ZEIT-Forum zu PIDBessere Gentests setzen Eltern unter Druck

Per Gentest zum Wunschkind? Experten streiten auch nach der Bundestagsentscheidung über die Folgen der Präimplantationsdiagnostik. von 

"Per Gentest zum Wunschkind?" Haben wir über diese Frage nicht genug diskutiert, bevor der Deutsche Bundestag vor drei Monaten in Sachen Präimplantationsdiagnostik (PID) endlich eine Entscheidung traf ?

Zur Erinnerung: Besteht bei einem Paar eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein gemeinsames Kind eine schwere Erkrankung bekommen könnte oder dass es sogar zu einer Fehl- oder Totgeburt kommt, dann soll ihnen in Zukunft eine genetische Untersuchung von "künstlich" gezeugten Embryonen ermöglicht werden. So hatte der Bundesgerichtshof in einem spektakulären Urteil nach der Selbstanzeige des Berliner Fortpflanzungsmediziners Matthias Bloechle schon zuvor entschieden.

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PID

Bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) entnehmen Mediziner künstlich im Reagenzglas gezeugten Embryonen einige wenige Zellen, um das Erbgut zu untersuchen. Klicken Sie hier für eine Infografik

Die Tests können einige Erkrankungen prüfen, etwa das Down-Syndrom (Trisomie 21), Chorea Huntington, Cystische Fibrose (Mukoviszidose), die Bluterkrankheiten Hämophilie A und B sowie Sichelzellanämie.

Die PID ermöglicht es auch, einen Embryo mit dem Wunschgeschlecht herauszusuchen. Außerdem können unter mehreren Embryonen jener ausgewählt werden, der für ein bereits lebendes, aber erkranktes Geschwisterkind zum Beispiel als Knochenmarkspender geeignet wäre.

Verfahren

Meist werden dem Embryo am dritten Tag Zellen entnommen. Zu diesem Zeitpunkt gelten Zellen als totipotent. Das bedeutet, dass sie sich noch zu einem vollständigen Organismus entwickeln können.

Möglich ist auch die Entnahme von fünf Tage alten Zellen. Diese Zellen sind dann pluripotent. Sie können sich noch in verschiedene Gewebe entwickeln, sind jedoch nicht mehr in der Lage, einen gesamten Organismus zu bilden. So soll eine bessere Auswahl vitaler und einnistungsfähiger Embryonen erreicht werden.

BGH-Urteil

Der Berliner Gynäkologe Matthias B. hatte in den Jahren 2005 und 2006 Präzedenzfälle geschaffen und bei drei erblich vorbelasteten Paaren Gentests an Embryonen vorgenommen. Anschließend pflanzte er den Frauen nur jene Embryonen ein, die keinen Erbdefekt aufwiesen.

Ein solcher Gencheck war nach Auffassung der meisten Juristen und Ärzte in Deutschland verboten. Sie hielten sich an eine strenge Interpretation des Embryonenschutzgesetzes. Bei Verstößen drohen bis zu drei Jahre Haft.

Im Juli entschieden die Richter im Fünften Senat des Bundesgerichtshofs, dass die Embryonenauswahl durchaus erlaubt ist. Der Berliner Gynäkologe B. hatte sich selbst angezeigt, um Rechtssicherheit zu schaffen. Aufgrund der juristischen Brisanz dauerte das Verfahren fast viereinhalb Jahre. B. wurde schließlich freigesprochen.

PID in anderen Ländern

Belgien: Seit 1994 testen Mediziner im Reagenzglas erzeugte Embryonen zum Beispiel auf Erbkrankheiten. Eine gesetzliche Regelung für die Forschung an Embryonen wurde 2003 geschaffen. Sie schränkt die PID kaum ein, verbietet aber die rein geschlechtsspezifische Auswahl von Embryonen.

Dänemark: Bei Risiko etwa für genetisch bedingte Krankheiten sind Untersuchungen an befruchteten Eizellen im Reagenzglas erlaubt. Die erste PID wurde 1999 zugelassen.

Frankreich: Die PID ist seit 1997 konkret rechtlich reguliert. Sie ist nur erlaubt, wenn dadurch schwere genetische Krankheiten vermieden werden können, wenn ein Elternteil nachweislich eine Anomalie hat und das Paar mindestens zwei Jahre zusammenlebt. Die erste Lizenz gab es 1999.

