Was blüht wann? Welchen Einfluss haben das Wetter und der Klimawandel? Und wo kann man sich aktuell informieren?


Durch die tieferen Temperaturen dieses Winters seien die Pflanzen insgesamt dieses Jahr etwas später dran, sagt Allergologe Bergmann, der auch Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst ist. Trotzdem ist das gefährliche Duo Hasel und Erle schon "durch", nur die Birkenpollen fliegen derzeit noch. Auf die Gräser- und Roggenpollen werde der harte Winter wahrscheinlich keinen Einfluss haben, meint Bergmann.

Hasel, Erle und Birke hätten in den letzten Jahren leicht zugenommen, die Pollen der gefürchteten Ambrosia zeigten dagegen eine leichte Abnahme gegenüber 2006, dem Jahr, in dem die Deutsche Pollenstiftung eine systematische Erfassung dieser Pollen an 48 Standorten begann. "Eine alarmistische Sicht ist also nicht gerechtfertigt."

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2 -Belastung in der Luft unterstützt vermutlich das Wachstum der Pollen produzierenden Pflanzen. Eine höhere UVB-Bestrahlung, wie sie das "Ozonloch" mit sich bringt, reduziert dagegen die Bildung von Pollen.

Prinzipiell dürfte der Klimawandel allerdings Einfluss auf den Pollenkalender nehmen, doch die Zusammenhänge sind kompliziert: Mildere Temperaturen im Herbst und Winter führen systematischen Messungen zufolge dazu, dass die Pollen von Kräutern länger und die von Bäumen früher fliegen, die gestiegene CO

Voraussagen werden dadurch verkompliziert, dass sich die Allergene etwa in Birkenpollen erst in den letzten Tagen vor deren Abflug bilden.  Auch was sonst noch in der Luft liegt, kann sich akut ändern. Aktuell gebe es allerdings keine Hinweise auf Auswirkungen von Vulkanasche-Partikeln auf den Pollenflug, sagt Bergmann.
 Aktuelle Informationen gibt es unter: www.dwd.de/pollenflug und unter www.pollenstiftung.de

Was passiert bei einer allergischen Reaktion im Körper?

Eine allergische Sofortreaktion, wie sie für den Heuschnupfen charakteristisch ist, macht ihrem Namen alle Ehre: Innerhalb von Sekunden bis Minuten nach dem Schleimhaut-Kontakt von Nase und Nebenhöhlen mit dem Allergieauslöser zeigen sich die typischen Reaktionen – in unserem Fall Juckreiz in der Nase und auf der Mundschleimhaut, tränende Augen, heftiges Niesen, ununterbrochen laufende Nase.

Diese Reaktionen scheinen aus heiterem Himmel zu kommen, sie sind allerdings durch einen früheren Kontakt gut vorbereitet, der das Immunsystem für den betreffenden Stoff sensibilisiert hat: Die körpereigene Abwehr hat danach Antikörper gebildet, vor allem Immunglobuline vom Typ IgE, um die fremde (aber eigentlich harmlose) Substanz zu bekämpfen. Die erreichen über die Blutbahn die Mastzellen der Schleimhäute, heften sich an deren Oberflächen und setzen explosionsartig den Botenstoff Histamin frei, sobald der "Fremdling" erneut mit dem IgE in Kontakt kommt. Die Folge: Die Schleimhäute schwellen an, sondern vermehrt Flüssigkeit ab und stoßen Entzündungsreaktionen an.

Ein Fremdling kommt selten allein: Weil verschiedene Baumarten botanische Verwandtschaft miteinander pflegen, sind Kreuzreaktionen nicht selten. Wer allergisch auf Birke oder Erle reagiert, den lassen leider auch Eichel oder Hasel nicht kalt.