Der ehemalige Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, ist tot. Hoppe starb im Alter von 71 Jahren nach längerer Krankheit in Köln, teilte die Kammer in Berlin mit. Der Pathologe stand zwölf Jahre lang an der Spitze der Ärztekammer – bis Mitte des Jahres. "Mit Jörg-Dietrich Hoppe verliert die deutsche Ärzteschaft viel zu früh nicht nur einen ihrer großen Präsidenten und einen leidenschaftlichen Kämpfer für den freiheitlichen Arztberuf, sondern auch einen ganz außergewöhnlichen Menschen", sagte Kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery. Er war erst im Juni auf dem Ärztetag in Kiel zu Hoppes Nachfolger gewählt worden.

Hoppe wurde am 24. Oktober 1940 in Thorn an der Weichsel geboren. Nach dem Medizinstudium und der Promotion in Köln war er von 1982 bis 2006 Chefarzt in Düren. Anfang der siebziger Jahre organisierte er den ersten Streik der Ärztegewerkschaft Marburger Bund mit. 1975 wurde er Mitglied des Vorstands der Bundesärztekammer, 1991 Vizepräsident, acht Jahre später Präsident.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Hoppe als Funktionär mit sanftem Auftreten und harten Forderungen bekannt, der vehement Prioritätensetzung in der Gesundheitspolitik einforderte: Angesichts der finanziellen Knappheit sollten nicht die Ärzte allein entscheiden müssen, welche Behandlungen ihre Patienten noch bekommen – dies solle die Politik entscheiden.