Nuklearunfall in JapanIrrationale Strahlenangst

Meldungen über kontaminierte Lebensmittel in Japan verunsichern. Doch Panik ist unangebracht, die Gesundheitsgefahr ist noch beherrschbar. Ein Kommentar von 

Behördenmitarbeiter prüfen Einwohner der Stadt Koriyama in der Präfektur Fukushima auf erhöhte Strahlenwerte

Behördenmitarbeiter prüfen Einwohner der Stadt Koriyama in der Präfektur Fukushima auf erhöhte Strahlenwerte  |  © Ken Shimizu/AFP/Getty Images

Die Furcht vor Dingen, die wir uns nicht vorstellen können und die unsichtbar sind, ist groß. Wie soll man mit einer Gefahr umgehen, auf die wir uns nicht vorbereiten können? Hilflos blickt die Welt nach Fukushima , macht sich Sorgen über radioaktive Wolken, strahlende Partikel in Lebensmitteln, gar in Milch und Trinkwasser. Äußerlich ist nichts zu erkennen, die Kontamination ist geruchlos, auch schmecken kann man sie nicht.

Allein das Wort Strahlung weckt in vielen ein Angstgefühl. Das ist verständlich. Denn die unbeherrschbare Macht der radioaktiven Isotope kann uns viel Schaden zufügen, ist also keineswegs harmlos. Und doch ist das Bild von der derzeitigen nuklearen Bedrohung verzerrt.

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Szenarien für Fukushima
Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?

Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?  |  © Asahi Shimbun/Reuters

Fast im Stakkato erreichen uns neue Messwerte aus Japan. Sie zeugen von einer Radioaktivität im Wasser und in der Luft, die um das Fünffache, Zehnfache oder weit über das Hundertfache über den Grenzwerten liegt. Diese Werte suggerieren eine immanente Bedrohung für Leib und Leben der Menschen im Katastrophengebiet. Aber sie täuschen uns. Denn Messwerte allein sagen noch nichts über eine Gefahr oder ein Risiko aus. Die erhöhte Radioaktivität in der Atmosphäre etwa ergibt sich aus Momentaufnahmen an unterschiedlichen Orten in Japan. Doch sie ergeben kein einheitliches Bild. Die Strahlendosen sind nicht konstant, sie schwanken zum Teil dramatisch. Und damit schwankt auch die Gefährdung.

Strahlendosis

Die Strahlenwirkung auf Menschen, Tiere und Pflanzen wird häufig in Sievert pro Stunde angegeben. Mit Hilfe der Einheit lässt sich abschätzen, wie schädlich eine Strahlung für einen Organismus ist. Sie berücksichtigt dabei die Strahlungsdauer, -art und -wirkung. 1 Sievert entspricht 1.000 Millisievert oder 1.000.000 Mikrosievert. Grundsätzlich gilt eine Einzeldosis von 6.000 Millisievert als tödlich (100 Prozent Sterblichkeit innerhalb von 14 Tagen).

Ob eine Person, die einer geringen Strahlendosis ausgesetzt war, gesundheitliche Schäden zu erwarten hat, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Grenzwerte beziehen sich in der Regel auf ein Jahr. Manche Experten gehen davon aus, dass dieselbe Strahlendosis über einen längeren Zeitraum weniger schädlich ist. Andere sagen, die Strahlung müsse addiert werden.

Natürliche Quellen

Die durchschnittliche Strahlendosis, die ein Deutscher durch natürliche Quellen innerhalb eines Jahres aufnimmt, liegt zwischen zwei und fünf Millisievert. Diese äußere Bestrahlung, der der Mensch je nach Ort und Zeitin unterschiedlicher Höhe ausgesetzt ist, wird Gamma-Ortsdosisleistung genannt. In dieser Deutschlandkarte des Bundesamts für Strahlenschutz ist die Strahlungsstärke je nach Region verzeichnet.

Bei medizinischen Untersuchungen werden zum Teil viel höhere Einzeldosen erreicht, die aber auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sind. So nimmt ein Mensch während einer Computertomografie (CT)seines Kopfes ungefähr zwei Millisievert auf, bei der Mammografie 0,4 Millisievert.

