Da passte es, dass er im Koffer zwischen Schinken und Zwieback Platz für ein paar Gastgeschenke für die höchsten Politiker und wichtige Einrichtungen des Landes gelassen hatte: Mit den drei Maßkrügen, den drei Halbekrügen mit Zinndeckel, den Tischwimpeln und dem Bayernwappen habe er ins Schwarze getroffen. "Im Ausland bin i scho a Hund", befand der Steinmetz.

Ein paar Schnäpse mit dem Konsul

In Peking setzt er sich – auf seine ganz eigene Art – sogar noch für die deutsch-deutsche Verständigung ein. "Weil ich gerade an der Botschaft der DDR vorbeikam, ließ ich meinen Fahrer halten und trank mit dem Konsul ein paar Schnäpschen. Ich habe da keine Hemmungen."

Höhepunkt seiner Reise aber war der Besuch im Steinbruch "Berg des Weißen Tigers", wo er menschenunwürdige Zustände vorfand. Ihr müsst aufstehen, habe er den Schmieden gesagt, die die Werkzeuge im Knien herstellten. "Ein Mensch muss stehend arbeiten. Jahrhundertelang habt ihr unter fremden Besatzern auf den Knien gelegen – und jetzt, wo ihr frei seid, kniet ihr immer noch?"

So sehr verstörte ihn dieser Besuch, dass er zu einem zweiten wiederkommen wollte – mit modernem Steinhauergerät im Gepäck. Dieses Versprechen sollte er im Jahr 1975 einlösen und den chinesischen Kollegen zeigen, wie die niederbayerischen Steinmetze ihren Granit bearbeiten.

Zunächst aber ging es zurück in die Heimat. Vom Passauer Bahnhof holte ihn sein Sohn für die letzten 25 Kilometer der 29.000 Kilometer langen Reise mit dem Wagen ab. Zuhause schliefen die Enkelkinder schon, aber Söldners Frau Lina war noch wach. "Na, bist du wieder da!", sagte sie.