SchwangerschaftGesunde Ernährung für Ungeborene

Auch wenn die Werbung anderes suggeriert: Neben Folsäure und Jodsalz benötigen Schwangere keine Zusatzstoffe, damit ihr Kind gut versorgt ist.

Jetzt nur nichts falsch machen! Die Ungeborenen sollen wachsen und gedeihen, aber wenn Schwangere und Neugeborenes zu schwer werden, dann steigt das Risiko des Kindes, im späteren Leben an Diabetes zu erkranken. Fehlt Folsäure, dann droht ein offener Rücken. Doch welche Vitamine, Spurenelemente und speziellen Fettsäuren braucht man sonst? Ist genug im Essen drin? Was sollte die Schwangere zusätzlich einnehmen? Und gibt es etwas, das sie besser nicht essen sollte, wenn in der Familie ein besonders hohes Risiko für Allergien besteht?

Über gesunde Ernährung während der Schwangerschaft ist heute so viel zu hören wie nie zuvor. Mit Nahrungsergänzungsmitteln ist zudem viel Geld zu verdienen.

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Da liegt der Verdacht nahe, dass zumindest einiges aus der Fülle der Angebote der einschlägigen Industrie mehr nützt als der werdenden Mutter und dem Kind in ihrem Bauch. Handlungsempfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft, hinter denen die Fachgesellschaften und Berufsverbände der Gynäkologen, Kinderärzte und Hebammen ebenso stehen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung , das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund und das Bundesinstitut für Risikobewertung , versuchen jetzt für Klarheit zu sorgen.

"Solche nationalen, harmonisierten Handlungsempfehlungen für Schwangere zur Ernährung sind europaweit einmalig", urteilt Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung Stoffwechsel und Ernährung am von Haunerschen Kinderspital der Uniklinik in München und zugleich Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Projekts Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie . Das Netzwerk hatte zuvor schon ein Papier zur Ernährung von Säuglingen und stillenden Müttern veröffentlicht. Demnächst, sagt Koletzko, wird ein solcher ausführlicher Text auch zur Ernährung in der Schwangerschaft erscheinen.

"Wer sich normal und ausgewogen ernährt, braucht in der Schwangerschaft wenig Zusätzliches", resümiert Klaus Vetter, Geburtshelfer am Vivantes-Klinikum Neukölln. Folsäure sollten junge Frauen aber auf jeden Fall einnehmen. Und zwar vor der Schwangerschaft, sobald der Kinderwunsch konkret wird. Unter anderem wird die Folsäure gebraucht, damit sich während der Embryonalentwicklung das Neuralrohr schließen kann. Gute Quellen für Folat sind grünes Blattgemüse, Tomaten, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und Eier. Untersuchungen zufolge erreichen 86 Prozent aller Frauen aber die Zufuhrempfehlungen nicht. Und in der Schwangerschaft wird noch einmal 50 Prozent mehr Folsäure gebraucht.

Folsäure steckt zum Beispiel in Blattgemüse, Tomaten und Eiern

Der Bedarf an blutbildendem Eisen steigt gar um 100 Prozent. Das heißt nach Ansicht der Experten allerdings keineswegs, dass alle Schwangeren Eisenpräparate schlucken müssten. Einen Anhaltspunkt dafür, ob das nötig ist, gibt der bei den Vorsorgeuntersuchungen gemessene Hämoglobinwert des Blutes.

Vetter und seine Kollegen setzen sich seit einiger Zeit dafür ein, als genaueren Wert das Ferritin zu erheben, das Auskunft über die Eisenspeicher erteilt. Kritisch sei die Versorgung mit Eisen in der Schwangerschaft regelmäßig bei Frauen, die sich streng vegan ernähren, so warnen die Experten. Veganerinnen sollten in der Schwangerschaft auf jeden Fall medizinischen Rat zur Ernährung einholen. Denn auch an Vitamin B 12, das nur in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, besteht nun ein Mehrbedarf.