Andere Einheiten

Die Energiedosis einer Strahlenquelle wird in Gray angegeben. Ein Gray bedeutet, dass ein Körper von einem Kilogramm Masse eine Energiemenge von einem Joule aufgenommen hat. Für die in Atomkraftwerken vor allem freigesetzte Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist die Einheit Grayidentisch mit der Äquivalenteinheit Sievert, ein Gray ist also gleich einem Sievert. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde die Äquivalentdosis statt in Sievert in Rem angegeben. Das meinte die Strahlendosis in Roentgen, die ein Mensch aufgenommen hat.

Entscheidend ist, ob die radioaktiven Stoffe in den Körper gelangen oder ob sie an Kleidung und Haut haften. Im zweiten Fall ist die Kontamination rasch zu beseitigen: Die betroffene Person muss ihre Kleidung entsorgen und sich gründlich waschen. Werden radioaktive Isotope aber verschluckt, können sie unsere Zellen langfristig schädigen. Akut wird aber in Japan niemand durch den Verzehr kontaminierter Nahrung an Strahlenfolgen sterben , so groß ist die radioaktive Belastung nicht. Es ist zwar richtig, Milch, Spinat, Trinkwasser und andere Lebensmittel aus dem Verkehr zu ziehen, weil ihr Verzehr das Risiko, krank zu werden, langfristig erhöhen kann. Das bedeutet aber nicht, dass alle Menschen Gesundheitsschäden davontragen.

Grafik Radioaktivität
Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen.

Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen.  |  © Julika Altmann

Erst ab einer Dosis von 100 Millisievert erwarten Strahlenmediziner nachweisbare Folgen in der Gesamtbevölkerung, egal in welchem Zeitraum die Menschen der Strahlung ausgesetzt waren. Derartige Dosen bekommen derzeit wohl nur die Arbeiter, Techniker und Feuerwehrmänner direkt an den Reaktoren von Fukushima-1 ab. Statistisch heißt das: Sind 100 Menschen einer Strahlung von 100 Millisievert ausgesetzt, erkrankt davon einer mehr an Krebs als ohne Strahlung. Ein weiterer Mensch bekommt möglicherweise eine schwere Herz-Kreislauferkrankung. 45 Menschen von den 100 würden ohnehin, abgesehen von der Strahlenbelastung, einen Tumor entwickeln. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt die natürliche Radioaktivität, der jeder Mensch ausgesetzt ist, zwischen 2 und 5 Millisievert pro Jahr.

Direkte Strahlenschäden

Die Strahlenschutzexperten unterscheiden zwischen deterministischen und stochastischen Strahlenschäden. Mit dem ersten sind Symptome gemeint, die unmittelbar nach einer Strahlenexposition auftreten, wie Übelkeit und verbrennungsartige Hautrötungen. Solche Schäden treten fast immer nur dann auf, wenn ein bestimmter Schwellenwert überschritten wurde, wenn zu viele Zellen eines Gewebes beschädigt worden sind. Experten sprechen von einer Schwellendosis, die im schlimmsten Fall zum Tode führen kann.

Indirekte

Durch die Nahrung kann eine solch lebensgefährliche Schwelle kaum überschritten werden. Essen wir radioaktiv belastetes Gemüse, wird das eher später nach Jahren oder Jahrzehnten negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben – wenn überhaupt.

Diese Strahlenschäden lassen sich nur in Wahrscheinlichkeiten ausdrücken: Wie wahrscheinlich ist es nach einer Strahlenexposition X im Zeitraum Y an der Krankheit Z zu erkranken? Zu den möglichen Symptomen zählen etwa Unfruchtbarkeit, Trübungen der Augenlinsen oder Krebs, die auch erst Jahre nach einer erhöhten Belastung auftreten können. Auch Schäden an Neugeborgenen fallen darunter.

Wie schädlich eine Strahlung ist, lässt sich also nicht genau festlegen: Person A hat im März 2011 die Strahlendosis B abbekommen und wird im Jahr C an Krebs erkranken – solche Aussagen sind unmöglich! Es gibt keine Regel anhand der sich sagen lässt, ab welcher Dosis eine Person erkrankt und ob das überhaupt jemals der Fall sein wird.

