Schweinegrippe Mehr Schlafkranke in China nach H1N1-Pandemie

Wie in Europa scheint auch in China ein erhöhtes Narkolepsie-Risiko mit der Schweinegrippe zusammenzuhängen. Die Ursache ist aber wohl nicht die Impfung.

Winter 2009: Ein Arzt in einem Krankenhaus in der chinesischen Stadt Hefei kümmert sich um einen Schweinegrippe-Patienten.

Winter 2009: Ein Arzt in einem Krankenhaus in der chinesischen Stadt Hefei kümmert sich um einen Schweinegrippe-Patienten.

Die Nachwirkungen der Schweinegrippe-Welle, die im Winter 2009 um den Globus schwappte, erscheinen mysteriös. Zuletzt berichteten ZEIT ONLINE und DIE ZEIT über eine ungewöhnliche Häufung der sonst sehr seltenen Schlafkrankheit Narkolepsie unter jungen Europäern, die sich gegen H1N1 hatten impfen lassen. Der Verdacht: Wirkverstärker in dem umstrittenen Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix könnten dahinter stecken.

Nach Untersuchungen vor allem in Finnland und Schweden empfahl die Europäische Arzneimittelbehörde EMA Ende Juli, dass Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren die mit Wirkverstärkern versehene Vakzine nur noch ausnahmsweise gespritzt werden sollte. Eindeutige Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Narkolepsie-Fällen gibt es zwar nicht. Doch schien für Epidemiologen, Virologen, Neurowissenschaftler und Schlafmediziner einiges für diese Theorie zu sprechen. Schließlich entdeckte man etwa in den USA keinen vergleichbaren Anstieg der Narkolepsie-Erkrankungen. Dort impften die Behörden ohne Wirkverstärker, die von Medizinern als Adjuvantien bezeichnet werden.

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Gequält vom Schlaf
Eine Fotostrecke zeigt, wie Narkoleptiker versuchen, mit ihrer Erkrankung zu leben.

Eine Fotostrecke zeigt, wie Narkoleptiker versuchen, mit ihrer Erkrankung zu leben.

Umso mehr verwundert nun eine Studie aus China. Dort beobachteten Forscher im Jahr 2010 dreimal mehr Narkolepsie-Fälle als sie sonst innerhalb eines Jahres erwartet hätten, kurz nachdem auch in China das H1N1-Virus grassierte. Das Team um Emmanuel Mignot vom Narkolepsie-Center der kalifornischen Stanford Universität durchforstete dafür die Akten von 906 Schlafpatienten, denen seit 1998 am Pekinger Universitätsklinikum die Diagnose Narkolepsie gestellt worden war. Die meisten Betroffenen waren bereits im Kindesalter erkrankt.

Allerdings unterscheiden sich ihre Schlussfolgerungen, die gerade im Magazin Annals of Neurology erschienen sind, in zwei Punkten gravierend von den europäischen: Nur acht der 142 befragten Chinesen, die 2010 an Narkolepsie erkrankten, erinnerte sich an eine Schweinegrippe-Impfung und keiner von ihnen hatte Pandemrix bekommen.

Was zerstört die Schlaf/Wach-Regulation der Erkrankten?

Die Fallzahlen der Forscher sind gering und stammen allesamt aus Daten eines einzigen Klinikums. Trotz dieser Einschränkungen und dem Hinweis, dass weitere Studien nötig seien, schreiben Mignot und seine Kollegen: "Die Daten deuten darauf hin, dass die H1N1-Impfung nicht die Ursache für den erhöhten Narkolepsie-Ausbruch in China ist."

Unsere Studie zeigt, dass allein schon eine Grippe-Erkrankung Narkolepsie auslösen kann.

Emmanuel Mignot, Schlafforscher

Der Schlafforscher Mignot kennt sich gut mit der Narkolepsie aus, die so selten wie tückisch ist. Schätzungsweise leiden rund drei Millionen Menschen weltweit an der Erkrankung, die vermutlich durch eine fehlerhafte Immunabwehr bestimmte Hirnzellen zerstört. Wissenschaftler um Mignot bestätigten 2009, dass die weißen Blutkörperchen von Narkoleptikern körpereigene Zellen bekämpfen. Dadurch setzt die Schlaf/Wach-Regulation aus.

Erkrankte sind oft dauerhaft müde und niedergeschlagen, nicken schlagartig ein. Besonders gefürchtet sind Kataplexien. Starke Gefühlsregungen lösen dabei plötzliche, sekunden- bis minutenlange Muskelentspannungen aus. Die Betroffenen sacken bei vollem Bewusstsein in sich zusammen, ohne die Kontrolle über ihren Körper halten zu können.

