Die Rede war von "töten und elimieren und vernichten".
Heydrich legte großen Wert auf eine genaue Definition, wer deportiert werden sollte und wer nicht. Die Nürnberger Gesetze von 1935 bestimmten zwar, wer als Jude, als "Halb"- oder als "Vierteljude" galt, doch gab es über die Auslegung immer wieder Konflikte. Der Staatssekretär aus dem Innenministerium, Wilhelm Stuckart, warnte daher vor der "unendlichen Verwaltungsarbeit" bei der "Bereinigung der Mischehen- und Mischlingsfragen". Da über diesen Punkt keine Einigkeit erzielt werden konnte, vertagte Heydrich das Problem auf eine Folgebesprechung.
Vier Tage nach der Konferenz sandte er das Protokoll an die Teilnehmer. Anders als im Dokument, das sich an Tarnbegriffe wie "Evakuierung" oder "Endlösung" hält, wurde laut Eichmann in der Besprechung Klartext geredet. Auch Karrierebeamte wie Stuckart, den Eichmann als "sehr heiklen Gesetzesonkel" beschrieb, sprachen von "töten und eliminieren und vernichten". Josef Bühler, der den Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete vertrat, bat darum, "die Judenfrage in diesem Gebiete so schnell wie möglich zu lösen". Da er die Mehrzahl der Juden als "arbeitsunfähig" einstufte, war allen bewusst, was das bedeutete: Den sofortigen Mord an mehr als 2,5 Millionen Menschen. Wie das geschehen sollte, war im Januar 1942 jedoch noch nicht klar.
Die bundesdeutsche Justiz erhob nie Anklage
Von den dreißig Ausfertigungen des Besprechungsprotokolls ist nur eine erhalten. Robert Kempner, Stellvertreter des amerikanischen Chefanklägers in den Nürnberger Prozessen, entdeckte das Dokument 1947 im Archiv des Auswärtigen Amtes und machte es zum Beweismittel im Verfahren gegen dessen Mitarbeiter. In den Vernehmungen durch die Alliierten täuschten die Staatssekretäre und Ministerialdirektoren a.D. Erinnerungslücken vor, leugneten, das Protokoll erhalten zu haben, oder beteuerten ihr Unwissen über die Bedeutung von "Evakuierung" und "Sonderbehandlung".
Die bundesdeutsche Justiz erhob niemals Anklage wegen der Wannsee-Konferenz. Die Staatsanwaltschaft Ulm stellte 1962 ihre Ermittlungen gegen Gerhard Klopfer ein, der als Ministerialdirektor der Partei-Kanzlei der Einladung Heydrichs gefolgt war. Klopfer, der nach dem Kriegsende als Rechtsanwalt arbeitete, starb als letzter Teilnehmer der Wannsee-Konferenz 1987. Der Nachruf rühmte "sein Wirken zum Wohle aller, die in seinem Einflussbereich waren". Fünf Jahre später eröffnete nach langen politischen Kontroversen am historischen Ort eine Gedenk- und Bildungsstätte.
- Datum 20.01.2012 - 10:04 Uhr
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erschien Ministerialdirektor (Unterstaatssekretär) Luther.
Er nahm als Vertreter des Staatssekretärs Ernst von Weizsäcker an der Wannseekonferenz teil. Das Memorandeum des AA lautete: "Wünsche und Ideen des Auswärtigen Amtes zur vorgeschlagenen Gesamtlösung der Judenfrage in Europa."
Richard von Weizsäcker verteidigte später seinen Vater, der habe bei der Unterschrift unter Deportationsbefehle nicht wissen können, was die Deportation nach Auschwitz bedeutet habe.
Es hat ja niemand etwas gewußt. Auch nicht, als die Deportation deutscher Juden längst im Gange war, der freiwerdende Wohnraum an linientreue "Volksdeutsche" vergeben wurde und man die öffentliche Versteigerung des Mobiliars und sonstiger Werte zu regelrechten Volksfesten machte.
