Robert Enke Eine bessere Gesellschaft heilt keine Depression
Zum Todestag von Robert Enke wird viel über den Umgang mit Schwachen in der Leistungsgesellschaft diskutiert. Doch Depression ist keine Schwäche. Dagny Lüdemann kommentiert
Vor genau einem Jahr nahm sich der Nationaltorwart Robert Enke das Leben . Jahrelang hatte er an einer schweren Depression gelitten. Sein Tod hat Deutschland zum Nachdenken gebracht – über Stress, Leistungsdruck , den Umgang mit Misserfolg. Durch Robert Enke hat die Krankheit ein Gesicht bekommen. Prominente erklären sich, Betroffene fühlen sich ermutigt, ihr Schicksal anzusprechen.
Die Krankheit Depression ist seither in aller Munde. Doch verstanden wird sie nicht. Denn viele sehen in Robert Enke nun einen Menschen, der am Druck seines Erfolgs scheiterte. Der zu sensibel war, um dem Stress und dem Leistungskampf im Profifußball Stand zu halten. Der aus Angst vor bösen Medienberichten und aus Sorge um seinen Arbeitsplatz die Krankheit verheimlichte und schließlich durch eine rücksichtslose Ellenbogengesellschaft in den Tod getrieben wurde.
Dieses Bild ist falsch.
Menschen, die an echten Depressionen erkranken (siehe Infokasten), können ihre Umgebung nicht mehr objektiv wahrnehmen. Die Fähigkeit geht ihnen verloren, Stress oder Kritik zu bewältigen. Nicht, weil sie schwache Menschen sind. Nicht, weil sie einen labilen Charakter haben. Sondern wegen ihrer Krankheit. Manche Depressive versinken so tief in Selbstzweifeln, Angstzuständen und Antriebslosigkeit, dass sie morgens nicht mehr aufstehen können. Ganz egal, ob ein stressiger Trainingstag in der Nationalmannschaft vor ihnen liegt oder ob sie einfach nur ihre Kinder zur Schule bringen wollen.
- Was ist eine Depression?
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Zuallererst ist es wichtig, eine echte Depression von einer depressiven Verstimmung zu unterscheiden. Melancholische Phasen, Trauer und schlechte Laune kennt jeder Mensch. Eine Depression dagegen ist eine Erkrankung, die mit Medikamenten behandelt werden muss – und kann.
Zwar sind die Grenzen zwischen der depressiven Verstimmung und der Erkrankung Depression fließend – ein Psychiater kann aber meist eine recht klare Diagnose stellen.
Mit einer echten Depression gehen meist körperliche Symptome einher: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme und anderes. Die Betroffenen sind antriebslos und können zum Teil den einfachen Alltag nicht bewältigen. Sie haben die Fähigkeit verloren, sich zu freuen.
Diese Patienten können Probleme nicht mehr richtig einschätzen. Sie empfinden ihre Lage als aussichtslos – egal ob das objektiv so ist. Manch Leidenden plagen Suizidgedanken. Guter Zuspruch, Erholung und Ablenkung helfen Depressiven in diesem Stadium nicht mehr. Nur ein Arzt kann dann helfen.
Das Kompetenznetz Depression bietet einen Selbsttest an, der erste Hinweise liefert.
- Ursachen der Krankheit
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Depressionen entstehen aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren – und nicht alle Ursachen sind gut erforscht.
Eine erbliche Veranlagung spielt ebenso eine Rolle wie Umweltfaktoren. Stress, traumatische Erlebnisse und schwierige Lebenssituationen können den Ausbruch einer Depression begünstigen. Umgekehrt sind die Menschen sozial stark benachteiligt, die an einer depressiven Erkrankung leiden. Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit und sogar Obdachlosigkeit können die Folge sein.
Bei Menschen mit Depression ist auch der Stoffwechsel im Gehirn verändert. Der Kreislauf von Botenstoffen, die die Stimmung beeinflussen, ist gestört. Hier setzen fast alle Medikamente an, die Depressiven helfen können.
- Die gute Nachricht
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Einmal diagnostiziert können Depressionen heute gut behandelt werden. Häufig ist eine Kombination aus einer Medikamenten- und Psychotherapie sinnvoll. In schweren Fällen ist ein Aufenthalt in einer Klinik nötig.