Allen Schwangeren, bei denen es nicht spezielle Schilddrüsenprobleme gibt, raten die Experten, täglich zusätzlich zum jodierten Speisesalz und einer jodreichen Ernährung 100 bis 150 Mikrogramm Jodid einzunehmen. "Nach wie vor ist Jodmangel weltweit die häufigste Ursache für geistige Schädigungen beim Kind", warnt Koletzko. Der Kinderernährungsexperte findet es zudem sinnvoll, dass Schwangere pro Woche ein bis zwei Portionen fettreichen Seefisch essen. "Frauen, die keinen oder nur wenig Fisch essen, sollten Kapseln mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren einnehmen." Denn das Öl von Hering, Makrele oder Lachs enthält viel Docosahexaensäure (DHA), eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die in den Membranen von Nervenzellen enthalten ist.

Zwar ist noch umstritten, ob es Kinder klüger macht, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft reichlich Fischöl zu sich nehmen. Eine im letzten Jahr im Fachblatt Jama erschienene australische Studie mit DHA-haltigen Kapseln fiel eher enttäuschend aus. "Doch die Daten zur Vorbeugung von Frühgeburten, Allergien und Erkrankungen im ersten Lebensjahr sind überzeugend", sagt Koletzko. Gerade ist in der Fachzeitschrift Pediatrics eine Studie erschienen , für die 2.000 Frauen entweder ein DHA-Präparat oder ein Scheinpräparat bekamen: Babys aus der DHA-Gruppe waren im ersten Lebensjahr deutlich seltener und kürzer verschnupft.

Fetter Seefisch sollte also auf dem Speiseplan stehen. Das heißt allerdings nicht, dass die Experten insgesamt für eine deutlich erhöhte Kalorienaufnahme plädieren würden. Nur in den letzten Monaten der Schwangerschaft würde rund zehn Prozent mehr Brennstoff als sonst gebraucht. Wie viel genau, das sei jedoch abhängig vom Ausmaß der körperlichen Aktivität. Nicht für zwei essen, aber für zwei denken, heißt folglich die Devise.

Für einige wenige Speisen und Getränke bedeutet das auch: Lieber verzichten. Zum Beispiel auf Sushi, Salami und Tiramisu, weil eine Toxoplasmose-Infektion durch rohes Fleisch, rohen Fisch oder rohe Eier schwere Schäden beim Kind hinterlassen kann. Obwohl es in den vergangenen Jahren Stimmen gegeben hat, die das ein oder andere Glas Wein in der Schwangerschaft für unbedenklich erklärten, sagen die Handlungsempfehlungen auch hier deutlich: "Am sichersten ist es, in der Schwangerschaft keinen Alkohol zu trinken." Bis zu drei Tassen Kaffee könne man dagegen ohne Bedenken zu sich nehmen.

So besonders die Zeit der Schwangerschaft für eine Frau auch ist: Beim Essen gibt es nur einige wenige Sonderregeln. Die meisten Empfehlungen für die richtige Ernährung gelten auch vorher und nachher. Für die ganze Familie.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leserkommentare
  1. "Und zwar vor der Schwangerschaft, sobald der Kinderwunsch konkret wird."

    Das heißt: Wenn der Kinderwusch da ist, drei Monate Folsäure nehmen und erst dann den ungeschützen Geschlechtsverkehr vollziehen? Der Wunsch für unser zweites Kind kam kurzfristig Ende März, nach einer kurzen Diskussion, zwei Wochen später war meine Frau schwanger.

    "So besonders die Zeit der Schwangerschaft für eine Frau auch ist: Beim Essen gibt es nur einige wenige Sonderregeln. "

    Mein Gott, kein Wunder, dass angesichts solcher Artikel die Deutschen keine Kinder mehr bekommen. Es gibt keine Sonderregeln, schwanger wird man auch so, die Kinder werden trotzdem gesund geboren.

    Wer Kinder plant wie die Karriere oder die Anschaffung des richtigen Autos, der sollte lieber keine Kinder bekommen.

    Allen anderen empfehle ich: Solche Artikel nicht lesen, sondern ab in die Kiste!

    4 Leserempfehlungen
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    • Petka
    • 31.08.2011 um 15:25 Uhr

    Guter Mann, nicht bei jedem verläuft das so ex-zack-hopp, wie du das hier darstellst. Dank räumlicher Trennung durch Arbeitsverhältnisse und Umzüge ist da schonmal logistisch viel Spielraum. Biologisch ist da auch etlicher Spielraum vom Versuch zum Erfolg, in meinem Umfeld von 0-6 Monate, aber durchaus auch mal viele Jahre (ohne künstliche Befruchtung).

