Schlaf in den Kulturen Wie der Alltag unseren Schlaf bestimmt
Jeder hat ihn, jeder braucht ihn: Doch wie lange, wann und wo der Mensch schlummert, gibt das Umfeld vor. Auftakt eines ZEIT-ONLINE-Schwerpunktes zum Thema Schlaf.
© Don Emmert/AFP/Getty Images

Ein Japaner hält während einer Sitzung der Vereinten Nationen in New York ein Nickerchen. In seinem Herkunftsland gilt: Wer tagsüber schläft, war in der Nacht besonders fleißig
Warum schlafen wir? In den kommenden Tagen widmen sich ZEIT ONLINE und DIE ZEIT intensiv dem Thema Schlaf . In Interviews, Videos, Reportagen und Umfragen klären wir die wichtigsten Fragen rund um den Zustand, in dem wir gut ein Drittel unseres Lebens verweilen. Wie erklären Hirnforscher den Schlaf , gibt es die produktive Siesta und was kostet die Wirtschaft unsere Müdigkeit? Zum Auftakt hat unsere Autorin Alina Schadwinkel dem Schlummern in verschiedenen Kulturen nachgespürt.
Schlaf ist ein globales menschliches Bedürfnis, seit Anbeginn der Zeit. Ob Schlaf in Schichten in der Antike, Tragbetten zu Zeiten der Römer, Schlafentzug mit Beginn der Industrialisierung oder die calvinistische Arbeitsethik im Silicon Valley: Dass der Mensch schlafen muss, ist unumstritten. Aber auf das "wie?" gibt es die unterschiedlichsten Antworten.
"Im Laufe der Jahrhunderte gab es dramatische Veränderungen im Schlafverhalten. Zum Beispiel war es in Europa bis zum 18. Jahrhundert weit verbreitet, in zwei Schichten zu schlafen", sagt der Mathematiker und Gesundheitswissenschaftler Timothy Olds von der University of Southern Australia . Schon die Griechen waren es lange vor Christi Geburt gewohnt, auch nachts stundenlang wach zu sein. In dieser Zeit wurde gebetet, Träume diskutiert, Nachbarn besucht und Bier gebraut.
In den folgenden Jahrhunderten änderte sich dies radikal. Wer zweimal täglich schlummerte, galt als faul und unproduktiv, schließlich wurde kostbare Zeit einfach nutzlos vertan. "Jeder handhabt den Umgang mit Schlaf halt ein wenig anders", sagt Olds. Er untersucht das Schlafverhalten von Kindern weltweit. Olds und seine Kollegen durchforsteten 30 Studien aus 20 Ländern, die von den Schlafgewohnheiten der vergangenen 30 Jahre berichten. Die heutige Generation poft demnach pro Nacht gut 20 bis 30 Minuten weniger als ihre Eltern.
Auch kulturell gibt es scheinbar gravierende Unterschiede. So schlafen Kinder in Asien gut 60 bis 120 Minuten pro Nacht weniger als jene in Europa. Amerikanischer Nachwuchs bleibt im Schnitt rund 40 bis 60 Minuten länger im Bett als ihre Altersgenossen in Fernost. Schulkinder in Korea ratzen während der Prüfungsphasen laut einer Studie nur vier bis fünf Stunden pro Nacht in der Woche, jedoch 13 Stunden am Wochenende, um den Verlust wieder auszugleichen. Und "in Japan ist es normal, dass Kinder in der Schule schlafen. Es zeigt, dass sie nachts fleißig waren, wenn sie im Unterricht einnicken", erklärt Olds. In Amerika und vielen Ländern Europas hingegen zähle dies als ein Zeichen von Schwäche.
Dabei ist die "Siesta" in den südlichen Ländern Europas noch immer Kulturgut, selbst wenn sich in Großstädten langsam weniger Menschen am Nachmittag dösen. Auch in einigen Ländern Südamerikas gehört die Mittagspause samt Kurzschlaf noch heute zum Alltag und in Irland gab es bis in die 1980er noch eine "ruhige Stunde".
- Datum 26.10.2010 - 07:46 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 26
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Schlaf pro Nacht reichen für Erwachsene über 50 Jahre.
Woher nehmen sie diese Information? Haben sie Belege?
ad diesem 5 Stunden Schlaf Kommentar:
Man kann keine absoluten Zeiten festlegen. Der Mensch sollte eine gewisse Anzahl an Schlafzyklen durchleben, nur so wird eine optimale Schlafmenge errechnet. Da diese Zyklen bei jedem Menschen unterschiedlich lang sind, kann man das mit den 5 Stunden nicht einfach pauschal in den Raum werfen.
