Schweinegrippe bedroht Yanomami-Indianer "Es könnten Tausende Ureinwohner sterben"
Indigene Völker sind durch H1N1 besonders gefährdet: Ihr Immunsystem ist an Grippe nicht gewöhnt. Fiona Watson von "Survival International" befürchtet ein Massensterben.

Die Schweinegrippe schwächt die Yanomami-Indianer viel stärker als Europäer – eine Impfung ist für sie daher lebensnotwendig
ZEIT ONLINE: Die Yanomami-Indianer leben ziemlich isoliert im Regenwald Amazoniens zwischen Venezuela und Brasilien. Wie ist das Schweinegrippe-Virus zu ihnen gelangt?
Fiona Watson: Wir denken, dass das Virus mit einer venezolanischen Regierungsdelegation dorthin kam. Im Oktober trafen sich in dem Ort Mavaca Politiker mit den Yanomami, um den Día de la Raza, den Tag der Rasse*, zu feiern. Damit wird an den 12. Oktober 1492 erinnert, den Tag der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. An der Feier haben etwa 1000 Yanomami teilgenommen. Kurz darauf ist die Schweinegrippe unter ihnen ausgebrochen.
ZEIT ONLINE: Wie sehr gefährdet das Virus die Yanomami?
Watson: Wir fürchten, dass ohne schnelle Hilfe sehr viele sterben werden. Wegen ihrer isolierten Lebensweise ist ihr Immunsystem kaum resistent gegenüber eingeschleppten Krankheiten. Die Viren schwächen die Yanomami viel stärker als etwa uns Europäer. Ihr Risiko, an Grippe zu sterben, ist fünfmal größer als unseres. Das Volk der Yanomami zählt 32.000 Menschen – mindestens 1000 von ihnen sind aktuell mit dem Virus infiziert, acht sind schon daran gestorben.

Die 49-jährige Fiona Watson ist Forschungsdirektorin der Nichtregierungsorganisation (NGO) Survival International. Die Organisation mit Hauptsitz in London setzt sich für die Rechte indigener Völker ein. Seit 20 Jahren reist die Britin regelmäßig nach Südamerika, um Völker wie die Yanomami, Guarani, Enawene Nawe and Awá bei Sozial- und Umweltschutzprojekten zu unterstützen.
ZEIT ONLINE: In den vergangenen 20 Jahren sind Sie oft zu den Yanomami gereist. Waren Sie schon einmal Zeugin solch einer Gefahr?
Watson: Ja, leider. Zwischen 1985 und 1993 starben auf brasilianischer Seite mehr als ein Fünftel der Yanomami, als Goldsucher in ihr Land einfielen. Sie brachten Krankheiten wie Malaria und die Grippe mit. Die Yanomami hatten keine Abwehrchance. Ich habe Tausende von ihnen gesehen, krank und unterernährt. Denn geschwächt konnten sie nicht mehr auf die Jagd gehen, nicht Fischen, Früchte und Gemüse sammeln. Das Überleben der Yanomami konnte damals nur durch eine internationale Hilfskampagne gesichert werden.
ZEIT ONLINE: Wie gelangen Sie aktuell an Informationen aus dem Yanomami-Gebiet?
Watson: Wir haben Kontakt zu Ärzten und Anthropologen an verschiedenen Orten in Venezuela und Brasilien. Auch die Gesundheitsdienste beider Länder informieren jetzt über den Ausbruch der Schweinegrippe. Außerdem verfügen einige Yanomami-Kommunen über Radio-Stationen, sodass die Informationen rasch herauskommen.
ZEIT ONLINE: Die venezolanische Regierung hat einen Teil des Yanomami-Gebietes abgesperrt. Damit sei die Lage unter Kontrolle, heißt es. Wie sehen Sie das?
Watson: In der Gegend um Mavaca leben einige Tausend Yanomami, von denen die ersten jetzt mit dem Grippemittel Tamiflu versorgt werden. Aber an der großen Feier am 12. Oktober haben viele teilgenommen, die viel tiefer im dichten Regenwald leben. Sie sind anschließend in tagelangen Fußmärschen zu ihren Gemeinden zurückgekehrt. Sie können das Virus in sich getragen und andere Menschen längst infiziert haben. Wenn ganze Gemeinschaften gleichzeitig erkranken, endet das in einer Katastrophe. Und es gibt einen regen Austausch zwischen den Gemeinden – deshalb könnte die Schweinegrippe dort völlig außer Kontrolle grassieren. Medizinische Hilfe gibt es so gut wie nicht. Und wir sprechen hier von einer Gegend, die mit 176.000 Quadratkilometern fast zweimal so groß ist wie Portugal.
