Die Vereinten Nationen haben sich in der Aids-Bekämpfung viel vorgenommen. Anlässlich des Weltaidstages hat das Kinderhilfswerk Unicef nun ein neues Ziel formuliert: Schon in fünf Jahren soll kein Baby mehr mit dem Aids-Erreger HIV zur Welt kommen.

Die Übertragung des Virus von Mutter zu Kind lasse sich bis 2015 weltweit eliminieren, heißt in einem Bericht, der am Dienstag in New York vorgestellt wurde. Wenn die Anstrengungen jetzt verstärkt würden, könne dies gelingen, betonen die Autoren von Unicef und anderer UN-Organisationen. "Jeden Tag werden 1000 Babys mit HIV geboren", sagte Unicef-Deutschland-Geschäftsführer Christian Schneider in Köln. "Diese Zahl sollte Null sein."

Bis dahin ist es der Weg noch weit. Zwar können Mediziner heute schon verhindern, dass das HI-Virus auch das ungeborene Kind befällt, doch dafür sind unter anderem Medikamente und anschließend eine moderne Geburtshilfe nötig. Diese Verfahren stehen vor allem in den armen Ländern Afrikas meist nicht zur Verfügung. Zudem wissen in vielen Teilen der Erde nur wenige, dass eine Ansteckung während der Schwangerschaft nicht unausweichlich ist. Noch immer infizieren sich 90 Prozent aller Kinder, die den Aids-Erreger in sich tragen über die eigene Mutter. Schätzungsweise 370.000 Kinder wurden allein im Jahr 2009 vor, während oder nach der Geburt infiziert – denn auch das Stillen ist ein Problem. Mehr als die Hälfte der Kinder mit diesem Schicksal stirbt vor dem zweiten Lebensjahr.

Die Aussage des Kinderhilfswerks ist damit eher eine Forderung denn eine realistische Einschätzung, wie es gegen die Aids-Epidemie vorangehen soll. Für den obersten UN-Aidsbekämpfer Michel Sidibé sei "eine Generation ohne Aids" erst in Reichweite, wenn bestimmte Bedingungen sich erfüllen. Zunächst müsse die Mutter-Kind-Übertragung eliminiert werden, die Ansteckungen unter jungen Menschen weiter konsequent bekämpft sowie alle infizierten Kinder und Jugendlichen früh und dauerhaft behandelt werden.