"Unsere Studie zeigt, dass allein schon eine Grippe-Erkrankung Narkolepsie auslösen kann", sagte Mignot der New York Times. Mehr noch: "Vielleicht können gewöhnliche Grippe-Impfstoffe dagegen schützen." Dieser Schluss scheint nahe zu liegen. Die Forscher schauten sich die Narkolepsie-Daten aus Peking genauer an und entdeckten, dass die Schlafkrankheit in den vergangenen 13 Jahren oft etwa ein halbes Jahr nach einer Infektionswelle mit Grippeviren oder anderen Atemwegserregern auftauchte. Zwar belege das weder Ursache noch Folge, bestätigt aber auch bisherige Beobachtungen.

Leser-Kommentare
  1. anders als in den USA (ohne Pandemrix)die Narkolepsie zunahm, stützt sich auf jeweils Zehntausende geimpfte Patienten. Die zitierte Studie findet nun bei einem jährlichen Schnitt von 906/12Jahren oder 75 Patienten pro Jahr in einem dieser Jahre (2010) insgesamt 142, also 67 (in Worten: siebenundsechzig) mehr. Kein weiterer Kommentar

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    erst, wenn noch mehr erkranken? Warum sollen Anfänge nicht aufmerksam zur Kenntnis genommen werden? Welches Kind erinnert sich schon an eine Impfung? - Das Immunsystem darf sich im allgemeinen ja nicht mehr selbst helfen, denn Fieber wird nicht mehr gerne zugelassen. So bleiben in jedem Falle Medikamenten-(Gift-, Impf-)Rückstände, zumal auch eine wirkliche Ausheilung mit Rekonvalenszenz nicht mehr vorgesehen ist (Arbeitskraft!). Außerdem werden pauschal Ängste verbreitet, damit die Menschen zum Impfen gehen, egal, ob sie schon erkrankt sind oder noch erkranken werden! Schon diese Hysterie macht krank - und füllt der Pharma-Industrie die Kassen (s. Bevorratung und Vernichtung von Impfserum, bezahlt durch die sowieso schon leeren Steuerkassen). - Dieses Irrsinnskarussel hat - hoffentlich -sein Ende erreicht. Wenn impfen, dann im Erkrankungsfall zum richtigen Zeitpunkt. -

    Die Studie zu Narkolepsie in Europa/USA untersuchte zwar mehrere 10.000 geimpfte, die gemeldeten Fallzahlen für Narkolepsie lagen aber bei ca. 300 (siehe Zeit-Artikel zum gleichen Thema vom 15.8.).
    Die Studie aus China untersuchte 906 Narkolepsie-Patienten, davon 142 aus dem Jahre 2010. Bei Erwartungswerten von 1 - 10 Erkrankten je 100.000 Menschen sind das recht gute Daten, und die Datenlage beider Studien scheint mir durchaus vergleichbar.
    Also bitte nicht gleich ohne Grund die Beobachtungen ablehnen, nur weil sie Ihnen nicht ins Weltbild passen!

    erst, wenn noch mehr erkranken? Warum sollen Anfänge nicht aufmerksam zur Kenntnis genommen werden? Welches Kind erinnert sich schon an eine Impfung? - Das Immunsystem darf sich im allgemeinen ja nicht mehr selbst helfen, denn Fieber wird nicht mehr gerne zugelassen. So bleiben in jedem Falle Medikamenten-(Gift-, Impf-)Rückstände, zumal auch eine wirkliche Ausheilung mit Rekonvalenszenz nicht mehr vorgesehen ist (Arbeitskraft!). Außerdem werden pauschal Ängste verbreitet, damit die Menschen zum Impfen gehen, egal, ob sie schon erkrankt sind oder noch erkranken werden! Schon diese Hysterie macht krank - und füllt der Pharma-Industrie die Kassen (s. Bevorratung und Vernichtung von Impfserum, bezahlt durch die sowieso schon leeren Steuerkassen). - Dieses Irrsinnskarussel hat - hoffentlich -sein Ende erreicht. Wenn impfen, dann im Erkrankungsfall zum richtigen Zeitpunkt. -

    Die Studie zu Narkolepsie in Europa/USA untersuchte zwar mehrere 10.000 geimpfte, die gemeldeten Fallzahlen für Narkolepsie lagen aber bei ca. 300 (siehe Zeit-Artikel zum gleichen Thema vom 15.8.).
    Die Studie aus China untersuchte 906 Narkolepsie-Patienten, davon 142 aus dem Jahre 2010. Bei Erwartungswerten von 1 - 10 Erkrankten je 100.000 Menschen sind das recht gute Daten, und die Datenlage beider Studien scheint mir durchaus vergleichbar.
    Also bitte nicht gleich ohne Grund die Beobachtungen ablehnen, nur weil sie Ihnen nicht ins Weltbild passen!

  2. erst, wenn noch mehr erkranken? Warum sollen Anfänge nicht aufmerksam zur Kenntnis genommen werden? Welches Kind erinnert sich schon an eine Impfung? - Das Immunsystem darf sich im allgemeinen ja nicht mehr selbst helfen, denn Fieber wird nicht mehr gerne zugelassen. So bleiben in jedem Falle Medikamenten-(Gift-, Impf-)Rückstände, zumal auch eine wirkliche Ausheilung mit Rekonvalenszenz nicht mehr vorgesehen ist (Arbeitskraft!). Außerdem werden pauschal Ängste verbreitet, damit die Menschen zum Impfen gehen, egal, ob sie schon erkrankt sind oder noch erkranken werden! Schon diese Hysterie macht krank - und füllt der Pharma-Industrie die Kassen (s. Bevorratung und Vernichtung von Impfserum, bezahlt durch die sowieso schon leeren Steuerkassen). - Dieses Irrsinnskarussel hat - hoffentlich -sein Ende erreicht. Wenn impfen, dann im Erkrankungsfall zum richtigen Zeitpunkt. -

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    ...welche "Studien" von "unabhängigen Wissenschaftlern" nur dazu dienen, neue Krankheitsbilder in den Köpfen zu verankern, um mehr pharmakologische Erzeugnisse verkaufen zu können, damit die von den Aktionären gewünschten Renditen überhaupt noch erreicht werden können.

    die Vergleichsgröße in dieser Studie ist die Patientenklientel des Universitätskrankenhauses Peking. Wenn die Studie also irgendetwas "beweist", dann ist es die Zunahme der Einwohnerzahl Pekings zwischen 1998 und 2010

    ...welche "Studien" von "unabhängigen Wissenschaftlern" nur dazu dienen, neue Krankheitsbilder in den Köpfen zu verankern, um mehr pharmakologische Erzeugnisse verkaufen zu können, damit die von den Aktionären gewünschten Renditen überhaupt noch erreicht werden können.

    die Vergleichsgröße in dieser Studie ist die Patientenklientel des Universitätskrankenhauses Peking. Wenn die Studie also irgendetwas "beweist", dann ist es die Zunahme der Einwohnerzahl Pekings zwischen 1998 und 2010

  3. ...welche "Studien" von "unabhängigen Wissenschaftlern" nur dazu dienen, neue Krankheitsbilder in den Köpfen zu verankern, um mehr pharmakologische Erzeugnisse verkaufen zu können, damit die von den Aktionären gewünschten Renditen überhaupt noch erreicht werden können.

  4. die Vergleichsgröße in dieser Studie ist die Patientenklientel des Universitätskrankenhauses Peking. Wenn die Studie also irgendetwas "beweist", dann ist es die Zunahme der Einwohnerzahl Pekings zwischen 1998 und 2010

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Die Studie zu Narkolepsie in Europa/USA untersuchte zwar mehrere 10.000 geimpfte, die gemeldeten Fallzahlen für Narkolepsie lagen aber bei ca. 300 (siehe Zeit-Artikel zum gleichen Thema vom 15.8.).
    Die Studie aus China untersuchte 906 Narkolepsie-Patienten, davon 142 aus dem Jahre 2010. Bei Erwartungswerten von 1 - 10 Erkrankten je 100.000 Menschen sind das recht gute Daten, und die Datenlage beider Studien scheint mir durchaus vergleichbar.
    Also bitte nicht gleich ohne Grund die Beobachtungen ablehnen, nur weil sie Ihnen nicht ins Weltbild passen!

