Eine kanadische Studie könnte sich auf die Grippe-Impfungen in Deutschland auswirken. Laut der vom Nachrichtenmagazin Focus zitierten Untersuchung soll eine Impfung gegen die saisonale Grippe das Risiko einer Schweinegrippe-Infektion verdoppeln.

"Die Studie ist noch nicht veröffentlicht, es gibt bislang nur Gerüchte", sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Marburger Philipps-Universität, Stephan Becker, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Sollten sich die Angaben bewahrheiten, hätte dies allerdings Auswirkungen auf die Grippe-Impfungen in Deutschland. So sei es denkbar, zunächst gegen die pandemische Amerikagrippe A/H1N1 und erst später gegen die saisonale Grippe zu impfen.

Auf eine Impfung gegen die saisonale Grippe zu verzichten, ist nach Ansicht von Medizinern nicht zu empfehlen: Jedes Jahr sterben in Deutschland durchschnittlich 8000 bis 11.000 Menschen an der "Normalen" Grippe, in besonders schweren Jahren auch mal bis zu 30.000. An der Schweinegrippe sind nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO  dagegen bislang etwas mehr als 4100 Menschen gestorben – das allerdings weltweit.

Die Impfungen gegen die Schweinegrippe könnten in nächster Zeit beginnen. Die EU-Kommission in Brüssel hatte am vergangenen Dienstag grünes Licht für die Impfstoffe "Focetria" von Novartis sowie "Pandemrix" des Pharmakonzerns Glaxo-Smith-Kline gegeben. In Deutschland sind die Bundesländer dafür zuständig – sie haben zunächst 50 Millionen Dosen der Vakzine "Pandemrix" bestellt.