Malaria-Kongress

Ein Serum gegen die Seuche

Forscher setzen viel Hoffnung in einen Impfstoff gegen Malaria. Dessen Erprobung ist das zentrale Thema auf dem weltgrößten Malaria-Kongress. Von Marc Engelhardt, Nairobi

Ein Kind schläft auf einer Krankenstation in Bagamoyo in Tansania. Auch hier erproben Forscher den vielversprechenden Impfstoff RTSS gegen Malaria. Diese Woche treffen sich in Nairobi führende Wissenschaftler, um weitere Strategien im Kampf gegen die Seuche zu diskutieren

Ein Kind schläft auf einer Krankenstation in Bagamoyo in Tansania. Auch hier erproben Forscher den vielversprechenden Impfstoff RTSS gegen Malaria. Diese Woche treffen sich in Nairobi führende Wissenschaftler, um weitere Strategien im Kampf gegen die Seuche zu diskutieren

An den Wänden des Kreiskrankenhauses im Siaya-Distrikt in West-Kenia ist der Putz schon lange abgeblättert. Die Tarife hat ein Maler auf den bloßen Stein gepinselt: leichte Operation 2000 Schillinge (umgerechnet 20 Euro), schwere Operation 3000. Und direkt darunter: Leichenhaus 300 Schillinge pro Tag. "Fast jedes dritte Kind stirbt auf unserer Kinderstation", sagt Christoph Odero, der im Kreiskrankenhaus praktiziert. "Es hängt unter anderem davon ab, wie viele Kinder wir hier gleichzeitig behandeln müssen, aber im Schnitt sind es gut dreißig Prozent der Kinder, die an Malaria sterben."

Anzeige

Keine andere Krankheit tötet in Afrika so viele Kinder wie Malaria. Je jünger sie sind, desto größer ist das Todesrisiko. 900.000 Todesfälle pro Jahr registriert die Weltgesundheitsorganisation WHO, neunzig  Prozent davon in Afrika. 250 Millionen Menschen infizieren sich jährlich neu. Die Hälfte der Weltbevölkerung trägt den Plasmodium genannten Erreger in sich, der von der weiblichen Anophelesmücke übertragen wird. Der Siaya-Distrikt ist ein Hotspot innerhalb von Kenia, das jährlich 36.000 Kindertode zu beklagen hat. "Nirgends sind es so viele wie hier in der Region um Kisumu."

Malaria

Jedes Jahr stecken sich 250 Millionen Menschen neu mit der häufigsten Tropenkrankheit überhaupt an. 900.000 Infizierte sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr, vor allem Kinder. Rund 90 Prozent der Todesfälle ereignen sich in Afrika. Typische Symptome sind schwere Fieberschübe, Krämpfe sowie Magen- und Darmbeschwerden. Schwere Fälle haben Gehirnschäden oder Blutarmut (Anaemie) zur Folge. Die gefährlichste Form, die Malaria tropica, kann bei Babys in wenigen Stunden zum Tod führen.

Behandlung

Mediziner empfehlen bei der Malaria-Behandlung Kombinationspräparate auf Grundlage des Wirkstoffs Artemisinin. Die neuen Medikamente sind aber um ein Vielfaches teurer als der traditionelle Wirkstoff Chloroquin und für viele Menschen unerschwinglich. So zeigt eine aktuelle Studie der US-Nichtregierungsorganisation PSI, dass aus finanziellen Gründen zwischen 85 und 95 Prozent der Malaria-Erkrankungen in Afrika mit veralteten Medikamenten, die nur einen Wirkstoff besitzen, behandelt werden.

Bekämpfung

Hilfswerke dringen bislang erfolglos darauf, mehr Geld in die Forschung zu stecken. Um die Malaria wirksam zu bekämpfen, müssten laut WHO die Mittel von derzeit einer Milliarde US-Dollar pro Jahr auf fünf Milliarden aufgestockt werden.

Umso aufgeregter ist Odero, dass er am bislang wohl wichtigsten Versuch beteiligt ist, Malaria ein für alle mal zu bannen. Der Impfstoff, der in Siaya und im nicht weit entfernten medizinischen Forschungszentrum von Kombewa an fast 3.500 Kindern getestet wird, gilt derzeit als größte Hoffnung im Kampf gegen Malaria. "Die vorige Phase hat große Erfolge verzeichnet", sagt Odero. "Bei Tests in Tansania und Mosambik über mehr als drei Jahre lag der Impfschutz bei Kindern über 50 Prozent." Einen solchen Erfolg gab es in der schon seit Jahrzehnten andauernden Suche nach einer Malaria-Impfung noch nie.

So löst auf dem 5. Panafrikanischen Malariakongress, bei dem sich bis zum Freitag in Kenias Hauptstadt Nairobi mehr als 1500 Forscher und Experten treffen, kaum ein anderes Thema so viel Interesse aus. Denn die jetzige Testreihe, Phase 3, die seit einigen Monaten läuft und Mitte 2012 beendet sein soll, entscheidet über Erfolg oder Niederlage: Insgesamt 16.000 Kinder in sieben afrikanischen Ländern sind an dem Versuch beteiligt.