Großbritannien: Zur Erkennung schwerer Krankheiten oder spontan auftretender Chromosomendefekte ist die PID erlaubt. Sie wird seit 1990 angewendet. Alle Arbeiten mit embryonalem Gewebe unterliegen der Kontrolle einer speziellen Behörde, die Tests werden an lizenzierten Zentren durchgeführt. Das Anwendungsspektrum gilt allerdings als relativ breit. Im Januar 2009 kam in London das erste Baby Großbritanniens zur Welt, bei dem mittels PID ein Brustkrebsgen ausgeschlossen wurde.

USA: Das Verfahren wird seit 1990 genutzt, inzwischen an einer Vielzahl von Kliniken. Auf bundesstaatlicher Ebene gibt es keine gesetzliche Regelung. Selbst die Nutzung von PID zu nichtmedizinischen Zwecken wie der Wahl des Geschlechts wird weitgehend als legitim anerkannt.

Nun hat auch der Gesetzgeber Klarheit geschaffen, derzeit werden die Modalitäten der praktischen Umsetzung geklärt. Wenig Sprengstoff also für das 43. ZEIT-Forum Wissenschaft , das in Kooperation mit dem Deutschlandfunk und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin stattfand, so sollte man meinen.

Wenn es anders kam, so hat das zwei Gründe: Zunächst natürlich, dass kein Gesetz und kein Gerichtsurteil der Welt es schaffen werden, die konträren Positionen zur PID einander anzunähern. Die Entscheidung des Parlaments habe auf sie "in ihrer Deutlichkeit ebenso überraschend wie bestürzend" gewirkt, sagte Birgitt Bender, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Klaus Diedrich dagegen, Direktor der Uniklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Lübeck, ist überzeugt davon, dass die beschränkte Zulassung der PID für eine "ausgesuchte Zahl von schwer belasteten Personen" eine deutliche Verbesserung darstellt. Mehr als 200 pro Jahr werden es seiner Einschätzung nach nicht werden.

PID
Ein Zellhäufchen unter dem Mikroskop: Hier können Genetiker nach Defekten im Erbgut suchen.

Was Sie über die Embryonenauswahl im Labor wissen sollten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.  |  © Tim Boyle/Newsmakers/Getty Images

Dafür, dass das große Reizthema PID praktisch gesehen ein kleines Thema bleiben wird, sprechen nicht allein die Erfahrungen aus Ländern wie Frankreich. Entscheidende Anwendungsbremse dürfte die Befruchtung in vitro darstellen. "Kein fruchtbares Paar geht begeistert an eine PID heran", gab der Humangenetiker Wolfram Henn von der Universität des Saarlandes zu bedenken. "Die Paare, die sich dafür entscheiden, kennen die Krankheiten, für die sie ein genetisches Risiko tragen, aus eigener Anschauung." Zum Beispiel, weil sie schon ein Kind mit der fraglichen Erkrankung haben.

Bei der vorgeburtlichen Untersuchung von Embryonen, die sich schon in der Gebärmutter eingenistet haben, ist das meist nicht so. Mehr als 30.000 Fruchtwasseruntersuchungen haben die Krankenkassen im Jahr 2009 bezahlt, meist nach einem auffälligen Befund bei der Ultraschalluntersuchung oder wegen eines erhöhten Risikos für eine Chromosomenveränderung bei älteren Schwangeren. Im Mittelpunkt steht dabei die häufigste chromosomale Auffälligkeit, die Trisomie 21. Sie beim Ungeborenen festzustellen wird wohl bald deutlich leichter werden.

Trisomie 21 erkennen mit einem Bluttest

Für das zweite brisante Thema der Diskussion sorgte denn auch ein Test, den die Konstanzer Firma LifeCodexx schon bald anbieten will. Winzige Partikel kindlicher Zellen, die im Blut der Schwangeren schwimmen, können auf eine Trisomie 21 untersucht werden. Eine kleine Blutprobe genügt, im Unterschied zur Fruchtwasseruntersuchung beinhaltet der Test also keine Gefahren für das Ungeborene. Eine Schwangerschaft auf Probe, wie sie schon mit der heute üblichen Pränataldiagnostik möglich ist, wird damit noch einfacher. "Dieser Test wird auf Nachfrage stoßen und sich durchsetzen", sagt Henn voraus.

