Organspende: Keine Chance für die Angst vorm Tod
Künftig soll jeder Bundesbürger bewusst entscheiden, ob er nach dem Tod Organe spenden will. Dieser Schritt ist eine Chance zum Umdenken, kommentiert Dagny Lüdemann.
In Umfragen erklären bis zu 80 Prozent der Deutschen, mit ihren Organen nach dem Tod anderen Menschen helfen zu wollen. Doch nur etwa 18 Prozent haben tatsächlich einen Organspendeausweis . Dieses Missverhältnis besteht seit Langem. Jetzt hat Gesundheitsminister Daniel Bahr einen ganz praktischen Vorschlag gemacht, der den Menschen auf den Wartelisten Hoffnung macht.
Wenn es nach ihm geht, soll schon im Oktober ein Fragebogen der Krankenkassen in den Briefkästen aller Versicherten landen: Würden Sie nach dem Tod Ihre Organe spenden? Auf diese Frage soll dann jeder antworten. Die Krankenkassen sollen die Entscheidung mit Informationen zur Organspende unterstützen.
Endlich. Nach Jahren der Debatte würde damit jeder Bürger gezwungen, sich mit der Organspende – und mit dem eigenen Tod – auseinanderzusetzen. Das wäre nicht nur deswegen gut, weil sich bisher viele erst dann für einen Organspendeausweis entscheiden, wenn ihnen bewusst wird, dass auch ihr eigenes Leben eines Tages von einer Transplantation abhängen könnte.
Es würde auch den Angehörigen Verstorbener helfen. Sie hätten mehr Klarheit, wenn ihr Verwandter zu Lebzeiten den Fragebogen der Krankenkasse ausgefüllt hat. Derzeit geraten viele Menschen in eine schwierige Lage, wenn sie nach dem Hirntod eines geliebten Menschen binnen weniger Stunden entscheiden sollen, ob derjenige wohl mit einer Organentnahme einverstanden gewesen wäre. Aus Angst sagen viele "Nein".
- Ablauf einer Organspende
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Ehe jemand als Spender infrage kommt, müssen zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen. Dieser tritt ein, sobald im Großhirn, im Kleinhirn und im Hirnstamm keinerlei Aktivität mehr gemessen werden kann. Damit die Organe nicht geschädigt werden, muss der Spender künstlich beatmet werden.
Grafik: Organspende
© Simone GödeckeKlicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.
Wenn geklärt ist, dass Organe entnommen werden dürfen, wird der hirntote Spender auf Tumorerkrankungen und Infektionen untersucht. Das soll sicherstellen, dass der Empfänger eines Organs nicht gefährdet wird.
Die Daten des Spenders werden an die europäische Vermittlungsstelle Eurotransplant geschickt. Hier wird auf den Wartelisten nach passenden Empfängern gesucht.
Anschließend werden dem Verstorbenen die Organe entnommen, die er bereit war zu spenden. Der Leichnam wird dann für eine Aufbahrung vorbereitet und kann bestattet werden.
Die Organe werden gekühlt und verpackt und an ihren Bestimmungsort gebracht. Sie werden mit dem Krankenwagen transportiert oder in dringenden Fällen auch per Flugzeug ausgeflogen.
- Spenden nach dem Tod
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Wer in Deutschland nach dem Hirntod seine Organe spenden möchte, muss einer Entnahme ausdrücklich zustimmen. Seit dem 1. November gilt dazu ein neues Transplantationsgesetz: Jeder Krankenversicherte wird angeschrieben und gefragt, ob seine Organe im Todesfall verwendet werden dürfen.
Wie bisher gibt es einen Organspendeausweis. Darin steht, ob derjenige generell mit einer Organ- und Gewebespende einverstanden ist oder auch nicht. Die Bereitschaft lässt sich auch einschränken: Wer etwa nicht möchte, dass sein Herz entnommen wird, kann dies auf dem Ausweis vermerken.
Bisher wurden, wenn ein möglicher Spender zu Lebzeiten nichts verfügt hatte, nach seinem Tod die Angehörigen gefragt, ob sie einer Spende zustimmen. Auch in Zukunft werden Angehörige informiert, wenn ein potenzieller Spender verstirbt. Maßgeblich ist juristisch dann aber der zu Lebzeiten formulierte Wille des Verstorbenen.
In Österreich und Belgien gilt eine Widerspruchslösung: Hier zählt jeder von Geburt an als Organspender. Wer gegen eine Entnahme von Gewebe und Organen ist, muss dies ausdrücklich erklären. Allerdings wird auch in diesen Ländern immer auch mit den Angehörigen gesprochen und geklärt, ob Einwände gegen die Spende bestehen.