Die fabrikmäßige Ermordung von millionen Juden in praktisch 4 Jahren erforderte zwangsläufig die Mitwirkung 100.000der Polizisten, Soldaten sowie SS und SA Leuten. Von denen hat natürlich niemand geredet...
Eigenartig, aber vor allem entlarvend, ist nach dem Krieg auch der Sprachgebrauch für die aktiven Täter: Unterster Abschaum, kriminelle Elemente, usw. - der gleiche Sprachduktus, den man zuvor auf die Juden anwandte.
Was mich interessieren würde ist: Wie hätten sich die Deutschen verhalten, wenn nach dem November 1938 sechs Wochen lang die Pastoren von protestantischen und katholischen Kanzeln gegen diese unmenschliche Behandlung der jüdischen Mitbürger - Kristallnacht und sonstige Progrome - gepredigt hätten. Ob dadurch nicht vielleicht das Schlimmste verhindert worden wäre?
Für mich ist das Erbärmlichste und Schändlichste eben das vollkommene Versagen der gesamten geistigen Elite Deutschlands. Denn deren Schweigen machte den Genozid und Holocaust erst möglich.
Es hat ja niemand etwas gewußt. Auch nicht, als die Deportation deutscher Juden längst im Gange war, der freiwerdende Wohnraum an linientreue "Volksdeutsche" vergeben wurde und man die öffentliche Versteigerung des Mobiliars und sonstiger Werte zu regelrechten Volksfesten machte.
Die fabrikmäßige Ermordung von millionen Juden in praktisch 4 Jahren erforderte zwangsläufig die Mitwirkung 100.000der Polizisten, Soldaten sowie SS und SA Leuten. Von denen hat natürlich niemand geredet...
Eigenartig, aber vor allem entlarvend, ist nach dem Krieg auch der Sprachgebrauch für die aktiven Täter: Unterster Abschaum, kriminelle Elemente, usw. - der gleiche Sprachduktus, den man zuvor auf die Juden anwandte.
Was mich interessieren würde ist: Wie hätten sich die Deutschen verhalten, wenn nach dem November 1938 sechs Wochen lang die Pastoren von protestantischen und katholischen Kanzeln gegen diese unmenschliche Behandlung der jüdischen Mitbürger - Kristallnacht und sonstige Progrome - gepredigt hätten. Ob dadurch nicht vielleicht das Schlimmste verhindert worden wäre?
Für mich ist das Erbärmlichste und Schändlichste eben das vollkommene Versagen der gesamten geistigen Elite Deutschlands. Denn deren Schweigen machte den Genozid und Holocaust erst möglich.
Ich stell mir immer die Frage woher der Judenhass gekommen ist.
Wenn wir in unsere dunkle Vergangenheit schauen, haben wir eigentlich die Möglichkeit an ganz tiefen Weltprozessen teilzunehmen, an Kräften die aufeinanderstoßen, auch auf eine Menge Unbewußtheit, aber auch auf weltpolitisches Neuland und auch immer auf den eigenen Mangel an schöpferischer Geistigkeit, um sowelche Prozesse in Frieden zu kanalisieren. Das ist der eigentliche Grund für Krieg, Unbewußtsein, im ersten Augenblick unerklärliche Gefühle und dann der Mangel diese in neue geistige Strukturen zu verwandeln in einem kreativen, schöpferischen, inneren .. aber auch gesellschaftlichen .. Denkprozess.
Darüber gibt es unendlich viel -auch gute- Literatur.
Der Text "The Childhood Origins of the Holocaust" von dem Psychohistoriker Lloyd deMause erklärt vieles, über das die meisten Deustchen leider immer noch viel zu wenig nachdenken...:
http://www.psychohistory....