Die früher sehr umstrittenen Psychopharmaka gelten heute als unverzichtbar für eine erfolgreiche Therapie. Moderne Mittel haben weniger Nebenwirkungen als früher.
Nur bei einer leichten depressiven Verstimmung reicht eine Psychotherapie aus. Deshalb raten Experten den Angehörigen, möglichst früh einen Arzt hinzuzuziehen. Je früher die Depression erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Das Deutsche Bündnis gegen Depression und das Kompetenznetz Depression bietet Informationen für Betroffene und Angehörige. Das Psychiatrienetz informiert im Auftrag mehrerer Fachverbände über psychische Erkrankungen.
Viele Menschen mit Depressionen haben zudem körperliche Beschwerden, von Schlafstörungen über Rückenschmerzen bis hin zu chronischer Erkältung. Depressionen sind nicht nur eine seelische Erkrankung: Auch die chemischen Prozesse im Gehirn sind bei den meisten Betroffenen verändert. Dagegen helfen nur Medikamente.
Zwar ist es richtig, dass traumatische Ereignisse, dauerhafter Stress oder negative Erfahrungen den Ausbruch einer Depression begünstigen können. Sicherlich hat der berufliche Druck, dem Robert Enke als Spitzensportler ausgesetzt war, seinen Krankheitsverlauf negativ beeinflusst. Und auch der Tod seiner kleinen Tochter wird ihm gesundheitlich zugesetzt haben. Doch war es am Ende die Krankheit, an der er starb. Auch die Liebe seiner Familie konnte das nicht verhindern.
Wenn Depressionen durch das Schicksal Robert Enkes in den Fokus rücken, dann ist das gut für Betroffene. Doch muss die Gesellschaft auch lernen, zu akzeptieren, wenn jemand geheilt wurde. Viele Menschen, die ihre Depression einmal öffentlich gemacht haben, sind gebrandmarkt: Zu schwach, nicht belastbar, zu labil, heißt es dann. An diesem Stigma hat sich auch ein Jahr nach Enkes Tod kaum etwas geändert. Depression ist keine Schwäche. Es wird Zeit, das zu erkennen.
- Datum 10.11.2010 - 16:18 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 56
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Ein Jahr ist es nun her als sich Nationaltorwart Robert Enke vor einen Zug warf. Seitdem sollte im Profi-Fußball vieles anders werden. Ist das die Wirklichkeit oder Wunschdenken geblieben?
Lesen Sie weiter:
http://habseligseiten.de/...
...fand ich den mdeialen Hype um Robert Enke unerträglich. Nun wird auch noch zum Jahrestag wieder kräftig konduliert.
Ist dieser Selbstmord wegen Depressionen nun von einer derart großen Wichtigkeit, dass es überall wieder hochgekocht werden muss?
Natürlich ist auch sein Tod bedauerlich, tragisch. Aber gäbe es nicht zahlreiche andere, vielleicht weniger bekannte Menschen, die es eher verdient hätten, dass man ihnen ein Denkmal setzt und posthum ehrt und ihrer gedenkt?
Auch ein Jahr später spricht niemand über den Lokführer, von dem Enke sich hat umbringen lassen, den er für seinen Freitod missbraucht hat.
Mein Mitgefühl - auch ein Jahr später - mit dem Lokführer!
Nicht mit Enke.
... vielleicht mit beiden?
Den Namen Enke hat man genommen, um dem ganzen, wie es heißt, ein Gesicht zu geben. Depressionen von Herrn oder Frau Jedermann interessieren niemanden. Und wer nicht selbst welche hat, kann sich darunter auch nichts vorstellen - das verlangt auch kein Depressiver! Nur dieses unqualifizierte Besserwissen, das möchte auch kein Depressiver hören. Lieber nichts sagen, wenn man keine Ahnung hat, als "kluge" Ratschläge erteilen oder Vorurteile aus Unwissenheit.
Ich nehme gern ein "Bild", um es etwas zu veranschaulichen: Wenn ein Organ erkrankt oder immer wieder verletzt wird, ist es geschädigt, krank, schmerzt, tut seinen Dienst nicht... es ist also keine Frage des Willens oder Schwäche.
