Ein kanadisches Forschungsteam der University of Alberta hat Schlangenfossilien entdeckt, die etwa 170 Millionen Jahre alt sind – die ältesten Schlangenfunde überhaupt. Die untersuchten Fossilien gehören vier verschiedenen Arten an, die in Portugal, Großbritannien und den USA gefunden wurden. Sie sollen vor 167 bis 143 Millionen Jahren gelebt haben.

Es waren überwiegend nur Bruchstücke des Kiefers sowie einige Wirbel, die die Forscher analysiert haben. Trotz der spärlichen Überreste würden verschiedene Merkmale die Fossilien eindeutig als Schlangen ausweisen, teilten die Wissenschaftler mit. So hätten sie etwa die charakteristischen, nach hinten gebogenen Zähne. Über den Körperbau oder die Länge der Tiere können die Forscher aufgrund der wenigen Überreste keine Auskunft geben.

Die Tiere seien damals bereits sehr vielfältig in ihrer Gestalt gewesen. Das weise darauf hin, dass Schlangen schon viel früher entstanden seien und sich in Anpassung an unterschiedliche Umweltbedingungen in mehrere Arten aufgefächert hätten, so die Wissenschaftler. Die zuvor bekannten ältesten Schlangenfossilien stammen aus Sedimentschichten, die auf ein Alter von etwa 100 Millionen Jahren datiert wurden.

Schlangen mit vier Beinen

Im Mittleren Jura, als die nun entdeckten Schlangen lebten, hatten sich auch viele andere Schuppenkriechtiere, etwa die Schleichen oder verschiedene Familien von Echsen, in etliche Arten aufgespalten, die unterschiedliche Lebensräume eroberten.

Die Forscher vermuten, dass bei den Schlangen die Entwicklung des typischen Schädels der zentrale Schritt in der Evolution war. Erst später hätten sich die Gliedmaßen zurückgebildet und der Körper gestreckt. Die ersten Schlangen hätten demnach über einen eher kurzen Körper mit vier Beinen verfügt.