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat die wichtigsten Fragen und Antworten zur Neuregelung der Organspende zusammengefasst.
- Spenden im Leben
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Das seit 1997 geltende Transplantationsgesetz, das jetzt reformiert wird, regelt auch Organspenden während des Lebens. Hierzu gilt weiterhin: Wer zeitlebens etwa eine Niere spenden will, muss volljährig sein und über alle Risiken aufgeklärt werden. Ein Organ kann nur Verwandten, Ehegatten, Lebenspartnern oder engen Freunden gespendet werden.
Organe dürfen nur in den deutschlandweit gut 40 Transplantationszentren übertragen werden. Wer als Empfänger infrage kommt, ist auf einer Warteliste vermerkt. Bei jedem Organ wird geprüft, wer es am dringendsten benötigt und bei wem die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung am größten erscheinen. Dabei ist es unabhängig, ob eine Person arm oder reich, berühmt oder der Öffentlichkeit unbekannt ist. Nach den jüngsten Skandalen, werden hierzu jetzt schärfere Kontrollen gefordert.
Das Gewebegesetz ergänzt das Transplantationsgesetz und regelt unter anderem die Entnahme von Knochen, Knorpeln, Augenhornhäuten und Herzklappen.
Der Handel mit Organen ist nach dem Gesetz verboten und wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Abgeschwächte Strafen gelten für den Verkauf und Erwerb von Produkten, die aus Gewebe und Organen hergestellt worden sind.
Dass die Auseinandersetzung mit dem Tod zur Pflicht wird, ist längst überfällig. Mahnungen und Aufrufe haben bisher wenig bewirkt. Auch die Zahlen, die die Deutsche Stiftung Organtransplantation jedes Jahr veröffentlicht, haben nicht wachgerüttelt: 12.000 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein Organ. Jedes Jahr sterben 1.000 Menschen, weil für sie nicht rechtzeitig eine Niere, ein Herz, eine Leber oder Lunge gefunden wird.
Vielleicht kommt dem ein oder anderen beim Ausfüllen des Fragebogens endlich in den Sinn, was es für einen Menschen und dessen Familie bedeutet, monate- oder jahrelang in einer Warteschleife auf den Tod zu hängen. Was es heißt, wenn bei jedem Telefonklingeln die Hoffnung aufflammt, dass endlich ein passendes Spenderorgan gefunden wurde.
Auch wenn mit dem Fragebogen endlich Taten auf lange Debatten folgten, bliebe ein Hintertürchen offen: Denn wer möchte, kann "weiß nicht" antworten. Wer sich informiert hat und am Ende zu dem Entschluss kommt, dass er die schwere Entscheidung, was nach dem Tod mit dem eigenen Körper passieren soll, nicht treffen kann, soll auch dazu das Recht haben.
Doch das Weiß-Nicht-Kreuzchen sollte kein Freibrief werden, sich wieder vor einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Ableben zu drücken. Wenn der Fragebogen im Briefkasten steckt, kann sich niemand mehr hinter Unwissenheit und subtiler Angst vorm Tod verstecken. Wer "Ja" zur Organspende sagt, kann Leben retten. Und wer "Nein" sagt, hat sich dann endlich bewusst dagegen entschieden – und weiß selbst genau, warum er seine Organe nicht freigeben möchte.







Dokumentiert ist, ist es auch die Negative!
Persönlich bin ich zu Alt für eine Organspende. Muss jeder für sich Selbst entscheiden.
Währe ich Jung würde ich mit Nein entscheiden. Wüsste ich, wär meine Organe bekommt, würde ich möglichweise anders Entscheiden.
Mein Nein begründe ich im Wesentlichen, mit der nicht vorhandenen Solidarität untereinander! Erst wenn Sichergestellt ist, das ein normaler Mensch, seine Existenz mit eigener Hände Arbeit und lebenswerter Rente von der Wiege bis zur Bahre Abgesichert ist, fällt meine Entscheidung für eine Organspende!
Und jetzt nicht an mein Gewissen appellieren. Das bringt erst Was, wenn das Gewissen bei den Verantwortlichen, für die jetzigen Lebensumstände, für die Menschen funktioniert.
mehr Solidarität forden, wenn Sie nicht bereit sind, selber etwas von sich zu geben?
"Mein Nein begründe ich im Wesentlichen, mit der nicht vorhandenen Solidarität untereinander!"
Übrigens ist kein Mensch zu alt für eine Organspende. Vielleicht ist Ihr Herz noch fit oder die Nieren... Das kann man nicht selber entscheiden.
Ich zitiere mal "Mein Nein begründe ich im Wesentlichen, mit der nicht vorhandenen Solidarität untereinander! Erst wenn Sichergestellt ist, das ein normaler Mensch, seine Existenz mit eigener Hände Arbeit und lebenswerter Rente von der Wiege bis zur Bahre Abgesichert ist, fällt meine Entscheidung für eine Organspende!"
Also erst wenn die da oben sich richtig benehmen, sind sie breit, anderen Menschen, (statistisch gesehen höchstwahrscheinlich Menschen, die ihre Probleme mit "denen da oben" teilen, denn das ist die große Mehrheit) mit ihren Organen zu helfen.... und sie reden von Solidarität untereinander.
Wenn in diesem Land die Menschlichkeit vor die Hunde geht, dann nicht wegen der Politiker, sondern Egoisten wie _Ihnen.
mehr Solidarität forden, wenn Sie nicht bereit sind, selber etwas von sich zu geben?
"Mein Nein begründe ich im Wesentlichen, mit der nicht vorhandenen Solidarität untereinander!"
Übrigens ist kein Mensch zu alt für eine Organspende. Vielleicht ist Ihr Herz noch fit oder die Nieren... Das kann man nicht selber entscheiden.
Ich zitiere mal "Mein Nein begründe ich im Wesentlichen, mit der nicht vorhandenen Solidarität untereinander! Erst wenn Sichergestellt ist, das ein normaler Mensch, seine Existenz mit eigener Hände Arbeit und lebenswerter Rente von der Wiege bis zur Bahre Abgesichert ist, fällt meine Entscheidung für eine Organspende!"
Also erst wenn die da oben sich richtig benehmen, sind sie breit, anderen Menschen, (statistisch gesehen höchstwahrscheinlich Menschen, die ihre Probleme mit "denen da oben" teilen, denn das ist die große Mehrheit) mit ihren Organen zu helfen.... und sie reden von Solidarität untereinander.
Wenn in diesem Land die Menschlichkeit vor die Hunde geht, dann nicht wegen der Politiker, sondern Egoisten wie _Ihnen.
Sie wollen dem Kind/Jugendlichen gegenüberstehen und ihm sagen, wenn ich jetzt sterben würde, kriegtest du mein Herz. Da ich aber lebe, stirbst du.
Ich finde es legitim, seine Organe nicht spenden zu wollen.
Es ist verdammt bitter, früh zu sterben ... wer weiß schon wie es ist ... letztlich kann niemand darüber berichten, ob es ok ist ... und einfach los zu lassen. Sterben und das ist diese hochpeinliche Headline dieses Artikeln, müssen wir alle - früher oder später. Angst vor dem Tod machen unter anderem Leute, die meinen, nur eine Organspende sei redlich, weil es den Tod verhindere (noch). Aber genau das ist die Angst vor dem Tod. Und bei weitem keine Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des eigenen kleinen Daseins im Universum.
Ich bin absolut gegen eine Übernahme der Krankenkassen, diese Auskunft per Gesetz einzufordern. Zumal die Privaten wieder davon ausgeschlossen werden - die brauchen das nämlich nicht zu tun.
...ürfen bislang weder Blut noch Organe spenden in Deutschland. Wird dann in Zukunft auf dem Organspendeausweis auch die sexuelle Orientierung abgefragt? Oder wird hier stillschweigend davon ausgegangen, dass wir Homos schon wissen werden, dass wir uns bitte heraushalten sollen?
Ich finde die Organspende-Debatte recht scheinheilig geführt, denn de facto darf ich ja kein Blut oder Organe spenden; im Bedarfsfall würde aber sicherlich niemand so genau nachfragen. (Denn die Organe eines gesunden Mittzwanzigjährigen sind sicher gefragt; wer aber zu Lebzeiten mein Blut nicht will, bekommt nach meinem Tod auch keine Organe von mir.) Solange ganze Bevölkerungsgruppen mehr oder weniger willkürlich ausgeschlossen werden, kann der Mangel an Blut und Organen gar nicht so groß sein. Natürlich kann man hier mit HIV-Statistiken argumentieren: als anekdotische Evidenz kann ich dem nur entgegen, dass ich mehr Homosexuelle in meinem Bekanntenkreis habe, die sich intensiv mit dem Schutz vor HIV auseinandergesetzt haben als Heterosexuelle; letztere gehen ja gerne auch mal "zum Testen" zur Blutspende und halten Kondome für ein fakultatives Extra. Das halte ich für sehr viel unverantwortlicher.
Jetzt bin ich doch total irritiert, wieso dürfen Homosexulle denn kein Blut spenden? Die Begründung hätte ich gern mal.
An irgendwelchen Krankheiten kann das nicht liegen, denn jeder Spender wird beim ersten Mal untersucht und zwischendurch immer wieder mal.
Das einzige was ich mir noch vorstellen könnte - und das wäre jetzt wirklich extrem diskriminierend - ist die Angst davor, dass durch das Blut (oder Organ) eines Homosexuellen die "Schwulengene" auf den Empfänger übertragen werden.
Aber ansonsten fällt mir keine "logische" Erklärung für dieses Verbot ein.
"......und halten Kondome für ein fakultatives Extra....."
Tschuldigung. Wenn Sie hier so die technischen Einzelheiten mit angeblichem Allgemeingültigkeitscharakter referieren.
Auch wenn Sie es sich nicht vorstellen können:
Es soll auch noch Menschen geben, die nicht im Zustand der Promiskuität leben. Was gibt es da zum "Schutz vor HIV" zu sagen?
Nebenbei: Ab und zu werden da auch noch Kinder gezeugt.
@Kyriae:
"Bisher (Stand: 02/2011) ist es Männern in Deutschland, die homosexuelle Kontakte mit anderen Männern haben untersagt Blut oder Organe zu spenden, da diese generalisiert der "HIV-Risikogruppe" zugeordnet werden, ungeachtet dessen, dass sich jeder gesunde Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung mit dem HI-Virus infizieren kann." (http://de.wikipedia.org/w...). Genauer erläutert wird dies von der Bundesärztekammer beispielsweise hier: http://www.bundesaerzteka...
Und auf den Blutspendefragebögen wird fröhlich in einem Aufwasch danach gefragt, ob man Gefängnisinsasse, Prostituierte oder männlicher (!) Homosexueller ist (denn Lesben haben statistisch gesehen die geringste HIV-Rate) - von den drei genannten "Kategorien" von Menschen sind übrigens auch nur Schwule lebenslang von der Spende ausgeschlossen.
@Otto_B: Ich wollte damit sagen, dass man Blut- und Organspendekriterien an verantwortungsvollem Umgang mit Sexualität, also Nicht-Promiskuität, Risikoverhütung etc. festmachen sollte und nicht an der sexuellen Orientierung, so wie dies auch in anderen Ländern (bsp. Italien) getan wird, denn die Sicherheit der Transfusionsempfänger geht vor und Risikoverhalten sollte für alle Orientierungen mit Nicht-Spende sanktioniert werden. Ich verbitte mir Ihre implizite Gleichsetzung von homosexuell und promisk.
Jetzt bin ich doch total irritiert, wieso dürfen Homosexulle denn kein Blut spenden? Die Begründung hätte ich gern mal.
An irgendwelchen Krankheiten kann das nicht liegen, denn jeder Spender wird beim ersten Mal untersucht und zwischendurch immer wieder mal.
Das einzige was ich mir noch vorstellen könnte - und das wäre jetzt wirklich extrem diskriminierend - ist die Angst davor, dass durch das Blut (oder Organ) eines Homosexuellen die "Schwulengene" auf den Empfänger übertragen werden.
Aber ansonsten fällt mir keine "logische" Erklärung für dieses Verbot ein.
"......und halten Kondome für ein fakultatives Extra....."
Tschuldigung. Wenn Sie hier so die technischen Einzelheiten mit angeblichem Allgemeingültigkeitscharakter referieren.
Auch wenn Sie es sich nicht vorstellen können:
Es soll auch noch Menschen geben, die nicht im Zustand der Promiskuität leben. Was gibt es da zum "Schutz vor HIV" zu sagen?
Nebenbei: Ab und zu werden da auch noch Kinder gezeugt.
@Kyriae:
"Bisher (Stand: 02/2011) ist es Männern in Deutschland, die homosexuelle Kontakte mit anderen Männern haben untersagt Blut oder Organe zu spenden, da diese generalisiert der "HIV-Risikogruppe" zugeordnet werden, ungeachtet dessen, dass sich jeder gesunde Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung mit dem HI-Virus infizieren kann." (http://de.wikipedia.org/w...). Genauer erläutert wird dies von der Bundesärztekammer beispielsweise hier: http://www.bundesaerzteka...
Und auf den Blutspendefragebögen wird fröhlich in einem Aufwasch danach gefragt, ob man Gefängnisinsasse, Prostituierte oder männlicher (!) Homosexueller ist (denn Lesben haben statistisch gesehen die geringste HIV-Rate) - von den drei genannten "Kategorien" von Menschen sind übrigens auch nur Schwule lebenslang von der Spende ausgeschlossen.
