Sprechstörung Stotter-Gene entdeckt

Stottern ist vererbbar. Amerikanische Wissenschaftler haben drei Gene entdeckt, die die Sprechstörung mit verursachen.

Warum Menschen stottern, war bislang unbekannt

Warum Menschen stottern, war bislang unbekannt

Bislang konnte die Frage, warum Menschen stottern, nicht genau beantwortet werden. Nun sind US-Forscher der Lösung des Rätsels etwas näher gekommen: Durch Genom-Analysen fanden sie drei Gene, die eine Rolle spielen könnten. Die Entdeckung unterstützt die Theorie, dass Stottern erblich ist.

Da Stottern in einigen Familien gehäuft vorkommt, vermuteten Forscher schon seit längerem eine genetische Komponente. Sie war jedoch bislang nicht gefunden worden. "Das ist die erste Studie, die spezielle Genmutationen als mögliche Ursache des Stotterns identifiziert und damit möglicherweise völlig neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnet", sagt James Battey, Direktor des National Institute on Deafness and Other Communication Disorders in Bethesda.

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Wie die Forscher im New England Journal of Medicine schreiben, entdeckte die Arbeitsgruppe von Dennis Drayna die drei Gene bei Probanden aus Pakistan, den USA und England. In Pakistan untersuchten sie 123 Stotterer und zusätzlich 96 Menschen ohne Sprechfehler. Aus den USA und aus England nahmen insgesamt 270 Leute teil, die stottern sowie 276, die keine Sprechstörung hatten. So konnten sie bei einigen Stotterern – nicht aber bei gesunden Personen – Mutationen nachweisen. 

Zwei der drei Genmutationen werden auch für andere Störungen im Stoffwechsel und der Zellregeneration verantwortlich gemacht: einer lysosomalen Speicherkrankheit. Bei dieser Erbkrankheit sorgt ein Enzymdefekt dafür, dass zum Beispiel Eiweiße, aber auch andere Makromoleküle, nicht vollständig abgebaut werden können. Diese stauen sich daraufhin in Zellen und Geweben und verursachen unterschiedliche Beschwerden wie zum Beispiel Herz- oder Leberleiden. Der Zusammenhang mit dem dritten Gen sei zum ersten Mal beim Menschen festgestellt worden, sagen die Wissenschaftler.

Die Forscher schätzen, dass bei neun Prozent der Stotterer die Ursache ihrer Sprechstörung auf einer Mutation in einem der drei Gene beruhen könnte, wodurch wichtige Enzyme nicht gebildet werden können. Ist das mutierte Gen bekannt, kann eine Enzymersatztherapie helfen, bei der der fehlende Stoffwechsel-Baustein gentechnisch hergestellt und dem Betroffenen gespritzt wird.

In einer globalen epidemiologischen Studie soll die Anzahl jener Menschen, die eine oder mehrere der Genmutationen in sich tragen, nun genauer beziffert werden. Biochemische Untersuchungen sollen den Mechanismus im Detail klären und aufzeigen, wie sich die Mutationen auf die Enzyme auswirken.

Bei Kindern komme Stottern häufig vor, in der Regel könne dieser Sprechfehler jedoch beseitigt werden, sagt Battey. Bei Jungen kommt Stottern deutlich häufiger vor als bei Mädchen. Die Störung verliert sich mit dem Älterwerden. Ein Prozent der Erwachsenen weltweit stottere jedoch weiterhin.

 
Leser-Kommentare
  1. Man könnte sich bucklich lachen über so "Neuigkeiten"!
    Sicher wird auch die Fähigkeit des Nasenbohrens, Ohrenwackelns und Obertonfurzens vererbt. Was gilt es da noch an wissenschaftlichem Ruhm zu erringen, indem man uns endlich Vor- und Zuname der zuständigen Gene auf Latein enthüllt! Dann weiß man, wo das neue Mekka ist, GEN das man sich zu verneigen hat!
    Da bleib ich als Ich-kann-Schule-Lehrer lieber bei der Autosuggestion von É.Coué, dem ein Arzt aus New York schrieb:
    "Ich möchte nicht, dass Sie unser Land verlassen, in dem man ihren Namen segnet, ohne dass ich meinen Dank dem der zahlreichen Personen beifüge, denen Sie beigestanden sind. ... Wie Sie wissen sind wir Ärzte für neue Entdeckungen nicht so schnell zu haben .... Der tägliche Anblick Ihrer Klinik, in der die Kranken Gesundheit, Lebensmut und Lebensfreude wiedererlangten, war für mich wie eine Offenbarung.
    Besonders tiefen Eindruck machte mir Ihre Heilbehandlung von Stotterern, denn ich selbst hatte sie meist durch Monate ohne Erfolg behandelt und war aufs tiefste erstaunt, da ich sie , wie durch ein Wunder, deutlich und mühelos artikulieren hörte.
    Und das erwies sich als dauerhaft, denn ich sprach mit ihnen, als Sie nicht mehr da waren, in der Meinung, sie würden vielleicht rückfällig werden, aber sie sprechen weiter fehlerlos."
    Wie vor 80 Jahren: In der PRAXIS können sie COUÉ nicht das Wasser reichen, drum lenken sie ständig mit mit THEORIE von ihrem Unvermögen ab.
    Not amused
    Franz Josef Neffe

  2. ...die Obertonfurztheorie ist ein bahnbrechendes Gewitter am Horizont der kommenden medizinischen Forschung. Und die ganze Gen-Klughudelei sagt kein bisschen über die psychischen Momente des Stottererphänomens...das ja ganz gut sich therapieren lässt...nicht mit neuer Gensalatmischung jedenfalls...und "heilen" wir dann die Gene, wenn wir den Stotterer heilen?...ein medizinisch-mechanistisches Weltbild mit Fortschrittseifer wie in besten Industrialisierungszeiten ist das...teuer und albern.

  3. Was hat man nicht schon alles in den Genen entdeckt? Das Lügen, die Untreue, Verbrechen, Fettsucht und nun das Sssssssttttooooooootttttteeeeeerrrrrrnnnnnn.

  4. lässt sich gut Alt-BK Schmidt, aber auch beim Auftreten von Herrn Guttenberg studieren.

    Auch im Studium habe ich Studenten kennengelernt, die gute Rheotriker waren und deshalb Absatzwirtschaft studierten.
    Die können einfach intuitiv mit Sprache umgehen und reden gekonnt.

    Normale Menschen haben immer eine Hemmschwelle, wenn sie Reden müssen. Bei Stotterern ist Reden einfach physikalisch gestört. Deshalb sind die Beiträge, Stottern sei eine psychisches Problem, so gut wie daneben.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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