Militärbasis Area 51Aliens und fliegende Backbleche

Area 51 ist für Ufologen der berühmteste geheime Ort der Welt. Erstmals bestätigen CIA-Akten die Existenz der Militärbasis. Doch wo zum Teufel sind die Alienleichen? von 

"Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen." So tröstete sich FBI-Agent Fox Mulder immer dann, wenn sein Ziel, die Existenz außerirdischer Intelligenz auf der Erde zu beweisen, abermals von Unbekannten durchkreuzt wurde. Neun Jahre, bis 2002, jagte Mulder mit seiner skeptischen Partnerin Dana Scully in der US-Fernsehserie Akte X vergeblich teils extraterrestrischen Lebensformen nach. Beliebter Schauplatz war dabei wiederholt das mysteriöse Sperrgebiet namens Area 51 in der Wüste von Nevada. Seit Jahrzehnten ist die Militäranlage einer der prominentesten Orte für selbsternannte Alienjäger und Kulisse für Science-Fiction-Streifen wie Independence Day, Men in Black oder selbst Abenteuerfilmen wie Indiana Jones.

Eine eingeschworene Gemeinde von Verschwörungstheoretikern und Ufologen ist überzeugt, dass dort die Überreste von Außerirdischen aufbewahrt werden, die nach dem Absturz ihrer fliegenden Untertasse 1947 nahe der US-Kleinstadt Roswell geborgen worden seien.

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Area 51 ist weltberühmt – obwohl oder gerade weil ihre Existenz seit Jahrzehnten ein offenes Geheimnis ist. Als Teil eines Militärgeländes, das größer als Bayern ist, war sie – offiziell – so geheim, dass sie nicht einmal in den Katasterunterlagen der US-Behörden auftauchte. Jetzt ist die Wahrheit tatsächlich draußen, nur anders, als es dem Serienhelden Mulder und vielen Ufologen lieb sein dürfte.

Die Ufologie ist am Ende

Der US-Geheimdienst CIA bestätigt in einem nun veröffentlichten Archivdokument die Existenz der militärischen Sperrzone Area 51 rund 200 Kilometer nordwestlich der Glücksspielmetropole Las Vegas. Der Forscher Jeffrey T. Richelson vom Nationalen Sicherheitsarchiv der George-Washington-Universität hatte die Dokumente 2002 schon einmal beantragt, damals waren aber alle Hinweise auf die Militäranlage getilgt worden. Dieses Mal aber enthalten die freigegebenen Akten sogar eine Landkarte, die den Standort der militärischen Sperrzone zeigt. Von fliegenden Untertassen ist darin allerdings nicht die Rede. Offenbar wurde das Areal als Testgelände für die Spionageflugzeuge U-2 und Oxcart etwa während des Kalten Krieges genutzt. 

Für die ohnehin seit Jahren schwächelnde Gemeinschaft der Ufologen dürfte das ein herber Schlag sein. Die Area 51, jener fruchtbare Boden für Verschwörungstheorien, fällt der banalen Realität zum Opfer.


Area 51 auf einer größeren Karte anzeigen

Ohnehin werden seit Jahren immer weniger fliegende Untertassen gesichtet. Allein in Großbritannien haben sich von einst mehr als hundert Ufo-Vereinen zwei Drittel aufgelöst. 2009 schloss auch noch das britische Verteidigungsministerium sein Büro für unbekannte Flugobjekte. 2012 beriefen Ufologen daher die Krisentagung Seriously Unidentified? – Ernsthaft unbekannt? – an der Universität Worcester ein.

"Die Zahl paranormaler Aktivitäten ist stabil", sagte damals zwar Dave Wood von der 1981 gegründeten britischen Association for the Scientific Study of Anomalous Phenomena. Geister würden nach wie vor rege gesichtet und auch Gedanken telepathisch übertragen. "Aber die Zahl der Ufo-Meldungen ist in den vergangenen zwanzig Jahren um 96 Prozent eingebrochen." Gehe es weiter wie bisher, sei die Ufologie in zehn Jahren tot. 

Besonders nach der Jahrtausendwende befanden sich Meldungen über fliegende Untertassen im Sturzflug. Im April 2001 verkündeten Medien, dass das British Flying Saucer Bureau, in dem seit 1953 Ufo-Gläubige um Direktor Denis Plunkett ungewöhnliche Himmelserscheinungen dokumentieren, geschlossen wird. Die Zahl der Anrufe sei von 30 pro Woche auf null abgestürzt.
Der Hype um Außerirdische scheint sich zu legen. Er hielt lange an.

Leserkommentare
    • Gerry10
    • 16. August 2013 20:36 Uhr

    ...weil entweder den Ausserirdischen das Geld/die Ressourcen für die weite Reise fehlt ohne das dabei etwas gewinnbringendes herauskommt, oder sie haben ihre Erkundungen abgeschlossen.
    Ist doch logisch...

    Ps. Vielleicht habe die Besitzer dieses Planeten - eine Rasse hyperintelligenter, pandimensionaler Lebewesen in Gestalt von weißen Mäusen - ihnen Hausverbot gegeben, wäre auch eine Möglichkeit.