Erbgut

Die Strahlen, die von radioaktiven Stoffen ausgehen, können direkt bestimmte Zellbestandteile verändern oder indirekt freie Radikale aus dem Wasser in der Zelle bilden, die dann das Gewebe beschädigen können. Am empfindlichsten ist das Erbgut (DNA). Die Strahlung kann etwa die DNA-Kette brechen oder den Code verändern. Nicht immer ist Radioaktivität Schuld an solchen Mutationen, auch Hitze, mechanische Kräfte oder chemische Stoffe können sie auslösen. Das körpereigene Reparatursystem des Menschen behebt jeden Tag zig Billionen Erbgutschädigungen.

Gelingt eine Reparatur nicht, kann der Körper immer noch die Möglichkeit ergreifen, die betroffene Zelle vom Zellverbund auszuschließen. Schließt ein Organismus die beschädigte Zelle nicht aus, kann das bei den folgenden Zellteilungen schwerwiegende Folgen haben, da sich die Mutation auf die Nachkommen dieser Zelle übertragen. Krebs ist eine mögliche Spätfolge davon.

Für die Mediziner ist es im Nachhinein aber kaum möglich, zu rekonstruieren, ob der Auslöser für eine Tumorerkrankung eine erhöhte Strahlenbelastung oder ein sonstiger Faktor ist.

Medizin

Radioaktivität wird nur selten mit Gesundheit in Verbindung gebracht. Und doch nutzt die Medizin sie vielfach. Die Strahlung von Radionukliden wird etwa eingesetzt, um das Wachstum von Tumoren zu hemmen oder um die Durchblutung von Gewebe sichtbar zu machen.

In der Geschichte finden sich auch einige Negativbeispiele zur medizinischen Anwendung von radioaktiven Stoffen, die es so heute sicher nicht mehr geben würde: So sollten etwa Hüftgürtel mit Radium gegen Rheuma helfen, eine Zahnpasta mit dem Element sollte für gesundes Zahnfleisch sorgen, radioaktive Einlegesohlen sollten die Füße pflegen und ein radiumhaltiges Haarwasser gegen Haarausfall vorbeugen. (ska)

Aber auch wenn sich eine schädliche Auswirkung von Strahlung unterhalb der 100 Millisievert statistisch kaum nachweisen lässt, bedeutet das nicht, dass es kein Gesundheitsrisiko gibt. Grundsätzlich gefährdet jeder Typ und jede Dosis radioaktiver Strahlung die Biologie unseres Körpers bis hinein ins Erbgut. Aber unsere Zellen setzen sich dagegen zur Wehr. Täglich bekämpfen sie zig Billionen Schäden an der DNA. Die Frage ist: Wo liegt die Schwelle, an der die Abwehrmechanismen versagen?

Sicher ist, dass der Mensch gelernt hat, mit Strahlenbelastungen im niederen Bereich umzugehen. Und diese Art der Strahlenbelastung wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge in Japan entscheidend sein. Was bisher in der Luft bis nach Tokyo zu messen ist, liegt im Mikrosievertbereich. Damit sind die Metropolenbewohner derzeit wohl geringer belastet als ein Mensch, der auf einem Flug von New York nach Tokyo und zurück eine Strahlendosis von etwa 200 Mikrosievert abbekommt. Ob solche Strahlenwerte bedrohlich sind, ist fraglich.

Gesundheitsfolgen nach Tschernobyl

In Tschernobyl starben infolge des Reaktorunfalls unmittelbar 28 Menschen nach einer erhöhten Strahlenbelastung. 19 weitere Menschen starben zwischen 1986 und 2005 nachweislich an den gesundheitlichen Auswirkungen der Katastrophe. Das ist das Ergebnis eines Berichtes der Vereinten Nationen, der zuletzt Ende Februar aktualisiert worden ist. Insgesamt könnten langfristig bis zu 4000 Menschen an der Radioaktivität sterben, die durch die Explosion des Reaktors freigesetzt wurde, schätzt das internationale Wissenschaftskonsortium. Die meisten von ihnen gehören zu den rund 500.000 Arbeitern, die an den Rettungsmaßnahmen zwischen 1986 und 1987 auf dem Gelände beteiligt waren.

Schilddrüsenkrebs

Für den überwiegenden Teil der Menschen ist das Unglück eher glimpflich verlaufen. 6000 Menschen sind in den zwei Jahrzehnten nach Tschernobyl an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Das ist der einzige Tumor, der sich empirisch eindeutig als Folge von Tschernobyl nachweisen lässt. Diese Art von Krebs gilt als gut behandelbar und verläuft in den allermeisten Fällen nicht tödlich. "Die Wahrscheinlichkeit mit der Diagnose die nächsten 20 Jahre zu überleben, liegt bei etwa 90 Prozent über alle Altersgruppen hinweg", sagt Christoph Reiners, der das WHO-Kollaborationszentrum für medizinische Vorsorge und Hilfe bei Strahlenunfällen leitet.

Das leichtflüchtige Jod kann über die Luft und die Nahrung aufgenommen werden. Das radioaktive Jod hat dieselben chemischen Eigenschaften wie sein stabiles und für die Gesundheit unbedenkliches Isotop. In der Schilddrüse strahlen die radioaktiven Teilchen und belasten das umliegende Gewebe. Besonders für Kinder kann das schwerwiegende Folgen haben, weshalb in diesem Fall die Einnahme von Jodtabletten empfohlen wird.

Der Blick in die Geschichte soll die Gefahr nicht kleinreden. Er soll nur deutlich machen, wie wichtig es ist, zwischen echter und unechter Bedrohung zu unterscheiden. (ska)

In Deutschland haben ähnliche Werte in der Vergangenheit keinen nachweisbaren Effekt gehabt. Nach den mehr als 500 Atomwaffentests in den 1950er und 1960er Jahren stieg die Hintergrundstrahlung in der Atmosphäre hier bis 1963 auf 113 Mikrosievert pro Jahr an. In den Jahrzehnten danach sank sie stetig. Selbst die Tschernobylkatastrophe von 1986 , bei der ein aktiver Reaktorblock brannte und explosionsartig zerfetzt wurde, stieg diese Strahlung auf einen Wert von unter 40 Mikrosievert im Jahr.

Diese Relationen zeigen, wie ein gefühltes Risiko und die tatsächliche Gefährdung auseinanderdriften können. Panik, wie sie manchen in Deutschland befällt, hilft nicht weiter. Die Japaner zeigen eindrucksvoll, wie besonnen sie mit der kritischen Situation umgehen. Sie werden diese Krise meistern, ganz gleich, wie sie ausgeht.

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Leserkommentare
    • sagbar
    • 22. März 2011 19:53 Uhr

    ... erfasste mich, als ich Ihre Zeilen las, Herr Stockrahm.

    Abgesehen davon, dass die Informationspolitik derzeit kaum Verlässliches nach außen dringen lässt, ist zudem das, was nach außen dringt, kaum ernsthaft glaubwürdig.

    Genau auf solche Unglaubwürdigkeiten und Unzuverlässlichkeiten stützen Sie Ihren Artikel. Das ist schon starker Tobak!

    Einzig Ihre Absicht, die Bürgerinnen und Bürger zu beruhigen, lasse ich gelten. Aber die Absicht ist schlecht umgesetzt: Denn die Bürgerinnen und Bürger sorgen sich nicht allein um sich in diesem Land, sondern auch um die Menschen in Japan, um die Natur, um die Zukunft dieser Lebenswelt.

    Das aber scheint in der ZEIT kein Schwerpunkt (mehr) zu sein

    bedauert

    sagbar

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Denn die Bürgerinnen und Bürger sorgen sich nicht allein um sich in diesem Land, sondern auch um die Menschen in Japan, um die Natur, um die Zukunft dieser Lebenswelt."

    Wirklich?
    Den Eindruck hatte ich bei der Beobachtung der deutschen Presselandschaft in den letzten anderthalb Wochen weniger. Berichte darüber, wie die Japaner mit den Folgen des Erdbebens umgehen (abgesehen von Fukushima!) habe ich überwiegend in der britischen Presse gelesen. Berichte über Katastrophenhelfer, Selbsthilfe, Aufräumarbeiten. Vergleichen Sie die Anzahl der "Nuklearthemen" auf der Japan-Themenseite der ZEIT mit der der "Erdbeben/Tsunami-Themen". Hier in Deutschland starren alle gebannt auf das böse Atom und schleppen schon mal den Geigerzähler in den Teeladen, damit ihnen keiner Atomtee aus Japan andreht.
    --Tschuldigung für den Sarkasmus, aber hier verrutschen vielen Deutschen inzwischen die Maßstäbe.
    (Standard-Disclaimer: Ich bin fürs Abschalten, lieber heute als morgen.)

  1. weder einen Bewertungsknopf für den Artikel noch für die Artikel? Wegen solchen Artikeln...
    Bevor ich diesen Artikel sachlich kritisiere, nur um zensiert zu werden belasse ich es bei diesen zeilen.
    Zum Glück lassen sich objektive Leser von Artikeln wie diesen kaum beeinflussen - aber: (another) nice try...

    Betroffene in Japan müssen sich jedoch von Artikeln wie diesen doch recht verhöhnt vorkommen!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "für den Artikel noch für die Kommentare"
    sollte es heissen...

    Nein, Betroffene in Japan leiden real unter der zynischen Panikmache. Das eine Dosis von 100 Millisievert eine Grenze darstellt, ab der mit überdurchschnittlicher Krebshäufigkeit zu rechnen ist, kann man an tausend Orten im Internet nachlesen. Jedenfalls da, wo noch Reste vernunft- und einsichtszentrierter Wissenschaft verblieben sind. Wo es noch aufrechte Wissenschaftler gibt, die sich nicht der politisch motivierten Hysterie unterordneten.

  2. "für den Artikel noch für die Kommentare"
    sollte es heissen...

  3. Redaktion

    Liebe(r) wawerka,

    dieser Vergleich stammt von Jacob Peters, dem Leiter des Instituts für Strahlenschutz am Helmholtz-Zentrum in München:

    http://www.helmholtz-muen...

    Weitere Hintergründe zu Strahlenfolgen stammen aus Gesprächen mit Christoph Hoeschen, ebenfalls aus München, Rolf Michel, dem Vorsitzenden der Strahlenschutzkommission und dem Strahlenmediziner Christoph Reiners.

    Letzterer leitet das WHO Kollaborationszentrum für medizinische Vorsorge und Hilfe bei Strahlenunfällen: http://www.rempan.de/page...

    Reiners ist ausgewiesener Experte zu Tschernobyl und den Folgen für die Bevölkerung.

    Besonders interessant, was die Folgen von radioaktiver Belastung angeht ist der UNSCEAR-Bericht der Vereinten Nationen, in dem selbst noch weiterführende Studien genannt sind. Hier wird alles, was man derzeit weiß zur Tschernobyl-Katastrophe analysiert:

    http://www.unscear.org/

    Vielleicht hilft Ihnen das schon weiter.

    Ansonsten verbinden mich keinerlei Interessen mit der Atomlobby, mir geht es einzig und allein um die sachliche Aufarbeitung rund um das Unglück von Fukushima.

    Bezahlt werde ich dafür von ZEIT ONLINE. Und wenn es Sie interessiert: Ich beziehe Ökostrom und bin für einen raschen Ausstieg aus der Atomkraft, weil ich überzeugt bin, dass diese Technik nicht beherrschbar ist.

    Grüße aus der Redaktion

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ..vielen Dank für Ihre prompte Antwort.

    Ich hätte Ihnen übrigens niemals unterstellt für die Atomlobby zu schreiben, aber ich bin bei solch faktischen Aussagen, wie Sie sie in Ihrem Artikel äußern leider inzwischen etwas misstrauisch geworden. Danke, dass Sie Ihre Quellen genannt haben Dies, und die Tatsache, dass Sie überhaupt auf meinen Kommentar reagiert haben, ist für mich ein echtes Zeichen von gutem Journalismus.

    Ihnen noch einen schönen Abend.

    Mit freundlichen Grüßen

    wawerka (ebenfalls Atomkraftsofortabschaltungsbefürworter und Ökostrombezieher)

    Sehr geehrter Herr Stockrahm,

    Ihre Ablehnung der Atomkraft, die beigefügten Quellen und natürlich die Nutzung von Atomstrom in allen Ehren - auch wenn Sie, davon bin ich überzeugt, kein Lobbyist der Atomwirtschaft sind, so betreiben Sie doch, gewollt oder ungewollt, Lobbyarbeit.
    Ich möchte an dieser Stelle nicht über die Glaubwürdigkeit der Studien diskutieren und verzichte auch auf eine Debatte über Versuche der Atomlobby, Einfluss auf vermeintliche unabhängige Kommissionen und Untersuchungen zu nehmen.
    Ihre Lobbyarbeit besteht darin, die Ängste der Menschen bewusst falsch darzustellen und als Hysterie und Panikmache abzutun.
    Die Skepsis - eine treffendere Bezeichung für die Haltung der Deutschen zur Atomenergie - besteht nicht in der Furcht, durch die Unfälle in Fukushima verstrahlt zu werden, sondern in der potentiellen Gefahr, die grundsätzlich in der Atomkraft steckt. Fukushima zeigt uns, wie schnell diese Gefahr real werden kann.
    Eine zweite - keineswegs kleinere - Gefahr geht von unseren Politikern und den Millionen Euro der Atomindustrie, welche diese in Lobbyarbeit investieren. Beide im gefährlichen Verbund haben und werden uns in Zukunft einzureden versuchen, Atomkraft sei ungefährlich und beherrschbar. und mit jedem Wähler, der auf diese Lügen hereinfällt, wird unser Leben ein kleines bisschen unsicherer.

    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/ew

    Guten Abend Herr Stockrahm,

    Sie stützen sich in Ihrem Artikel u.a. auf Angaben von Herrn Christoph Reiners und um die Seriosität seiner Angaben zu unterstreichen, erwähnen Sie, dass Herr Reiners Mitarbeiter der WHO sei.

    Die WHO erscheint mir aber seit der Bemühungen, die Pharma-Industrie beim Verkauf des Impfstoffs gegen die Schweinegrippe bestmöglichst zu unterstützen, keineswegs mehr frei von Lobbyisten.

    Damals ließen sich übrigens zum Glück nur wenig Menschen impfen - die Panikmache der Lobbyisten scheiterte.
    Diesmal wird versucht berechtigte Sorge kleinzureden - und ich hoffe, dass niemand sich seine Verantwortung für das Leben auf diesem Planeten ausreden lässt.

    Sehr geehrter herr Stockrahm,
    Ihr Beitrag gibt vor wissenschaftlich zu sein, hat aber keine Quellenangaben zu den voellig unwissenschaftlichen Behauptungen, die Sie darin aufstellen.

    Erst Nachfrage von Lesern bringen Sie dazu, ueberhaupt ihre "Quellen" preiszugeben und die links die Sie nennen sind nichts weiter als Web-Adressen! Keine Ihrer Behauptungen lassen sich da durch auch nur irgendetwas nachpruefen, von wissenschaftlichen Beweisen ganz zu schweigen.

    Sie verbreiten hier bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt Fehlinformation auf niedrigem wissenschaflichem Niveau.

    Ich empfehle dem Leser die Standardzeitschrift der Medizin, das New England Journal of Medicine, die in einem Artikel sehr deutlich von ERHOEHTER KREBSRATE bei Nukleararbeitern mit Durchschnittsdosis 20mSievert/Jahr berichtet (400.000 Teilnehmer).

    http://www.nejm.org/doi/f...

    Es ist weiterhin ein Grundsatz der Strahlenkunde, dass es keine unschaedliche Strahlung gibt. Nur die Wahrscheinlichkeit des Koerpers, die Schaedigung nicht reparieren zu koennen ist statistisch gesehen gering, nur sehr wenige werden von 'geringer' Strahlung erkranken. Wenn aber genug Menschen dieser 'geringen' Strahlung ausgesetzt sind, wird die Zahl der 'wenigen' Betroffenen natuerlich stark steigen.

    Zur Beruhigung: wenn sie dann in 25 Jahren Krebs bekommen, werden sie nie beweisen muessen oder koennen, das ein AKW Schuld hatte, ebensowenig wie bei Fruchtschaeden - kommt ja eh vor!

    Da sie sich nun als nicht Atomkraft Befürworter ausgeben, wie wäre es mit einer Analyse?
    Ich habe unlängst einen Bericht gesehen in welchem Behauptet wurde das es so gut wie keine Neutralen gut achten gibt. Auch wurde behauptet das wenn ein Neutrales Gutachten existiert, der Ersteller ein Spinner sei welcher die Zahlen auf Basis nicht richtiger Zahlen erstellt habe.
    diese Gutachten wurden dann, meist mit gegen Gutachten in ihre Einzelteile zerpflückt und mit angeblich richtigen Zahlen widerlegt.

