Schweinegrippe China hat im Kampf gegen H1N1 dazu gelernt
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In der chinesischen Bevölkerung sind die H1N1-Impfungen umstritten

Chinas Premierminister Wen Jiabao hat unterdessen die chinesischen Pharmahersteller aufgefordert, ihre Produktion zu beschleunigen. Er rief die chinesischen Bürger außerdem dazu auf, sich an den freiwilligen H1N1-Impfungen zu beteiligen. Bisher wurden vor allem Angehörige der Armee, Polizisten, medizinisches Personal, Lehrer, Studenten und Menschen mit chronischen Erkrankungen geimpft.

Wir können uns nicht um Menschen aus dem ganzen Land kümmern

Ma Yanming vom Pekinger Gesundheitsbüro

Aber nicht jeder kann sich impfen lassen, wie das Beispiel Peking zeigt. Seit dem Wochenende dürfen zwar alle Bewohner der Hauptstadt mit einem Wohnrecht – auf Chinesisch hukou – zur kostenlosen H1N1-Impfung. Allerdings schließt diese Regelung die laut Schätzungen etwa fünf Millionen Wanderarbeiter aus, die ohne Wohnrecht in der Stadt leben und arbeiten.

Im Internet wird darüber heftig diskutiert. Ma Yanming, Sprecher des städtischen Gesundheitsbüros, kommentierte die offensichtliche Benachteiligung hingegen lapidar: "Wir sind schließlich eine städtische Behörde. Wir können uns nicht um Menschen aus dem ganzen Land kümmern."

In der chinesischen Bevölkerung sind die H1N1-Impfungen zudem nicht unumstritten. Laut einer Umfrage der Tageszeitung China Daily und dem chinesischen Internetportal Sohu.com misstrauen 54 Prozent der 2000 Befragten der Qualität des chinesischen Impfstoffes. Vor allem sorgen sich Eltern um Nebenwirkungen des Medikaments bei ihren Kindern. China hat nach Regierungsangaben acht nationale Impfstoffhersteller, die bis zum ersten Quartal des nächsten Jahres insgesamt 100 Millionen Impfdosen produzieren wollen.

Inwieweit die Situation unter Kontrolle ist, muss sich noch zeigen. Besonders in ländlichen Regionen ist die Gesundheitsversorgung für Millionen Chinesen noch katastrophal. Wie viele H1N1-Grippefälle es dort tatsächlich gibt, die nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen, bleibt ungewiss.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich frage mich immer noch wie man so blind sein kann und sich ganz der Regierung hinngibt und sich impfen lässt. Da besteht wohl noch viel Aufklärungsbedarf.

    • helgam
    • 10.11.2009 um 9:34 Uhr

    Warum bringt die Zeitung nicht solche Artikel:
    http://www.radio-utopie.d...
    ??
    [...]
    Wo bleibt die ausgewogenen Berichterstattung?

    [Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    • wml14
    • 10.11.2009 um 13:45 Uhr

    Sehr geehrte Zeit-Redakteure,

    Das ukrainische Gesundheitsministerium meldet folgende Zahlen akuter Atemwegserkrankungen (ARI's Acute Respiratory Infections"):

    Datum Krankheitsfälle
    29.10. 37.923
    02.11. 255.516 (*)
    04.11. 478.456
    05.11. 762.835
    06.11. 871.037
    07.11. 936.804
    08.11. 969.247
    09.11. 1.031.597

    Offiziell ist die Rede von über hundert Toten und über 50-tausend Menschen in stationärer Behandlung. Laboruntersuchungen, soweit diese bisher erfolgt sind, weisen H1N1 allerdings nur in einem geringen Teil der Proben nach.

    Dort explodiert also gerade "etwas", das die Lungen infizierter Menschen nachhaltig angreift. Da die Nachrichtenlage momentan ohne echten Journalismus auskommen muss, explodiert auch die Info-Kakophonie im Internet. Die WHO trägt das ihrige dazu bei, indem sie das letztemal am 3. November eine Meldung zum "H1N1-Ausbruch" herausgab. Seitdem herrscht Funkstille sowohl bei Medien als auch bei der WHO , wodurch sich beide Organe meiner Meinung nach vollends selbst diskreditieren.

    Glauben Sie, nachdem Sie uns monatelang mit H1N1-Panikmeldungen "immunisiert" haben, dass die Menschen bei der Nachricht von einer "echten Seuche" in Panik ausbrechen? Ich bezweifele das.

    Als "Einstiegspunkt" empfehle ich Ihnen die Seite Recombinomics des Virologen Dr. Henry Niman:
    http://www.recombinomics....

    PS. Yuschchenko trifft sich mit Vertretern von UN und WHO.
    http://www.un.org.ua/en/n...

  2. Die Schweinegrippe besitzt eine Mortalität von ca 1/3 früherer Grippe-Epidemien. Wollte ich zynisch sein, würde ich sagen: Wenn ich eine epidemologische große Feldstudie für lau in Auftrag geben wollte und dazu noch am Impfstoff ordentlich verdienen, würde ich es genau so machen. Ich würde den Weg eines relativ wenig schädlichen Virus mit Hilfe einer willfährigen Presse landauf, landab verfolgen. Hierbei helfen natürlich die Meldungen aus den Praxen. Und für den fleißigen Zuspruch zum Impfstoff sorgen dann die schwarz hinterlegten Hauptschlagzeilen einer [ entfernt: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/m.e. ] namens B.
    "Klar, die Schweinegrippe ist nicht so schlimm, aber das Virus könnte mutieren..."
    Aha. Und da haben wir schon einen Impfstoff gegen die Mutationen der Zukunft. Oder gab es den schon, als H1N1 noch im Labor hockte?

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