"Wenn wir Phase 3 überstehen, ist der Impfstoff reif für den Markt", freut sich Walter Otieno, der Koordinator des Versuchs. Er glaubt, dass der Durchbruch nur noch eine Frage der Zeit ist. "Wir sind zuversichtlich, dass in drei bis fünf Jahren ein Impfstoff erhältlich ist, der den Kindern mit den anderen Grundimpfungen verabreicht werden kann."

RTSS, so heißt der Impfstoff, ist das Ergebnis von mehr als zwanzig Jahren gemeinsamer Suche von Pharmaindustrie und Forschungsinstituten in Afrika und dem Rest der Welt. Er setzt kurz nach dem Mückenstich an, dem die Übertragung des Erregers Plasmodium falciparum in die Blutbahn und von dort in die Leber folgt.

Der Impfstoff ist in der Lage, die Proteinstruktur von Plasmodium so zu verändern, dass Antikörper und T-Zellen produziert werden, die das Überleben des Erregers in der Leber unmöglich machen – und so die Ausbreitung der Krankheit im Körper verhindern. Die Impfung von Babys schon kurz nach der Geburt soll dafür sorgen, dass die größte Risikogruppe – Kinder – umgehend geschützt ist.

 

Anzeige
Leser-Kommentare

    • 03.11.2009 um 10:22 Uhr
    • marmul

    ich muß hier mal anmerken, dass der Autor nicht sauber recherchiert hat. Die angegebenen Eurowerte stimmen nicht. Sie sind alle um ca Faktor 10 kleiner.

    200 Schillinge sind 1,82€
    1000 Schillinge ca 9,4€

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Liebe(r) marmul,

    der Autor hat richtig gerechnet, nur musste es 2000 und nicht 200 Schilling heißen. Die fehlende Null ist nicht vom Autor versehentlich unterschlagen worden. Nun ist es geändert.

    Auch wenn zwanzig Euro für eine OP uns wenig erscheinen, muss natürlich bedacht werden, das diese Summe für die arme Bevölkerung Kenias schon ein kleines Vermögen darstellt.

    Grüße aus der Redaktion

  1. Liebe(r) marmul,

    der Autor hat richtig gerechnet, nur musste es 2000 und nicht 200 Schilling heißen. Die fehlende Null ist nicht vom Autor versehentlich unterschlagen worden. Nun ist es geändert.

    Auch wenn zwanzig Euro für eine OP uns wenig erscheinen, muss natürlich bedacht werden, das diese Summe für die arme Bevölkerung Kenias schon ein kleines Vermögen darstellt.

    Grüße aus der Redaktion

  2. es gibt bereits ein heilmittel gegen den malariaerreger. natriumchlorit oder mms wurde von jim humble entwickelt. dichloroxyd wurde bereits in der schulmedizin als hochwirksames heilmittel gegen fast alles erfolgreich geteset. beide heilmittel werden von der pharmaindustroe boykottiert.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    verwechslung   peter_bergerac

    dichloroxyd sollte eigentlich
    dioxychlor
    heißen.
    siehe auch:
    http://www.praxis-seegart...

      nequam

    wenn das von Jim Humble "erfundene" Heilmittel gegen Malaria so gut helfen sollte wie sie es glauben, dann erlaube ich mir mal eine Frage:
    Warum haben dann viele Hilfsorganisationen nicht schon längst damit begonnen Behandlungen durchzuführen?
    Selbst wenn die hohen Einführungskosten ein Hinderniss wären, so hätten zumindest die Bill & Melinda Gates Foundation oder auch andere Organisationen mehr als genug Mittel dies umzusetzten. Leider scheint dem nicht zu sein, und ich muss vermuten das hier nur ein paar Leute mit den Hoffnungen anderer Menschen selber Geld verdienen wollen...

  3. dichloroxyd sollte eigentlich
    dioxychlor
    heißen.
    siehe auch:
    http://www.praxis-seegart...

    • 04.11.2009 um 14:59 Uhr
    • nequam
    5.

    wenn das von Jim Humble "erfundene" Heilmittel gegen Malaria so gut helfen sollte wie sie es glauben, dann erlaube ich mir mal eine Frage:
    Warum haben dann viele Hilfsorganisationen nicht schon längst damit begonnen Behandlungen durchzuführen?
    Selbst wenn die hohen Einführungskosten ein Hinderniss wären, so hätten zumindest die Bill & Melinda Gates Foundation oder auch andere Organisationen mehr als genug Mittel dies umzusetzten. Leider scheint dem nicht zu sein, und ich muss vermuten das hier nur ein paar Leute mit den Hoffnungen anderer Menschen selber Geld verdienen wollen...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    malariabekämpfung   peter_bergerac

    nachlesen können sie die geschichte unter www.jimhumble.de
    ihre fragen werden dort erschöpfend beantwortet.
    geld verdient damit niemand. sie werden überrascht sein.
    die klinik seegarten können sich leider nur die wenigsten leisten.

