Schweinegrippe China hat im Kampf gegen H1N1 dazu gelernt
Kein Vertuschen und Verheimlichen: Im Gegensatz zur Sars-Epidemie 2003 begegnet China der Schweinegrippe offen und entschieden. Von Peer Junker, Peking
Schon im Frühjahr gingen die Bilder an chinesischen Flughäfen um die Welt: Mit Wärmedetektoren wurden Reisende abgefangen, die Anzeichen von Fieber zeigten, manche gar unter Quarantäne gestellt. Die teils drastischen Maßnahmen sollten der Schweinegrippe Einhalt gebieten und verhindern, dass sich das Virus ausbreitet. Doch H1N1 ist auch in China weiter auf dem Vormarsch.
Mehr als 50.000 Menschen sind nach Angaben des chinesischen Gesundheitsministeriums mit dem Virus infiziert. 16 Menschen starben bisher an der Schweinegrippe genannten Influenza. Ein Ende ist kaum in Sicht, denn Experten des Gesundheitsministeriums warnten davor, dass die Zahl der Infizierten in den nächsten Wochen und Monaten drastisch steigen könnte.

Wie die Schweinegrippe zur globalen Gefahr wurde
Doch China hat auch dazu gelernt: Ein ähnliches Szenario wie beim Ausbruch der Lungenkrankheit Sars blieb bislang aus. Allerdings nicht nur, weil die neue Grippe in den meisten Fällen recht harmlos verläuft. Vielmehr gehen die chinesischen Behörden deutlich offensiver mit dem Erreger um – und informieren die Bevölkerung weitreichender. Anfang 2003 wurde China wegen des zögerlichen Umgangs mit Sars und verspäteter Quarantänemaßnahmen international kritisiert. Mehrere Monate verschwieg und verharmloste die chinesische Regierung die Seuche an der weltweit Hunderte Menschen starben, ein Großteil von ihnen in China und Hongkong.
Bei der H1N1-Grippe ist die Regierung scheinbar um mehr Offenheit bemüht und bestätigt, dass sich das Virus schnell verbreitet. Und man möchte deutlich den Eindruck erwecken, alles unter Kontrolle zu haben. "Wir haben eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die sich als effektiv erwiesen haben, um die Verbreitung der Grippe einzudämmen. So haben wir Zeit gewonnen, um unser Land auf eine noch ernsthaftere Situation vorzubereiten", sagte Liang Wannian vom chinesischen Gesundheitsministerium.
Um der neuen H1N1-Grippewelle entgegen zu treten, hat auch China mit Massenimpfungen begonnen. Bisher wurden laut offiziellen Angaben mehr als acht Millionen Chinesen geimpft. Etwa 39 Millionen weitere Dosen des Impfstoffes stehen derzeit zur Verfügung. "China plant bis Ende des Jahres fünf Prozent der Bevölkerung gegen das H1N1-Virus zu impfen", sagte Gesundheitsminister Chen Zhu Ende Oktober.
Chinas Premierminister Wen Jiabao hat unterdessen die chinesischen Pharmahersteller aufgefordert, ihre Produktion zu beschleunigen. Er rief die chinesischen Bürger außerdem dazu auf, sich an den freiwilligen H1N1-Impfungen zu beteiligen. Bisher wurden vor allem Angehörige der Armee, Polizisten, medizinisches Personal, Lehrer, Studenten und Menschen mit chronischen Erkrankungen geimpft.
Wir können uns nicht um Menschen aus dem ganzen Land kümmern
Ma Yanming vom Pekinger Gesundheitsbüro
Aber nicht jeder kann sich impfen lassen, wie das Beispiel Peking zeigt. Seit dem Wochenende dürfen zwar alle Bewohner der Hauptstadt mit einem Wohnrecht – auf Chinesisch hukou – zur kostenlosen H1N1-Impfung. Allerdings schließt diese Regelung die laut Schätzungen etwa fünf Millionen Wanderarbeiter aus, die ohne Wohnrecht in der Stadt leben und arbeiten.
Im Internet wird darüber heftig diskutiert. Ma Yanming, Sprecher des städtischen Gesundheitsbüros, kommentierte die offensichtliche Benachteiligung hingegen lapidar: "Wir sind schließlich eine städtische Behörde. Wir können uns nicht um Menschen aus dem ganzen Land kümmern."