... vielleicht mit beiden?
Den Namen Enke hat man genommen, um dem ganzen, wie es heißt, ein Gesicht zu geben. Depressionen von Herrn oder Frau Jedermann interessieren niemanden. Und wer nicht selbst welche hat, kann sich darunter auch nichts vorstellen - das verlangt auch kein Depressiver! Nur dieses unqualifizierte Besserwissen, das möchte auch kein Depressiver hören. Lieber nichts sagen, wenn man keine Ahnung hat, als "kluge" Ratschläge erteilen oder Vorurteile aus Unwissenheit.
Ich nehme gern ein "Bild", um es etwas zu veranschaulichen: Wenn ein Organ erkrankt oder immer wieder verletzt wird, ist es geschädigt, krank, schmerzt, tut seinen Dienst nicht... es ist also keine Frage des Willens oder Schwäche.
Wenn es keinen konkreten Auslöser gibt, sind Depressionen meist multifaktoriell und wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei durchaus um Belastungen - einerseits von Außen und andererseits manifestierte und früh erworbene (also prinzipiell auch den äußeren Umständen geschuldet) und direkt mit dem Selbstwert korrelierende.
Wieder einmal setzt die Zeit neue Masstäbe in der Auftragsschreiberei zugunsten einer marktradikalen Klientel, die sich nur insoweit für das Humankapital interessiert, als das es gefälligst zur weiteren Produktions- und Reproduktionsfähigkeit gesundzuerhalten sei. Wir erleben nicht erst seit gestern einen drastischen Anstieg von Depressionserkrankungen und Suiziden, die es nicht in die Schlagzeilen schaffen, weil es sich nicht um Prominente handelt, die sich das Leben nehmen. Es gibt außerdem schon seit langem wissenschaftliche Studien, die sich mit der Ausbreitung der Depression als Zivilisationskrankheit in industriellen Gesellschaften befassen. Man könnte sich auch kurz an die Suizide in chinesischen Fabriken erinnern, um sich darüber klar zu werden, dass man selbst mental stabile Menschen unwürdigen Lebensbedingungen in den Selbstmord treiben kann. Es steht ausser Frage, das Faktoren wie die Reduzierung des Menschen als Humankapital, Gentrifizierung sowie Enturbanisierung städtischen Lebensraumes zugunsten profitorientierten Investments und damit einhergehender sozialer Vereinsamung sowie der Zerfall von Familen- und sozialen Netzwerken massiv zur mentalen Verödung unserer Gesellschaft beitragen. Manche sind dem gegenüber resistenter als Andere, aber die Tendenz zur Verzweiflung steigt. Das sollte die, welche sich noch wehren können, wirklich wütend machen.
Mutiger und treffender Kommentar.
aber chinesische Fabrikarbeiter taugen als Kronzeugen für Ihre Argumentation wohl kaum. Denn der Zusammenhang zwischen Depression und Suizid ist weder hinreichend noch notwendig. Auch schiere Verzweiflung treibt Menschen immer wieder in den Freitod, das hat mit Depressionen jedoch nichts zu tun.
Ich stimme Ihnen in den meisten Punkten zu. Doch muss gesagt werden, dass wir in den letzten Jahrzehnten keinen "drastischen Anstieg", sondern einen Rückgang der Suizid-Zahlen erleben. Das weiß sogar die Wikipedia: http://de.wikipedia.org/w...
LG
Zunächst sollte man sich bewusst werden, dass "Depression" in der modernen Psychopathologie keine Krankheit darstellt, sondern ein Symptomkomplex, ein Syndrom. Ob genetisch oder durch Umwelteinflüsse bedingt, spielt bei der Diagnose keine Rolle. In der Praxis ist Depression von Angst selten zu trennen; zudem werde beide mit denselben Medikamenten behandelt.