    Und egal wie lächerlich du jetzt im Nachhinein die wenigen Regeln "keiner roher Fisch/Fleisch" machst, du darfst gern mal eine durchschnittliche Mutter fragen, ob sie das geringe aber doch Risiko in dem Fall wirklich für die eine Sushirolle eingehen mag. Sushi und Gehacktes sind keine Drogen, im Notfall gibt es Tempura.

    Dass es mit dem Kinderwunsch besonders schnell klappt, wenn man die Empfehlungen, wie man möglichst schnell schwanger wird, missachtet, ist auch meine Erfahrung;o))

    Bin auch gerade in anderen Umständen und habe jetzt vier verschiedene Empfehlungen gesammelt, wieviel Jod zusätzlich benötigt wird. Wegen MTHFR-Mutation nehme ich 5 mg Folsäure täglich ein, wie empfohlen, das gleiche sagt man Leuten zur Verhütung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine dänische Studie hat jetzt bei dieser Personengruppe mit erhöhter Folsäurezufur jedoch eine höhere Infarktrate festgestellt.

    Salz, das uns bis vor Kurzem noch tötete ist jetzt doch gesund, zuwenig Salz erhöht die Infarktrate sogar.

    Mein Bauchzwerg hat mir den Kaffeehahn zugedreht, ich habe aber erstaunlicherweise auch eine Abneigung gegen eine ganze Reihe gesunder Nahrungsmittel, die ich sonst gerne mag.

    Bleibt nur: gelassen bleiben, ein Bisschen verdrängen oder gaga aus der ganzen Geschichte hervorgehen.

    • Petka
    • 31.08.2011 um 15:25 Uhr

    Guter Mann, nicht bei jedem verläuft das so ex-zack-hopp, wie du das hier darstellst. Dank räumlicher Trennung durch Arbeitsverhältnisse und Umzüge ist da schonmal logistisch viel Spielraum. Biologisch ist da auch etlicher Spielraum vom Versuch zum Erfolg, in meinem Umfeld von 0-6 Monate, aber durchaus auch mal viele Jahre (ohne künstliche Befruchtung).

    Und egal wie lächerlich du jetzt im Nachhinein die wenigen Regeln "keiner roher Fisch/Fleisch" machst, du darfst gern mal eine durchschnittliche Mutter fragen, ob sie das geringe aber doch Risiko in dem Fall wirklich für die eine Sushirolle eingehen mag. Sushi und Gehacktes sind keine Drogen, im Notfall gibt es Tempura.

    Dass es mit dem Kinderwunsch besonders schnell klappt, wenn man die Empfehlungen, wie man möglichst schnell schwanger wird, missachtet, ist auch meine Erfahrung;o))

    Bin auch gerade in anderen Umständen und habe jetzt vier verschiedene Empfehlungen gesammelt, wieviel Jod zusätzlich benötigt wird. Wegen MTHFR-Mutation nehme ich 5 mg Folsäure täglich ein, wie empfohlen, das gleiche sagt man Leuten zur Verhütung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine dänische Studie hat jetzt bei dieser Personengruppe mit erhöhter Folsäurezufur jedoch eine höhere Infarktrate festgestellt.

    Salz, das uns bis vor Kurzem noch tötete ist jetzt doch gesund, zuwenig Salz erhöht die Infarktrate sogar.

    Mein Bauchzwerg hat mir den Kaffeehahn zugedreht, ich habe aber erstaunlicherweise auch eine Abneigung gegen eine ganze Reihe gesunder Nahrungsmittel, die ich sonst gerne mag.

    Bleibt nur: gelassen bleiben, ein Bisschen verdrängen oder gaga aus der ganzen Geschichte hervorgehen.

  2. 1. Nachricht:
    Dass Werbung lügt, wenn sie möchte, dass Nahrungsergänzungskram gekauft werden soll?

    Also neu ist das nicht. Das war bereits klar, als man Kindern Fruchtzwerge andrehen wollte, die "so wertvoll wie ein kleines Steak" sein sollten. (Ja, ist ewig her!) Ich fragte mich als Kind, wann ich mal ein Steak bekommen hatte? War meine Nahrung nicht wertvoll, weil ich nie ein "kleines Steak" bekommen hatte???

    Und heute geht es weiter über "Zentrum - geschützt von A bis Zink" und "Activia - nun habe ich endlich nicht mehr diesen Blähbauch"

    Glaubt tatsächlich jemand diesen zwischen Film-Müll?`Und wenn ja, kann man diese Menschen vor sich selbst bewahren, indem man immer wieder sagt, dass dort nur für Unnötiges geworben wird?

    und 2. Nachricht:

    Dass Frauen sich allzeit vorbereiten und monatelang ihren Körper für das Einnisten eines Eis präparieren sollen, wenn sie denn tatsächlich ein Kind empfangen wollen? Wer das tut, fährt auch mit Winterreifen am Kinderwagen im September, steht mit dem Nachwuchs beim ersten Husten in der Notaufnahme und wird vermutlich mit all dem nicht sehr glücklich werden.

    Ehrlich gesagt kann ich mir aber nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die solche Dinge tun...

    Eine Leserempfehlung
    • Petka
    • 31.08.2011 um 15:25 Uhr

    Guter Mann, nicht bei jedem verläuft das so ex-zack-hopp, wie du das hier darstellst. Dank räumlicher Trennung durch Arbeitsverhältnisse und Umzüge ist da schonmal logistisch viel Spielraum. Biologisch ist da auch etlicher Spielraum vom Versuch zum Erfolg, in meinem Umfeld von 0-6 Monate, aber durchaus auch mal viele Jahre (ohne künstliche Befruchtung).

    Und egal wie lächerlich du jetzt im Nachhinein die wenigen Regeln "keiner roher Fisch/Fleisch" machst, du darfst gern mal eine durchschnittliche Mutter fragen, ob sie das geringe aber doch Risiko in dem Fall wirklich für die eine Sushirolle eingehen mag. Sushi und Gehacktes sind keine Drogen, im Notfall gibt es Tempura.

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    Mir ist nicht bekannt, dass die Japaner eine aussterbende Spezies sind...

    Natürlich läuft es nicht immer ex-und-hopp, aber warum muss man denn eine Schwangerschaft monate- oder jahrelang im Voraus planen?

    Ich wußte vor einem Jahr nicht, dass ich dieses Jahr umgezogen sein würde. Dass wir unser zweites Kind erwarten.

    Ich weiß nicht, was ich in einem Jahr machen werde und ich will es auch gar nicht nicht wissen, denn ein voll durchgeplantes Leben ist weder kinderfreundlich, noch - für uns - lebenswert.

    Mit 6 in die Schule, mit 18 Abi, mit 21 den Bachelor, mit 23 den Master, mit 30 Abteilungsleiter(in) mit 35 das erste Kind, vielleicht mit 40 das Zweite. Mit 45 dann Downshifting nach dem ersten Burn-Out, mit 58 in Frührente...

    Langweilig ;-)

    Mir ist nicht bekannt, dass die Japaner eine aussterbende Spezies sind...

    Natürlich läuft es nicht immer ex-und-hopp, aber warum muss man denn eine Schwangerschaft monate- oder jahrelang im Voraus planen?

    Ich wußte vor einem Jahr nicht, dass ich dieses Jahr umgezogen sein würde. Dass wir unser zweites Kind erwarten.

    Ich weiß nicht, was ich in einem Jahr machen werde und ich will es auch gar nicht nicht wissen, denn ein voll durchgeplantes Leben ist weder kinderfreundlich, noch - für uns - lebenswert.

    Mit 6 in die Schule, mit 18 Abi, mit 21 den Bachelor, mit 23 den Master, mit 30 Abteilungsleiter(in) mit 35 das erste Kind, vielleicht mit 40 das Zweite. Mit 45 dann Downshifting nach dem ersten Burn-Out, mit 58 in Frührente...

    Langweilig ;-)

  3. Mir ist nicht bekannt, dass die Japaner eine aussterbende Spezies sind...

    Natürlich läuft es nicht immer ex-und-hopp, aber warum muss man denn eine Schwangerschaft monate- oder jahrelang im Voraus planen?