ZEIT ONLINE: Wie schätzen Sie die Gefahr für andere indigene Völker ein?

Wie die Schweinegrippe zur globalen Gefahr wurde
Watson: Sie sind weltweit sehr gefährdet. Die Aborigines in Australien machen zum Beispiel nur zwei Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes aus, aber jeder zehnte Tote durch Schweinegrippe ist ein Aborigine. Unsere größte Sorge gilt aber den bisher unkontaktierten Völkern und jenen, die kaum Kontakt zu Außenstehenden haben. Gegenüber den Infektionskrankheiten unserer Industrienationen besitzen sie keine ausreichende Immunität. Das Aufeinandertreffen mit Eindringlingen kann für die indigenen Völker katastrophale Folgen haben. Die Schweinegrippe ist schon bis ins peruanische Amazonasgebiet vorgedrungen. Dort sind Mitglieder der Matsigenka mit dem Virus infiziert. Auch andere indigene Völker in Paraguay, Bolivien, Argentinien und auf den Andamanen sind durch Eindringlinge einer permanenten Gefahr ausgesetzt.
ZEIT ONLINE: Gibt es einen strategischen Plan, diese Menschen künftig vor solchen Epidemien zu schützen?
Watson: Wir pochen seit Jahren darauf, dass den indigenen Völkern ihr Land anerkannt wird und dass Regierungen Touristen, illegale Holzfäller, Ölarbeiter, Viehzüchter und Siedler davon abhalten, in diese Gebiete einzudringen. So müssten zum Beispiel 3000 Goldsucher sofort raus aus dem Yanomami-Land. Zugang sollte es nur für zugelassene Mediziner geben. Nötig sind kleine Teams in der Gegend, die mobil und für die Yanomami permanent ansprechbar sind, um aufkommende Probleme sofort zu lösen.
ZEIT ONLINE: Sie plädieren also auf dauerhafte Hilfe von außen?
Watson: Nicht wirklich. Die brasilianische NGO Urihi war ein gutes Beispiel für gelungene Hilfe. Die Organisation schickte Ärzte ins Stammesgebiet, die die Yanomami in ihrer Sprache lehrten, Krankheiten zu erkennen und mithilfe moderner Medizin zu behandeln. Die Ärzte boten Hilfe zur Selbsthilfe, respektierten dabei auch die Schamanen der Yanomami und deren Methoden. Die aktuelle Regierung unterstützt dieses Projekt aber nicht mehr – mit dem Ergebnis, dass Leute kommen, denen Kultur und Sprache der Yanomami fremd sind. Die Medizin kommt nicht mehr an, es gibt Korruption.
ZEIT ONLINE: Gibt es etwas, das Sie trotz allem optimistisch stimmt?
Watson: Das ist schwer. Aber ja, doch: Eine Sache gibt es. So verwundbar die Yanomami sind, haben sie doch einen großen Triumph errungen. Sie haben es geschafft, dass ihre Landrechte auf beiden Seiten der Grenze anerkannt sind. Viele dachten, dass würde nie geschehen, weil es ein so reiches Land ist und viele Profit daraus schlagen wollen. Die Yanomami sind also weitestgehend die Herren ihres Landes und ich denke, mit ein bisschen Geld, gutem Willen und Organisation ist es möglich, diese Menschen zu schützen.
Die Fragen stellte Marcel Burkhardt.
*Anmerkung der Redaktion: Der "Día de la Raza" wurde im Jahr 2005 offiziell in "Tag des indigenen Widerstands" umbenannt. In Lateinamerika ist aber weiterhin der alte Begriff geläufig.
- Datum 13.11.2009 - 13:48 Uhr
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In Ihrem Vorspann titeln Sie: "Ihr Immunsystem ist schwach."
Ein Immunsystem kann doch nur schwach sein, wenn es angegriffen wird und dadurch geschwächt ist. Im Naturell ist das Immunsystem der Yanomami-Indianer doch nicht schwach, sondern ideal an ihre Umgebung angepasst. So wie das Immunsystem von uns Europäern sich über die Jahrhunderte an verschiedenste Krankheiten gewöhnt hat, konnten die Yanomami-Indianer sich nicht anpassen. Ihn fehlte der Kontakt zu "unseren" Krankheiten. Daher ist der Ausdruck "ihr Immunsystem ist schwach" einfach falsch.
Liebe(r) Jooogy,
ich habe die Unterzeile nun geändert. Zuvor war die Gewöhnung des Immunsystems der Ureinwohner an Grippeviren verkürzt und damit falsch dargestellt.
Grüße aus der Redaktion
Liebe(r) Jooogy,
ich habe die Unterzeile nun geändert. Zuvor war die Gewöhnung des Immunsystems der Ureinwohner an Grippeviren verkürzt und damit falsch dargestellt.
