Stevia als Süßstoff Die Zucker-Revolution erreicht Europa
Ein süßes Leben ohne Karies und Übergewicht? Dieser Traum rückt näher. Die Süße aus Stevia-Pflanzen soll nun auch in Europa als Lebensmittel zugelassen werden.

Sünde ohne Reue? Mit Süßstoff aus Stevia können solche kleinen Genüsse gesünder werden
Stevia kann kommen. In der Pflanze aus Südamerika stecken enorme Hoffnungen, denn sie ist zuckersüß, aber kalorienfrei und absolut zahnfreundlich. Jetzt steht Stevia vor dem Durchbruch in Europa, denn die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) begutachtete das "Süßblatt" oder "Honigkraut" Mitte April als unbedenklich – zumindest, unter bestimmten Bedingungen.
Das kommt einer kleinen Revolution gleich, denn die als ideale Alternative zu Rohr- und Rübenzucker einerseits und zu künstlichen Süßstoffen andererseits geltende Pflanze durfte in Europa bis jetzt nicht als Nahrungsmittel angeboten werden. Lediglich in Bioläden und Reformhäusern fand man Stevia-Produkte unter Tarnlabels wie "Badezusatz" oder "Tiernahrung".
Was in Südamerika und Asien in großen Mengen konsumiert wird, galt hier als unsicher und nicht hinlänglich untersucht. Das Votum der EFSA: Der Stevia-Süßstoff Rebaudiosid A ist unter Berücksichtigung einer täglichen Höchstdosis von vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht unschädlich. Das bedeutet konkret: Ein Mensch von 65 Kilogramm darf 80 Gramm Zucker täglich durch Steviosid ersetzen. Das entspricht immerhin fast 30 Stück Würfelzucker.
Dies freut zum Beispiel den Schweizer Limonadenhersteller Storms, der als erster in Europa Stevia-Limonade mit Sondererlaubnis vertreibt. Die großen Brausehersteller werden folgen. Coca Cola verkauft in den USA bereits eine Stevia-Brause namens Sprite Green, von PepsiCo gibt es das Konkurrenzgetränk PureVia.
In den USA startete die Legalisierung früher; dort wurde lange Zeit alles, was mit Stevia zu tun hatte, in Drugstores als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Heute liegt das weiße, körnige Truvia als legaler Zuckerersatz in adretten Tütchen in den Regalen der Supermärkte.
- Datum 26.04.2010 - 16:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...vor ich glaube 2-3 Jahren gab es hierzu auch einen Artikel in der Zeit wo argumentiert wurde das die Zucker- und Ersatzzuckerhersteller alles tun damit Stevia nicht zugelassen wird. Und jetzt diese Wende in der Argumentation. Komisch. Wurde das Artikelschreiben vielleicht diesesmal versüsst?!
Lieber Leser,
herzlichen Dank für den Hinweis. Ich denke, Sie meinen diesen Artikel hier, der auch an dem o.g. Artikel dranhängt. Er wurde ebenfalls von Burkhard Straßmann geschrieben:
http://www.zeit.de/2008/4...
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Sie der Meinung sind, dass die Unternehmen in dem aktuellen Bericht über die mögliche Zulassung von Stevia-Süßstoffen zu gut wegkommen (so verstehe ich Ihren Kommentar).
Hier wird doch ausdrücklich darauf hingewiesen, warum es damals für die Firmen nicht attraktiv war, Stevia zu vermarkten und inzwischen schon. Und am Ende wird erwähnt, dass all das mit den natürlichen Stevia-Blättern aus dem Reformhaus nichts zu tun hat.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Lieber Leser,
herzlichen Dank für den Hinweis. Ich denke, Sie meinen diesen Artikel hier, der auch an dem o.g. Artikel dranhängt. Er wurde ebenfalls von Burkhard Straßmann geschrieben:
http://www.zeit.de/2008/4...
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Sie der Meinung sind, dass die Unternehmen in dem aktuellen Bericht über die mögliche Zulassung von Stevia-Süßstoffen zu gut wegkommen (so verstehe ich Ihren Kommentar).
Hier wird doch ausdrücklich darauf hingewiesen, warum es damals für die Firmen nicht attraktiv war, Stevia zu vermarkten und inzwischen schon. Und am Ende wird erwähnt, dass all das mit den natürlichen Stevia-Blättern aus dem Reformhaus nichts zu tun hat.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Wo ist denn da bitteschoen die freie Marktwirtschaft. Solange kein Unternehmen die Pflanze vermarkten kann wird diese hier von den Behoerden nicht zugelassen. Was soll das? Die EU Behoerden wollen doch nur Steuern. Sowas brauch ich nicht. Ich kaufe und verkaufe was ich will und wann ich es will, dafür brauche ich keinen grossen Bruder der sich doch nur seine Prozente einstreichen will.
... aber eben nur als Katzenfutter.
... aber eben nur als Katzenfutter.
Und wieder das Kreuz mit den Patenten.
Hilfreicher wäre doch, wenn die EFSA bei erfolgversprechenden Stoffen selbst aktiv werden würde. Nachdem ein Stoff zugelassen wird, müssen alle, die ihn hier verkaufen müssen eine Abgabe zahlen, in Relation zur gehandelten Menge. Natürlich muss eine solche Abgabe nicht nur die Überprüfung des jeweiligen Stoffes aufwiegen, sondern auch die Überprüfung von Stoffen, die sich nicht als harmlos herausgestellt haben.
So bekommen wir die gleichen Stoffe, nur billiger und schneller.
Eine ganz andere Angelegenheit ist die Regelung, dass alle Einzelkomponenten getestet werden müssen. Macht das Sinn? Gerade in der Biochemie gilt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Nur weil die Einzelstoffe ungefährlich sind, muss es die Pflanze noch lange nicht sein. Und umgekehrt: gefährliche Einzelstoffe können in ihrem Zusammenspiel plötzlich ganz andere Wirkungen entfalten.
... bzw. nur bei einem sehr großen Markt. Angenommen es handelt sich um ein ausgesprochen komplexes Nischenprodukt (etwa ein medizinischer Pflanzenextrakt). Die Tests kosten dann einige Mio Euro. Diese Kosten auf das Produkt umzulegen, würde bedeuten es unbezahlbar zu machen. Noch dazu kann man es dann nichtmal mehr unter Tarnname verkaufen ohne sich strafbar zu machen.
Sinn würde es hingegen machen, etwa Stoffe von besonderem Interesse (was Stevia zweifelsohne ist) mit einem bestimmten Budget (aus allgemeinen Steuern finanziert) zu testen.
Auch Kompromisse könnte ich mir vorstellen, etwa ein großer Warnaufdruck: "ungetestes Pflanzenprodukt, könnte ihre Gesundheit beeinträchtigen" oder ähnliches. Auch eine Ausweitung bzw. Lockerung des Zulassungsverfahrens, etwa um historische Benutzung und weltweite Verbreitung mit zu berücksichtigen, könnte ich mir vorstellen. Es ist einfach albern, wenn Mio. von Menschen das Zeug jahrhundertelang nebenwirksamfrei nutzen und bei uns scheitert es an der formellen Zulassung und den Testkosten. Bei diesen Kriterien würden wir immer noch Rüben verzehren und Wasser trinken, während der Rest der Welt längst Kartoffeln und Tomaten isst und dazu Kaffee oder Tee trinkt...
Die EU wäre ja schön blöd, wenn sie Stevia auch noch selbst untersuchen und zulassen würde.
Entschuldigen Sie meinen harten Ton. Doch hier einmal der Gedankengang aus Sicht der EU selbst:
Stevia kommt, wie der Artikel vermerkt, aus Südamerika. Das heißt, die Pflanze selbst würde in die EU importiert werden und nicht hier selbst angebaut.
Nun ist es aber schon so, dass der Zuckermarkt (also Rohrzucker und Zucker aus der Zuckerrübe) einer der umkämpftesten Märkte ist. Trotz Handelsliberalisierungen, WTO und Meistbegünstigtenklausel werden die Zuckerbauern hier in der EU immer noch subventioniert bzw. die Einfuhr von ausländischem Zucker erschwert, weil ausländische Zuckerhersteller zu viel günstigeren Preisen produzieren und unsere Bauern ohne EU-Unterstützung gar nicht wettbewerbsfähig wären.
Wenn jetzt auch noch eine neue Pflanze, diebesser süßst und vielleicht gesünder ist, auf den Markt käme, würde das unseren Bauern ja nur zum Nachteil gereichen.
Also greift man auf scheinheilige Argumente zurück, reglementiert, bescheinigt mangelhafte Prüfung, usw, nur, um Stevia ja nicht auf den Markt lassen zu müssen.
Bei den großen Konzernen und Global Playern ist das wieder was anderes, weil es hier nur synthetisierte Stoffe sind und außerdem brav Steuern gezahlt werden.
Klar und schade jedoch, dass das zum Nachteil des Verbrauchers passiert!
... bzw. nur bei einem sehr großen Markt. Angenommen es handelt sich um ein ausgesprochen komplexes Nischenprodukt (etwa ein medizinischer Pflanzenextrakt). Die Tests kosten dann einige Mio Euro. Diese Kosten auf das Produkt umzulegen, würde bedeuten es unbezahlbar zu machen. Noch dazu kann man es dann nichtmal mehr unter Tarnname verkaufen ohne sich strafbar zu machen.
Sinn würde es hingegen machen, etwa Stoffe von besonderem Interesse (was Stevia zweifelsohne ist) mit einem bestimmten Budget (aus allgemeinen Steuern finanziert) zu testen.
Auch Kompromisse könnte ich mir vorstellen, etwa ein großer Warnaufdruck: "ungetestes Pflanzenprodukt, könnte ihre Gesundheit beeinträchtigen" oder ähnliches. Auch eine Ausweitung bzw. Lockerung des Zulassungsverfahrens, etwa um historische Benutzung und weltweite Verbreitung mit zu berücksichtigen, könnte ich mir vorstellen. Es ist einfach albern, wenn Mio. von Menschen das Zeug jahrhundertelang nebenwirksamfrei nutzen und bei uns scheitert es an der formellen Zulassung und den Testkosten. Bei diesen Kriterien würden wir immer noch Rüben verzehren und Wasser trinken, während der Rest der Welt längst Kartoffeln und Tomaten isst und dazu Kaffee oder Tee trinkt...
Die EU wäre ja schön blöd, wenn sie Stevia auch noch selbst untersuchen und zulassen würde.
Entschuldigen Sie meinen harten Ton. Doch hier einmal der Gedankengang aus Sicht der EU selbst:
Stevia kommt, wie der Artikel vermerkt, aus Südamerika. Das heißt, die Pflanze selbst würde in die EU importiert werden und nicht hier selbst angebaut.
Nun ist es aber schon so, dass der Zuckermarkt (also Rohrzucker und Zucker aus der Zuckerrübe) einer der umkämpftesten Märkte ist. Trotz Handelsliberalisierungen, WTO und Meistbegünstigtenklausel werden die Zuckerbauern hier in der EU immer noch subventioniert bzw. die Einfuhr von ausländischem Zucker erschwert, weil ausländische Zuckerhersteller zu viel günstigeren Preisen produzieren und unsere Bauern ohne EU-Unterstützung gar nicht wettbewerbsfähig wären.
Wenn jetzt auch noch eine neue Pflanze, diebesser süßst und vielleicht gesünder ist, auf den Markt käme, würde das unseren Bauern ja nur zum Nachteil gereichen.
Also greift man auf scheinheilige Argumente zurück, reglementiert, bescheinigt mangelhafte Prüfung, usw, nur, um Stevia ja nicht auf den Markt lassen zu müssen.
Bei den großen Konzernen und Global Playern ist das wieder was anderes, weil es hier nur synthetisierte Stoffe sind und außerdem brav Steuern gezahlt werden.
Klar und schade jedoch, dass das zum Nachteil des Verbrauchers passiert!
Lieber Leser,
herzlichen Dank für den Hinweis. Ich denke, Sie meinen diesen Artikel hier, der auch an dem o.g. Artikel dranhängt. Er wurde ebenfalls von Burkhard Straßmann geschrieben:
http://www.zeit.de/2008/4...
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Sie der Meinung sind, dass die Unternehmen in dem aktuellen Bericht über die mögliche Zulassung von Stevia-Süßstoffen zu gut wegkommen (so verstehe ich Ihren Kommentar).
Hier wird doch ausdrücklich darauf hingewiesen, warum es damals für die Firmen nicht attraktiv war, Stevia zu vermarkten und inzwischen schon. Und am Ende wird erwähnt, dass all das mit den natürlichen Stevia-Blättern aus dem Reformhaus nichts zu tun hat.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
...nur, wo bleibt denn nun die Stevia-Schokolade?
Stevia darf in Deutschland allerdings (noch) nicht als Zucker-Austauschstoff verkauft werden, da ist die mächtige Zucker-Lobby davor!
Stattdessen gibt es das gute Stöffchen in Reformhäusern als Badezusatz ;-)))
Höchste Zeit für die Zerschlagung des Monopols der Zuckerindustrie auf natürliches Süßen!
So weit ich verstanden habe, bleibt die Pflanze, oder deren Saft usw.
weiterhin veboten in Deutschland (und EU), weil man auf diese ja kein Patent anmelden darf und unsere Konzerne das für unfair und ganz gemein halten. Lediglich der einzelne süße Stoff Rebaudiosid (auf den dann das Patent angemeldet werden darf) darf in den Handel gelangen. Und der darf dann synthetisch erzeugt werden. Mit anderen Worten, unsere Konzerne werden es bestimmt auch diesmal wieder schaffen, aus einem unbedenklichen Naturstoff (bzw. dessen Image) eine Gesundheitsgefährdente Seuche zu produzieren.
Mahlzeit
Auch ich süße schon seit längeren nur mit Stevia, das es sowohl als kleine Pille, als auch in flüssiger Form gibt - ich bringe mir das immer aus den USA mit, wo es überall zu haben ist.
Schön, dass die Zucker-Industrie endlich mal wieder eine Schlappe einstecken muss...
hier geht es mal wieder um einen Milliardenmarkt.
Ich denke es wurde nur solange gedeckelt bis die Großindustrie die passenden Rezepturen fertig hat und dann loslegen kann.
Ich benutze seit ca. 10 Jahren Stevia und bekomme es aus Paraguay, es hat ja einen unglaublichen Süsswert (300-fach) und deshalb so schwer auch für Backrezepte zu nutzen. Es ist sogar für den Stoffwechsel gesund, wird in Japan schon jahrzehnte genutzt. Was aber wahrscheinlich der Pharma hier nicht gefallen dürfte, da ich mir vorstellen könnte, das Diabetes dann nicht mehr so fortschreitet. Das wäre wirklich ein voller Erfolg, nicht nur für unsere Krankenkassen ;-)
hier geht es mal wieder um einen Milliardenmarkt.
Ich denke es wurde nur solange gedeckelt bis die Großindustrie die passenden Rezepturen fertig hat und dann loslegen kann.
Ich benutze seit ca. 10 Jahren Stevia und bekomme es aus Paraguay, es hat ja einen unglaublichen Süsswert (300-fach) und deshalb so schwer auch für Backrezepte zu nutzen. Es ist sogar für den Stoffwechsel gesund, wird in Japan schon jahrzehnte genutzt. Was aber wahrscheinlich der Pharma hier nicht gefallen dürfte, da ich mir vorstellen könnte, das Diabetes dann nicht mehr so fortschreitet. Das wäre wirklich ein voller Erfolg, nicht nur für unsere Krankenkassen ;-)
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