Ich will ja nicht banalisieren, aber für mich kommt der "Judenhass", wie jeder Hass, aus dem inneren der Menschen, die sich selbst hassen und ihren Eigenhass auf andere projizieren. Man sieht das sehr gut an Hitler selbst, der sich konsequent immer weiter selbst vernichtet, zuerst durch Lügen und schlechte Taten, dann, gegen Ende, durch Drogen und andere physisch schädlichen Dinge.
Das dritte Reich entstand dabei aus dem Zusammentreffen des Mannes, der sich selbst hasste, mit einem Volk, das sich ebenfalls selbst hasste, sich auch selbst belog und zudem noch dazu auf unbedingten Gehorsam ohne Fragen zu stellen gedrillt war.
Die Selbstverachtung manifestiert sich meines Erachtens auch darin, wie sich bestimmte Täter bei Aufdeckung ihrer Taten verhalten haben: So feige, wie man es sich nicht einmal ausdenken kann.
Verzichten Sie auf Relativierungen. Die Redaktion/fk.
Darüber gibt es unendlich viel -auch gute- Literatur.
Der Text "The Childhood Origins of the Holocaust" von dem Psychohistoriker Lloyd deMause erklärt vieles, über das die meisten Deustchen leider immer noch viel zu wenig nachdenken...:
http://www.psychohistory....
Ich will ja nicht banalisieren, aber für mich kommt der "Judenhass", wie jeder Hass, aus dem inneren der Menschen, die sich selbst hassen und ihren Eigenhass auf andere projizieren. Man sieht das sehr gut an Hitler selbst, der sich konsequent immer weiter selbst vernichtet, zuerst durch Lügen und schlechte Taten, dann, gegen Ende, durch Drogen und andere physisch schädlichen Dinge.
Das dritte Reich entstand dabei aus dem Zusammentreffen des Mannes, der sich selbst hasste, mit einem Volk, das sich ebenfalls selbst hasste, sich auch selbst belog und zudem noch dazu auf unbedingten Gehorsam ohne Fragen zu stellen gedrillt war.
Die Selbstverachtung manifestiert sich meines Erachtens auch darin, wie sich bestimmte Täter bei Aufdeckung ihrer Taten verhalten haben: So feige, wie man es sich nicht einmal ausdenken kann.
Verzichten Sie auf Relativierungen. Die Redaktion/fk.
versammelnden auf-rechten Bürger und Befürworter von "Taten statt Worten" nicht weiter von Interesse zu sein.
Die bevorzugen es, in anderen Threads Sympathiebekundungen für Neonazi-Mörder ins Netz herauszuposaunen, gegen die EU und die Demokratie zu wettern und gegen Ausländer zu hetzen.
Dabei kann man hier auf das Grauen erregendste feststellen, wozu Menschen fähig sind - und wozu es führen muss, wenn man sich diesen der Sprache nicht mächtigen Leuten nicht in den Weg stellt, wenn sie Taten statt Worte fordern.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Kommentaren zum konkreten Artikelthema. Die Redaktion/ls
Darüber gibt es unendlich viel -auch gute- Literatur.
Wenn ich mir das theoretisch verbrämte Geschwurbel durchlese kann ich nicht glauben, daß dem Foristen diese Literatur unbekannt ist....
Wenn ich mir das theoretisch verbrämte Geschwurbel durchlese kann ich nicht glauben, daß dem Foristen diese Literatur unbekannt ist....
Stuckart, der Karrierist erhielt eine Strafe (laut Link)
"1950 durch Spruchkammerverfahren als „Mitläufer" eingestuft und 1952 zu 500 DM Geldstrafe verurteilt."
Es erstaunt mich als jungen Deutschen immer wieder, wie braun-dunkel und vergessensorientiert doch die aufstrebende Bundesrepublik in den 50er / 60er und 70er Jahren war. Es scheint auch ein deutsches Erbe zu sein: Nach den Diktaturen (dazu gehört objektiv auch die DDR) werden die hellen Spitzen geköpft und die Masse der Mitläufer, der Spitzel, der Wächter und Schlächter, die taucht nicht etwa unter, sondern ein in die deutsche Gesellschaft.
