Eine neue Generation von Medikamenten wirkte – es ging bergauf
Von 1996 an, vier Jahre nach der Diagnose, ging es aufwärts. Mit einer neuen Generation an Medikamenten gab es einen Therapie-Durchbruch. Heike Schumacher bekam jetzt eine Kombination aus NRT- und Protease-Hemmern – letztere bewirken, dass das Virus seine Wirkung nicht entfalten kann, auch nachdem er schon Zellen befallen hat.Zwei Jahre später fing sie wieder an zu arbeiten; nicht mehr in der Touristikbranche, sondern bei der Deutschen Aids-Hilfe.
Sie weiß, dass sie mit ihrem Job Glück hat. Dort braucht sie ihre Krankheit nicht zu verstecken, ist vor Diskriminierung sicher. Das ist nicht die Regel. Sie erzählt: "Die meisten Betroffenen leiden unter dem Druck, die Krankheit vor dem Arbeitsumfeld verstecken zu müssen. Privates und Beruf nie vermischen zu können. Keine Freunde unter Kollegen haben zu können." Heike Schumacher weiß: Sie könnte das nicht aushalten.
Heute bekommt sie eine Vielzahl an Medikamenten. Alle zwei Monate will ihr Arzt sie sehen. Sie geht eher alle drei, weil sie nicht will, dass die Mediziner ihr Leben bestimmen. Problematisch wird es, wenn sie einen Termin beim Zahnarzt braucht und ihre Stamm-Ärztin nicht da ist. Denn einige Mediziner haben Angst und behandeln sie deshalb gar nicht erst. Also musste sie schon so manches Mal Schmerzen ertragen.
Schwierig ist es immer dann, wenn sie einen Mann kennen lernt, wenn sie sich verliebt. Wann, wie, wo ist der richtige Zeitpunkt, es zu sagen? Beim ersten Kontakt wohl nicht, da muss er es noch nicht wissen, auch nicht beim folgenden gemeinsamen Essen oder Kinobesuch. Aber dann irgendwann muss es sein. Wird er mich zurückweisen? Die Frage stellt sie sich immer. Das Outen bleibt Selbstüberwindung.
Heute gibt sie sich selbst mindestens noch 20 Jahre. Und das bedeutet: Sie plant wieder. Früher war das anders. Kein Gedanke an vermögenswirksame Leistungen. Warum auch, wenn das Leben jeden Moment zu Ende sein kann? Ihren Traum, in den Süden auszuwandern, musste sie an den Nagel hängen. Auch Kinder hat sie keine bekommen. Erst ging es ihr zu schlecht. Dann hat sie sich nicht getraut. Jetzt, sagt sie, ist sie zu alt. Damit kann sie leben. Denn Leben ist schon viel.
*Name von der Redaktion geändert
- Datum 01.12.2009 - 10:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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In den 1980er Jahren wurden weltweit Bluter durch Medikamente mit HIV infiziert. Mehr als 10.000 Söhne, Brüder, Väter und Partner starben an den Folgen von AIDS. Der Tod kam mit den vermeintlich lebensrettenden Medikamenten.
Profitgier der Pharmaindustrie in Verbindung mit unfähigen Aufsichtsbehörden haben den größten Medizinskandal nach Contergan verursacht.
Mehr dazu unter:
http://zwischenzeit.de/bl...
erschliesst sich einem auch OHNE eine tödliche Krankheit. Gut, man braucht etwas mehr Ruhe und Musse, aber sonst geht es auch so.
Natürlich verdrängt man es gerne, aber schaut man sich das komplizierte Zusammenspiel des Lebens an, kann es nie schaden, kurz mal darüber nachzudenken, wie fragil das eigene Leben ist. ( Und wie schnell es auch beendet sein kann )
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