Woher nehmen sie diese Information? Haben sie Belege?
ad diesem 5 Stunden Schlaf Kommentar:
Man kann keine absoluten Zeiten festlegen. Der Mensch sollte eine gewisse Anzahl an Schlafzyklen durchleben, nur so wird eine optimale Schlafmenge errechnet. Da diese Zyklen bei jedem Menschen unterschiedlich lang sind, kann man das mit den 5 Stunden nicht einfach pauschal in den Raum werfen.
Bitte kommentieren Sie artikelbezogen. Danke, die Redaktion/fk.
...schlaf ich 12 Stunden und wache 12 stunden (ca.)
Ich finde das seltsam. Müsste der Körper nicht wissen wieviel schlaf er braucht und dann aufwachen? 12 stunden sind ja schon viel zu viel.
in der freien Natur übernachten dass ihr Körper auf die Tageszeiten reagieren kann. In der abgedunkelten Wohnung kann auch 24h am Tag schlafen ;)
in der freien Natur übernachten dass ihr Körper auf die Tageszeiten reagieren kann. In der abgedunkelten Wohnung kann auch 24h am Tag schlafen ;)
Woher nehmen sie diese Information? Haben sie Belege?
... wenn man in der Wachzeit nichts besonders zu tun hat, dann reicht dieses Quantum Schlaf... ;-)
... wenn man in der Wachzeit nichts besonders zu tun hat, dann reicht dieses Quantum Schlaf... ;-)
in der freien Natur übernachten dass ihr Körper auf die Tageszeiten reagieren kann. In der abgedunkelten Wohnung kann auch 24h am Tag schlafen ;)
klappt genauso.
im sommer bietet sich noch der balkon sofern vorhanden und entsprechend nutzbar.
im garten zelten, sollte auch klappen.
optimum waere an nord- oder besser ostsseestrand zu naechtigen.
was vergessen?
Das erinnert mich daran, als ich mit Interrail zwei Wochen lang durch Italien und Griechenland gefahren bin und dabei aus Geldnot immer unter freiem Himmel geschlafen habe. Da habe ich possierliche 6 bis 7 Stunden geschlafen und wurde dann am Morgen wach.
Vielleicht sollte ich im Wintergarten pennen ;)
klappt genauso.
im sommer bietet sich noch der balkon sofern vorhanden und entsprechend nutzbar.
im garten zelten, sollte auch klappen.
optimum waere an nord- oder besser ostsseestrand zu naechtigen.
was vergessen?
Das erinnert mich daran, als ich mit Interrail zwei Wochen lang durch Italien und Griechenland gefahren bin und dabei aus Geldnot immer unter freiem Himmel geschlafen habe. Da habe ich possierliche 6 bis 7 Stunden geschlafen und wurde dann am Morgen wach.
Vielleicht sollte ich im Wintergarten pennen ;)
In der ältesten der Menschheit überlieferten Wissenstradition - die Vedische Wissenschaft Indiens, werden neben den 3 Bewusstseinszuständen - Wachen, Träumen, Schlafen - 4 weitere Bewusstseinszustände beschrieben, die von einer Seele mit einem menschlichen Nervensystem erfahren werden können:
1. Transzendentales Bewusstsein ( in der Sanskrit-Fachliteratur: "Samadhi" oder "Turya" ) zeichnet sich durch eine sehr tiefe Ruhe bei gleichzeitiger Wachheit aus - wird während der Transzendentalen Meditation erfahren.
2. Universales ( kosmisches ) Bewusstsein ( "Turyathit" ): Transzendentales Bewusstsein wird während Wachen, Träumen, Schlafen ( Yogaschlaf ) aufrechterhalten - hervorgerufen durch den Wechsel von Meditation und Aktivität
3. & 4. Aus Platzgründen zusammengefasst:
Im Zuge seiner Evolution verfeinert sich das Bewusstseins und wird sich seiner eigentlichen Natur mehr und mehr bewusst: die Unbegrenztheit des allen und allem zu Grunde liegenden Feldes. im Zustand der Erleuchtung wird das Selbst als der in allen Lebewesen wohnende Impuls des Bewusstseins erfahren ( Brahmi Chetana ). Der Zustand der Unbesiegbarkeit, der inneren Weite / Freiheit.
Diese sogenannten höheren Bewusstseinszustände werden/wurden in allen Kulturen von Menschen erfahren und in verschiedenen Worten beschrieben - die exaltierte Form menschlichen Lebens. Ich persönlich habe mit der einfach zu lernenden Technik der Transzendentalen Meditation in diesem Zusammenhang einschlägige Erfahrungen gemacht :-)
Kann man damit auch lernen, seinen Tiefschlaf zu verbessern, und sich das Rumgewälze mit ständigem Aufwachen abtrainieren?
Kann man damit auch lernen, seinen Tiefschlaf zu verbessern, und sich das Rumgewälze mit ständigem Aufwachen abtrainieren?
... wenn man in der Wachzeit nichts besonders zu tun hat, dann reicht dieses Quantum Schlaf... ;-)
Genau so ist auch meine Erfahrung. Ich bin auch schon mit einer Stunde Schlaf ausgekommen. Der nachfolgende Tag bestand jedoch aus einem Umzug, also rein körperlicher Arbeit (wobei gerade bei überhöhter Müdigkeit besondere Konzentrationsleistung erforderlich ist, schließlich möchte man nichts zu Bruch gehen lassen).
Wenn man aber geistig anspruchsvollen und kreativen Tätigkeiten nachgeht (Software-Entwicklung) oder aber massiv neue Dinge lernt, dann braucht das Gehirn eine Auszeit. Das ist neurologisch sinnvoll und nichts bahnbrechend Neues. Erfahrungsgemäß sind da bei mir etwa 7h optimal. Interessant finde ich, dass übermäßiger Schlaf (>8h) meiner mentalen Fitness des darauffolgenden Tages eher schadet. Kennt noch jemand dieses Phänomen?
Genau so ist auch meine Erfahrung. Ich bin auch schon mit einer Stunde Schlaf ausgekommen. Der nachfolgende Tag bestand jedoch aus einem Umzug, also rein körperlicher Arbeit (wobei gerade bei überhöhter Müdigkeit besondere Konzentrationsleistung erforderlich ist, schließlich möchte man nichts zu Bruch gehen lassen).
Wenn man aber geistig anspruchsvollen und kreativen Tätigkeiten nachgeht (Software-Entwicklung) oder aber massiv neue Dinge lernt, dann braucht das Gehirn eine Auszeit. Das ist neurologisch sinnvoll und nichts bahnbrechend Neues. Erfahrungsgemäß sind da bei mir etwa 7h optimal. Interessant finde ich, dass übermäßiger Schlaf (>8h) meiner mentalen Fitness des darauffolgenden Tages eher schadet. Kennt noch jemand dieses Phänomen?
Kann man damit auch lernen, seinen Tiefschlaf zu verbessern, und sich das Rumgewälze mit ständigem Aufwachen abtrainieren?
Ob Meditation den Tiefschlaf verbessert, weiss ich nicht zu sagen. Den Kommentar von Akanda fand ich aber durchaus interessant und bin gespannt auf die folgenden Artikel in der ZEIT. Zum "Rumgewälze mit ständigem Aufwachen": da würde ich nun allen, denen es ähnlich geht, empfehlen, Folgendes zu checken: vielleicht reagieren Sie empfindlich auf Strahlung von wlans, Handies, Dect-Telefonen etc....? Wenn Sie empfindlich reagieren, sollte all dies, wenigstens während Sie schlafen, ausgeschaltet sein. Man sollte diesen Einfluss auf den Schlaf (und auch auf das Träumen bzw. auch die Erinnerungsfähigkeit von Träumen) auf keinen Fall unterschätzen.
Und nun zur Schlafdauer: jemand, der sehr erschöpft ist und dauerhaft unter Stress steht, dürfte mehr Schlaf benötigen, v.a. wenn die Qualität des Schlafes selbst ungenügend ist und sich der Organismus daher auch im Schlaf nicht gut erholt.
Ob Meditation den Tiefschlaf verbessert, weiss ich nicht zu sagen. Den Kommentar von Akanda fand ich aber durchaus interessant und bin gespannt auf die folgenden Artikel in der ZEIT. Zum "Rumgewälze mit ständigem Aufwachen": da würde ich nun allen, denen es ähnlich geht, empfehlen, Folgendes zu checken: vielleicht reagieren Sie empfindlich auf Strahlung von wlans, Handies, Dect-Telefonen etc....? Wenn Sie empfindlich reagieren, sollte all dies, wenigstens während Sie schlafen, ausgeschaltet sein. Man sollte diesen Einfluss auf den Schlaf (und auch auf das Träumen bzw. auch die Erinnerungsfähigkeit von Träumen) auf keinen Fall unterschätzen.
Und nun zur Schlafdauer: jemand, der sehr erschöpft ist und dauerhaft unter Stress steht, dürfte mehr Schlaf benötigen, v.a. wenn die Qualität des Schlafes selbst ungenügend ist und sich der Organismus daher auch im Schlaf nicht gut erholt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren