Präimplantationsdiagnostik Kirchen verurteilen Entscheidung des Bundestages

Behindertenverbände und Kirchen sind enttäuscht über die Entscheidung des Bundestags zu Gentests an Embryonen - PID. Auch Ärzte sehen Gefahren.

Vor allem Kirchen und Behindertenverbände geht die Entscheidung des Bundestags zu weit, die Präimplantationsdiagnostik (PID) weiter zuzulassen. Positiv würdigten sie lediglich, dass sich die Abgeordneten die Entscheidung nicht leicht gemacht haben.

"Sie haben sich Zeit gelassen, mit großem Ernst gedacht und diskutiert und, wie es dieser Sache angemessen ist, fraktionsübergreifend der persönlichen Entscheidung Raum gegeben", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider. Der Bundestag hatte zuvor beschlossen, die Gentests an Embryonen in bestimmten Fällen weiter zu erlauben. Die Abgeordneten hatten über drei Anträge zu entscheiden, die Fraktionsdisziplin war aufgehoben.

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Auf den Gesetzentwurf der FDP-Abgeordneten Ulrike Flach und anderer entfielen 326 Stimmen. Der Entwurf für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik erhielt 260 Stimmen. Acht Abgeordnete enthielten sich. Ein Kompromissentwurf war mit 58 Stimmen in zweiter Lesung gescheitert.

Kommentar zur PID
Mutig und wegweisend: Der Bundestag hat endlich Rechtssicherheit für die Embryonenauswahl im Labor geschaffen.

Mutig und wegweisend: Der Bundestag hat endlich Rechtssicherheit für die Embryonenauswahl im Labor geschaffen.

Ärzte gegen "Designerbabys"

Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, bezeichnete die Selektion von menschlichen Embryonen als Verstoß gegen das Achtungsgebot der Menschenwürde. "Wir bedauern die heutige Entscheidung zur PID zutiefst“, sagte Zollitsch. "Umso mehr drängen wir nun mit Nachdruck darauf, die im Gesetz erwähnten Ausnahmefälle, in denen die PID nicht rechtswidrig sein wird, eng zu umgrenzen". So solle die willkürliche Anwendung und die Gefahr einer immer weiteren Ausdehnung ausgeschlossen werden.

Auch Deutschlands Ärzte wollen sich für eine enge Begrenzung bei der Präimplantationsdiagnostik einsetzen. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, sagte: "Wir Ärzte werden Verantwortung übernehmen, dass dieses Verfahren unter kontrollierten Bedingungen und nur bei vorheriger fachkundiger Beratung angewendet wird." So soll die PID nicht zum Routineverfahren werden. Sie müsse auf wenige und ganz bestimmte Indikationen begrenzt werden, fordert Mongomery. "Mit uns wird es kein Designerbaby geben und auch kein sogenanntes Retterbaby, das nur einem erkrankten Kind als Ersatzteillager dienen soll."

Gegen die PID als Standardverfahren äußerte sich auch die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung. Ihr Vorsitzender Robert Antretter sagte: "Viele Menschen mit Behinderungen müssen diese Entscheidung als diskriminierend empfinden."

Leser-Kommentare
  1. 1. Zufall

    Frage: Ist es entscheidend ob der Mensch oder der Zufall determiniert?

    • Citago
    • 07.07.2011 um 19:33 Uhr

    Wenn es Zufall ist, dann ist es nicht determiniert. Nur mal angemerkt.
    Im Übrigen war es in Deutschland ja bisher auch völlig widersprüchlich, dass gesunde Embryos abgetrieben werden durften, während kranken genau dies versagt blieb.
    Man kann nur hoffen, dass die technischen Möglichkeiten es zukünftig möglich machen, dass weniger bis gar keine Behinderungen mehr auftreten. Wer dies kritisiert, der argumentiert nicht nur unlogisch, sondern auch unmenschlich. Dann könnte man ja auch gleich fordern, z. B. Krebstherapien einzustellen, damit die Gruppe der Erkrankten doch bitte schön nicht zu klein werden darf.