Die neue Technologie, die ihn ermöglicht, findet er faszinierend, "die Anwendung kann ich allerdings nicht wertfrei sehen". Während die Möglichkeiten für Kinder mit Down-Syndrom immer besser würden, nehme der Druck auf die Eltern zu. Es fielen durchaus Äußerungen wie: "So etwas wäre doch heute nicht mehr nötig!" Auch die vom Gendiagnostikgesetz vorgeschriebene Beratung dürfe darum kein "Verkaufsgespräch" werden.

Das Transkript der Veranstaltung zum Download als PDF

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Leserkommentare
    • jakobh.
    • 25. Oktober 2011 0:23 Uhr

    Ich finde es ethisch falsch, Embryonen, also Menschen, darauf zu untersuchen, ob sie eine bestimmte Krankheit haben und sie dementsprechend einzupflanzen oder eben nicht. Meines Erachtens ist es ein offensichtlicher Verstoß gegen die Menschenwürde, das Weiterleben eines Menschen (bzw. mehrerer Menschen, wenn es sich um eineigie Mehrlinge handelt) davon abhängig zu machen, ob er gesund oder (erb)krank ist. Komischerweise stimmt einem da die Mehrheit zu, wenn es sich bei den betreffenden Menschen um solche handelt, die schon mehrere Jahre alt sind, auf jeden Fall geborene. Wenn diese Menschen jedoch erst wenige Stunden oder Tage alt sind, scheint dies die Menschenwürde auszusetzen, bzw. zu verändern. Meiner Meinung nach ist das, ja ich benutze das Wort "pervers".
    Der Mensch ist nicht Mensch, da er gewisse Eigenschaften hat, wie Sprechen, Sehen oder Denken, sondern er ist um sich selbst willen Mensch. Ein Embryo ist auch ein Mensch (oder mehrere bei eineigigen Mehrlingen). Auch wenn es ein Leben unter widrigeren Umständen ist, wenn man ein Kind mit Behinderung hat: Es gibt kein Recht auf gesunde Kinder. Man kann sie nehmen, wie sie "naturgemäß kommen" oder sich gegen Kinder entscheiden, also so, dass keine entstehen.
    Aber Menschen zu töten, um dann gesunde weiterleben zu lassen und die anderen zu töten, empfinde ich als ethisch falsch.

    Eine Leserempfehlung
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    • irridae
    • 25. Oktober 2011 10:21 Uhr

    Das Argument, das der Entscheidung des Verfassungsgerichts zur PID zugrunde lag, war, einem kleinen Personenkreis, der von schweren Erbkrankheiten betroffen ist, einen späten Schwangerschaftsabbruch zu ersparen, der nach medizinischer Indikation in solchen Fällen ermöglicht wird.

    Da bürdet ihre Gesinnungsethik den Betroffenen Schreckliches auf.

    • FE-92
    • 25. Oktober 2011 18:49 Uhr

    Ich kann Ihren Ansatz leider nicht verstehen. Sie meinen, PID sei Selektion, bei der Menschen darüber entscheiden, ob andere Menschen weiterleben dürfen oder nicht. Dazu müsste man erst einmal genau festlegen, ab wann ein Mensch ein Mensch ist. Eine unbefruchtete Eizelle ist für mich kein Mensch, dann wird sie befruchtet und wächst und teilt sich usw.
    Doch wo ist der Übergang? Wer legt fest, wann ein Haufen teilungsfähiger Zellen zu einem Menschen wird?
    Ob es sich bei dem Embryo schon um einen Menschen handelt, sollten hier alleine die Eltern festlegen, denn schließlich sind sie es ja, die darüber entscheiden, ob sie abtreiben wollen oder nicht. Außerdem sind sie es, die mit dem behinderten Kind leben müssen, und das ist für viele ein schwerer Schicksalsschlag.

    Aus meiner Sicht wird den Betroffenen nur geholfen, um Selektion handelt es sich dabei nicht. Schließlich gibt es die PID hier im Artikel nur für wenige hundert Paare in Jahr. Wenn der Mensch in der Lage ist, sich selbst zu verändern und schwere Erbkrankheiten zu vermeiden (was er ja kann), dann ist das für mich einfach Evolution. Nicht in dem Sinne, dass wir einen Übermenschen schaffen, aber dahin gehend, dass wir uns selbst mit unserem wachsenden Intellekt besser helfen können.

