Reproduktionsmedizin Eine Ersatz-Eizelle könnte Erbkrankheiten verhindern
Einige Erbkrankheiten werden durch Mitochondrien-DNA in der Eizelle weitergegeben. Mit einem Trick wollen Genetiker das verhindern. Doch die Methode ist höchst umstritten.
Etwa jeder Zehntausendste leidet an einer Erbkrankheit, die auf einen Defekt der Mitochondrien-DNA beruht. Stoffwechselschäden, Blindheit, Taubheit oder ein Herzfehler sind nur einige der möglichen Folgen, wenn dieses spezielle Erbgut geschädigt ist, das etwa ein Prozent des Erbmaterial eines Menschen ausmacht und sich nicht im Zellkern, sondern in den Mitochondrien befindet, die im Zellplasma umher schwimmen.
- Was sind Mitochondrien?
-
Häufig als "Kraftwerke der Zelle", haben die Mitochondrien vor allem die Funktion, die Zelle mit Energie zu versorgen. Dazu wandeln diese Organellen, die im Zellplasma umher schwimmen, Energie in eine Form um, die die Zelle verwerten kann.
Der wichtigste Stoffwechselprozess in den Mitochondrien ist die so genannte Atmungskette – eine Reihe biochemischer Reaktionen in der Zelle.
Solche Erbkrankheiten werden nur von der Mutter vererbt – denn die fehlerhafte Mitochondrien-DNA sitzt im Plasma der weiblichen Eizelle, aus der der Embryo heranwächst. Auch männliche Geschlechtszellen enthalten Mitochondrien, doch die befinden sich im Schwanzteil des Spermiums und spielen nach der Befruchtung kaum noch eine Rolle.
Jetzt ist es Wissenschaftlern von der britischen Universität Newcastle gelungen, mit einer gentechnischen Methode, die Vererbung eines Mitochondrien-Defektes zu verhindern. Dazu entfernten sie einfach den Zellkern aus einer befruchteten Eizelle, in der Mitochondrien mit geschädigtem Erbgut schwammen. Diesen Zellkern pflanzten sie in die Eizelle einer erblich nicht belasteten Spenderin ein. Daraufhin beobachteten die Forscher die Entwicklung der heranwachsenden Embryonen sechs bis acht Tage lang. Etwa ein Fünftel der Embryonen erreichte das Acht-Zell-Stadium und trug – wie gewünscht – die gesunde Mitochondrien-DNA der Eizellen-Spenderin. "Wir glauben, dass diese Methode das Potenzial hat, die Vererbung mitochondrialer Erbkrankheiten zu verhindern" schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin Nature.
Nachdem diese Methode bereits bei Affen funktioniert hatte, wurde sie nun erstmals mit menschlichen Eizellen erprobt. Die Forscher verwendeten dazu Eizellen, die aufgrund einer Abnormalität für die künstliche Befruchtung nicht mehr genutzt werden konnten. "Was wir getan haben ist wie das Wechseln der Batterie an einem Laptop", sagte Douglass Turnbull, Neurologe in Newcastle. "Die Energieversorgung funktioniert dadurch richtig, aber die auf der Festplatte gespeicherte Information ist unverändert."
Die Arbeit der Wissenschaftler wird von der britischen Behörde für Embryo-Forschung kontrolliert und gilt als ethisch umstritten. Turnbull räumte ein, dass nicht nur weitere Forschung nötig sei, sondern auch "die Bereitschaft der Menschen dafür, dass diese Arbeit Früchte trägt". Der Direktor der britischen Muskeldystrophie-Gesellschaft, Phil Butcher, bewertete die Forschungsergebnisse als vielversprechend für betroffene Eltern, die vielleicht "eine echte Chance haben werden, gesunde Kinder zu bekommen".
In der Praxis müssten sich Frauen, die an einer mitochondrial vererbten Krankheit leiden, also einer künstlichen Befruchtung unterziehen, um gesunde Kinder bekommen zu können. Dazu würde ihnen die Eizelle einer gesunden Spenderin eingepflanzt werden, bestückt mit dem Zellkern der leiblichen Eltern. Ein solches Verfahren wäre in Großbritannien, wo die Versuche gemacht wurden, genauso verboten wie in Deutschland, wo das Embryonenschutzgesetz solche Eingriffe verbietet.