Selbstverständlich spielen Umwelteinflüsse und soziales Umfeld eine Rolle. Wer in einer armen Familie aufwächst, beschämte Eltern mit geringem Selbstbewusstsein, Streit um Geld und eine sorgenvollen Atmosphäre erlebt, ist sehr viel verwundbarer als ein Kind, welches in Wohlstand mit ausgeglichenen und sorgenfreien Eltern aufwächst. Auch im späteren Leben erhöhen existentielle Sorgen, soziale Marginalisation, problematische Lebensräume, und geringes Selbstvertrauen die Anfälligkeit für Depressionen. In Ländern, in denen solche Daten erhoben werden, zeigt sich in den ärmeren sozialen Schichten deutlich ein mehrfach erhöhtes Risisko, an Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen zu leiden, .
Dass "Depression" als eine Krankheit des Einzelnen definiert wird, ist letztendlich Propaganda. Wer es in einer oft unmenschlichen Gesellschaft nicht "packt", ist eben krank. Damit liegt der Schwarze Peter beim Individuum, nicht bei den gesellschaftlichen Umständen, die Armut und Ausgrenzung erzeugen.
Mutiger und treffender Kommentar.
aber chinesische Fabrikarbeiter taugen als Kronzeugen für Ihre Argumentation wohl kaum. Denn der Zusammenhang zwischen Depression und Suizid ist weder hinreichend noch notwendig. Auch schiere Verzweiflung treibt Menschen immer wieder in den Freitod, das hat mit Depressionen jedoch nichts zu tun.
Ich stimme Ihnen in den meisten Punkten zu. Doch muss gesagt werden, dass wir in den letzten Jahrzehnten keinen "drastischen Anstieg", sondern einen Rückgang der Suizid-Zahlen erleben. Das weiß sogar die Wikipedia: http://de.wikipedia.org/w...
LG
Zunächst sollte man sich bewusst werden, dass "Depression" in der modernen Psychopathologie keine Krankheit darstellt, sondern ein Symptomkomplex, ein Syndrom. Ob genetisch oder durch Umwelteinflüsse bedingt, spielt bei der Diagnose keine Rolle. In der Praxis ist Depression von Angst selten zu trennen; zudem werde beide mit denselben Medikamenten behandelt.
Selbstverständlich spielen Umwelteinflüsse und soziales Umfeld eine Rolle. Wer in einer armen Familie aufwächst, beschämte Eltern mit geringem Selbstbewusstsein, Streit um Geld und eine sorgenvollen Atmosphäre erlebt, ist sehr viel verwundbarer als ein Kind, welches in Wohlstand mit ausgeglichenen und sorgenfreien Eltern aufwächst. Auch im späteren Leben erhöhen existentielle Sorgen, soziale Marginalisation, problematische Lebensräume, und geringes Selbstvertrauen die Anfälligkeit für Depressionen. In Ländern, in denen solche Daten erhoben werden, zeigt sich in den ärmeren sozialen Schichten deutlich ein mehrfach erhöhtes Risisko, an Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen zu leiden, .
Dass "Depression" als eine Krankheit des Einzelnen definiert wird, ist letztendlich Propaganda. Wer es in einer oft unmenschlichen Gesellschaft nicht "packt", ist eben krank. Damit liegt der Schwarze Peter beim Individuum, nicht bei den gesellschaftlichen Umständen, die Armut und Ausgrenzung erzeugen.
Es ist nachgewiesen, dass sich Depressionen aus komplexen Ursachen entwickeln. Die Kategorien sind selten einseitig zu identifizieren:
- endogene Depressionen (vor allem biologisch begründbar)
- exogene Depressionen (durch Ereignisse, Schicksalsschläge)
Häufig vermischen sich Erbanlagen mit Umwelteinflüssen und äusseren Bedingungen.
Da sich die Lebensbedingungen für die Mehrheit in Deutschland massiv verschlechtert haben, ist es doch wirklich blind, die Ursachen für zunehmende Depressionen zu ignorieren.
"Psychische Leiden haben sich seit 1990 fast verdoppelt, sie waren 2008 für knapp elf Prozent aller Fehltage verantwortlich. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Studie der Bundespsychotherapeutenkammer hervor."
http://www.rp-online.de/b...
Besonders gefährdet sind Menschen, die im Beruf sehr belastet sind, von der Sekretärin bis zum Manager und Leistungssportler. Aber auch Erwerbslose, von denen die Hälfte ja nicht mal mehr in der Statistik geführt wird, als seien sie bereits gestorben.