    Auf jeden Fall hat jeder Mensch ein Recht auf gesunde Kinder, wenn sich doch auf so unkomplizierte Weise schwerwiegende (Erb-)Krankheiten vermeiden lassen!

    Ich finde es pervers, ein vergewaltigte Frau zu zwingen, das Kind auszutragen. Ich finde es pervers, Eltern mit ihrer Angst, von einem behinderten Kind überfordert zu sein, allein zu sein.
    Da werden wir wohl nicht zusammenkommen. Um es ganz klar zu machen: Ich finde ihre Ansichten pervers, nicht Sie. Trotzdem müssen diese Fragen entschieden werden. Ich finde, daß dafür das Parlament der geeignete Ort ist. Es handelt sich um ethische Fragen, und die können Richter und Ärzte nicht für uns lösen, weil ihnen ihre Ausbildung da auch keinen Vorsprung vor anderen Menschen gibt. Weder im Grundgesetz noch in den Menschenrechtserklärungen steht irgendetwas zu Embryos, da helfen juristische Taschenspielertricks nicht weiter. Wir werden uns als Gesellschaft auf eine Entscheidung verständigen müssen, und diese Entscheidung wird für die unterlegene Seite notwendigerweise kaum erträglich. Demokratie hilft überhaupt nicht dabei, die Lösung zu finden. Sie macht es nur leichter, damit zu leben.

    • irridae
    • 25. Oktober 2011 10:21 Uhr

    Das Argument, das der Entscheidung des Verfassungsgerichts zur PID zugrunde lag, war, einem kleinen Personenkreis, der von schweren Erbkrankheiten betroffen ist, einen späten Schwangerschaftsabbruch zu ersparen, der nach medizinischer Indikation in solchen Fällen ermöglicht wird.

    Da bürdet ihre Gesinnungsethik den Betroffenen Schreckliches auf.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "PID bedeutet Selektion"
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    • jakobh.
    • 25. Oktober 2011 15:45 Uhr

    Ich leugne nicht, dass es ein schweres Schicksal ist, ein Kind mit Behinderung zu bekommen. Aber meines Erachtens wiegt dieses Schicksal nicht schwerer als das der Tötung eines Menschenlebens. Auch Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Leben. Ist es nicht ungerecht gegenüber allen Menschen mit Behinderung, die leben, andere Menschen mit Behinderung, also Embryonen, zu töten, um sich das Leben mit ihnen zu ersparen? Im Übrigen ist meiner Meinung nach Spätabtreibung sowie jegliche andere Abtreibung aufgrund von Behinderung genauso verwerflich wie PID.

    • jakobh.
    • 25. Oktober 2011 15:45 Uhr

    Ich leugne nicht, dass es ein schweres Schicksal ist, ein Kind mit Behinderung zu bekommen. Aber meines Erachtens wiegt dieses Schicksal nicht schwerer als das der Tötung eines Menschenlebens. Auch Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Leben. Ist es nicht ungerecht gegenüber allen Menschen mit Behinderung, die leben, andere Menschen mit Behinderung, also Embryonen, zu töten, um sich das Leben mit ihnen zu ersparen? Im Übrigen ist meiner Meinung nach Spätabtreibung sowie jegliche andere Abtreibung aufgrund von Behinderung genauso verwerflich wie PID.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Worum es geht"
    • FE-92
    • 25. Oktober 2011 18:49 Uhr

    Ich kann Ihren Ansatz leider nicht verstehen. Sie meinen, PID sei Selektion, bei der Menschen darüber entscheiden, ob andere Menschen weiterleben dürfen oder nicht. Dazu müsste man erst einmal genau festlegen, ab wann ein Mensch ein Mensch ist. Eine unbefruchtete Eizelle ist für mich kein Mensch, dann wird sie befruchtet und wächst und teilt sich usw.
    Doch wo ist der Übergang? Wer legt fest, wann ein Haufen teilungsfähiger Zellen zu einem Menschen wird?
    Ob es sich bei dem Embryo schon um einen Menschen handelt, sollten hier alleine die Eltern festlegen, denn schließlich sind sie es ja, die darüber entscheiden, ob sie abtreiben wollen oder nicht. Außerdem sind sie es, die mit dem behinderten Kind leben müssen, und das ist für viele ein schwerer Schicksalsschlag.

