem Recht gehandelt, es war sogar ihre Pflicht nach der zu der Zeit schon Jahre geltenden Doktrin.
Heute zu sagen, dass es falsch und empörend war, ist etwas billig. Wenn es allerdings dazu führt, dass man in entsprechender Situation Menschlichkeit vor Recht stellt, hat es trotzdem etwas Gutes.
Ich bin sehr sicher, in Klingenbecks Alter wäre ich nach 8 Jahren der Indoktrination (und damit mein gesamtes politisches Leben) in verschiedenen Jugendverbänden und dem ständigen Hurra von der Front (mit neuester Technik von Sieg zu Sieg eilend) ein formidabler Nazi gewesen, gehorsam und rechtstreu, als guter Arier (habe nunmal rein Deutsche Wurzeln aus "Heim ins Reich" geholten Gebieten). Erst so mit 19-20 (in dem Alter wurde Klingenbeck bereits hingerichtet) konnte ich den Schrecken und das Unrecht richtig begreifen, die Zusammenhänge sehen - und das mit frei zugänglichen Informationen!
Von daher kann man für keinen jungen Menschen, der damals für Freiheit und das tatsächlich Gute sein Leben riskierte (und oft auch verlor) genug Hochachtung erbringen.
Der Verfassungsschutz kommentiert jetzt schon bei ZEIT online?
genau wie viele, viele andere. Und es ist wichtig dass niemals in Vergessenheit gerät wie abscheulich diese Zeit war. Und es ist ebenfalls wichtig, dass wir niemals vergessen was wirklich zählt.
Kein Fußbreit dem Rassismus.
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