    Ich wußte vor einem Jahr nicht, dass ich dieses Jahr umgezogen sein würde. Dass wir unser zweites Kind erwarten.

    Ich weiß nicht, was ich in einem Jahr machen werde und ich will es auch gar nicht nicht wissen, denn ein voll durchgeplantes Leben ist weder kinderfreundlich, noch - für uns - lebenswert.

    Mit 6 in die Schule, mit 18 Abi, mit 21 den Bachelor, mit 23 den Master, mit 30 Abteilungsleiter(in) mit 35 das erste Kind, vielleicht mit 40 das Zweite. Mit 45 dann Downshifting nach dem ersten Burn-Out, mit 58 in Frührente...

    Langweilig ;-)

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    "Mit 6 in die Schule, mit 18 Abi, mit 21 den Bachelor, mit 23 den Master, mit 30 Abteilungsleiter(in) mit 35 das erste Kind, vielleicht mit 40 das Zweite. Mit 45 dann Downshifting nach dem ersten Burn-Out, mit 58 in Frührente...
    Langweilig ;-)"

    Danke. Dem gibt es absolut nichts hinzuzufügen!

    • BinJip
    • 31.08.2011 um 19:19 Uhr

    Ich frage mich ernsthaft wie Sie auf "monate- oder jahrelang im voraus planen" kommen.

    Medizinischer Fakt ist, dass durch die Einnahme von ausreichend Folsäure Neuralrohrdefekte deutlich seltener vorkommen, als normal. Das Entscheidende an der Sache ist, dass diese Folsäure innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen ausreichend vorhanden sein muss, also in einem Zeitraum, in dem die meisten Frauen noch gaarnicht wissen, dass sie schwanger sind.

    Will man also das Risiko eines Neuralrohrdefekts minimieren, so ist es durchaus sinnvoll (wie im Artikel beschrieben) bereits dann vermehrt Folsäure zu sich zu nehmen, wenn man tatsächlich schwanger werden will.

    Sie dürfen nicht vergessen, dass die Kinder in der modernen Welt auch deswegen häufiger gesund zur Welt kommen, weil wir wissen, dass man durch einfache Maßnahmen viele Risiken eliminieren kann.

    Wer sich auch sonst ausgewogen ernährt, wird selbst verständlich auch wärend einer Schwangerschaft wenig Probleme haben. Auch das wird im Artikel gesagt.

    Es kann nicht schaden, wenn man verunsicherten Frauen mal kurz zusammen fasst, auf welche wenigen Dinge sie achten sollten. Sei es durch einen Arzt oder in einem Artikel.

    • Petka
    • 01.09.2011 um 15:28 Uhr

    Du wirfst hier mal salopp Japaner ins Rennen, die eine sehr viel mehr auf zügigen Verzehr ausgelegte Fisch-Ernährungsweise an den Tag legen als wir und überspitzt Empfehlungen zu Listerien-Infektionen zu "ausgestorben". Auf diesem Ernsthaftigkeitsniveau drängt sich die Frage auf: warum hast du der Mutter deiner Kinder nicht jeden Abend einen Cocktail spendiert, sie wäre fröhlicher gewesen und auch Alkoholiker pflanzen sich erfolgreich fort. Comedy-Gold mit Schenkelklopfer.

    Wunderschön auch die Überspitzung von Monate reichenden Plänen zum durchgeplanten Leben. Fließt das jetzt nur so aus deiner Feder, oder hast du tatsächlich keine Idee von/soviel Angst vor deinem Leben, so dass du nicht einmal vage weisst, was du damit vorhaben könntest? Falls zweiteres, Anhaltspunkte sind oft "wenn das Projekt zu Ende ist, fahren wir drei Wochen in den Urlaub", "für die Sommerferien sollten wir jetzt buchen", " könnte nächstes Jahr den Führerschein machen", "mir reichts es, ich schau mich jetzt nach einem neuen Job um". Ähnlich wie eine Schwangerschaft können solche Pläne durchaus einige Monate Vorlaufzeit haben. Man muss nicht von Tag zu Tag stolpern.