    10 Leser-Empfehlungen
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    Der Würfel wird aber nunmal fallen, egal ob ich den Würfel zinke oder nicht. Es wird ja zur Implantation nicht nur eine Eizelle befruchtet. Es wird sowieso einen Embryo treffen.

    • Buh
    • 08.07.2011 um 2:51 Uhr

    Heisst ja erstmal nur, dass es nicht artifiziell, durch den Menschen, herbeigeführt wurde, sagen wir, durch den menschlichen willen, sondern es einem Menschen eben "zufällt". Ob es überhaupt Chaotischen Zufall gibt, wie Sie ihn hier vom determinierten Zufall abgrenzt, darüber gibt es sicherlich verschiedene Ansichten. Jedenfalls ist nach meinem Wissen im Philosophischen Diskurs der Determinismus als Konzept der vielen Kausalketten bestimmt Prämisse vieler, vielleicht der meisten Überlegungen.

    Ich lege hier nur so ne Klugscheißer Antwort ab, weil es mich nervt, wenn Kommentatoren etwas im Eingang Anführen, was garnicht den Kern eines Arguments trifft, sondern unnützes und häufig auch falsches oder fragwürdiges Faktenwissen anlegt. Das ist ein rhetorischer Kniff der häufig in die Hose geht.

    Ansonsten bin ich aber Ihrer Meinung.
    Wobei die Katholiken da aber anführen würden: Dies Technologie wird zum Töten von Menschen benutzt. Denn für Katholiken (und andere) findet menschliches Leben bei der Befruchtung der Eizelle statt, weswegen sie sich schon seit langem gegen das Recht der Abtreibung aussprechen.

    In Polen geht die Macht der katholische Kirche so weit, dass diese Versucht Druck auszuüben indem den Parlamentariern (die in der Regel sehr gläubig sind) die Exkommunikation angedroht wird. Wie kann unter diesen Umständen eine demokratische Debatte geführt werden, in der es um Fakten geht und nicht um Bibelsprüche?

    Kirchen: Raus aus der Politik!

    • vino87
    • 08.07.2011 um 8:26 Uhr

    ...oder wollen Sie allen Ernstes Behinderung und Krankheit in einen Topf werfen???
    Was stört Sie persönlich an Menschen mit Behinderung? Sind sie einfach nur unwirtschafltich? Bemitleidenswert? Keine echten Menschen? Wer sagt, wie ein gelungenes bzw. funktionierendes Leben aussieht?

    Der Würfel wird aber nunmal fallen, egal ob ich den Würfel zinke oder nicht. Es wird ja zur Implantation nicht nur eine Eizelle befruchtet. Es wird sowieso einen Embryo treffen.

    • Buh
    • 08.07.2011 um 2:51 Uhr

    Heisst ja erstmal nur, dass es nicht artifiziell, durch den Menschen, herbeigeführt wurde, sagen wir, durch den menschlichen willen, sondern es einem Menschen eben "zufällt". Ob es überhaupt Chaotischen Zufall gibt, wie Sie ihn hier vom determinierten Zufall abgrenzt, darüber gibt es sicherlich verschiedene Ansichten. Jedenfalls ist nach meinem Wissen im Philosophischen Diskurs der Determinismus als Konzept der vielen Kausalketten bestimmt Prämisse vieler, vielleicht der meisten Überlegungen.

    Ich lege hier nur so ne Klugscheißer Antwort ab, weil es mich nervt, wenn Kommentatoren etwas im Eingang Anführen, was garnicht den Kern eines Arguments trifft, sondern unnützes und häufig auch falsches oder fragwürdiges Faktenwissen anlegt. Das ist ein rhetorischer Kniff der häufig in die Hose geht.

    Ansonsten bin ich aber Ihrer Meinung.
    Wobei die Katholiken da aber anführen würden: Dies Technologie wird zum Töten von Menschen benutzt. Denn für Katholiken (und andere) findet menschliches Leben bei der Befruchtung der Eizelle statt, weswegen sie sich schon seit langem gegen das Recht der Abtreibung aussprechen.

    In Polen geht die Macht der katholische Kirche so weit, dass diese Versucht Druck auszuüben indem den Parlamentariern (die in der Regel sehr gläubig sind) die Exkommunikation angedroht wird. Wie kann unter diesen Umständen eine demokratische Debatte geführt werden, in der es um Fakten geht und nicht um Bibelsprüche?

    Kirchen: Raus aus der Politik!

    • vino87
    • 08.07.2011 um 8:26 Uhr

    ...oder wollen Sie allen Ernstes Behinderung und Krankheit in einen Topf werfen???
    Was stört Sie persönlich an Menschen mit Behinderung? Sind sie einfach nur unwirtschafltich? Bemitleidenswert? Keine echten Menschen? Wer sagt, wie ein gelungenes bzw. funktionierendes Leben aussieht?

  2. Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, bezeichnete die Selektion von menschlichen Embryonen als Verstoß gegen das Achtungsgebot der Menschenwürde.
    Hätte er sich sich doch auch so klar und vor allen Dingen zeitnah zu den Päderasten in seiner anachronistischen Organisation geäußert ... das möchte man einmal erleben!
    Gegen die PID als Standardverfahren äußerte sich auch die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung. Ihr Vorsitzender Robert Antretter sagte: "Viele Menschen mit Behinderungen müssen diese Entscheidung als diskriminierend empfinden."
    Das hört sich fast so an, als wäre es die reine Lebensfreude, mit einer geistigen Behinderung zu leben … so es der Behinderte denn überhaupt wahrnimmt. Mir erscheint dies Argument doch eher von der Sorge geprägt, in einem absehbaren Zeitraum sich eine neue Aufgabe suchen zu müssen. Warum sollten Menschen mit Behinderungen es als diskriminierend empfinden, wenn eltern sich gesunde Kinder wünschen … das sollte Herr Antretter mal näher erläutern, meint …
    KH

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    bestimmen zum Glück nicht Sie. Die weltweite Zunahme insbesondere katholischer Gläubiger spricht eine andere Sprache. Was im aussterbenden Deutschland passiert, interessiert global ohnehin niemanden mehr.

    Andererseits ist die Kritik an der PID durch Kirchenvertreter ohnehin nur ein Rückzugsgefecht und im Vergleich mit der gesetzlich sanktionierten millionenfachen Tötung (gesunder) Embryonen via "Fristenlösung" mehr als unbedeutend. Hier beweist sich auch die Heuchelei einer Frau Merkel, die zusammen mit der Abtreibungs-Ikone Alice Schwarzer auftritt, die "Fristenlösung" befürwortet, aber angeblich gegen die PID ist.

    Ich habe großen Respekt davor, dass die Kirchen auf den Wert des Lebens hinweisen, wie versehrt es auch immer ist;
    ich habe Respekt vor Eltern, die eine Antwort finden müssen auf die Frage: "Schaffen wir das?";
    ich habe Respekt vor Behindertenverbänden, die soviel dafür tun, dass Leben mit Behinderung reibungsloser abläuft.....

    ...voll zu, zudem darf bezweifelt werden ob die Eltern die mit einem schwerstbehinderten Kind "gesegnet" sind noch ein Leben in "Würde" führen.

    Auch der behindertengerechte Ausbau noch des letzten Winkels der Republik ändert doch nichts an der Tatsache, daß die betroffenen Familien ein schweres Schicksal erdulden, das sich nicht unbedingt mit dem Attribut "würdevoll" schmücken läßt.

    Aber: DEUS VULT, wen der HERR liebt, den läßt er leiden.

    bestimmen zum Glück nicht Sie. Die weltweite Zunahme insbesondere katholischer Gläubiger spricht eine andere Sprache. Was im aussterbenden Deutschland passiert, interessiert global ohnehin niemanden mehr.

    Andererseits ist die Kritik an der PID durch Kirchenvertreter ohnehin nur ein Rückzugsgefecht und im Vergleich mit der gesetzlich sanktionierten millionenfachen Tötung (gesunder) Embryonen via "Fristenlösung" mehr als unbedeutend. Hier beweist sich auch die Heuchelei einer Frau Merkel, die zusammen mit der Abtreibungs-Ikone Alice Schwarzer auftritt, die "Fristenlösung" befürwortet, aber angeblich gegen die PID ist.

    Ich habe großen Respekt davor, dass die Kirchen auf den Wert des Lebens hinweisen, wie versehrt es auch immer ist;
    ich habe Respekt vor Eltern, die eine Antwort finden müssen auf die Frage: "Schaffen wir das?";
    ich habe Respekt vor Behindertenverbänden, die soviel dafür tun, dass Leben mit Behinderung reibungsloser abläuft.....

    ...voll zu, zudem darf bezweifelt werden ob die Eltern die mit einem schwerstbehinderten Kind "gesegnet" sind noch ein Leben in "Würde" führen.

    Auch der behindertengerechte Ausbau noch des letzten Winkels der Republik ändert doch nichts an der Tatsache, daß die betroffenen Familien ein schweres Schicksal erdulden, das sich nicht unbedingt mit dem Attribut "würdevoll" schmücken läßt.

    Aber: DEUS VULT, wen der HERR liebt, den läßt er leiden.

  3. dass hier jemand gegen den Beschluss schimpft, der seine Marktnische gefährdet sieht - oder?

    Der PID geht ein rein medizintechnischer Vorgang voraus, den die Natur aus welchen Gründen auch immer eigentlich verhindert hatte.
    Wer nun nach diesem Schritt keine "Endkontrolle" zulassen möchte und gar "Designer-Babies" befürchtet (die mit Befruchtung eigentlich entstehen) der kann doch nicht "Nächstenliebe" und Respekt vor den Behinderten echt auf seine Fahnen schreiben!!

    Selbst als Eltern gesunder Kinder leidet man, wenn es dem Kind schlecht geht - wer ein künstlich eingeleitetes Leid für Eltern und Kind als Respekt vor Behinderten interpretiert, der ist entweder sadistisch und/oder aber profitiert davon in keinem Fall ist das aber Respekt vor Andersartigen oder Behinderten!
    Es sollte interessieren, wie lange die Nächstenliebe der Kirche reicht, wenn die staatlichen Mittel für betreuende Einrichtungen gestrichen werden, die Behinderteneinrichtungen zu einem lukrativen Geschäft auf Kosten der eigentlich betreuten Klientel machen.

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  4. Ich verstehe das Verfahren eher so, dass im Anschluss an PID zwar ein Kind ohne Krankheitssymptome geboren werden wird, dass aber die genetische Anlage zur Weitervererbung einer Krankheit auch nach der Selektion persistent bleiben wird. Alle Nachfahren sind dann sozusagen Neukunden sofern sie Kinder haben wollen, und der risikobehaftete Genpool in der Bevölkerung vergrösseret sich immer mehr (zur Freude der Ärzte und Pharmaindustrie)

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    Zitat:
    "Ich verstehe das Verfahren eher so, dass im Anschluss an PID zwar ein Kind ohne Krankheitssymptome geboren werden wird, dass aber die genetische Anlage zur Weitervererbung einer Krankheit auch nach der Selektion persistent bleiben wird"

    Die durch die PID selektierten Embryos haben den Gendefekt NICHT; sind also (zumindest auf den konkreten Defekt) bezogen gesund und damit sind auch all ihre Nachkommen gesund.

    Solange es keine "Gentherapie" im eigentlichen Sinne gibt, ist dies gewissermaßen die einzig kurative Methode für genetisch bedingte Krankheiten, die eben auch die Nachkommenschaft nachhaltig von der Krankheit befreit.

    mit dominant und rezessiv?

    Für dominante Erkrankungen gilt:
    Wenn ein defektes Allel zur Krankheit ausreicht, dann hat das gesunde Kind keinen Defekt und kann ihn auch nicht weitervererben.
    Das gilt auch für Chromosomenaberrationen, die erst bei der Meiose entstehen und nicht generationenübergreifend vererbt werden.

    Bei rezessiven gilt:
    1. Man kann auch beide Allele testen, und durch die PID die eben so aussortieren. Würde man das absichtlich nicht tun:

    2. Konstellationen und Wahrscheinlichkeiten, dass ein Kind Träger ist (AA= Krank, aa=gesund, Aa=gesunder Träger):

    Fall a: Eltern Aa & aa
    => Kind ist mit 25 % Wahrscheinlichkeit gesunder Träger:
    Fall b: Eltern Aa & Aa
    => Kind ist mit 25 % krank, 50 % Träger, 25 % gesund

    => Da die kranken heraussortiert werden, bleiben 2/3 gesunde Träger übrig. Nur hier vergrößert sich rein statistisch der Genpool über längere Zeit.
    Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für diese Konstellation sehr gering: Wenn 30 % aller Erwachsenen Aa wären, käme sie nur bei 9 % aller Elternpaare vor:
    Entsprechend bei einem Auftreten von
    40 % => 16 %
    50 % => 25 %
    70 % => 49 %
    90 % => 81 %
    Um die Verbreitung in der Bevölkerung zu vergrößern, müsste also schon fast jeder ein Träger des fehlerhaften Gens sein. Dann macht es aber keinen Sinn mehr, eine Verbreiterung zu fördern.
    => Diese Kritik dürfte wohl ins Leere laufen.

    @topic: Die Humanistenverbände etc. finden die Entscheidung wahrscheinlich gut. Gibts dafür auch einen Artikel?

    @biophysiker:
    Nach der reinen Vererbungslehre haben Sie sicherlich recht. Bei Erbsen und sonstigem Gemüse funktioniert das auch einigermaßen. Die Erfahrung lehrt uns aber immer wieder, das sich die Natur (leider) nicht an Statistiken hält.

    Geldschneiderei? Ich denke es gibt lukrativere Bereiche im Medizinsektor als die nach wie vor hierzulande streng regulierte Reproduktionsmedzin.

    Zitat:
    "Ich verstehe das Verfahren eher so, dass im Anschluss an PID zwar ein Kind ohne Krankheitssymptome geboren werden wird, dass aber die genetische Anlage zur Weitervererbung einer Krankheit auch nach der Selektion persistent bleiben wird"

    Die durch die PID selektierten Embryos haben den Gendefekt NICHT; sind also (zumindest auf den konkreten Defekt) bezogen gesund und damit sind auch all ihre Nachkommen gesund.

    Solange es keine "Gentherapie" im eigentlichen Sinne gibt, ist dies gewissermaßen die einzig kurative Methode für genetisch bedingte Krankheiten, die eben auch die Nachkommenschaft nachhaltig von der Krankheit befreit.

    mit dominant und rezessiv?

    Für dominante Erkrankungen gilt:
    Wenn ein defektes Allel zur Krankheit ausreicht, dann hat das gesunde Kind keinen Defekt und kann ihn auch nicht weitervererben.
    Das gilt auch für Chromosomenaberrationen, die erst bei der Meiose entstehen und nicht generationenübergreifend vererbt werden.

    Bei rezessiven gilt:
    1. Man kann auch beide Allele testen, und durch die PID die eben so aussortieren. Würde man das absichtlich nicht tun:

    2. Konstellationen und Wahrscheinlichkeiten, dass ein Kind Träger ist (AA= Krank, aa=gesund, Aa=gesunder Träger):

    Fall a: Eltern Aa & aa
    => Kind ist mit 25 % Wahrscheinlichkeit gesunder Träger:
    Fall b: Eltern Aa & Aa
    => Kind ist mit 25 % krank, 50 % Träger, 25 % gesund

    => Da die kranken heraussortiert werden, bleiben 2/3 gesunde Träger übrig. Nur hier vergrößert sich rein statistisch der Genpool über längere Zeit.
    Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für diese Konstellation sehr gering: Wenn 30 % aller Erwachsenen Aa wären, käme sie nur bei 9 % aller Elternpaare vor:
    Entsprechend bei einem Auftreten von
    40 % => 16 %
    50 % => 25 %
    70 % => 49 %
    90 % => 81 %
    Um die Verbreitung in der Bevölkerung zu vergrößern, müsste also schon fast jeder ein Träger des fehlerhaften Gens sein. Dann macht es aber keinen Sinn mehr, eine Verbreiterung zu fördern.
    => Diese Kritik dürfte wohl ins Leere laufen.

    @topic: Die Humanistenverbände etc. finden die Entscheidung wahrscheinlich gut. Gibts dafür auch einen Artikel?

    @biophysiker:
    Nach der reinen Vererbungslehre haben Sie sicherlich recht. Bei Erbsen und sonstigem Gemüse funktioniert das auch einigermaßen. Die Erfahrung lehrt uns aber immer wieder, das sich die Natur (leider) nicht an Statistiken hält.

    Geldschneiderei? Ich denke es gibt lukrativere Bereiche im Medizinsektor als die nach wie vor hierzulande streng regulierte Reproduktionsmedzin.

  5. Wen interessiert es noch, welche skurrilen Ansichten die Kirchen haben? Das ganze Gerede vom "Designerbaby" ist großer Humbug. Und dieses heuchlerische Appellieren an das Gewissen indem von der Achtung der Menschenwürde gesprochen wird, ist erbärmlich. Gesellschaften konnten nie mit Behinderten gut umgehen, und ich behaupte in 200 Jahren wird der Behinderte immer noch nicht als vollständig gleichgestelltes Mitglied der Gesellschaft wahrgenommen. Er wird sich immer wieder menschenunwürdigen Situationen gegenüber konfrontiert sehen. PID ist also durchaus mit der Achtung der Menschenwürde vereinbar. Der Behinderte wird verhindert, bevor er zum Menschen wird. Der Mensch ist mehr als das Ergebnis seiner Gene. Er bildet sich auch maßgeblich durch Umwelteinflüsse, also soziale Kontakte, Erfahrungen, Erlebnisse und vieles mehr. Diese Dinge indirekt zu leugnen, passt zum antiquierten Weltverständnis der Kirche. Schließlich sei doch der Mensch so einfach gestrickt, dass er sich durch ein paar Gebote in Zaum halten ließe. Alles was nicht "normal" ist, wird gejagt, gefoltert, verbrannt ... ach, huch, jetzt habe ich mich im Jahrhundert geirrt.

    23 Leser-Empfehlungen
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    "PID ist also durchaus mit der Achtung der Menschenwürde vereinbar. Der Behinderte wird verhindert, bevor er zum Menschen wird. Der Mensch ist mehr als das Ergebnis seiner Gene. Er bildet sich auch maßgeblich durch Umwelteinflüsse, also soziale Kontakte,"

    Da hat also jemand die Debatte nicht um das ethische Problem nicht mitbekiommen!?
    Behinderte haben also keine sozialen Kontakte? Sie sind nicht durch Umwelteinflüsse geprägt?
    Und die Frage aller Fragen: Ab wann ist der Mensch ein Mensch? Diese wird schon allein durch IVF so stark in Frage gestellt, dass es nicht wundert, wenn die PID als zulässig empfunden wird.
    Schon mal was von bedingungsloser Elternliebe gehört? Eigentlich dürften sie sich darüber keine Gedanken machen. "Natürliche" Eltern müssen auch nehmen was kommt.

    Ihre Formulierungen sind eine unglaubliche Frechheit und unendlich kurz gedacht!
    Wenigstens gibt es da die Kirche, die ein paar mehr Gedanken dazu hat.

    • vino87
    • 08.07.2011 um 8:48 Uhr

    ...der erste Teil wurde ja schon kommentiert. Sie sollten wirklich darüber nachdenken, ob Sie sich zu solch einem Thema äußern.

    "Schließlich sei doch der Mensch so einfach gestrickt, dass er sich durch ein paar Gebote in Zaum halten ließe."

    Ah ja, hatten Sie schon einmal eine Bibel in der Hand?? Wenn nicht, sollten Sie das tun. Wenn ja, kann ich Ihre Äußerung nicht nachvollziehen.

    • WHF
    • 08.07.2011 um 9:43 Uhr

    An 6, ich bin mit ihren Äußerungen nicht einverstanden, und bitte sie, ihre Meinung zu konkretisieren.
    Wenn sie Probleme mit der Kirche haben, oder den Christlichen Glauben verurteilen, ist dies ihr gutes Recht, aber ich bitte sie, diese Probleme mit den zuständigen Kirchenstellen zu klären.
    Ich bitte sie nur darum, auch anders denkende Menschen zu achten.
    Danke

    • ANMD
    • 11.07.2011 um 9:11 Uhr

    "Der Behinderte wird verhindert, bevor er zum Menschen wird." In Zukunft müssen sich Behinderte dann fragen lassern, warum sie nicht abgetrieben oder aussortiert worden sind.

    "PID ist also durchaus mit der Achtung der Menschenwürde vereinbar. Der Behinderte wird verhindert, bevor er zum Menschen wird. Der Mensch ist mehr als das Ergebnis seiner Gene. Er bildet sich auch maßgeblich durch Umwelteinflüsse, also soziale Kontakte,"

    Da hat also jemand die Debatte nicht um das ethische Problem nicht mitbekiommen!?
    Behinderte haben also keine sozialen Kontakte? Sie sind nicht durch Umwelteinflüsse geprägt?
    Und die Frage aller Fragen: Ab wann ist der Mensch ein Mensch? Diese wird schon allein durch IVF so stark in Frage gestellt, dass es nicht wundert, wenn die PID als zulässig empfunden wird.
    Schon mal was von bedingungsloser Elternliebe gehört? Eigentlich dürften sie sich darüber keine Gedanken machen. "Natürliche" Eltern müssen auch nehmen was kommt.

    Ihre Formulierungen sind eine unglaubliche Frechheit und unendlich kurz gedacht!
    Wenigstens gibt es da die Kirche, die ein paar mehr Gedanken dazu hat.

    • vino87
    • 08.07.2011 um 8:48 Uhr

    ...der erste Teil wurde ja schon kommentiert. Sie sollten wirklich darüber nachdenken, ob Sie sich zu solch einem Thema äußern.

    "Schließlich sei doch der Mensch so einfach gestrickt, dass er sich durch ein paar Gebote in Zaum halten ließe."

    Ah ja, hatten Sie schon einmal eine Bibel in der Hand?? Wenn nicht, sollten Sie das tun. Wenn ja, kann ich Ihre Äußerung nicht nachvollziehen.

    • WHF
    • 08.07.2011 um 9:43 Uhr

    An 6, ich bin mit ihren Äußerungen nicht einverstanden, und bitte sie, ihre Meinung zu konkretisieren.
    Wenn sie Probleme mit der Kirche haben, oder den Christlichen Glauben verurteilen, ist dies ihr gutes Recht, aber ich bitte sie, diese Probleme mit den zuständigen Kirchenstellen zu klären.
    Ich bitte sie nur darum, auch anders denkende Menschen zu achten.
    Danke

    • ANMD
    • 11.07.2011 um 9:11 Uhr

    "Der Behinderte wird verhindert, bevor er zum Menschen wird." In Zukunft müssen sich Behinderte dann fragen lassern, warum sie nicht abgetrieben oder aussortiert worden sind.

  6. Der Würfel wird aber nunmal fallen, egal ob ich den Würfel zinke oder nicht. Es wird ja zur Implantation nicht nur eine Eizelle befruchtet. Es wird sowieso einen Embryo treffen.

    Antwort auf "Entweder oder"
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    • Batico
    • 07.07.2011 um 20:56 Uhr

    so ist es. Es werden doch wohl ein Vielzahl von befruchteten Eizellen untersucht. Und ist es der heiligen Mutter Kirche und all den anderen Pharisäern lieber, man wirft die genetisch gesunden weg und pflanzt die defekten ein ? Ich kapier´s nicht. Dieses schwülstige Gerede derer, die den Kindesmißbrauch jahrzehntelang praktiziert haben - ach, da fällt mir ein, Behinderte können sich nicht wehren....au weia, da wird jetzt Onkel Zensur zur tat schreiten, ich habe das undenkbare in Worte gekleidet !

    • Batico
    • 07.07.2011 um 20:56 Uhr

    so ist es. Es werden doch wohl ein Vielzahl von befruchteten Eizellen untersucht. Und ist es der heiligen Mutter Kirche und all den anderen Pharisäern lieber, man wirft die genetisch gesunden weg und pflanzt die defekten ein ? Ich kapier´s nicht. Dieses schwülstige Gerede derer, die den Kindesmißbrauch jahrzehntelang praktiziert haben - ach, da fällt mir ein, Behinderte können sich nicht wehren....au weia, da wird jetzt Onkel Zensur zur tat schreiten, ich habe das undenkbare in Worte gekleidet !

  7. bestimmen zum Glück nicht Sie. Die weltweite Zunahme insbesondere katholischer Gläubiger spricht eine andere Sprache. Was im aussterbenden Deutschland passiert, interessiert global ohnehin niemanden mehr.

    Andererseits ist die Kritik an der PID durch Kirchenvertreter ohnehin nur ein Rückzugsgefecht und im Vergleich mit der gesetzlich sanktionierten millionenfachen Tötung (gesunder) Embryonen via "Fristenlösung" mehr als unbedeutend. Hier beweist sich auch die Heuchelei einer Frau Merkel, die zusammen mit der Abtreibungs-Ikone Alice Schwarzer auftritt, die "Fristenlösung" befürwortet, aber angeblich gegen die PID ist.

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    immer mehr Katholiken??? Da wo sie fast nicht überleben können, weil sie zu arm sind und sich nicht hinreichend ernähren können, aber an den lieben Gott glauben und an das, was die Kirche ihnen eintrichtert. Ich bitte Sie, wo ist da die Humanität, die Nächstenliebe???

    Ob Kirchen "anachronistisch" sind, bestimmen zum Glück nicht Sie.
    Ihr ungeheuerlicher Durchblick erfordert meine uneingeschränkte Zustimmung. Da wir aber hier ein anderes Thema diskutieren, wären meine dahingehenden Einlassungen in diesem Bezug irrelevant. Aber vielleicht begegnen wir uns ja mal an anderer Stelle.
    Die weltweite Zunahme insbesondere katholischer Gläubiger spricht eine andere Sprache. Was im aussterbenden Deutschland passiert, interessiert global ohnehin niemanden mehr.
    Ach ja, global katholischer Gläubiger prognostiziert das Aussterben eines Volkes und winkt aus der Ferne den in Agonie darbenden Menschen, dieweil in seiner Umgebung das Gottesvolk, von Hunger und Elend in den himmlischen Adel erhoben, eben jenem Gotte dankt, dass geistige und/oder körperliche Behinderung als sein Segenswerk gepriesen wird. Sagen Sie mir doch einmal, hokoerner, aus welchem tumben Pfuhl Sie ihre Erkenntnis ziehen, dass Behinderte ihr Unglück bejubeln? Fragt …
    KH

    immer mehr Katholiken??? Da wo sie fast nicht überleben können, weil sie zu arm sind und sich nicht hinreichend ernähren können, aber an den lieben Gott glauben und an das, was die Kirche ihnen eintrichtert. Ich bitte Sie, wo ist da die Humanität, die Nächstenliebe???

    Ob Kirchen "anachronistisch" sind, bestimmen zum Glück nicht Sie.
    Ihr ungeheuerlicher Durchblick erfordert meine uneingeschränkte Zustimmung. Da wir aber hier ein anderes Thema diskutieren, wären meine dahingehenden Einlassungen in diesem Bezug irrelevant. Aber vielleicht begegnen wir uns ja mal an anderer Stelle.
    Die weltweite Zunahme insbesondere katholischer Gläubiger spricht eine andere Sprache. Was im aussterbenden Deutschland passiert, interessiert global ohnehin niemanden mehr.
    Ach ja, global katholischer Gläubiger prognostiziert das Aussterben eines Volkes und winkt aus der Ferne den in Agonie darbenden Menschen, dieweil in seiner Umgebung das Gottesvolk, von Hunger und Elend in den himmlischen Adel erhoben, eben jenem Gotte dankt, dass geistige und/oder körperliche Behinderung als sein Segenswerk gepriesen wird. Sagen Sie mir doch einmal, hokoerner, aus welchem tumben Pfuhl Sie ihre Erkenntnis ziehen, dass Behinderte ihr Unglück bejubeln? Fragt …
    KH

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