Schweinegrippe Ukraine schließt landesweit alle Schulen

Die ukrainische Regierung hat drastische Maßnahmen gegen die Schweinegrippe ergriffen. Alle Schulen wurden geschlossen und größere Veranstaltungen verboten.

Aus Angst vor der Ausweitung der Amerikagrippe, die unter dem Namen Schweinegrippe bekannt ist, hat die ukrainische Regierung landesweit alle Schulen geschlossen und Zwangsferien für alle Bildungseinrichtungen des Landes angeordnet. Zudem gelten Reisebeschränkungen für das Inland.

Die Sicherheitsvorkehrungen gelten nach Angaben von Ministerpräsidentin Julija Timoschenko zunächst für drei Wochen und werden bei Bedarf verlängert. Für diesen Zeitraum seien außerdem keine Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen, einschließlich Konzerte oder Kino, erlaubt.

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Das Gesundheitsministerium in Kiew reagierte damit auf eine Reihe von Todesfällen. Die Behörden bestätigten am Freitag den Tod von 35 Menschen in der Region um die Großstadt Lwiw in der Nähe der polnischen Grenze. Allerdings war unklar, ob tatsächlich die Schweinegrippe die Todesursache war. Der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko sprach von 11 bestätigten Schweinegrippe-Todesfällen.

Besonders stark ist der Westen des Landes von der Grippe betroffen. Dort kam es Medien zufolge zu Panikkäufen in Apotheken. Die Regierung drohte damit, im Fall von Preiserhöhungen für Medikamente den Apotheken die Lizenzen zu entziehen.

Die ukrainische Armee stelle Ärzte, Sanitäter und Reservisten ab, um die massenhaft unter Grippe leidenden Menschen zu betreuen. Die Krankheit breite sich mit "rasender Schnelligkeit" aus, sagte der Chef des Sicherheitsausschusses im Parlament, Anatoli Grizenko. Allein in der Region um Lwiw seien knapp 8000 Menschen binnen kurzer Zeit an Grippe erkrankt.

Experten beklagen in Ländern der Ex-Sowjetunion generell eine mangelhafte Gesundheitsversorgung. Viele Menschen gingen daher erst gar nicht zum Arzt, sondern griffen zu Hausrezepten. Die ukrainische Regierung will bei der Weltgesundheitsorganisation WHO Hilfe beantragen.


 

 
Leser-Kommentare
  1. Fast jährlich müssen die Schulen
    der Ukraine wegen Grippewellen,die Tote fordern
    geschlossen werden
    Ja die Ukraine ist ein krisengeschütteltes Land.
    Die Wirtschaftskrise hat es sehr hergenommen.
    25.04.1986 am gleichen Tag wie die Schweinegrippe ausgebrochen
    ist,war der berühmte Supergau in Tschernobyl,den man versuchte
    zu vertuschen.
    Ganz anders jetzt im Westen: Alles dient dem Wirtschaftssystem.
    So wären ja Reisebschränkungen,Quarantäne in Mexico zwar
    im Sinne der Gesundheit nötig gewesen,doch die Wirtschaft ist
    im Westen ja das wichtigste und alles hat ihr zu dienen.
    Mit anderen Vorzeichen ganz ähnlich wie im Kommunismus
    wo auch alles dem System zu dienen hatte.
    Ich habe immer wieder folgenden link ,wie man sehr
    kostengünstig für arme Länder
    Hunger und Krankheiten lindern könnte hineingestellt:
    http://www.philognosie.ne...
    Dänemark hat damals die span.Grippe sehr gut überstanden.
    Warum das so ist,das ist zwar nicht schwer,man könnte darüber
    Habilitationen schreiben und den Professoren Wendt den Nobelpreis
    verleihen,doch scheint noch überall genug Geld vorhanden
    zu sein und man läßt die Schätze einfach liegen.
    Bei aller Besorgnis sollte man aber nicht
    folgendes verschweigen:
    http://www.taz.de/1/zukun...
    so dass die einfachsten und billigsten Maßnahmen manchmal vielleicht
    auch sehr effektiv sein könnten ? Könnte Herr Rumsfeld(Roche Teilhaber)
    nicht gratis Tamiflu einfliegen lassen?

  2. Erschwerend kommt hinzu, dass in der Ukraine der Präsidentschaftswahlkampf begonnen hat. Jeder Politiker ist verpflichtet, auf Schreckensnachrichten öffentlichkeitswirksam zu reagieren. Es wurde schon darüber nachgedacht, überregionale Eisenbahnverbindungen stillzulegen...
    Dass Wahlkampfveranstaltungen für eine gewissen Zeit ausgesetzt werden, schadet vor allem der Premierministerin Tymoschenko, die gegenüber ihrem Rivalen Janukowytsch bei der Zustimmung in der Bevölkerung noch einiges aufzuholen hat.

  3. Es scheint aber nicht nur Wahlkampfgetöse und jährlich wiederkehrende Quarantäne zu sein, was in der Ukraine geschieht.
    Wenn dort eine Mischung aus verschiedenen Grippeviren aktiv ist, wäre es vielleicht doch ganz wichtig, auch den Überblick über die Situation in unserem Land zu behalten und stichprobenartig in allen Bundesländern mit Grippetests zu erforschen, was zur Zeit "unterwegs" ist.
    Die Ukraine ist nicht so weit weg, als dass wir es hier nicht bekommen könnten. Wenn es stimmt, dass wir gegen die Schweinegrippe mit unserem trainierten Immunsystem doch ganz gut gerüstet sind, dann stünde jetzt möglicherweise besser die Impfung gegen die saisonale Grippe auf dem Programm, damit einen die Kombination der verschiedenen Erreger nicht doch noch "aus den Latschen haut".
    Im Übrigen kann man die Schweinegrippeimpfung ab Dezember/Januar meiner Meinung nach schon vergessen, denn die Welle läuft jetzt, die Impfung braucht 2 Wochen bis sie "sitzt" - es ist jetzt schon spät.
    Und ich möchte jetzt nicht schwanger sein, würde mich mal interessieren, wie sich die zukünftigen Muttis in dieser Situation fühlen und was man für sie tut...

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