    Aus meiner Sicht wird den Betroffenen nur geholfen, um Selektion handelt es sich dabei nicht. Schließlich gibt es die PID hier im Artikel nur für wenige hundert Paare in Jahr. Wenn der Mensch in der Lage ist, sich selbst zu verändern und schwere Erbkrankheiten zu vermeiden (was er ja kann), dann ist das für mich einfach Evolution. Nicht in dem Sinne, dass wir einen Übermenschen schaffen, aber dahin gehend, dass wir uns selbst mit unserem wachsenden Intellekt besser helfen können.

    Auf jeden Fall hat jeder Mensch ein Recht auf gesunde Kinder, wenn sich doch auf so unkomplizierte Weise schwerwiegende (Erb-)Krankheiten vermeiden lassen!

    Antwort auf "PID bedeutet Selektion"
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    • jakobh.
    • 25. Oktober 2011 20:08 Uhr

    Meiner Ansicht nach ist ein Mensch von der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an ein Mensch. Und das,weil es meines Erachtens der einzige wirkliche Zeitpunkt ist, von dem man sagen kann, dass es sich um einen Menschen handelt, ohne willkürlich irgendwelche anderen Fristen zu setzen. Denn wann soll ein Mensch sonst ein Mensch sein? Der Embryo wächst und wächst. Jeder andere Zeitpunkt, an dem man ihn zum Menschen deklariert,ist willkürlich.
    Ist es ein Mensch, wenn der Embryo Arme hat, eine bestimmte Anzahl von Zellen aufweist o. ä.? Ich zitiere mich selbst: "Der Mensch ist nicht Mensch, da er gewisse Eigenschaften hat, wie Sprechen, Sehen oder Denken, sondern er ist um sich selbst willen Mensch." Auch ein erwachsener Mensch ist nur ein "Zellhaufen".Zu behauten, ein Embryo sei kein Mensch ist daher meiner Meinung nach falsch; Eltern sollten deswegen auch nicht selbst entscheiden, wann ein Mensch ein Mensch ein Mensch ist. Natürlich sehe auch ich Schwierigkeiten darin, bei ethischen Konflikten eine eindeutige Lösung zu finden, doch trotzdem muss es bei (solch) ethische(n) Konflikten eine gesetzliche eindeutige Regelung geben.
    Wenn PID aber, wie ich meine, eine ethisch falsche Methode ist, macht es auch keinen Unterschied, ob es sich um 1 oder 10000 Fälle im Jahr handelt, eine geringere Zahl macht etwas ethisch Falsches auch nicht besser.
    Um Selektion handelt es sich, weil gesunde Embryonen eingepflanzt werden,weil sie als gut befunden werden und die "kranken" getötet werden.

    • jakobh.
    • 25. Oktober 2011 20:08 Uhr

    Meiner Ansicht nach ist ein Mensch von der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an ein Mensch. Und das,weil es meines Erachtens der einzige wirkliche Zeitpunkt ist, von dem man sagen kann, dass es sich um einen Menschen handelt, ohne willkürlich irgendwelche anderen Fristen zu setzen. Denn wann soll ein Mensch sonst ein Mensch sein? Der Embryo wächst und wächst. Jeder andere Zeitpunkt, an dem man ihn zum Menschen deklariert,ist willkürlich.
    Ist es ein Mensch, wenn der Embryo Arme hat, eine bestimmte Anzahl von Zellen aufweist o. ä.? Ich zitiere mich selbst: "Der Mensch ist nicht Mensch, da er gewisse Eigenschaften hat, wie Sprechen, Sehen oder Denken, sondern er ist um sich selbst willen Mensch." Auch ein erwachsener Mensch ist nur ein "Zellhaufen".Zu behauten, ein Embryo sei kein Mensch ist daher meiner Meinung nach falsch; Eltern sollten deswegen auch nicht selbst entscheiden, wann ein Mensch ein Mensch ein Mensch ist. Natürlich sehe auch ich Schwierigkeiten darin, bei ethischen Konflikten eine eindeutige Lösung zu finden, doch trotzdem muss es bei (solch) ethische(n) Konflikten eine gesetzliche eindeutige Regelung geben.
    Wenn PID aber, wie ich meine, eine ethisch falsche Methode ist, macht es auch keinen Unterschied, ob es sich um 1 oder 10000 Fälle im Jahr handelt, eine geringere Zahl macht etwas ethisch Falsches auch nicht besser.
    Um Selektion handelt es sich, weil gesunde Embryonen eingepflanzt werden,weil sie als gut befunden werden und die "kranken" getötet werden.