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    1. Studie "aus China" stimmt zwar, aber eigentlich ist es eine Studie aus Peking
    2. Alle Patienten aus Peking mit deieser seltenen Erkrankung werden an das Universitätsklinikum überwiesen
    3. Die Einwohnerzahl Pekings ist allein im Jahr 2010 um 2,4 Millionen gestiegen. Bei der Annahme einer gleichbleibenden Narkolepsieinzidenz ergeben sich daraus 24 - 240 zu erwartende zusätzliche Fälle.
    4. Die Studie findet 142 statt 75, also 67 zusätzliche Fälle.
    5. Demnach ist nicht das Ergebnis der Studie verblüffend, wohl aber die daraus abgeleitete (und hier sogar in der "Laienpresse" ausgebreitete) Schlussfolgerung

    1. Studie "aus China" stimmt zwar, aber eigentlich ist es eine Studie aus Peking
    2. Alle Patienten aus Peking mit deieser seltenen Erkrankung werden an das Universitätsklinikum überwiesen
    3. Die Einwohnerzahl Pekings ist allein im Jahr 2010 um 2,4 Millionen gestiegen. Bei der Annahme einer gleichbleibenden Narkolepsieinzidenz ergeben sich daraus 24 - 240 zu erwartende zusätzliche Fälle.
    4. Die Studie findet 142 statt 75, also 67 zusätzliche Fälle.
    5. Demnach ist nicht das Ergebnis der Studie verblüffend, wohl aber die daraus abgeleitete (und hier sogar in der "Laienpresse" ausgebreitete) Schlussfolgerung

    • Basta
    • 26.08.2011 um 10:12 Uhr

    ...", sagt der Schlafforscher Mignot. Er ist nun an den Pandemrix-Hersteller herangetreten. Das Pharmaunternehmen Glaxo-Smith-Kline soll weitere Studien zu seinem Impfstoff finanzieren."

    Das ist ein sehr wichtiger Satz am Ende. Wissenschaftler, die das Geld aus falschen Händen nehmen, diskreditieren sich und ihre Arbeit, meiner bescheidenen Meinung nach auch ihrer gesamte Zunft. Warum? Das erklärt sich durch Allgemeinsinn: Wissenschaft strebt nach Wahrheit. Wahrheit hat keine Farbe. Werden aber Ergebnisse schöngefärbt, ist es aus mit der Wahrheit. Natürlich steht da nirgendwo, wie Mignots Forschung bisher finanziert wurde, aber der letzte Satz läßt automatisch meine Augenbraue hochschnellen.

  6. Zitat: "Umso mehr verwundert nun eine Studie aus China. ...

    Allerdings unterscheiden sich ihre Schlussfolgerungen, die gerade im Magazin Annals of Neurology erschienen sind, in zwei Punkten gravierend von den europäischen: Nur acht der 142 befragten Chinesen, die 2010 an Narkolepsie erkrankten, erinnerte sich an eine Schweinegrippe-Impfung und keiner von ihnen hatte Pandemrix bekommen. "

    Ich kann nicht erkennen, inwieweit sich hier ein Gegensatz oder Widerspruch zu bisherigen Ergbnissen ergibt. Vielmehr ergänzen die Daten aus China sehr gut das Bild aus Europa und USA, und erlauben uns, die Sache noch besser zu verstehen.

    Die Situation stellt sich so dar:
    USA: verbreitete Impfung OHNE Adjuvantien: Keine Zunahme der Schalfkrankheit
    EUROPA: verbreitete Impfung MIT Adjuvantien: Zunahme der Schlafkrankheit
    CHINA: Keine Impfungen: Zunahme der Schlafkrankheit.

    Demnach sind es nicht unbedingt die Adjuvantien, die die Narkolepsie direkt auslösen. Aber sie sorgen dafür, dass der Impfstoff zwar die Grippe besser bekämpft, aber dafür ebenfalls das Narkolepsie-Risiko erhöht.

    Dazu sollte man bedenken, dass Impfstoffe immer den Erregern "ähneln", denn sie sollen ja eine ähnliche Immunantwort provozieren. Offensichtlich sorgen die Adjunatien dafür, dass sich der Impfstoff und die Grippe-Erreger noch weiter ähneln: Die Adjuvantien sorgen dafür, dass der Impfstoff nicht nur die gewollte Grippe-Immunabwehr auslöst, sondern ebenfalls eine ungewollte Immunabwehr (=Narkolepsie) auslöst.

  7. 1. Studie "aus China" stimmt zwar, aber eigentlich ist es eine Studie aus Peking
    2. Alle Patienten aus Peking mit deieser seltenen Erkrankung werden an das Universitätsklinikum überwiesen
    3. Die Einwohnerzahl Pekings ist allein im Jahr 2010 um 2,4 Millionen gestiegen. Bei der Annahme einer gleichbleibenden Narkolepsieinzidenz ergeben sich daraus 24 - 240 zu erwartende zusätzliche Fälle.
    4. Die Studie findet 142 statt 75, also 67 zusätzliche Fälle.
    5. Demnach ist nicht das Ergebnis der Studie verblüffend, wohl aber die daraus abgeleitete (und hier sogar in der "Laienpresse" ausgebreitete) Schlussfolgerung

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