Schweinegrippe Pharmakonzern behält Teil der Impfdosen ein
Das Nachverhandeln hat sich gelohnt: Die Bundesländer dürften einen dreistelligen Millionenbetrag einsparen, weil der Pharmakonzern GlaxoSmithKline nicht auf die Abnahme überschüssiger Impfdosen beharrt.
© GlaxoSmithKline/dpa

Kartons mit dem Grippe-Medikament Relenza in einem Auslieferungslager des Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline
GlaxoSmithKline zeigte sich während eines Treffens von Vertretern der Länder und des Bundes mit GSK-Vertretern in Berlin offenbar zu Zugeständnissen bereit. "Wir haben vom Pharmakonzern Signale der Kulanz erhalten, einen größeren Teil der überschüssigen Impfstofflieferungen zu stornieren", sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchefin Mechthild Ross-Luttmann (CDU), nach dem Treffen. Die Verhandlungen seien hart, aber fair gewesen. Die Bundesländer müssen das Ergebnis Mitte der kommenden Woche noch endgültig absegnen.
Die Länder hatten ursprünglich 50 Millionen Impfstoff-Dosen für 416,5 Millionen Euro in der Annahme geordert, damit 30 Prozent der Bevölkerung impfen zu können. Da jedoch eine statt zwei Impfungen ausreichen, bleiben die Länder auf einem Großteil der nun für 60 Prozent der Bevölkerung ausreichenden Dosen sitzen. Zudem ließen sich bislang deutlich weniger Menschen impfen als erwartet.
Wie hoch genau der Nachlass ist, den GSK den Ländern gewährt, ist noch unklar. Das Minimalziel von Ross-Luttmann war, mindestens auf Dosen für 50 Prozent der Bevölkerung heruntergehen zu können. Der GSK-Nachlass soll aber deutlich darüber liegen.
Der Gesundheitsminister Sachsen-Anhalts, Norbert Bischoff (SPD), warf GSK vor, auch eine Teilschuld an dem geringen Impfinteresse in Deutschland zu haben. "Die Signale aus der Pharmaindustrie waren durchaus widersprüchlich", sagte Bischoff dem Sender MDR Info in Bezug auf Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffs.
Um insgesamt nur Impfstoff für 30 Prozent der Bevölkerung bezahlen zu müssen, sollen schon erhaltene Dosen an andere Staaten verkauft werden, in denen noch Bedarf bestehe, zum Beispiel an Iran oder das Kosovo.
Dem Hörfunk-Sender NDR-Info hatte Ross-Luttmann vor dem Treffen gesagt, dass offensichtlich zu viel Panik um die Schweinegrippe gemacht wurde. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), bezeichnete die aktuelle Kritik an der Überversorgung mit Impfstoff als "typisch deutsche Diskussion". Der Leipziger Volkszeitung sagte Zöller, viele Experten, die sich nun über zu viel bestellte Impfstoffe beschwerten, hätten die ursprünglich anvisierte Impfzahl von einem Viertel der Bevölkerung als unverantwortlich gering eingestuft.
- Datum 07.01.2010 - 18:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 3
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Man sollte diesem gnädigen Pharmakonzern huldigen. An edlem Menschtum kaum zu übertreffen, was da geschah.
kaum nachzuvollziehen wie einer der Großverdiener(Rumsfeld) daran, auf die vielen Millionen verzichten kann.
Naja, laufen doch die Geschäfte mit der Pseudo-Seuche hier in Asien ganz gut.
kaum nachzuvollziehen wie einer der Großverdiener(Rumsfeld) daran, auf die vielen Millionen verzichten kann.
Naja, laufen doch die Geschäfte mit der Pseudo-Seuche hier in Asien ganz gut.
kaum nachzuvollziehen wie einer der Großverdiener(Rumsfeld) daran, auf die vielen Millionen verzichten kann.
Naja, laufen doch die Geschäfte mit der Pseudo-Seuche hier in Asien ganz gut.
am 28. januar 2010 findet im eu-parlament eine erste anhörung der who zur eventuellen einflussnahme der pharmaindustrie auf die entscheidungsprozesse bei ausrufung der schweinegrippe-pandemie 2009 statt.
wenn ich eine der beteiligten firmen wäre, wäre ich jetzt auch ganz lieb und nett zu den kunden. wer weiss was da alles ans tageslicht kommt und wer dann sauer auf mich ist.
danach kann ich mich ja wieder normal benehmen und meinen gewinn maximieren.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren