Erbgut entziffert Ozzy Osbourne – ein genetisches Wunder?

Seine Ahnen überlebten den Untergang Pompejis. Genetisch neigt er zu Drogensucht und Alkoholexzessen. Das und mehr verrät das Erbgut des "Prince of Darkness".

"Ein menschlicher G-n-o-m?" Als Ozzy Osbourne von dem Plan amerikanischer Wissenschaftler erfuhr, sein komplettes "G-e-n-o-m" zu sequenzieren, verstand der Rockstar und ehemalige Leadsänger der Band Black Sabbath erst einmal nur Bahnhof. Als er begriffen hatte, dass die Forscher sein Erbgut bis ins letzte Detail ergründen wollten, fragte er sich zu Recht: Warum ich?

Immerhin ist der heute 61-Jährige mit dem bürgerlichen Namen John Michael Osbourne, dessen Familie durch die Reality-Soap The Osbournes weltweit berühmt wurde, nicht gerade als Superhirn bekannt.

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Und nicht umsonst trägt der gebürtige Brite den Spitznamen "The Prince of Darkness" – in den achtziger Jahren machte er vor allem mit Alkohol- und Drogenexzessen Schlagzeilen. Genau wie mit seinem exzentrischen Auftreten: 1982 biss Osbourne bei einem Konzert in Iowa einer lebendigen Fledermaus den Kopf ab. Heute beteuert er, er habe geglaubt, das Tier sei eine Attrappe aus Gummi.

Was also ist spannend an dem Erbgut eines Exzentrikers, der mindestens 40 Jahre lang harte Drogen konsumiert hat, einen Genickbruch überlebte und bereits zweimal klinisch tot war? Nun – genau das. Denn für die Wissenschaft grenzt es an ein Wunder, dass dieser Mann überhaupt noch lebt.

In seinem Erbgut fanden die Forscher denn auch interessante Merkmale, mit denen man – etwas Humor vorausgesetzt – Osbournes erstaunliche Widerstandskraft erklären könnte. So teilt der Musiker einige Abschnitte seiner DNA mit Menschen, die im Jahr 79 nach Christus den Untergang der Stadt Pompeji überlebten, als sie im Ascheregen des Vesuvs versank. "Ich habe schon immer gesagt: Wenn die Welt untergeht, werden Kakerlaken, Ozzy und Keith Richards übrig sein", erzählte Sharon Osbourne auf einer Pressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung der Erbgutdaten ihres Gatten.

Damit nicht genug: Glaubt man den Genetikern, entstammt Ozzy einer Linie, zu der auch der britische König George I. gehörte. "Ich bin mir sicher, die Royals werden hin und weg sein, wenn sie das erfahren", sagte Osbourne, als ihm der Mediziner Nathan Pearson von der US-Biomedizinfirma Knome  das entzifferte Erbgut erläuterte. Darüber hinaus fanden die Forscher in Ozzys Erbgut auch Gene, die schon die Neanderthaler trugen. Das ist deshalb interessant, weil die Forschung erst seit Kurzem davon ausgeht, dass sich der moderne Mensch mit dem Neandertaler genetisch vermischt haben muss.

Leser-Kommentare
    • VMK
    • 06.11.2010 um 9:44 Uhr

    Öhm ja, dann beglückwünsche ich Ozzy mal zur Wahl seiner Gene…

  1. Kann sein, dass Ozzy's Grossvater (x50), gerade auf der Durchreise in Pompei war, als der Vulcan
    ausbrach; dann wurden auch noch seine Gebeine sequenziert. Heute denkt man dann, dass alle
    Pompeier die grossvaeterlichen Gene trugen. Dabei wohnte die Familie Otz (damaliger Name, mglw. verwand mit Oetzi) als letzter Tribus einer Familie, welcher aus einer ungluecklichen Mischehe zwischen einer Naeandertaler Frau (deswegen auch die mitochondrialen N-Genvarianten), eigentlich im heutigen Kiew.

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    • TDU
    • 06.11.2010 um 10:37 Uhr

    Man sollte mal ein paar Unbekannte Suchtköpfe und Exzentriker nehmen, die sich im Alter guter Gesundheit erfreuen. Dann wäre das alles überzeugender. Aber das würde vermutlich bei einigen Gesundheitsberatern nicht gut ankommen. Dem Prominenten kann man ja immer den Ausnahmefaktor zuweisen, damit`s nicht plötzlich bei allen rockt.

  2. Die einzige Heavy-Metal-Band, die ich gern höre.

    Ganz ohne Genuntersuchung vermute ich, dass es häufig die Borderline sind, die was Besonderes zuwege bringen.

    Noch mehr der Grenzgänge scheitern wohl auch, wenn sie nicht das passende Ambiente finden oder der Plattenboss sie wegen eines dummen Zufalls nicht hören konnte. Sei's dass Sarah Connor angerufen hat oder ihm der Manager von Britney im Ohr hing oder der eigene Gitarrist die Wirkung der Band untergrub.

    Tja, Gene sind was Fragiles. Manchmal lässt ihnen die schnöde Welt einfach keine Chance und die geborenen Ausnahmetalente enden als Testhörer für Autohupen - eine der Lieblingsgeschichten Ozzys.

    • H-Yo
    • 06.11.2010 um 11:53 Uhr

    Wenn diese Studie etwas gebracht hat, dann wohl eher die Vorstellungen der breiten Öffentlichkeit, was Genetik leisten kann, völlig zu verwirren.

    Nach wie vor ist die Genomanalyse, wenn man von ganz wenigen Ausnahmen absieht, nicht im Mindesten in der Lage, auf die persönlichen Eigenschaften eines Menschen zu schliessen. Die so tun, als wäre das der Fall, verbinden hier ganz offensichtlich wirtschaftliche Interessen damit: Man möchte ein Biotech Unternehmen ins Gespräch bringen.