    Zum einen würden mich sehr interessieren woher welche Gutachten kommen und zum anderen würde mich interessieren wer dahinter steckt hinter den entsprechenden Gutachten, also die Auftraggeber.

    Vielleicht könnten sie mit etwas viel Arbeit, Licht ins Dunkel bringen.

  4. Passt einem eine Quelle nicht, ist sie also gefälscht? Oder sagen Sie, dass die Atomlobby an sich nur lügt? Aber die Kriegs- und Solarlobby (= Die Grünen) sagt nur die Wahrheit?

    Wenn Sie schon kritisch sind, dann in beide Richtungen.

    Da ich aber der Physik (da sie mich bisher noch nicht enttäuscht hat) vertraue, haben die Berichte und Quellen der Atomlobby meistens mehr Gewicht für mich, da sie oft voll sind mit Zahlen und Fakten... die man mit etwas Physikwissen auch nachvollziehen kann.
    Wem ich aber nicht vertraue sind Quellen, die zwar eindeutig Interessen verfolgen, aber kaum Zahlen beinhalten. Diese kommen zu oft von Greenpeace und den Grünen.

    "Dieser Satz ist eine der größten vorstellbaren Unverschämtheiten gegenüber jedem, der elendig an Krebs, auch durch Nehrung verursacht, verstorben ist, ob in Hanford, Harrisburg, Tschernobyl oder zukünftig in Fukushima."

    An sich richtig, aber denken Sie dann auch an die elendig gestorbenen Kohlekumpeln in aller Welt oder die bei Gasexplosionen entstellten und verstorbenen Menschen. Schauen Sie sich die Gasbrände/explosionen nach dem Tsunami an. Wieso akzeptieren Sie dieses Restrisiko, das von Kernenergie aber nicht? Bei ersterem sterben schätzungsweise deutlich mehr als bei der ach so bösen Kernenergie...
    Oder sagen Sie, dass Kohle und Gas auch nicht beherrschbar sind?

    So ein faktenreicher Artikel verdient solche Kommentare wie den Ihrigen nicht.

    Antwort auf "PR für die Atomlobby"
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    auch Sie vergessen, auf die langfristigen Folgen der Strahlung hinzuweisen. Sehe ich mir Berichte im Fernsehen an, so stelle ich fest, auch 30 Jahre nach Tschernobyl sind z.B. Pilze in Bayern so stark belastet, daß sie nicht zum Verzehr geeignet sind. Deswegen sind als nächstes die Wildschweine verstrahlt, da sie, wenn andere Nahrung nicht mehr zur Verfügung steht, bevorzugt auf Pilze ausweichen.
    Weder durch Kohlekraftwerke noch durch Gaskraftwerke, die langfristig natürlich ebenfalls keine Alternativen zu erneuerbaren Energien sind, verursachen so eine langfristige Strahlung. Die Belastung durch Cäsium z.B. wird noch für die nächsten 300 Jahre anhalten, laut Professor Lengfelder, bevor Pilze wieder unbedenklich verzehrt werden können. Die Last wird also unseren Kindern und Kindeskindern aufgebürdet. Das ist einer der Gründe, warum sich so viele Menschen gegen Atomkraftwerke einsetzen.

    • Ephron
    • 23. März 2011 16:18 Uhr

    Ich denke mal, dass in puncto Langzeitfolgen die Verbrennung fossiler Energieträger der Kernkraft in nichts nachsteht.
    Auch mit den Folgen der Klimaerwärmung wird man sich noch in Jahrhunderten beschäftigen müssen.
    Ich sehe also das Argument "Langzeitfolgen" als Alleinstellungsmerkmal der Kernkraft nicht recht ein.

    Vielleicht können Sie mir da noch mit Ihrem geballten Fachwissen auf die Sprünge helfen?!

    mfg

    Im Gegensatz zu Kohlegruben oder Oelanlagen wird hier noch immer behauptet es sei nicht nur ein sicherer Arbeitsplatz, sondern auch eine 100%ig sicher Technik, besonders fuer die Bevoelkerung, die von Grubenungluecken normalerweise ja nur emotional belastet wird.

    Hier haben ueber Jahrzehnte Betreiber und Politiker eine menschenverachtende Technik aus Gewinnsucht betrieben - jetzt ist Zahltag und wer wird zum 'Saubermachen' geschickt?