Grüße aus der Redaktion
Liebe(r) Jooogy,
ich habe die Unterzeile nun geändert. Zuvor war die Gewöhnung des Immunsystems der Ureinwohner an Grippeviren verkürzt und damit falsch dargestellt.
Grüße aus der Redaktion
Ich empfehle euch einfach mal dieses video : http://vimeo.com/6845161
Das passt zwar nicht im allgemeinen zum Theme Ureinwohner aber zeigt doch wer an all dem ganzen Mist schuld ist. Ich begene solchen Seiten und videos immer skeptisch aber das tue ich nun schon seit einiger weile auch mit den Mainstream Zeitungen und Medien imm allgemeinen. Ich habe all das was in diesem Video vorkommt untersucht und habe bisher nur die Wahrheiten festellen können, bis jetzt jedoch keine falsch Aussage.
Viel spaß beim bilden einer eigenen Meinung.
ha ha ha
ho ho ho
Wenn Sie auf den link gehen, tauchen Sie ein in das paranoia-web, eine sehr interessante websubkultur. Einfach dabei ein bisschen Popcorn essen und sich fühlen wie im Zoo. Macht Spass!
Ein Bär ein Löwe und ein Schwein treffen sich.
Der Bär sagt:"Wenn ich brülle,zittert der ganze Wald vor Angst."
Der Löwe sagt:"Wenn ich brülle,zittert der ganze Dschungel vor Angst."
Darauf das Schwein:"Ha,ich brauche nur zu husten und der ganze Planet
scheißt sich in die Hosen!" smile ...ist nicht von mir.
Ja eine tolle mutige Frau Jane Bürgermeister.
Die Illuminaten gibt es wohl nicht oder ??
Es darf einen nicht wundern,wenn Herr Diabolos hier lacht,wenn
er die Ritter der Tafelrunde wieder einmal in die Irre geführt
hat.Sie wollen einen Gnadenschuß gegen die armen leidenden
Kreaturen im Süden abgeben,die vermeintlich nicht genug zu essen haben
http://www.zeit.de/wirtsc...
Siehe auch dazu: http://www.spiegel.de/wis...
bedeutet,dass wir wesentlich weniger Fläche brauchen.
und er freut sich,wenn er ihnen diese Idee eingegeben hat.
Es sind die Ritter die eigentlich den Armen helfen wollen
und Unrecht wieder gut machen wollen.Die für Menschenrechte
überall eintreten.Doch er hat es wieder einmal geschafft der
Diabolos.Die Ritter der Tafelrunde wissen,dass sie alles
wieder gut machen müssen,was sie getan haben,doch Diabolos
freut sich.Wofür ist er denn gut dieser Diabolos :
"Ich bin ein Teil von jener Kraft,die stets das Böse will
und doch das gute schafft" Mephisto in Göthes Faust.
und wer noch zum abschluß wirklich lachen möchte:http://www.menschenverstandschweiz.ch/Basisinformation.aspx
Ich hatte vergessen zu erwähnen : [Sarkasmus on] [Sarkasmus off] vielen dank für den Hinweis :)
ha ha ha
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Die Illuminaten gibt es wohl nicht oder ??
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er die Ritter der Tafelrunde wieder einmal in die Irre geführt
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und er freut sich,wenn er ihnen diese Idee eingegeben hat.
Es sind die Ritter die eigentlich den Armen helfen wollen
und Unrecht wieder gut machen wollen.Die für Menschenrechte
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Diabolos.Die Ritter der Tafelrunde wissen,dass sie alles
wieder gut machen müssen,was sie getan haben,doch Diabolos
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und Unrecht wieder gut machen wollen.Die für Menschenrechte
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Diabolos.Die Ritter der Tafelrunde wissen,dass sie alles
wieder gut machen müssen,was sie getan haben,doch Diabolos
freut sich.Wofür ist er denn gut dieser Diabolos :
"Ich bin ein Teil von jener Kraft,die stets das Böse will
und doch das gute schafft" Mephisto in Göthes Faust.
und wer noch zum abschluß wirklich lachen möchte:http://www.menschenverstandschweiz.ch/Basisinformation.aspx
Ich hatte vergessen zu erwähnen : [Sarkasmus on] [Sarkasmus off] vielen dank für den Hinweis :)
Wenn Sie es eh schon mal getan haben, dann bitte ich auch auf das evolutionistische Wort "Ureinwohner" zu verzichten...
Das mag zwar besonders reißerisch sein, impliziert aber dass die entsprechende Kultur in der Steinzeit oder wo auch immer stehengeblieben ist!
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