  4. nachlesen können sie die geschichte unter www.jimhumble.de
    ihre fragen werden dort erschöpfend beantwortet.
    geld verdient damit niemand. sie werden überrascht sein.
    die klinik seegarten können sich leider nur die wenigsten leisten.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 5"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    @ peter_bergerac:
    Ich finde es sehr löblich, das Sie sich für eine Heilung von Malaria aussprechen. Auch wenn es zur Heilung schon eine ganze Bandbreite an Medikamenten gibt. Viel spektakulärer wäre eine Impfung (die ja nun hoffentlich bald existieren könnte)
    Aber wenn Sie mich und andere Leser auf eine reine Werbelinksammlung ohne jegliche Information locken, glaube ich noch weniger daran das eine Mischung aus NaCl und Zitronensäure (MMS) oder ein klassisches Desinfektionsmittel (Chlordioxid / ClO2 ) eine gute Therapieoption darstellen.
    Und wenn niemand damit Geld verdienen will, warum kann sich dann kaum einer die "Klinik Seegarten" leisten?
    Zudem wären die meisten Pharmafirmen sehr erfreut, wenn sie mit solch einfachen Mitteln einen so enormen Erfolg erzielen könnten. Denn nur so könnten die Medikamente auch in der armen Bevölkerung ohne Umwege verkauft werden, und müssten nicht erst über Spenden und Subventionen dort finanziert werden. Der Gewinn für den Hersteller wäre sicher um einiges höher.
    Ich werde also weiterhin die Forschungen an der Impfung unterstützen und hoffen das möglichst bald eine Lösung bereit steht ohne das irgendwelche Scharlatane die Gutgläuben nur ausnutzen.

    • 04.11.2009 um 19:14 Uhr
    • nequam

    @ peter_bergerac:
    Ich finde es sehr löblich, das Sie sich für eine Heilung von Malaria aussprechen. Auch wenn es zur Heilung schon eine ganze Bandbreite an Medikamenten gibt. Viel spektakulärer wäre eine Impfung (die ja nun hoffentlich bald existieren könnte)
    Aber wenn Sie mich und andere Leser auf eine reine Werbelinksammlung ohne jegliche Information locken, glaube ich noch weniger daran das eine Mischung aus NaCl und Zitronensäure (MMS) oder ein klassisches Desinfektionsmittel (Chlordioxid / ClO2 ) eine gute Therapieoption darstellen.
    Und wenn niemand damit Geld verdienen will, warum kann sich dann kaum einer die "Klinik Seegarten" leisten?
    Zudem wären die meisten Pharmafirmen sehr erfreut, wenn sie mit solch einfachen Mitteln einen so enormen Erfolg erzielen könnten. Denn nur so könnten die Medikamente auch in der armen Bevölkerung ohne Umwege verkauft werden, und müssten nicht erst über Spenden und Subventionen dort finanziert werden. Der Gewinn für den Hersteller wäre sicher um einiges höher.
    Ich werde also weiterhin die Forschungen an der Impfung unterstützen und hoffen das möglichst bald eine Lösung bereit steht ohne das irgendwelche Scharlatane die Gutgläuben nur ausnutzen.

    Antwort auf "malariabekämpfung"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    pharmakonzerne   peter_bergerac

    haben kein interesse an einer medikation, die ihhnen keine milliardengewinne an
    fördermittel für forschung und laufenden betrieb bzw.
    abzocke der krankenkassen durch völlig überteuerte medikamente
    einbringen.
    mms kann man für 20 euro kaufen (für 2 jahre).
    man übernimmt damit eigenverantwortung für seine gesundheit.
    die klinik seegarten kassiert ab, völlig klar.
    man gibt die eigenvernatwortung für seine gesundheit ab. das kostet.
    lesen sie sich bitte den link von www.jimhumble.de
    dort wird nichts verkauft sondern erklärt.
    und
    vielen dank für ihr interesse.
    was ist schon der flügelschlag eines schmetterlings im vergleich zu einem orkan.
    manchmal alles
    manchmal nichts

  5. haben kein interesse an einer medikation, die ihhnen keine milliardengewinne an
    fördermittel für forschung und laufenden betrieb bzw.
    abzocke der krankenkassen durch völlig überteuerte medikamente
    einbringen.
    mms kann man für 20 euro kaufen (für 2 jahre).
    man übernimmt damit eigenverantwortung für seine gesundheit.
    die klinik seegarten kassiert ab, völlig klar.
    man gibt die eigenvernatwortung für seine gesundheit ab. das kostet.
    lesen sie sich bitte den link von www.jimhumble.de
    dort wird nichts verkauft sondern erklärt.
    und
    vielen dank für ihr interesse.
    was ist schon der flügelschlag eines schmetterlings im vergleich zu einem orkan.
    manchmal alles
    manchmal nichts

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service