- Datum 15.04.2010 - 10:57 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP
- Kommentare 7
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Zitat:"Ethische Probleme sehe ich nicht. Wie und wofür eine Technologie, eine technik, ein werkzeug eingesetzt wird, liegt immer noch in der Entscheidung der Menschen!"
Und hängt eigentlich nur von unwichtigen Randbedingungen (bspw. finanziellen Möglichkeiten) ab.
Ein paar handverlesene Beispiele, wie "unabhängig" die Menschen über Technologien verfügen:
http://de.wikipedia.org/w...
(zu A. G. Bell folgendes Zitat:"Als Folge wurden zahlreiche gehörlose Menschen ohne ihr Wissen und ohne ihr Einverständnis sterilisiert.")
http://www.taz.de/1/polit...
http://www.taz.de/1/polit...
Wenn Sie die bereits etablierte Forschung zum Nutzen und Wohle der Menschheit unterstützen möchten, habe ich ein paar Vorschläge:
http://www.misereor.de/pr...
(Zitat:"Medikamente für 20 Euro im Monat sind für diese Menschen unerschwinglich.")
http://www.aerzte-ohne-gr...
http://www.christoffel-bl...
Hybris - welche Hybris? http://de.wikipedia.org/w...
Mitochondrien-DNA stammt wahrscheinlich von "Prokaryonten" (Bakterien), die sich mit der Hauptzelle zum "Eukarionten" höherer Lebewesen zusammengetan hat. Wenn jemand die Ergänzung von Erbmaterial durch frühere Bakterien-DNA in diesem Fall ablehnt, dann muss er/sie auch die Verdreifachung beim Down-Syndrom verbieten, ein Mechanismus, den die Evolution möglicherweise benutzt hat, um die Chromosomenzahl zu erhöhen.
@Miguel Mazy: Vielleicht spenden ja die glücklichen Eltern einer solchen Operation zusätzlich für Ihre Hilfswerke.
Die grüne Gentechnik ist viel schlimmer als die nur reparierende Gentechnik in der Medizin.
Im übrigen sind die Leute, die behaupten, sie wüssten alles über Ethik, im Moment ethisch und moralisch schwer angeschlagen.
Mitochondrien-DNA stammt wahrscheinlich von "Prokaryonten" (Bakterien), die sich mit der Hauptzelle zum "Eukarionten" höherer Lebewesen zusammengetan hat. Wenn jemand die Ergänzung von Erbmaterial durch frühere Bakterien-DNA in diesem Fall ablehnt, dann muss er/sie auch die Verdreifachung beim Down-Syndrom verbieten, ein Mechanismus, den die Evolution möglicherweise benutzt hat, um die Chromosomenzahl zu erhöhen.
@Miguel Mazy: Vielleicht spenden ja die glücklichen Eltern einer solchen Operation zusätzlich für Ihre Hilfswerke.
Die grüne Gentechnik ist viel schlimmer als die nur reparierende Gentechnik in der Medizin.
Im übrigen sind die Leute, die behaupten, sie wüssten alles über Ethik, im Moment ethisch und moralisch schwer angeschlagen.
Ich sehe im Moment eigentlich nur zwei, ethische Probleme mit dieser Technik - zumindest dann, wenn man von den Problemen absieht die man mit den künstlichen Befruchtung an sich haben kann:
1. Die Leihmutterschaft, da man eine "fremde", zumindest nicht 100% eigene befruchtete Eizelle austrägt. Hier wird in den Gesetze wohl schlicht von einer Einzelle als Einheit ausgegangen, was für die neue Technik natürlich nicht gilt (das wird wohl auch der Grund sein, warum das Verfahren nach derzeitigem Stand verboten ist).
2. Die Abstammungsgeschichte. Ein Kind das nach einem solchen Verfahren geboren würde wäre biologischer Nachfahre dreier Menschen. Das ist dann - forausgesetzt es stellt sich heraus das Verfahren funktioniert - zwar biologisch kein Problem, kønnte aber ein prinzipielles, gesellschaftliches werden.
Ich denke, eine Gesellschaft, die bereit ist künstliche Befruchtung an sich zu akzeptieren, wird es auch mit einem funktionierendes Verfahren zum Mitochondrientransfer tun (falls mir nicht noch weitere Probleme entgangen sind leider wird der Artikel da ja nicht selber konkret).