    (Irgendwie lässt mich diese Darstellung an deinen aktiven Vaterwürden zweifeln. Guck mal auf den Ux- und Impfpflan, dann weisst du schon genau, was du an einem Tag mit deinem Kind in einem Jahr machen wirst. Schweigen wir lieber erst von Schule, nicht?)

    Zum Artikel zurück: siehe #6, @BinJip.

    "Mit 6 in die Schule, mit 18 Abi, mit 21 den Bachelor, mit 23 den Master, mit 30 Abteilungsleiter(in) mit 35 das erste Kind, vielleicht mit 40 das Zweite. Mit 45 dann Downshifting nach dem ersten Burn-Out, mit 58 in Frührente...
    Langweilig ;-)"

    Danke. Dem gibt es absolut nichts hinzuzufügen!

    • BinJip
    • 31.08.2011 um 19:19 Uhr

    Ich frage mich ernsthaft wie Sie auf "monate- oder jahrelang im voraus planen" kommen.

    Medizinischer Fakt ist, dass durch die Einnahme von ausreichend Folsäure Neuralrohrdefekte deutlich seltener vorkommen, als normal. Das Entscheidende an der Sache ist, dass diese Folsäure innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen ausreichend vorhanden sein muss, also in einem Zeitraum, in dem die meisten Frauen noch gaarnicht wissen, dass sie schwanger sind.

    Will man also das Risiko eines Neuralrohrdefekts minimieren, so ist es durchaus sinnvoll (wie im Artikel beschrieben) bereits dann vermehrt Folsäure zu sich zu nehmen, wenn man tatsächlich schwanger werden will.

    Sie dürfen nicht vergessen, dass die Kinder in der modernen Welt auch deswegen häufiger gesund zur Welt kommen, weil wir wissen, dass man durch einfache Maßnahmen viele Risiken eliminieren kann.

    Wer sich auch sonst ausgewogen ernährt, wird selbst verständlich auch wärend einer Schwangerschaft wenig Probleme haben. Auch das wird im Artikel gesagt.

    Es kann nicht schaden, wenn man verunsicherten Frauen mal kurz zusammen fasst, auf welche wenigen Dinge sie achten sollten. Sei es durch einen Arzt oder in einem Artikel.

    • Petka
    • 01.09.2011 um 15:28 Uhr

    Du wirfst hier mal salopp Japaner ins Rennen, die eine sehr viel mehr auf zügigen Verzehr ausgelegte Fisch-Ernährungsweise an den Tag legen als wir und überspitzt Empfehlungen zu Listerien-Infektionen zu "ausgestorben". Auf diesem Ernsthaftigkeitsniveau drängt sich die Frage auf: warum hast du der Mutter deiner Kinder nicht jeden Abend einen Cocktail spendiert, sie wäre fröhlicher gewesen und auch Alkoholiker pflanzen sich erfolgreich fort. Comedy-Gold mit Schenkelklopfer.

    Wunderschön auch die Überspitzung von Monate reichenden Plänen zum durchgeplanten Leben. Fließt das jetzt nur so aus deiner Feder, oder hast du tatsächlich keine Idee von/soviel Angst vor deinem Leben, so dass du nicht einmal vage weisst, was du damit vorhaben könntest? Falls zweiteres, Anhaltspunkte sind oft "wenn das Projekt zu Ende ist, fahren wir drei Wochen in den Urlaub", "für die Sommerferien sollten wir jetzt buchen", " könnte nächstes Jahr den Führerschein machen", "mir reichts es, ich schau mich jetzt nach einem neuen Job um". Ähnlich wie eine Schwangerschaft können solche Pläne durchaus einige Monate Vorlaufzeit haben. Man muss nicht von Tag zu Tag stolpern.

    (Irgendwie lässt mich diese Darstellung an deinen aktiven Vaterwürden zweifeln. Guck mal auf den Ux- und Impfpflan, dann weisst du schon genau, was du an einem Tag mit deinem Kind in einem Jahr machen wirst. Schweigen wir lieber erst von Schule, nicht?)

    Zum Artikel zurück: siehe #6, @BinJip.