    Ist es nicht viel spannender, anhand von Genomanalysen etwa den Stammbaum der Menschheit zu erforschen oder die Entstehung von Krankheiten? Dafür muss man sich seine Probanden allerdings etwas besser aussuchen. Dass sich für solche "Egomanen-Projekte" auch Leute wie Craig Venter und James Watson hergeben, macht die Sache nicht besser. Selbst wenn man bei ihnen eine genetisch bedingte, überdurchschnittliche Intelligenz vermutete, bräuchte es immernoch eine statistische Grundlage, um irgend etwas zu beweisen.

  3. ...in der "Zeit" einen Artikel zu lesen, in dem die Eigenschaften eines sympathischen Exzentrikers auf seine Gene zurückgeführt werden.

    Hätten Sie diesen Artikel auch veröffentlicht, wenn es sich um das entzifferte Genom eines 17jährigen Rütlischülers mit 87 Vorstrafen wegen Gewaltdelikten und einem IQ von 72 gehandelt hätte, der demzufolge "nachweislich" von Dschingis Khan oder den Vandalen abstammt???

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    • hthswa
    • 06.11.2010 um 13:02 Uhr

    denn es hätte ja eventuell T. Sarrazin bestätigt.

    Und da war ja im Vorhinein ein negatives Urteil festgeschrieben, egal wie wahr diese Theorien auch gewesen wären.

    Aber erstaunlich: Nicht nur gobt es eine große Anzahl Integrationsdebatten, auch Gen-Diskusionen flackern auf. Alles wegen T.S?

    Sie schreiben:"Hätten Sie diesen Artikel auch veröffentlicht, wenn es sich um das entzifferte Genom eines 17jährigen Rütlischülers mit 87 Vorstrafen wegen Gewaltdelikten und einem IQ von 72 gehandelt hätte, der demzufolge "nachweislich" von Dschingis Khan oder den Vandalen abstammt???"

    :-)
    oder es hätte sich rausgestellt,dass er von Mohammed abstammt,nicht auszudenken,da hätte sich so mancher bei der Zeit wohl lieber "selbstzensiert" bevor er sich getraut hätte,dies zu Papier zu bringen.
    Bitte,sehr verehrter Leser,wie Sie wissen ist zb ua Intelligenz bei allen Menschen per Gene vererblich,außer natürlich bei bestimmten Religionsangehörigen.
    Soviel "Freiheit" müssen Sie "der Zeit" lassen,dies fällt unter Meinungsfreiheit.Das mit den Genen und den Spiegelneuronen wird noch spannend werden.

    • hthswa
    • 06.11.2010 um 13:02 Uhr

    denn es hätte ja eventuell T. Sarrazin bestätigt.

    Und da war ja im Vorhinein ein negatives Urteil festgeschrieben, egal wie wahr diese Theorien auch gewesen wären.

    Aber erstaunlich: Nicht nur gobt es eine große Anzahl Integrationsdebatten, auch Gen-Diskusionen flackern auf. Alles wegen T.S?

    Sie schreiben:"Hätten Sie diesen Artikel auch veröffentlicht, wenn es sich um das entzifferte Genom eines 17jährigen Rütlischülers mit 87 Vorstrafen wegen Gewaltdelikten und einem IQ von 72 gehandelt hätte, der demzufolge "nachweislich" von Dschingis Khan oder den Vandalen abstammt???"

    :-)
    oder es hätte sich rausgestellt,dass er von Mohammed abstammt,nicht auszudenken,da hätte sich so mancher bei der Zeit wohl lieber "selbstzensiert" bevor er sich getraut hätte,dies zu Papier zu bringen.
    Bitte,sehr verehrter Leser,wie Sie wissen ist zb ua Intelligenz bei allen Menschen per Gene vererblich,außer natürlich bei bestimmten Religionsangehörigen.
    Soviel "Freiheit" müssen Sie "der Zeit" lassen,dies fällt unter Meinungsfreiheit.Das mit den Genen und den Spiegelneuronen wird noch spannend werden.

    • hthswa
    • 06.11.2010 um 13:02 Uhr

    denn es hätte ja eventuell T. Sarrazin bestätigt.

    Und da war ja im Vorhinein ein negatives Urteil festgeschrieben, egal wie wahr diese Theorien auch gewesen wären.

    Aber erstaunlich: Nicht nur gobt es eine große Anzahl Integrationsdebatten, auch Gen-Diskusionen flackern auf. Alles wegen T.S?

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    Ich weiß ja nicht, wo Sie so die letzten Jahre vebracht haben (hinterm Mond? In der Tundra? Jedenfalls irgendwo, wo niemand zu leben scheint), aber die Debatten kannte man auch schon vor T. S.
    Nur weil die Medien die angesprochenen Themen jetzt anders platzieren, sind sie doch nicht neu.

    Ich weiß ja nicht, wo Sie so die letzten Jahre vebracht haben (hinterm Mond? In der Tundra? Jedenfalls irgendwo, wo niemand zu leben scheint), aber die Debatten kannte man auch schon vor T. S.
    Nur weil die Medien die angesprochenen Themen jetzt anders platzieren, sind sie doch nicht neu.

  4. Ich weiß ja nicht, wo Sie so die letzten Jahre vebracht haben (hinterm Mond? In der Tundra? Jedenfalls irgendwo, wo niemand zu leben scheint), aber die Debatten kannte man auch schon vor T. S.
    Nur weil die Medien die angesprochenen Themen jetzt anders platzieren, sind sie doch nicht neu.

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