Mitochondrien-DNA stammt wahrscheinlich von "Prokaryonten" (Bakterien), die sich mit der Hauptzelle zum "Eukarionten" höherer Lebewesen zusammengetan hat. Wenn jemand die Ergänzung von Erbmaterial durch frühere Bakterien-DNA in diesem Fall ablehnt, dann muss er/sie auch die Verdreifachung beim Down-Syndrom verbieten, ein Mechanismus, den die Evolution möglicherweise benutzt hat, um die Chromosomenzahl zu erhöhen.
@Miguel Mazy: Vielleicht spenden ja die glücklichen Eltern einer solchen Operation zusätzlich für Ihre Hilfswerke.
Die grüne Gentechnik ist viel schlimmer als die nur reparierende Gentechnik in der Medizin.
Im übrigen sind die Leute, die behaupten, sie wüssten alles über Ethik, im Moment ethisch und moralisch schwer angeschlagen.
Zu den letzten zwei Absätzen:
Muss da jemand "repariert" werden? Im Umkehrschluss heißt das, dass auch Menschen eine Würde besitzen, die kurzsichtig sind und nicht Klavier spielen können. Die ethische Gefahr besteht nicht darin, Menschen mit konkreten gesundheitlichen Problemen das Leben zu erleichtern, sondern den Maßstab zu setzen, wie gelungenes Leben auszusehen hat (daher auch der Wikilink zur Eugenik).
In manchen Regionen besteht bspw. ein kultureller Druck bei der Wahl des Geschlechts des Kindes (mit der Folge selektiver Abtreibung und dem Problem, dass es mehr Männer als Frauen gibt).
Der Behauptung, dass Leute, die behaupten,..., momentan schwer angeschlagen sind, möchte ich widersprechen:
die Mitglieder der Zentralen Ethikkommission http://www.zentrale-ethik... wurden bisher weder der sexualiserten Gewalt, noch der Misshandlung Schutzbefohlener oder der Strafvereitelung überführt. Das haben sie mit DEN MEISTEN Theologen und Pfarrern gemein...
Zu den ersten zwei Absätzen:
Das Erbmaterial wird nicht ergänzt, sondern ausgetauscht (s. Kommentar 4). Down-Syndrom findet nicht auf Anraten und gegen Geld statt - was soll man da verbieten? Hart an der Grenze zum Zynismus.
Die Forschung ob ihrer Segnungen zu loben, ist das eine. Die Nebenwirkungen mitzuberücksichtigen, etwas anderes. Und sich zu überlegen, was von den bereits existierenden Nicht-RM-Möglichkeiten zum Wohl von Menschen umgesetzt wird bzw. eben nicht umgesetzt wird, das war mein Anliegen.
Zu den letzten zwei Absätzen:
Muss da jemand "repariert" werden? Im Umkehrschluss heißt das, dass auch Menschen eine Würde besitzen, die kurzsichtig sind und nicht Klavier spielen können. Die ethische Gefahr besteht nicht darin, Menschen mit konkreten gesundheitlichen Problemen das Leben zu erleichtern, sondern den Maßstab zu setzen, wie gelungenes Leben auszusehen hat (daher auch der Wikilink zur Eugenik).
In manchen Regionen besteht bspw. ein kultureller Druck bei der Wahl des Geschlechts des Kindes (mit der Folge selektiver Abtreibung und dem Problem, dass es mehr Männer als Frauen gibt).
Der Behauptung, dass Leute, die behaupten,..., momentan schwer angeschlagen sind, möchte ich widersprechen:
die Mitglieder der Zentralen Ethikkommission http://www.zentrale-ethik... wurden bisher weder der sexualiserten Gewalt, noch der Misshandlung Schutzbefohlener oder der Strafvereitelung überführt. Das haben sie mit DEN MEISTEN Theologen und Pfarrern gemein...
Zu den ersten zwei Absätzen:
Das Erbmaterial wird nicht ergänzt, sondern ausgetauscht (s. Kommentar 4). Down-Syndrom findet nicht auf Anraten und gegen Geld statt - was soll man da verbieten? Hart an der Grenze zum Zynismus.
Die Forschung ob ihrer Segnungen zu loben, ist das eine. Die Nebenwirkungen mitzuberücksichtigen, etwas anderes. Und sich zu überlegen, was von den bereits existierenden Nicht-RM-Möglichkeiten zum Wohl von Menschen umgesetzt wird bzw. eben nicht umgesetzt wird, das war mein Anliegen.
Zu den letzten zwei Absätzen:
Muss da jemand "repariert" werden? Im Umkehrschluss heißt das, dass auch Menschen eine Würde besitzen, die kurzsichtig sind und nicht Klavier spielen können. Die ethische Gefahr besteht nicht darin, Menschen mit konkreten gesundheitlichen Problemen das Leben zu erleichtern, sondern den Maßstab zu setzen, wie gelungenes Leben auszusehen hat (daher auch der Wikilink zur Eugenik).
In manchen Regionen besteht bspw. ein kultureller Druck bei der Wahl des Geschlechts des Kindes (mit der Folge selektiver Abtreibung und dem Problem, dass es mehr Männer als Frauen gibt).
Der Behauptung, dass Leute, die behaupten,..., momentan schwer angeschlagen sind, möchte ich widersprechen:
die Mitglieder der Zentralen Ethikkommission http://www.zentrale-ethik... wurden bisher weder der sexualiserten Gewalt, noch der Misshandlung Schutzbefohlener oder der Strafvereitelung überführt. Das haben sie mit DEN MEISTEN Theologen und Pfarrern gemein...
Zu den ersten zwei Absätzen:
Das Erbmaterial wird nicht ergänzt, sondern ausgetauscht (s. Kommentar 4). Down-Syndrom findet nicht auf Anraten und gegen Geld statt - was soll man da verbieten? Hart an der Grenze zum Zynismus.
Die Forschung ob ihrer Segnungen zu loben, ist das eine. Die Nebenwirkungen mitzuberücksichtigen, etwas anderes. Und sich zu überlegen, was von den bereits existierenden Nicht-RM-Möglichkeiten zum Wohl von Menschen umgesetzt wird bzw. eben nicht umgesetzt wird, das war mein Anliegen.
Warum findet bei höheren Lebewesen immer wieder die Neukombination von Erbmaterial, die man Sexualität nennt, statt und warum hat die Evolution diese mit großem Aufwand erfunden? Warum gibt es beim Menschen sogar ein angeborenes "Inzesttabu"? Kann es sein, dass dadurch die Ansammlung von fehlerhafter DNA verhindert werden soll? Warum um alles in der Welt sollen wir nicht fehlerhafte DNA austauschen dürfen, wenn wir es denn auf einfache Weise können?
Warum findet bei höheren Lebewesen immer wieder die Neukombination von Erbmaterial, die man Sexualität nennt, statt und warum hat die Evolution diese mit großem Aufwand erfunden? Warum gibt es beim Menschen sogar ein angeborenes "Inzesttabu"? Kann es sein, dass dadurch die Ansammlung von fehlerhafter DNA verhindert werden soll? Warum um alles in der Welt sollen wir nicht fehlerhafte DNA austauschen dürfen, wenn wir es denn auf einfache Weise können?
Warum findet bei höheren Lebewesen immer wieder die Neukombination von Erbmaterial, die man Sexualität nennt, statt und warum hat die Evolution diese mit großem Aufwand erfunden? Warum gibt es beim Menschen sogar ein angeborenes "Inzesttabu"? Kann es sein, dass dadurch die Ansammlung von fehlerhafter DNA verhindert werden soll? Warum um alles in der Welt sollen wir nicht fehlerhafte DNA austauschen dürfen, wenn wir es denn auf einfache Weise können?
Die Neukombination von Erbmaterial findet nicht nur bei höheren Lebewesen statt - und ist nicht das eigentliche Problem.
Ein Problem ist es, wenn
a) DNA-Fragmente irgendwo zusammengebaut werden, die da nicht freiwillig sind,
b) das Vermeiden von genetischen Eigenschaften eines Menschen aufgrund gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Konventionen insbesondere zur Diskriminierung oder sogar zur Tötung führt,
c) eine befruchtete Eizelle oder embryonale Stammzellen als Forschungsobjekt insbesondere mit finanziellen Erwartungen verknüpft werden.
Kann der Mensch die Natur "kopieren"?
Dass ich auch irgendwann sterben werde, weiß ich. Aber das berechtigt laut Gesetz niemanden, nachzuhelfen. Auf dieser Basis verurteile ich nicht, sondern denke, dass nicht alles, was in der Natur passiert, dasselbe bleibt, wenn es von Menschen umgesetzt wird.