    Ja, die Feuerwehr, das Militaer und die Techniker

    Hoechste Zeit, dass die, die uns das eingebrockt haben jetzt die Suppe auch ausloeffeln - die Verantwortlichen nach Fukushima, von dort aus koennen sie uns dann ja viel ueberzeugender berichten, wie ungefaehrlich es ist. Und zumindest einen kleinen Bruchteil ihrer Zerstoerung wieder gutzumachen versuchen.

    Dieselbe Verpflichtung sollten wir weltweit fordern, fuer alle Atomkrafthersteller, Betreiber, Aktionaere und verantwortlichen Politiker.

    Sollte doch kein Problem sein deren Unterschrift und Privatvermoegen zur Versicherung zu bekommen, kann ja nirgends passieren ;-)

  5. 300.000 Kinder:
    http://www.youtube.com/wa...

    hier nervt die musik dabei:
    http://www.youtube.com/wa...

    harmlose strahlen
    http://www.youtube.com/wa...

    immer ging ihm etwas schief:
    http://www.youtube.com/wa...

    gms

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
  6. ..vielen Dank für Ihre prompte Antwort.

    Ich hätte Ihnen übrigens niemals unterstellt für die Atomlobby zu schreiben, aber ich bin bei solch faktischen Aussagen, wie Sie sie in Ihrem Artikel äußern leider inzwischen etwas misstrauisch geworden. Danke, dass Sie Ihre Quellen genannt haben Dies, und die Tatsache, dass Sie überhaupt auf meinen Kommentar reagiert haben, ist für mich ein echtes Zeichen von gutem Journalismus.

    Ihnen noch einen schönen Abend.

    Mit freundlichen Grüßen

    wawerka (ebenfalls Atomkraftsofortabschaltungsbefürworter und Ökostrombezieher)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...als hätten sich hier 2 gefunden :)

    Ich schließe mich der Meinung von wawerka an.

    Besser noch wäre es, wenn Journalisten von Anfang an ihre Quellen angeben würden.

    wie heisst es doch von der ZEIT Redaktion immer so schoen:

    "Bitte unterlassen Sie Behauptungen, fuer die Sie keine Quellenangaben haben"

    Die Quellen lassen nirgendwo auf irgendetwas der im Artikel behaupteten Thesen rueckschliessen, es sind nur Namen, keine Schriften, keine Zitate, keine wissenschaftlichen Quellen, unueberpruefbar!

    Das ist kein Journalismus, das sind Behauptungen.

    es wäre schön und würde der Diskussionshygiene dienen, wenn Sie und andere anonyme Blogger in der Zeit sich mit vollem Namen zu erkennen geben. Es es ist sehr leicht, andere zu beschimpfen, ohne sich selbst zu outen.
    Ich heiße übrigens Heiner Geiß, wohne in Alfter und habe 15 Jahre in der Abteilung Sicherheit und Strahlenschutz in Jülich gearbeitet.
    Zu den Fakten: Ich begrüße den Artikel von Herrn Stockrahm sehr. Leider muß ich aus langjähriger Erfahrung

    Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/ag

  7. http://www.zeit.de/2010/4...

    *Weitere Kommentare ob des Argumentationsniveaus verkneif*

    Antwort auf "Banane"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Tralala, ich darf zitieren: "Eine Pilzmahlzeit mit 200 Gramm (g) höher kontaminierten Maronenröhrlingen aus Südbayern (4000 Bq/kg) hat eine Exposition von 0,01 mSv zur Folge." (Quelle: http://www.bfs.de/de/bfs/...)

    Eine Pilzmahlzeit entspricht also einer Strahlendosis von 10 Mikrosivert. Eine Banane verursacht im Schnitt 0.1 Mikrosievert, also haben Sie nach 100 Bananen die gleiche Dosis.

    Also war mein Vergleich zugegeben um Faktor 100 daneben, aber eine Gesundheitsgefahr besteht durch die Pilze im Bayerischen Wald auf jeden Fall nicht. Außer Sie essen das jeden Tag und erschwischen jeden Tag stärker kontaminierte. Eher unwahrscheinlich. Wie dem auch sei, der Inhalt der Artikels ist so richtig und sachlich korrekt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Japan | Atmosphäre | Biologie | DNA | Erbgut | Gesundheitsrisiko
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