    8 Leserempfehlungen
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    der den Ufojägern das Geschäft kaputt macht.

    Heutige Handykameras haben einfach eine zu gute Qualität, als dass man aus einer geworfenen, mit Reflektorband beklebten Dachziegel oder der wackeligen Aufnahme eines Flugzeuges bei Nacht noch eine fliegende Untertasse drehen könnte ;)

    "Geister würden nach wie vor rege gesichtet und auch Gedanken telepathisch übertragen."

    Hat mein Gedanke, dass es sich hier um einen Haufen ausgemachter Spinner handelt, zufällig jemanden erreicht? Vielleicht ist ja doch was dran.

    • H.v.T.
    • 17. August 2013 7:02 Uhr

    (Na ja, an energetischen Ressourcen dürfte es jenen kaum mangeln, bedenkt man die galaktischen Entfernungen, die es zu überbrücken gilt; ergo werden die E.T.´s kaum deswegen kommen.)

    UFO:
    Möglichweise ist es der CIA nur enfach ungemütlich bei dem Gedanken, beobachtet zu werden, und zudem die ´Mission´ dahinter nicht zu kennen.

    Also schweigt man lieber.

    Da haben wir es in Deutschland einfacher, wir wissen, weshalb man uns beobachtet. Ich sage nur: "Neuschwabenland" und "Iron Sky". :))

  1. Nein, das ist die Ruhe vor dem Sturm! Die Aliens bereiten eine Invasion vor und haben ihre Aufklärer abgezogen!!

    Nicht auszuschließen ist aber auch, dass wir vom galaktischen Rat wegen gefärhlicher Irrationalität unter Quarantäne gestellt worden sind. ;-)

    11 Leserempfehlungen
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    wir sind froh, dass der hype endlich abklingt, nachdem wir in den 50gern und 60gern mehrfach erwischt worden sind ...

    ;-P

  2. Oder sie haben gemerkt, dass die Erde den Bach runtergeht. Das gibt ein gutes Drama ab. Mal schauen, wann Earth TV eingestellt wird...

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  3. ...die haben uns alle am 21.12.2012 in die Matrix transferiert. Seitdem sind keine Ufos mehr gesichtet worden.

    2 Leserempfehlungen
    • reniarr
    • 16. August 2013 22:28 Uhr

    Die Totalüberwachung der NSA hat es ja auch offiziell nicht gegeben - bis die Behörden es dann zugeben mussten...

    Werden wir jetzt in Salamitaktik schonend darauf vorbereitet, dass die Außerirdischen doch schon auf der Erde sind, weil es sich bald auch offiziell nicht mehr verheimlichen lässt?

    Also gibt man schon mal als erstes das Vorhandensein der Area 51 zu.

    Weiteres folgt! ....(vielleicht) ;-)

    2 Leserempfehlungen
  4. Area 51, das hatte so einen interessanten Klang, da konnte alles passieren, oft ein Deus Ex Machina, der so manchen Plot getragen hat, wenn nicht direkt, dann doch als Inspiration, unter einem Decknamen.
    Warum also diesen Mythos der Neuzeit so entzaubern? ^^

    Zu den Ufosichtungen: Ich nehme an, dass da viele Faktoren mit reinspielen, ein großer dürfte sein, dass beinahe jeder Mensch, der Ufos sehen könnte, innerhalb von Minuten Zugriff auf einen Großteil des menschlichen Wissens hat, sehr schnell auch Experten befragen kann, zum Beispiel in fast allen Foren für Amateurastronomie. Da bleibt nicht mehr viel Platz für ET, sondern da werden dann schnell gewöhnliche Satelliten, Iridium-Flares oder ungewöhnliche Wolkenformationen draus.

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    • Mesa
    • 16. August 2013 23:54 Uhr

    und obligatorisch das Thema in einem Atemzug mit Verschwörungstheorien, Akte-X und einer ganzen handvoll anderer, total zusammenhangsloser Häppchen nennt.

    Bevor man sich nun die Mühe macht den Stuss in diesem Artikel zu wiederlegen (was ohnehin vergeblich ist, da es sich offensichtlich um Verschwörungstheorien handelt), sei an dieser Stelle ein Verweis auf eine Konferenz in Washington genannt, mit ehemaligen Abgeordneten sowie vielen international angesehenen Ufologen. Wer einen ernsthaften, wissenschaftlichen Zugang zu dem Thema sucht, ist dort gut aufgehoben.

    http://www.citizenhearing.org/

    3 Leserempfehlungen
  5. der den Ufojägern das Geschäft kaputt macht.

    Heutige Handykameras haben einfach eine zu gute Qualität, als dass man aus einer geworfenen, mit Reflektorband beklebten Dachziegel oder der wackeligen Aufnahme eines Flugzeuges bei Nacht noch eine fliegende Untertasse drehen könnte ;)

    "Geister würden nach wie vor rege gesichtet und auch Gedanken telepathisch übertragen."

    Hat mein Gedanke, dass es sich hier um einen Haufen ausgemachter Spinner handelt, zufällig jemanden erreicht? Vielleicht ist ja doch was dran.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Militäranlage | Großbritannien | USA
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