Ehec-Bilanz Gute Seuchenbekämpfung, schlechte Kommunikation
Als die Ehec-Epidemie in Deutschland ausbrach, wirkte das Krisenmanagement für die Öffentlichkeit chaotisch. Experten meinen, es sei gut gelaufen.
© Matthias Bein/dpa

Ehec-Kolonien auf einem Nährboden
Er solle sich darauf einstellen, dass es diesmal noch viel stressiger werden könne als bei der Schweinegrippe. Das schärften dem frisch gebackenen Gesundheitsminister Daniel Bahr seine Mitarbeiter ein, als er am 19. Mai, eine Woche nach seinem Amtsantritt, mit dem Ehec-Ausbruch konfrontiert war.
Tatsächlich stellte der bisher größte Ausbruch von Erkrankungen nach einer Infektion mit dem enterohämorrhagischen Escherichia-coli-Bakterium vom Typ O104:H4 (HUSEC041) in Deutschland eine Ausnahmesituation dar. Denn in keinem anderen bekannten Fall, hatte der Erreger bei so einem großen Anteil der Infizierten auch zum hämolytisch-urämischen Syndrom (Hus) geführt, der schwersten Komplikation mit Nierenversagen und neurologischen Störungen.
Die Zahlen aus dem gerade erschienenen Abschlussbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) über den Ausbruch im Frühsommer 2011: Insgesamt 3.842 Erkrankungen, davon 855 mit Hus. 53 Menschen starben an der Erkrankung.
Jetzt, gut sechs Wochen nachdem das RKI den Ehec-Ausbruch offiziell für beendet erklärt hat, zeigte sich Gesundheitsminister Daniel Bahr in einer Podiumsdiskussion auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie sehr zufrieden: "Besonders gut gelungen ist die Kooperation der Kliniken über Ländergrenzen hinweg." Hier komme den Nierenspezialisten, die sich um die Hus-Patienten kümmerten, ein besonderes Verdienst zu.
- Ehec-Bakterien
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Im menschlichen Darm wimmelt es von Mikroorganismen und Bakterien. Das ist nicht ungewöhnlich. Viele Keime unterstützen möglicherweise die Verdauung von Nahrung oder die Abwehr von Krankheitserregern. Sehr häufig sind Escherichia coli im Darm zu finden.
Ehec-Bakterien (enterohämorrhagische Escherichia coli) hingegen bilden einen mitunter gefährlichen Stamm von E.coli. Sie können Giftstoffe, vor allem das Shigatoxin, produzieren. Nisten sich Ehec-Keime im Darm ein, etwa in der Schleimhaut, dringt das Gift in die Zellen der inneren Darmwand ein und zerstört Gefäße. In Deutschland sind derzeit 42 Stämme des Ehec-Erregers bekannt.
Der Ausbruch im Frühjahr 2011 verlief sehr ungewöhnlich. Der umgehende Keim ähnelt bekannten Ehec-Erregern kaum. Normalerweise erkranken vor allem Kleinkinder im Alter von durchschnittlich drei Jahren. Schwere Krankheitsverläufe sind sehr selten.
Der durch verkeimte Sprossen verbreitete Erreger vom Typ O104:H4 (HUSEC041) ist besonders aggressiv und löst relativ häufig das hämolytisch-urämischen Syndrom (Hus) aus – die schwerste Komplikation der Darminfektion.
- Erkrankung
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Wer sich mit Ehec-Bakterien infiziert, muss nicht zwangsläufig erkranken. Oft kommt es aber etwa drei Tage nach der Ansteckung zu wässrigen Durchfällen. Zwei Drittel der Erkrankten scheiden nach weiteren zwei bis drei Tagen blutigen Stuhl aus.
Begleitet wird die Erkrankung von Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Auch Fieber ist möglich, aber seltener.
Während vergangener Ehec-Ausbrüche entwickelten etwa zehn bis zwanzig Prozent der Erkrankten einen schweren Verlauf. Wer unter Durchfall und Blut im Stuhl leidet, sollte sofort einen Arzt aufsuchen.
Eine Woche nach Beginn der Durchfälle kann es zum gefährlichen hämolytisch-urämischen Syndrom (Hus) kommen. Blutige Entzündungen der Darmschleimhaut treten auf, die für die Blutgerinnung notwendigen Thrombozyten verringern sich, Giftstoffe sammeln sich im Körper, Gefäße werden zerstört. Im schlimmsten Fall versagen die Nieren, es kommt zu Blutgerinnseln im Hirn. Hus trifft in der Regel nur etwa jeden zehnten Erkrankten. Die Sterberate liegt in dieser Akutphase bei zwei Prozent der Betroffenen.
- Ansteckung
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Ehec-Bakterien gibt es überall auf der Welt. Infektionen mit dem Erreger sind seit dem Jahr 2001 in Deutschland meldepflichtig, sofern sie bemerkt werden. Seither übermittelten die Gesundheitsämter bundesweit jährlich zwischen 925 und 1183 Ehec-Erkrankungen an das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin.
Ehec-Erreger kommen vor allem im Darm von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen vor. Allerdings wurden sie auch schon im Darmtrakt von Schweinen, Hirschen und Rehen nachgewiesen. Der jetzt grassierende Stamm wurde bisher aber nicht in Tieren nachgewiesen.
Die Erreger sind sehr umweltresistent und können bis zu ein Jahr lang außerhalb des Darms überleben. Zudem reichen nur wenige Dutzend Keime aus, um sich zu infizieren.
Für Ehec-Ausbrüche kommen zahlreiche Infektionsquellen in Betracht: Rohmilch und Rohmilchkäse sowie rohe Wurstprodukte oder zu kurz gegartes Fleisch. Verunreinigtes Obst und Gemüse kann die Quelle sein, oder andere ungekochte Lebensmittel.
Ehec-Bakterien können auch beim Düngen mit Gülle auf Nahrungsmittel gelangen. Bei den meisten bisherigen Krankheitsausbrüchen konnte die Infektionsquelle nicht gefunden werden.
Im aktuellen Fall waren Sprossen mit dem Erreger kontaminiert. Die Spur der Samen führt nach Ägypten. Wie der Keim aus dem Darm von Tieren auf diese Samen gelangt sein kann, ist noch immer unbekannt.
- Behandlung
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Mediziner behandeln derzeit bei leichten Verläufen vor allem die Symptome der Ehec-Erkrankung. Menschen scheiden die Bakterien oft von selbst aus. Das kann mitunter ein paar Wochen dauern.
Antibiotika helfen gegen Ehec-Bakterien wenig, im Gegenteil: "Die Gabe kann mitunter die Toxinproduktion (der Keime) sogar erhöhen", sagt der Hygieniker Helge Karch, der den Erreger genetisch analysiert hat. Daher raten Ärzte dringend davon ab, eine Ehec-Infektion mit Antibiotika zu behandeln.
Die Menschen, die derzeit akut erkrankt sind, werden mit Dialyse und Blutreinigung behandelt. So werden die Giftstoffe aus dem Körper gewaschen. Nicht immer erholt sich die Niere von der Infektion, sodass einige Patienten dauerhaft eine Dialyse brauchen oder auf ein Spenderorgan warten müssen.
In der Anfangsphase von Hus brauchen Patienten dringend Flüssigkeit, etwa über Kochsalzinfusionen. So lässt sich die schwerste Form der Erkrankung, das Nierenversagen, verhindern. Andernfalls könnte eine Nierentransplantation notwendig werden oder eine lebenslange Dialyse.
In besonders schweren Fällen setzten Mediziner eine noch kaum erforschter Therapie ein: Sie gaben einigen Patienten die Antikörperlösung Eculizumab. Zum Teil verbesserte sich der Zustand danach.
- Schutz
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Nur strenge Hygiene kann vor einer Ansteckung mit Ehec und ähnlichen Keimen schützen. Gemüse und Obst müssen gründlich gereinigt werden. In der Küche sollten Messer und Schneidebretter für jedes Lebensmittel separat verwendet und anschließend gründlich gesäubert werden.
Fleisch und Gemüse sollte man im Kühlschrank getrennt voneinander lagern und auch getrennt zubereiten. Putz- und Spüllappen sollten in kurzen Abständen gewechselt oder ausgekocht werden.
Lebensmittel sollten vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden. Ehec-Erreger wie auch ihre Giftstoffe sind sehr hitzelabil. Ab 60 bis 70 Grad werden die Keime und ihre Toxine zerstört.
Das Robert Koch-Institut empfiehlt allen Menschen mit Durchfall, sich stets gründlich die Hände zu waschen und/oder sie zu desinfizieren, insbesondere wenn Kleinkinder oder immungeschwächte Menschen in der Nähe sind.
Sollte ein Familienmitglied erkranken, sollten die Toilette und Flächen, die der Erkrankte anfasst, regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.
Schon am Vortag war auf dem Kongress, der bis zum 13. September läuft, das Tempo gelobt worden, mit dem die Sprossen als "schuldiges" Lebensmittel ausfindig gemacht waren. Für den Laien mag das überraschend sein, erlebte die Öffentlichkeit die Suche doch zunächst als eine Reihe von Misserfolgen.
Aber Gérard Krause, Leiter der Abteilung für Infektionsepidemiologie beim RKI, zog einen Fall aus den USA zum Vergleich heran: Als dort im Jahr 2008 ein Ausbruch des Salmonellenstamms "Saintpaul" die Bevölkerung beunruhigte, dauerte die Suche sieben Wochen. An Durchfall waren Menschen erkrankt, die verseuchte Chilischoten gegessen hatten. Den wenigsten war das allerdings bewusst, denn das scharfe Gemüse bereicherte kleingeschnitten handelsübliche Tomatensaucen. Bis Sprossen, die aus Samen von ägyptischem Bockshornklee gezogen worden waren, als Quelle des Erregers vom Typ O104:H4 identifiziert wurden, dauerte es diesmal nur drei Wochen.
Sprossen gelten als "Tarnkappen-Lebensmittel"
Dabei sind auch die Sprossen in den Augen der Experten "Tarnkappen-Lebensmittel", an die die wenigsten Erkrankten denken, wenn sie den Speiseplan der vergangenen Tage durchgehen. Dass Ehec aus der "Beigabe" Sprossen stammte, ergab erst eine Befragung der Köche in einer Studie, in deren Rahmen den erkrankten Gästen Fotos der Gerichte gezeigt werden konnten. In allen 41 Lokalen und Kantinen, die mehrere Erkrankte besucht hatten, waren Sprossen eines Betriebs aus Niedersachsen serviert worden.
"Die Identifikation der Sprossen ist im weltweiten Maßstab eine Spitzenleistung", lobte Bahr. RKI-Präsident Reinhard Burger hob zudem die Leistung der Mikrobiologen um Helge Karch von der Uni Münster hervor, die schon kurz nach Bekanntwerden des Ausbruchs ein Nachweisverfahren für den Erreger vorlegen konnten.
- Datum 12.09.2011 - 12:27 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Schön, dass sich alle Verantwortlichen über den 'Erfolg' freuen.
Erfolg = 53 Tote, >800 Dialysepatienten, sechs Wochen im Dunkeln tappen, trotz idealer epidemiologischer Datenlage (mehrere erkrankte Gruppen an verschiedenen Orten).
...werden das wohl ein bischen differenzierter sehen...
Schön, dass sich unsere Politiker mit solch kleinen (wenn auch sicherlich nicht prinzipiell unwichtigen) Erfolgen schmücken können, während sie die großen Probleme (z.B. 3.300 Tote durch Passivrauchen jährlich in Deutschland) einfach ignorieren, weil ihre Freunde von der Tabakindustrie Milliarden mit dem Geschäft mit dem Tod verdienen, und ein paar Almosen davon auch in Form von Parteispenden und Parties an unsere Politiker zurückfließen lassen.
ist letzlich der wesentliche Verunsicherungsfaktor der Bevölkerung. Irgendwo wird ein "Experte" aus dem Busch gezogen, nur zu dem Zwecke einem anderen "Experten" öffentlich zu widersprechen, da man ja mit einhelligen Meinungen und so ganz ohne Skandale keine Fernsehsendung(werbung), keine Zeitung und v.a. nicht sich selbst verkaufen kann.
Man sollte sich wohl grundsätzlich hüten, all das gespielte Entsetzen, das in den Medien präsentiert wird, zu glauben.
von ihrer wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Leistungen lebt, was aber von den Geisteswissenschaftlern und Journalisten im Besonderen kaum zur Kenntnis genommen wird.
Medien stellen Wissenschaftler zu oft als weltfremde und absonderliche "Geeks" dar, die mit dem wirklichen Leben nicht viel zu tun haben.
Falls es zu einer potenziellen Bedrohungslage kommt, zB einer Epidemie, fehlt dann das mediale Verständnis zu wissenschaftlichen Vorgehensweisen und Leistungsfähigkeit.
Und plötzlich kommt dann das Gefühl, dass die wahren Probleme an den Wortedrechslern vorbeigehen, und sie, die das öffentliche Leben zu dominieren glauben, eigentlich nur ein selbstüberschätztes Sahnehäubchen sind.
Journalisten, seht doch mal über euren Tellerrand und bewegt euch in gesellschaftlichen Räumen die ihr sonst nicht zur Kenntnis nehmt! Mir scheint, da gibt es zu viel geistige Inzucht und Ignoranz.
Das Ausmass einer solchen Epidemie lässt sich leider nicht voraussehen. ob es "nur" 53 Tote und 900 Dialysepatienten geben wird, oder 50000 Tote und 900000 Dialysepatienten weiss man vorher nicht. So einer Belastung wäre unser Gesundheitssystem gar nicht gewachsen. Von den 900000Dialysepatienten waere der Grossteil mangels Behandlungsmöglichkeiten auch zum Tode verurteilt.
Noch mal Glück gehabt, kann man da sagen.
von ihrer wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Leistungen lebt, was aber von den Geisteswissenschaftlern und Journalisten im Besonderen kaum zur Kenntnis genommen wird.
Medien stellen Wissenschaftler zu oft als weltfremde und absonderliche "Geeks" dar, die mit dem wirklichen Leben nicht viel zu tun haben.
Falls es zu einer potenziellen Bedrohungslage kommt, zB einer Epidemie, fehlt dann das mediale Verständnis zu wissenschaftlichen Vorgehensweisen und Leistungsfähigkeit.
Und plötzlich kommt dann das Gefühl, dass die wahren Probleme an den Wortedrechslern vorbeigehen, und sie, die das öffentliche Leben zu dominieren glauben, eigentlich nur ein selbstüberschätztes Sahnehäubchen sind.
Journalisten, seht doch mal über euren Tellerrand und bewegt euch in gesellschaftlichen Räumen die ihr sonst nicht zur Kenntnis nehmt! Mir scheint, da gibt es zu viel geistige Inzucht und Ignoranz.
Das Ausmass einer solchen Epidemie lässt sich leider nicht voraussehen. ob es "nur" 53 Tote und 900 Dialysepatienten geben wird, oder 50000 Tote und 900000 Dialysepatienten weiss man vorher nicht. So einer Belastung wäre unser Gesundheitssystem gar nicht gewachsen. Von den 900000Dialysepatienten waere der Grossteil mangels Behandlungsmöglichkeiten auch zum Tode verurteilt.
Noch mal Glück gehabt, kann man da sagen.
Ich kann zwar verstehen, dass die Zeit keinen Fachmann (hier also Mediziner/Biologen) für jeden Artikel vorhalten kann, aber in der Zeit des Internets kann man doch etwas mehr erwarten. Fehler die jeder Laie mit 30 Sekunden googeln finden kann, zerstören die Glaubwürdigkeit ganzer Artikel. Denn, wenn man die Basics falsch hat und fehlendes Fachwissen demonstriert, fragt sich der Leser, ob man dann die komplexeren Fakten richtig hinbekommt.
Es heißt z.B.
* E. coli, nicht E.-coli oder E.coli
* EHEC, nicht Ehec (komischer Weise ist im Artikel dann aber HUSEC und nicht Husec zu lesen. Man ist also auch nicht konsistent).
von ihrer wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Leistungen lebt, was aber von den Geisteswissenschaftlern und Journalisten im Besonderen kaum zur Kenntnis genommen wird.
Medien stellen Wissenschaftler zu oft als weltfremde und absonderliche "Geeks" dar, die mit dem wirklichen Leben nicht viel zu tun haben.
Falls es zu einer potenziellen Bedrohungslage kommt, zB einer Epidemie, fehlt dann das mediale Verständnis zu wissenschaftlichen Vorgehensweisen und Leistungsfähigkeit.
Und plötzlich kommt dann das Gefühl, dass die wahren Probleme an den Wortedrechslern vorbeigehen, und sie, die das öffentliche Leben zu dominieren glauben, eigentlich nur ein selbstüberschätztes Sahnehäubchen sind.
Journalisten, seht doch mal über euren Tellerrand und bewegt euch in gesellschaftlichen Räumen die ihr sonst nicht zur Kenntnis nehmt! Mir scheint, da gibt es zu viel geistige Inzucht und Ignoranz.
Das Ausmass einer solchen Epidemie lässt sich leider nicht voraussehen. ob es "nur" 53 Tote und 900 Dialysepatienten geben wird, oder 50000 Tote und 900000 Dialysepatienten weiss man vorher nicht. So einer Belastung wäre unser Gesundheitssystem gar nicht gewachsen. Von den 900000Dialysepatienten waere der Grossteil mangels Behandlungsmöglichkeiten auch zum Tode verurteilt.
Noch mal Glück gehabt, kann man da sagen.
Fangen wir z.B: mit BSE an:
2Mrd Kosten ohne einen einzigen nachgewiesenen Übertragungsfall. Man weiß bis heute nicht ob es vom Futter kam, den Genen, einer Ansteckung oder was auch immer.
Es wurde jedoch bis heute keine Übertragung nachgewiesen.
Asbest genauso - gefährlich für die Arbeiter die das Zeug verbaut haben. Sonst relativ harmlos. Interessant ist: Durch die Asbestbefreiung vieler Schulen mussten Schulkinder weitere Schulwege laufen und es kam somit statistisch zu mehr Unfällen, + fehlendes Geld für andere Schutzmaßnahmen.
Durch die Asbestbefreiung starben mehr Menschen, als wenn man alles gelassen hätte wie es war.
Wirkliche gefahren jedoch, wie z.b. Krankenhauskeime (10000-40000 Tote/Jahr), interessieren niemand. Da wird in Deutschland nicht viel gemacht.. das Geld fließt halt in zusätzliche Dioxinkontrollen usw..
Die Medien sind dabei nicht ganz unschuldig!
Wunderbar, dass sich die Seuchenbekämpfer selbst so ein schönes Urteil ausstellen.
Aber:
1. Warum sind die Patienten nur mit starker Verzögerung befragt worden? Dies gilt gerade für Erkrankte, die nur wenige Kontakte in Norddeutschland hatten (das hatte der RKI-Präsident bei Beckmann auf Fragen nach Berliner Patienten als gerade richtig befunden)?
2. Warum sind nicht Verzehrwarnungen gegen Bio-Gemüse und Salat ausgesprochen worden, wo es sich bei vielen Erkrankten um Vegetarier und Veganer handelte?
3. Warum ist man nicht früher auf die Sprossen gekommen? Obwohl direkt vorher im Mai 2011 das BfR die direkte Warnung vor Sprossen in Tüten noch einmal erneuert hatte? Und in dieser vorherigen Warnung sind alle Folgen bis zum Nierenversagen genau beschrieben worden.
4. Warum sind Sprossen in Tüten überhaupt verkehrsfähig, wo doch alle 59 Proben der Untersuchung des BfR am Ende des Mindesthaltbarkeitsdatum stark verkeimt waren? Muss man hier nicht zumindest das Mindesthaltbarkeitsdatum verkürzen?
5. Warum ist die Task Force erst Wochen später eingerichet worden?
Es war also alles richtig und es ging ganz schnell (drei Wochen??), aber eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Damit kann also morgen das Gleiche wieder genauso passieren.
Was mich zusätzlich interessieren würde, warum der Sprossenhof in Niedersachsen nicht nach dem Produkthaftungsgesetz belangt wird?
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