  4. "Mit 6 in die Schule, mit 18 Abi, mit 21 den Bachelor, mit 23 den Master, mit 30 Abteilungsleiter(in) mit 35 das erste Kind, vielleicht mit 40 das Zweite. Mit 45 dann Downshifting nach dem ersten Burn-Out, mit 58 in Frührente...
    Langweilig ;-)"

    Danke. Dem gibt es absolut nichts hinzuzufügen!

    Antwort auf "Roher Fisch..."
    • BinJip
    • 31.08.2011 um 19:19 Uhr

    Ich frage mich ernsthaft wie Sie auf "monate- oder jahrelang im voraus planen" kommen.

    Medizinischer Fakt ist, dass durch die Einnahme von ausreichend Folsäure Neuralrohrdefekte deutlich seltener vorkommen, als normal. Das Entscheidende an der Sache ist, dass diese Folsäure innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen ausreichend vorhanden sein muss, also in einem Zeitraum, in dem die meisten Frauen noch gaarnicht wissen, dass sie schwanger sind.

    Will man also das Risiko eines Neuralrohrdefekts minimieren, so ist es durchaus sinnvoll (wie im Artikel beschrieben) bereits dann vermehrt Folsäure zu sich zu nehmen, wenn man tatsächlich schwanger werden will.

    Sie dürfen nicht vergessen, dass die Kinder in der modernen Welt auch deswegen häufiger gesund zur Welt kommen, weil wir wissen, dass man durch einfache Maßnahmen viele Risiken eliminieren kann.

    Wer sich auch sonst ausgewogen ernährt, wird selbst verständlich auch wärend einer Schwangerschaft wenig Probleme haben. Auch das wird im Artikel gesagt.

    Es kann nicht schaden, wenn man verunsicherten Frauen mal kurz zusammen fasst, auf welche wenigen Dinge sie achten sollten. Sei es durch einen Arzt oder in einem Artikel.

    Antwort auf "Roher Fisch..."
  5. Es wird suggeriert, das in der Fachwelt Konsens besteht über die Ernährungsempfehlungen für Schwangere. Man kann auch darüber streiten, wie unabhängig BfR, FKE und DGE sind und ob sich die Fachgesellschaften und Berufsverbände ihre Meinung nur basierend auf Primärliteratur bilden.

    Wenn Statistiken genannt werden wie 100-x Frauen haben zuwenig an Mineralstoff XYZ oder Vitamin XYZ, dann kann es keine seriöse Empfehlung sein, dass man sagt 100% der Frauen sollen supplementieren.
    Hier wird mit dem Hinweis auf Behinderung und verminderter Intelligenz gezielt den Frauen Angst gemacht.
    Was ist mit dem Anteil von Frauen, die überversorgt werden? Es gibt beispielsweise Studien die eine hohe Jod-Versorgung als Auslöser oder Verstärker einer post-partum Thyroiditis sehen.

    Ziel sollte sein, dass sich eine werdende Mutter grundsätzlich Gedanken über eine ausgewogene Ernährung macht, ihren Bedürfnissen anpasst und umsetzt.
    Tabletten, Kapseln oder Pulver dienen meiner Meinung nach in erster Linie der Gewissensberuhigung.

  6. Dass es mit dem Kinderwunsch besonders schnell klappt, wenn man die Empfehlungen, wie man möglichst schnell schwanger wird, missachtet, ist auch meine Erfahrung;o))

    Bin auch gerade in anderen Umständen und habe jetzt vier verschiedene Empfehlungen gesammelt, wieviel Jod zusätzlich benötigt wird. Wegen MTHFR-Mutation nehme ich 5 mg Folsäure täglich ein, wie empfohlen, das gleiche sagt man Leuten zur Verhütung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine dänische Studie hat jetzt bei dieser Personengruppe mit erhöhter Folsäurezufur jedoch eine höhere Infarktrate festgestellt.

    Salz, das uns bis vor Kurzem noch tötete ist jetzt doch gesund, zuwenig Salz erhöht die Infarktrate sogar.

    Mein Bauchzwerg hat mir den Kaffeehahn zugedreht, ich habe aber erstaunlicherweise auch eine Abneigung gegen eine ganze Reihe gesunder Nahrungsmittel, die ich sonst gerne mag.

    Bleibt nur: gelassen bleiben, ein Bisschen verdrängen oder gaga aus der ganzen Geschichte hervorgehen.

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