    Antwort auf "@ Nr. 1"
    • ChrisW.
    • 27. Oktober 2011 20:02 Uhr

    Also was hier einige schreiben grenzt doch schon an ziemliche Arroganz. Natürlich hat man ein Recht auf ein gesundes Kind, wenn es einem die technischen Möglichkeiten erlauben. Ich bin froh das es solche brilianten Methoden gibt um zukünftiges Leiden der Eltern und Kindern zu verhindern. Jeder der PID oder andere Früherkennungsmethoden ablehnt, setzt in egoistischer Weise sein Weltbild über das Wohl der Eltern und eines gesunden Kindes setzt. Diese Erkennungsmethonden sind eine herrliche Bereicherung unseres Lebens und ich bin gespannt was in Zukunft noch alles möglich sein wird. Seien wir doch mal realistisch und schauen wir uns die Abtreibungsquoten an. Was meinen sie wieviel Kinder mit Trisomie abgetrieben werden? Diese psychische Belastung der Mutter kann man ihr in Zukunft ersparen und darüber sollte man sich eigentlich freuen. Und seien wir doch mal ehrlich, wer will schon sein ganzes Leben lang ein Kind mit Trisomie betreuen? Ich bestimmt nicht.

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    Sie haben kein Recht auf Kinder, Sie haben kein Recht auf gesunde Kinder, Sie haben kein Recht auf persönliches Glück, Sie haben kein Recht über Lebenswert und -unwert zu richten. Die Liste der Rechte, die Sie nicht haben, wenn es um das Leben anderer Menschen geht, ist endlos.

  1. Ich finde es pervers, ein vergewaltigte Frau zu zwingen, das Kind auszutragen. Ich finde es pervers, Eltern mit ihrer Angst, von einem behinderten Kind überfordert zu sein, allein zu sein.
    Da werden wir wohl nicht zusammenkommen. Um es ganz klar zu machen: Ich finde ihre Ansichten pervers, nicht Sie. Trotzdem müssen diese Fragen entschieden werden. Ich finde, daß dafür das Parlament der geeignete Ort ist. Es handelt sich um ethische Fragen, und die können Richter und Ärzte nicht für uns lösen, weil ihnen ihre Ausbildung da auch keinen Vorsprung vor anderen Menschen gibt. Weder im Grundgesetz noch in den Menschenrechtserklärungen steht irgendetwas zu Embryos, da helfen juristische Taschenspielertricks nicht weiter. Wir werden uns als Gesellschaft auf eine Entscheidung verständigen müssen, und diese Entscheidung wird für die unterlegene Seite notwendigerweise kaum erträglich. Demokratie hilft überhaupt nicht dabei, die Lösung zu finden. Sie macht es nur leichter, damit zu leben.

    Antwort auf "PID bedeutet Selektion"
  2. Ich kann beide Seiten verstehen. Trotzdem wäre mir wohler, man würde nicht so vorgehen.
    Das Schlimme ist, dass man ein Fass damit aufmacht. Was wollen wir später noch alles mit dieser Methode regulieren? Angenommen, man fände ein Gen, das Homosexualität entstehen lässt, und schüfe sie ab. Wollen wir das? Auch Behinderte haben eine Daseinsberechtigung, wir haben lange gebraucht, um da eine Akzeptanz zu schaffen, und jetzt sollen sie einfach verschwinden? Schwächere haben auch eine Funktion in der Gesellschaft, weil sich an ihnen der Mensch als menschlich erweisen kann. Ich glaube nicht, dass unsere Welt ein schönerer Ort wird, nur weil alle perfekt aussehen, hochintelligent und gesund sind. Ich bin auch nicht so naiv zu denken, dass nicht jede Technik, die erfunden wird, nicht irgendwann auch zum Einsatz kommt. Aber es muss wohl gesagt werden, dass wir damit zwar viel Leid verhindern können, uns aber auch gleichzeitig Gefahr laufen, uns von unseren (zum Teil nur so empfundenen) Makeln zu befreien. Wir werden das verlieren, was uns zum Menschen macht.

    Eine Leserempfehlung

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