Ich frage mich immer wieder, wie z.B. die Mitglieder der Einsatzgruppen etc. nach dem Krieg ruhig schlafen konnten. Im Grunde gab es ja für die Justiz einen riesigen Vorteil, denn der deutsche Krieg ist ja in weiten Teilen bestens dokumentiert, ganz im Gegensatz zu anderen Regimen. So hätte eine Strafverfolgung effektiv erfolgen können.
Und heute kümmern sich Teile des Staates lieber um Islamisten und Linke Chaoten, anstatt die doch faktisch vorliegenden rechtsmotivierten Morde seid der Wiedervereinigung vollkommen aufzuklären und das rechte Spektrum zu kontrollieren.
Das alles stimmt einen, der aus einer anderen Generation kommt, doch sehr traurig...
Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz
Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz
In unserer akademisch gebildeten und auf Bildung größten Wert legenden Familie herrschte über Jahrzehnte ein völliges Schweigen zu dieser menschlichen und geistig-kulturellen Katastrophe, die mit der Wannsee-Konferenz eiskalt "verrechtlicht" und verwaltungstechnisch exekutiert wurde.
Der eine beteiligte Großvater sprach in einem Tagebuch aus der Zeit von der alleinigen Verantwortung des Führers und daß man doch niemand dafür belangen könne, daß er lediglich Befehle ausgeführt hätte. Außerdem hätte man nichts gewußt.
In der Gefangenschaft wurde sich jahrelang auf die Prozesse vorbereitet, die meisten verantwortlichen Mittäter kamen ungeschoren davon.
Was ist eine Bildung wert, die nichts zu wissen vorgibt, sich nur um den eigenen Vorteil und die Karriere zu kümmern weiß, und die dafür genutzt wird, wegen solcherlei eigenen Vorteil anderen Menschen die Würde, die Lebensgrundlage zu verderben und das Leben selbst zu rauben?
Welche Vernunft, welches Maß prägt denn heute unsere Gesellschaft, in Zeiten in denen wer bei Verstand ist, über den nationalen Tellerrand hinausschauen muß?
Wissen wir wieder nichts? Wissen wir wieder nicht, auf welchen verderbten Unrechtmäßigkeiten und Zerstörungen unser Wohlstand und "Fortschritt", unser Reichtum gegründet ist?
Es hat ja niemand etwas gewußt. Auch nicht, als die Deportation deutscher Juden längst im Gange war, der freiwerdende Wohnraum an linientreue "Volksdeutsche" vergeben wurde und man die öffentliche Versteigerung des Mobiliars und sonstiger Werte zu regelrechten Volksfesten machte.
Die fabrikmäßige Ermordung von millionen Juden in praktisch 4 Jahren erforderte zwangsläufig die Mitwirkung 100.000der Polizisten, Soldaten sowie SS und SA Leuten. Von denen hat natürlich niemand geredet...
Eigenartig, aber vor allem entlarvend, ist nach dem Krieg auch der Sprachgebrauch für die aktiven Täter: Unterster Abschaum, kriminelle Elemente, usw. - der gleiche Sprachduktus, den man zuvor auf die Juden anwandte.
Was mich interessieren würde ist: Wie hätten sich die Deutschen verhalten, wenn nach dem November 1938 sechs Wochen lang die Pastoren von protestantischen und katholischen Kanzeln gegen diese unmenschliche Behandlung der jüdischen Mitbürger - Kristallnacht und sonstige Progrome - gepredigt hätten. Ob dadurch nicht vielleicht das Schlimmste verhindert worden wäre?
Für mich ist das Erbärmlichste und Schändlichste eben das vollkommene Versagen der gesamten geistigen Elite Deutschlands. Denn deren Schweigen machte den Genozid und Holocaust erst möglich.
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