Wenn dann noch der 55-jährige Bau-Ingenieur zum Laubfegen für 1,50 Euro gezwungen wird, wenn die extrem gering bezahlte Mutter nicht weiß, wie sie die Krankenkosten zahlen soll (nur als ein Beispiel von vielen), wenn ein Drittel bis die Hälfte der Bevölkerung mit Altersarmut rechnen muss oder jetzt schon arm ist:
Wer wundert sich da wirklich, dass Hoffnungslosigkeit und Depression sich breit macht?
Endogene Depressionen sind nicht nur nicht nachgewiesen, sondern mittlerweile wird davon ausgegangen, dass der genetische Einfluss nicht höher 6/100 liegt.
Lieber Leser,
der Kommentar widerspricht auch nicht dem wissenschaftlichen Stand, dass Depressionen viele Ursachen haben (bitte lesen Sie dazu auch den Infokasten). Die Unterteilung in endogene und exogene Depressionen wird in der Fachwelt inzwischen nicht mehr gemacht.
Ich schreibe im Text auch ausdrücklich noch einmal, dass Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Aber eben auch andere Dinge. Es war mir vor allem wichtig, einmal zu betonen, dass es noch immer eine falsche Wahrnehmung in der Öffentlichkeit auf Menschen mit Depressionen gibt.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Endogene Depressionen sind nicht nur nicht nachgewiesen, sondern mittlerweile wird davon ausgegangen, dass der genetische Einfluss nicht höher 6/100 liegt.
Lieber Leser,
der Kommentar widerspricht auch nicht dem wissenschaftlichen Stand, dass Depressionen viele Ursachen haben (bitte lesen Sie dazu auch den Infokasten). Die Unterteilung in endogene und exogene Depressionen wird in der Fachwelt inzwischen nicht mehr gemacht.
Ich schreibe im Text auch ausdrücklich noch einmal, dass Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Aber eben auch andere Dinge. Es war mir vor allem wichtig, einmal zu betonen, dass es noch immer eine falsche Wahrnehmung in der Öffentlichkeit auf Menschen mit Depressionen gibt.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Diese Behauptung halte ich für falsch. Natürlich kann beim biopsychosozialen System Menschen medikamentiv eingegriffen werden, bei besonders schweren Fällen muss es auch sein. Aber auch umgekehrt beeinflusst das Denken und Fühlen die chemischen Prozesse im Gehirn. Wären Medikamente das einzige Mittel gegen Depressionen, bräuchten wir keine Gesprächstherapien mehr. Mund auf, Pille schlucken
- fertig.
Im Artikel wird leider nicht unterschieden zwischen leichten, mittleren und schweren Fällen. Während ein medikamentöses intervernieren bei schwer zugänglichen Fällen durchaus Sinn macht( die Gründe wurden im Artikel genannt), kann es bei leichteren Fällen sogar hinderlich sein. Zwar wird darauf hingewiesen, dass Depressionen unterschiedlichste Erkrankungen mit sich bringen können, es fehlt aber der Hinweis, dass eine Depression auch lange Zeit brauchen kann bevor sie überhaupt entsteht, manchmal Jahre. Der fließende Übergang von schlechter Laune, gedrückter Stimmung, bishin zu einer wirklichen Störung macht es nicht nur für Außenstehende schwer diese zu erkennen,sondern auch für den Betroffenen.
Auch das ist ein Grund dafür, dass viele erst spät oder gar keine Hilfe suchen. Aufklärung und Verständnis sind geboten, aber am besten nicht erst dann, wenn es sich schon zu einer schweren Störung entwickelt hat.
Warum wird überhaupt dagegen gekämpft das Depression ein Schwäche sei?
Was ist so schlimm an "Schwäche"?
Wer sie konsequent ablehnt, offenbart nur seine eigene.
ich selbst habe mir lange gedanken gemacht um die ursachen von depression oder was diese krankheit überhaupt ausmacht. denn ich hatte selbst vor jahren das pech, depressiv zu werden. und keine hilfe außer den wechselnden medikamenten, die nicht anschlugen. ich habe diese tortur dann irgendwann in einem akt der entscheidung beendet und bin nicht mehr zum arzt gegangen. habe, da keine andere hilfe da war und von außen oft unverständnis kamen (du bist doch nur faulkrank) oder falsche ratschläge (der art: reiß dich doch mal zusammen), mein leben wieder selbst in die hand genommen (und bis heute halte ich das weiter so) einfach weil ich die nase voll hatte. und damit DAS entscheidende hilfsmittel durch zufall selbst gefunden: bewegung! bewegung bringt den körper wieder in schwung. mit ihr verändern sich die körperempfindungen und damit wiederum das denken. nicht gleich, immer ein bißchen. ganz wichtig ist aber auch verständnis von nahen menschen und unterstützung im eigenen bemühen.
die gemeinsame klammer für alle depressionen ist, so meine überlegung, einfach der stillstand und daß es nicht mehr weiter geht. abgesehen von physisch bedingten depressionen (wie oben schon jemand schrieb) ist der depressive von etwas so überfordert, daß es nicht mehr weiter geht. der körper und die psyche ziehen die notbremse. was das genau ist, das ist aber im einzelfall sehr unterschiedlich, teils sogar gegensätzlich. herausfinden, analysieren muß das hemmende/ behindernde element jeder für sich.
die eigentliche heilung kann demzufolge nur dann erfolgen, wenn derjenige, welcher durch eine depression "lahmgelegt" wurde, sein leben und die verschiedenen einflüsse so weit durchdacht hat, daß er die negativen einflüsse identifizieren kann und sie verändert! das alles geht nicht von heute auf morgen. es ist ein prozeß, der lange dauern kann. es kann auch wichtig sein, sich zu vergegenwärtigen, daß bestimmte gedankengänge krankheitsbedingt sind (ich kann nichts, ich bin nichts, alles ist mist, nichts geht mehr etc.) diejenigen, die sich oft wiederholen, kann man aufschreiben und später erkennen. das hilft, sie unschädlich zu machen.
es gibt noch viele andere möglichkeiten, die krankheit depression zu heilen, die hier zu weit führen würden. ich habe sie für mich weitgehend selbst entwickelt. udn bin heute schon lange nicht mehr depressiv. auch wenn die lebensumstände nicht einfach sind, es gibt immer möglichkeiten, diese irgendwie lebenswert zu gestalten. und sich erfolge zu ermöglichen. man ist der depression nicht ausgeliefert, wie die autorin zu glauben meint. aber wie andere kommentatoren schon schrieben: es sollte doch wohl aufmerken lassen, wenn immer mehr menschen entweder im burn out landen oder sogar richtig depressiv werden. und sicher kann man diese krankheit nicht endgültig besiegen. sie ist einfach so vielfältig verursacht, daß dies unmöglich ist. es wäre allerdings schon hilfreich, wenn die physischen ursachen für depressive stimmungen stärker erforscht werden, um dem von dieser seite zu begegnen, ärzte nicht bei oberflächlichen 0-8-15-diagnosen stehen bleiben. und isngesamt veränderungen in angriff genommen werden, so daß ein gesellschaftliches klima sich entwickelt, welches zumidnest die durch (sozialen oder emotionalen) streß verursachten depressionen (entweder durch zu viel überfordernde aufgaben oder durch extreme unterforderung wie das erzwungene leben in h4-armut moit all seinen folgen) veringern hilft. das wäre doch mal was!
medikamente können im einzelfall hilfreich sein, wieder etwas in bewegung (sic!) zu bringen in einem zum stillstand gekommenen leben durch die depression, also etwas anschieben. heilung selbst wird aber nicht durch die medikamente erreicht. das geht ganz anders (s.o.).
wenn ich depression mit einem symbolischen satz fassen sollte, so würde ich sagen: der schlaf ist vielleicht der kleine bruder des todes. die depression ist aber die verschwiegene böse halbschwester.