Konkret sehe ich hier zwei Probleme:
a) Ein Fünftel der Embryonen war "gesund am Ziel" - da in der Schwangerschaft aber trotzdem noch einiges schief gehen kann, könnte daraus fälschlicherweise abgeleitet werden, man hat einen Anspruch auf ein gesundes Kind erworben. Andererseits heißt das, 80 % waren "Schrott" und haben es nicht geschafft - nicht leere Eizellenhüllen mit Mitochondrien, sondern Embryonen.
b) Die Forschung für Menschen mit Behinderung ist das eine. Gesellschaftliche Akzeptanz das andere: Wie rücksichtsvoll ist die Gesellschaft gegenüber Menschen mit Zöliakie, Gehbehinderungen, Sehbehinderungen, Typ I-Diabetes?
Die Neukombination von Erbmaterial findet nicht nur bei höheren Lebewesen statt - und ist nicht das eigentliche Problem.
Ein Problem ist es, wenn
a) DNA-Fragmente irgendwo zusammengebaut werden, die da nicht freiwillig sind,
b) das Vermeiden von genetischen Eigenschaften eines Menschen aufgrund gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Konventionen insbesondere zur Diskriminierung oder sogar zur Tötung führt,
c) eine befruchtete Eizelle oder embryonale Stammzellen als Forschungsobjekt insbesondere mit finanziellen Erwartungen verknüpft werden.
Kann der Mensch die Natur "kopieren"?
Dass ich auch irgendwann sterben werde, weiß ich. Aber das berechtigt laut Gesetz niemanden, nachzuhelfen. Auf dieser Basis verurteile ich nicht, sondern denke, dass nicht alles, was in der Natur passiert, dasselbe bleibt, wenn es von Menschen umgesetzt wird.
Konkret sehe ich hier zwei Probleme:
a) Ein Fünftel der Embryonen war "gesund am Ziel" - da in der Schwangerschaft aber trotzdem noch einiges schief gehen kann, könnte daraus fälschlicherweise abgeleitet werden, man hat einen Anspruch auf ein gesundes Kind erworben. Andererseits heißt das, 80 % waren "Schrott" und haben es nicht geschafft - nicht leere Eizellenhüllen mit Mitochondrien, sondern Embryonen.
b) Die Forschung für Menschen mit Behinderung ist das eine. Gesellschaftliche Akzeptanz das andere: Wie rücksichtsvoll ist die Gesellschaft gegenüber Menschen mit Zöliakie, Gehbehinderungen, Sehbehinderungen, Typ I-Diabetes?
Die Neukombination von Erbmaterial findet nicht nur bei höheren Lebewesen statt - und ist nicht das eigentliche Problem.
Ein Problem ist es, wenn
a) DNA-Fragmente irgendwo zusammengebaut werden, die da nicht freiwillig sind,
b) das Vermeiden von genetischen Eigenschaften eines Menschen aufgrund gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Konventionen insbesondere zur Diskriminierung oder sogar zur Tötung führt,
c) eine befruchtete Eizelle oder embryonale Stammzellen als Forschungsobjekt insbesondere mit finanziellen Erwartungen verknüpft werden.
Kann der Mensch die Natur "kopieren"?
Dass ich auch irgendwann sterben werde, weiß ich. Aber das berechtigt laut Gesetz niemanden, nachzuhelfen. Auf dieser Basis verurteile ich nicht, sondern denke, dass nicht alles, was in der Natur passiert, dasselbe bleibt, wenn es von Menschen umgesetzt wird.
Konkret sehe ich hier zwei Probleme:
a) Ein Fünftel der Embryonen war "gesund am Ziel" - da in der Schwangerschaft aber trotzdem noch einiges schief gehen kann, könnte daraus fälschlicherweise abgeleitet werden, man hat einen Anspruch auf ein gesundes Kind erworben. Andererseits heißt das, 80 % waren "Schrott" und haben es nicht geschafft - nicht leere Eizellenhüllen mit Mitochondrien, sondern Embryonen.
b) Die Forschung für Menschen mit Behinderung ist das eine. Gesellschaftliche Akzeptanz das andere: Wie rücksichtsvoll ist die Gesellschaft gegenüber Menschen mit Zöliakie, Gehbehinderungen, Sehbehinderungen, Typ I-Diabetes?
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