In der chinesischen Bevölkerung sind die H1N1-Impfungen zudem nicht unumstritten. Laut einer Umfrage der Tageszeitung China Daily und dem chinesischen Internetportal Sohu.com misstrauen 54 Prozent der 2000 Befragten der Qualität des chinesischen Impfstoffes. Vor allem sorgen sich Eltern um Nebenwirkungen des Medikaments bei ihren Kindern. China hat nach Regierungsangaben acht nationale Impfstoffhersteller, die bis zum ersten Quartal des nächsten Jahres insgesamt 100 Millionen Impfdosen produzieren wollen.
Inwieweit die Situation unter Kontrolle ist, muss sich noch zeigen. Besonders in ländlichen Regionen ist die Gesundheitsversorgung für Millionen Chinesen noch katastrophal. Wie viele H1N1-Grippefälle es dort tatsächlich gibt, die nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen, bleibt ungewiss.
- Datum 09.11.2009 - 17:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich frage mich immer noch wie man so blind sein kann und sich ganz der Regierung hinngibt und sich impfen lässt. Da besteht wohl noch viel Aufklärungsbedarf.
Warum bringt die Zeitung nicht solche Artikel:
http://www.radio-utopie.d...
??
[...]
Wo bleibt die ausgewogenen Berichterstattung?
[Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Sehr geehrte Zeit-Redakteure,
Das ukrainische Gesundheitsministerium meldet folgende Zahlen akuter Atemwegserkrankungen (ARI's Acute Respiratory Infections"):
Datum Krankheitsfälle
29.10. 37.923
02.11. 255.516 (*)
04.11. 478.456
05.11. 762.835
06.11. 871.037
07.11. 936.804
08.11. 969.247
09.11. 1.031.597
Offiziell ist die Rede von über hundert Toten und über 50-tausend Menschen in stationärer Behandlung. Laboruntersuchungen, soweit diese bisher erfolgt sind, weisen H1N1 allerdings nur in einem geringen Teil der Proben nach.
Dort explodiert also gerade "etwas", das die Lungen infizierter Menschen nachhaltig angreift. Da die Nachrichtenlage momentan ohne echten Journalismus auskommen muss, explodiert auch die Info-Kakophonie im Internet. Die WHO trägt das ihrige dazu bei, indem sie das letztemal am 3. November eine Meldung zum "H1N1-Ausbruch" herausgab. Seitdem herrscht Funkstille sowohl bei Medien als auch bei der WHO , wodurch sich beide Organe meiner Meinung nach vollends selbst diskreditieren.
Glauben Sie, nachdem Sie uns monatelang mit H1N1-Panikmeldungen "immunisiert" haben, dass die Menschen bei der Nachricht von einer "echten Seuche" in Panik ausbrechen? Ich bezweifele das.
Als "Einstiegspunkt" empfehle ich Ihnen die Seite Recombinomics des Virologen Dr. Henry Niman:
http://www.recombinomics....
PS. Yuschchenko trifft sich mit Vertretern von UN und WHO.
http://www.un.org.ua/en/n...
Die Schweinegrippe besitzt eine Mortalität von ca 1/3 früherer Grippe-Epidemien. Wollte ich zynisch sein, würde ich sagen: Wenn ich eine epidemologische große Feldstudie für lau in Auftrag geben wollte und dazu noch am Impfstoff ordentlich verdienen, würde ich es genau so machen. Ich würde den Weg eines relativ wenig schädlichen Virus mit Hilfe einer willfährigen Presse landauf, landab verfolgen. Hierbei helfen natürlich die Meldungen aus den Praxen. Und für den fleißigen Zuspruch zum Impfstoff sorgen dann die schwarz hinterlegten Hauptschlagzeilen einer [ entfernt: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/m.e. ] namens B.
"Klar, die Schweinegrippe ist nicht so schlimm, aber das Virus könnte mutieren..."
Aha. Und da haben wir schon einen Impfstoff gegen die Mutationen der Zukunft. Oder gab es den schon, als H1N1 noch im Labor hockte?
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