TropenkrankheitUrsprung von Malaria in Gorillas entdeckt

Forscher haben den nächsten Verwandten eines humanen Malariaerregers gefunden. Ihr Verdacht: Der Parasit ist vom Gorilla auf den Menschen übergesprungen. von 

Ein Silberrücken (Gorilla gorilla) im Norden Kongos späht durchs Dickicht des Regenwaldes

Ein Silberrücken (Gorilla gorilla) im Norden Kongos späht durchs Dickicht des Regenwaldes. Manche Tiere der Art sind von einem nahen Verwandten des Malariaerregers Plasmodium falciparum befallen  |  © Ian Nichols/National Geographic Society

Es ist ein Millenniums-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen. Um genau zu sein, ist es Ziel 6.3: Bis 2015 soll die Ausbreitung von Malaria – und anderen schweren Krankheiten – gestoppt werden. Im besten Fall soll die Zahl der Menschen, die sich jedes Jahr neu infizieren, ab 2015 sinken. Aber ist das noch zu schaffen? 243 Millionen sind nach Angaben der WHO allein 2008 an der Tropenkrankheit erkrankt. Am schwersten betroffen von Malaria ist Afrika. Alle 30 Sekunden stirbt hier ein Kind an den Folgen der lebensgefährlichen Krankheit.

Insgesamt gibt es fünf bekannte Malariaerreger, der ansteckendste und tödlichste unter ihnen ist Plasmodium falciparum . Durch einen Stich überträgt eine befallene Anophelesmücke den Parasiten auf den Menschen. Weimin Liu und seine Kollegen von der Universität von Alabama haben P. falciparum nachgespürt.

Ihre Studie haben sie im Wissensmagazins Nature veröffentlicht. Die Forscher haben 2739 Stuhlproben von wilden Primaten aus Zentralafrika auf Malariaparasiten untersucht und kommen zu folgendem Ergebnis: Der Erreger P. falciparum ist mit großer Wahrscheinlichkeit vom Westlichen Gorilla ( Gorilla gorilla) auf den Menschen übergesprungen.

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Die Studie wirft neues Licht auf die Herkunft von Malaria

Edward Holmes, Biologe

"Bislang nahm man in der Forschung an, dass der nächste Verwandte von  Plasmodium falciparum in Schimpansen zu finden sei", sagt Beatrice Hahn, eine Mitautorin der Studie . Als Schimpanse und Mensch sich vor gut fünf bis sieben Millionen Jahren in zwei Arten aufspalteten, gingen auch ihre Malariaerreger getrennte Wege, so die bisherige Annahme. Der eine – P. reichenowi lebte im Schimpansen fort, der andere – P. falciparum – im Menschen. Doch innerhalb des vergangenen Jahres fanden Mikrobiologen in verschiedenen Affenarten weitere Malariaerreger, die ebenfalls eng mit P. falciparum verwandt sind. "Wir vermuteten, dass der Erreger von der einen Spezies auf die andere übergesprungen ist, etwa vom Gorilla auf den Menschen", erklärt Hahn.

Die Wissenschaftler suchten in Stuhlproben nun nach dem Erbgut der tödlichen Parasiten. Im Stuhl von Bonobos ( Pan paniscus ) entdeckten sie keinen Erreger, ebenso wenig im Stuhl Östlicher Flachlandgorillas ( Gorilla beringei graueri ). In den Proben der Schimpansen ( Pan troglodytes ) und des Westlichen Flachlandgorillas ( Gorilla gorilla gorilla ) wurden sie hingegen fündig. Mehr als jeder dritte Schimpanse oder Westlicher Flachlandgorilla trägt demnach Plasmodiumparasiten in sich.

Leserkommentare
    • Varech
    • 09. Dezember 2010 4:45 Uhr

    ... könnten sie da nicht entdecken, dass sie früher in Urzeiten noch als Ur-Gorillas sich eine Ur-Malaria von den Ur-Menschen eingefangen hatten? Geld für eventuelle Malariabekämpfung brächte ihnen das allerdings nicht ein.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es sind allerdings nur kleine und schwächliche Exemplare, die das tun. Sie haben sich aus lauter Minderwertigkeitskomplexen zu einer eigenen Spezies namens Mensch erklärt.
    :-)

  1. Es sind allerdings nur kleine und schwächliche Exemplare, die das tun. Sie haben sich aus lauter Minderwertigkeitskomplexen zu einer eigenen Spezies namens Mensch erklärt.
    :-)

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  • Schlagworte Vereinte Nationen | Erbgut | Malaria | Schimpanse | Studie | Afrika
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