@Otto_B: Ich wollte damit sagen, dass man Blut- und Organspendekriterien an verantwortungsvollem Umgang mit Sexualität, also Nicht-Promiskuität, Risikoverhütung etc. festmachen sollte und nicht an der sexuellen Orientierung, so wie dies auch in anderen Ländern (bsp. Italien) getan wird, denn die Sicherheit der Transfusionsempfänger geht vor und Risikoverhalten sollte für alle Orientierungen mit Nicht-Spende sanktioniert werden. Ich verbitte mir Ihre implizite Gleichsetzung von homosexuell und promisk.
Ich persönlich halte es für sinnvoll, sich zu Lebzeiten Gedanken über den Tod zu machen. Ich habe heute keine Angst mehr irgendwann zu sterben, was jetzt nicht heißt, dass ich nicht mehr lange und gesund leben möchte ;)
Allerdings bin ich auch deshalb zu dem Entschluss gekommen, dass ich meine Organe nicht spenden möchte. Auch wenn das für viele unverständlich klingen mag, da sie vielleicht nicht die selbe Vorstellung vom "Tod" haben: Ich glaube an eine Seele und an ein Leben (???) danach! Woher will ich wissen, dass die Seele aus dem Körper verschwindet, sobald ich "Hirntod" bin? Es ist genauso gut möglich, dass meine Seele so lange in meinem Körper bleibt, wie eben mein Blut durch meinen Körper fließt! Wäre dies der Fall, möchte ich mir gar nicht vorstellen, was meine Seele in dem Moment erleben muss, wenn mir z.B. "bei lebendigem Leib" das Herz herausgerissen wird. Ich weiß nicht,welche Konsequenzen das für mein "Leben nach dem Tod"(was auch immer das sein mag) bedeuten würde.
Auch habe ich mir die Frage gestellt: Würdest du ein fremdes Organ annehmen? Zum jetzigen Zeitpunkt: Nein. Aus dem einfachen Grund: Ich finde es nicht fair, wenn ich ein Organ annehmen würde, es selbst aber nicht spenden würde! Außerdem würde ich mir auch hier wieder die Frage stellen, was mit der Seele des anderen geschieht? Ist der unbekannte andere dann ein Teil von mir?! Solande die Fragen für mich nicht eindeutig geklärt sind ( wozu ich zu Lebzeiten wohl kaum in der Lage bin, möchte ich kein Organ bzw. möchte kein Organ spenden.
Sicherlich bin ich im Moment nicht in der Situation und habe "leicht Reden", möglicher Weise würde ich mich im "Ernstfall" doch anders entscheiden, oder wenn ich Kinder hätte, die ich nicht einfach auf der Welt zurücklassen könnte. Aber das ist zumindest im Moment meine Einstellung dazu.
Ich finde es nicht richtig, jemanden zu so einer Entscheidung zu zwingen.
Sinnvoller fände ich es, wenn es den Menschen frei überlassen bleibt, ob sie den "Fragebogen" zurück schicken möchten, oder nicht. Die Krankenkassen können den Menschen einen (Nach-)denkanstoß geben, sollten sie aber nicht dazu zwingen!
Seele, sorry, aber nein. Das ist ein Konstrukt aus vorwissenschaftlicher Zeit. Ihre Seele ist Ihr Gehirn. Ist das kaputt ist auch Ihre Seele hinüber. Allerdings glaube ich nicht, dass das Ableben des Gehirns mit den heutigen Messmethoden zuverlässig diagnostiziert werden kann. Darum NEIN zur Organspende
Seele, sorry, aber nein. Das ist ein Konstrukt aus vorwissenschaftlicher Zeit. Ihre Seele ist Ihr Gehirn. Ist das kaputt ist auch Ihre Seele hinüber. Allerdings glaube ich nicht, dass das Ableben des Gehirns mit den heutigen Messmethoden zuverlässig diagnostiziert werden kann. Darum NEIN zur Organspende
unsere Organe erhalten sollte, würden sich wahrscheinlich manche (die meisten, viele, einige, wenige ???) dazu entscheiden dem zu spenden, der dafür auch ein bisschen was springen lässt. Dann hätten wir den florierenden Organhandel gegen Finanzmittel im Handumdrehen organisiert....
In dieser Woche wird der Euro von unseren "Volksparteien" zwecks erweitertem Rettungsschirm freigegeben, da muss sich doch was Neues für Seite 1 finden lassen.
...sind irgendwie zwei Worte, die nicht zusammengehören.
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