ich selbst habe mir lange gedanken gemacht um die ursachen von depression oder was diese krankheit überhaupt ausmacht. denn ich hatte selbst vor jahren das pech, depressiv zu werden. und keine hilfe außer den wechselnden medikamenten, die nicht anschlugen. ich habe diese tortur dann irgendwann in einem akt der entscheidung beendet und bin nicht mehr zum arzt gegangen. habe, da keine andere hilfe da war und von außen oft unverständnis kamen (du bist doch nur faulkrank) oder falsche ratschläge (der art: reiß dich doch mal zusammen), mein leben wieder selbst in die hand genommen (und bis heute halte ich das weiter so) einfach weil ich die nase voll hatte. und damit DAS entscheidende hilfsmittel durch zufall selbst gefunden: bewegung! bewegung bringt den körper wieder in schwung. mit ihr verändern sich die körperempfindungen und damit wiederum das denken. nicht gleich, immer ein bißchen. ganz wichtig ist aber auch verständnis von nahen menschen und unterstützung im eigenen bemühen.
die gemeinsame klammer für alle depressionen ist, so meine überlegung, einfach der stillstand und daß es nicht mehr weiter geht. abgesehen von physisch bedingten depressionen (wie oben schon jemand schrieb) ist der depressive von etwas so überfordert, daß es nicht mehr weiter geht. der körper und die psyche ziehen die notbremse. was das genau ist, das ist aber im einzelfall sehr unterschiedlich, teils sogar gegensätzlich. herausfinden, analysieren muß das hemmende/ behindernde element jeder für sich.
die eigentliche heilung kann demzufolge nur dann erfolgen, wenn derjenige, welcher durch eine depression "lahmgelegt" wurde, sein leben und die verschiedenen einflüsse so weit durchdacht hat, daß er die negativen einflüsse identifizieren kann und sie verändert! das alles geht nicht von heute auf morgen. es ist ein prozeß, der lange dauern kann. es kann auch wichtig sein, sich zu vergegenwärtigen, daß bestimmte gedankengänge krankheitsbedingt sind (ich kann nichts, ich bin nichts, alles ist mist, nichts geht mehr etc.) diejenigen, die sich oft wiederholen, kann man aufschreiben und später erkennen. das hilft, sie unschädlich zu machen.
es gibt noch viele andere möglichkeiten, die krankheit depression zu heilen, die hier zu weit führen würden. ich habe sie für mich weitgehend selbst entwickelt. udn bin heute schon lange nicht mehr depressiv. auch wenn die lebensumstände nicht einfach sind, es gibt immer möglichkeiten, diese irgendwie lebenswert zu gestalten. und sich erfolge zu ermöglichen. man ist der depression nicht ausgeliefert, wie die autorin zu glauben meint. aber wie andere kommentatoren schon schrieben: es sollte doch wohl aufmerken lassen, wenn immer mehr menschen entweder im burn out landen oder sogar richtig depressiv werden. und sicher kann man diese krankheit nicht endgültig besiegen. sie ist einfach so vielfältig verursacht, daß dies unmöglich ist. es wäre allerdings schon hilfreich, wenn die physischen ursachen für depressive stimmungen stärker erforscht werden, um dem von dieser seite zu begegnen, ärzte nicht bei oberflächlichen 0-8-15-diagnosen stehen bleiben. und isngesamt veränderungen in angriff genommen werden, so daß ein gesellschaftliches klima sich entwickelt, welches zumidnest die durch (sozialen oder emotionalen) streß verursachten depressionen (entweder durch zu viel überfordernde aufgaben oder durch extreme unterforderung wie das erzwungene leben in h4-armut moit all seinen folgen) veringern hilft. das wäre doch mal was!
medikamente können im einzelfall hilfreich sein, wieder etwas in bewegung (sic!) zu bringen in einem zum stillstand gekommenen leben durch die depression, also etwas anschieben. heilung selbst wird aber nicht durch die medikamente erreicht. das geht ganz anders (s.o.).
wenn ich depression mit einem symbolischen satz fassen sollte, so würde ich sagen: der schlaf ist vielleicht der kleine bruder des todes. die depression ist aber die verschwiegene böse halbschwester.
Endogene Depressionen sind nicht nur nicht nachgewiesen, sondern mittlerweile wird davon ausgegangen, dass der genetische Einfluss nicht höher 6/100 liegt.
Mutiger und treffender Kommentar.
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