Ist Heuschnupfen erblich?

Eindeutig ja. "In der Wiege gibt es keine Chancengleichheit", sagt Allergologe Bergmann. Sind Vater und Mutter schon von Allergien geplagt, dann stehen die Chancen für das Kind 70 zu 30. Ist nur ein Elternteil Allergiker, dann erkrankt etwa ein Drittel der Kinder. "Die Genetik ist allerdings nur der Hintergrund", sagt Bergmann. Auf jeden Fall bringt es etwas, wenn die Eltern nicht rauchen und die Mutter das Kind vier Monate lang stillt. Länger ist nach derzeitigem Wissensstand zur Allergievermeidung nicht nötig.

Wie soll man Heuschnupfen behandeln?

"Medikamente aus der Gruppe der Antihistaminika sind nach wie vor am wichtigsten", sagt Bergmann. Früher waren die Mittel, die den Botenstoff Histamin blockieren, gefürchtet, weil sie müde machten. Das ist bei der "neuen Generation" nicht mehr das Problem.

Eine spezifische Immuntherapie ("Desensibilisierung") ergebe Sinn, wenn die Symptome möglichst erst seit fünf Jahren bestehen, schränkt der Allergologe ein. Über einige Wochen werden dafür zunächst ganz geringe Mengen eines bekannten Allergens unter die Haut gespritzt. Die neuen Tropfen oder Tabletten, die man unter die Zunge legt (also sublingual anwendet), sind ein großer Fortschritt, aber sie müssen konsequent genommen werden.

Wenn ohne einen Infekt aus heiterem Himmel trockener Husten auftritt, vielleicht noch ein leichtes Brennen in der Brust und sogar Atembeklemmung dazukommt, dann können das erste Zeichen für ein allergisches Asthma sein: Der Heuschnupfen hat die "Etage" gewechselt. "Wenn dieser Verdacht besteht, sollte man unbedingt eine Lungenfunktionsprüfung machen lassen", sagt Bergmann.

Prinzipiell wäre es natürlich am besten, die Stoffe zu meiden, die man als persönliche Allergieauslöser zu fürchten gelernt hat. Machbar ist das gerade bei Substanzen, die in der Luft liegen, nur in den seltensten Fällen. Allerdings bringt es schon etwas, wenn man sich zum Beispiel abends nach dem Nachhausekommen die Haare (und damit die Pollen vom Kopf) wäscht, statt später mit ihnen das Kopfkissen zu teilen.