Krankenhaus-Hygiene: Rätselhafte Frühchen-Todesfälle in Bremen
In einer Klinik sind drei Babys am ESBL-Keim gestorben, zehn weitere Säuglinge sollen erkrankt sein. Virologen und Polizei untersuchen den Fall – bisher ohne Ergebnis.
In einer Bremer Klinik sind seit August drei Frühchen am sogenannten ESBL-Keim gestorben. Mindestens zwölf weitere Babys wurden ebenfalls infiziert, sieben von ihnen sind schwer erkrankt.
Wo der Keim herkomme, sei noch nicht bekannt, sagte Gesundheitsstaatsrat Joachim Schuster. Die Ursache sei "extrem schwierig" zu finden, sagte Schuster. Die Quelle könnten Menschen, aber auch verunreinigte Gegenstände sein. Die Keime kämen im Darm vor und würden in einer mutierten Form gefährlich. Die Abkürzung ESBL steht für "Extended Spectrum β-Lactamasen". Dabei handelt es sich nicht etwa um die Krankheitserreger selbst, sondern um spezielle Enzyme verschiedener Bakterien. Diese Eiweiße können bestimmte Antibiotika unschädlich machen und sind deswegen gefürchtet.
Der Geschäftsführer des Klinikverbunds, Diethelm Hansen, sagte: "Wir stehen an einem Punkt, an dem wir noch nicht endgültig wissen, ob wir das Problem im Griff haben." Die Abteilung für Frühchen sei geschlossen worden.
Seit Ende Juni wurde der Keim mit den multiresistenten Eigenschaften bei 15 Kindern nachgewiesen. Danach wurden laut Hansen Maßnahmen eingeleitet, die eine weitere Verbreitung des Erregers verhindern sollten. Die Zahl der Infektionen sei daraufhin zurückgegangen, bis im Oktober erneut ein Baby daran gestorben sei, sagte Hansen. Das Krankenhaus sprach von einem "schweren hygienischen Vorfall".
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln und bestellten Zeugen ein. Nähere Angaben wollten die Fahnder zunächst nicht machen. Ein Sprecher des Betreibers Gesundheit Nord sagte, ein Krisenteam des Robert Koch-Instituts sei im Klinikum, um die Situation zu untersuchen.
Vorfälle auch in anderen Kliniken
"Wir erwarten restlose Aufklärung, wie es zu den Todesfällen kommen konnte. Wir wollen insbesondere auch wissen, ob sich tatsächlich schon im August ein Todesfall ereignet hat und wer diese Information zurückgehalten hat. Sollte sich das bewahrheiten, muss das Konsequenzen haben", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Bremer Grünen, Kirsten Kappert-Gonther. Die Grünen bilden in Bremen eine Koalition mit der SPD.
In den vergangenen Monaten hatte es an anderen deutschen Kliniken bereits ähnliche Vorfälle gegeben. Anfang Oktober hatte sich ein frühgeborener Junge in der Passauer Kinderklinik mit einem multiresistenten Keim angesteckt und war gestorben. Drei andere Säuglinge, die sich ebenfalls infiziert hatten, wurden wieder gesund. Im September starben in einem Krankenhaus in Siegen innerhalb kurzer Zeit drei Frühchen.
Im vergangenen Jahr hatte der Tod von drei Babys in der Mainzer Uniklinik für Aufregung gesorgt. Zwei von ihnen kamen wegen einer verseuchten Nährlösung um. Das dritte Kind erlag seinen Vorerkrankungen. Die Klinik traf den Ermittlungen zufolge keine Schuld.






Frühchenproblem, sondern eins an dem in Deutschland jährlich viele Menschen versterben.
In den Niederlanden geht man andere Wege und hat diese Hygieneproblem weitgehend im Griff. Hier zögert man noch und blebt bei den alten Trampelpfaden, die Menschenleben gleich welchen Alters kosten.
Tragisch und zu vermeiden, wie man andernorts sehen kann.
Arte hatte mal eine Themenreihe dazu, die viel beleuchtete.
Ich kenne den Vorfall hier konkret nicht, allerdings ist ESBL kein Keim, sondern beschreibt lediglich die Eigenschaft eines Bakteriums, sich mit speziellen Eigenschaften auch gegen erweiterte Antibiotika zur Wehr zu setzen.
Da es sich scheinbar um bakterielle Infektionen gehandelt hat, sollte auch statt es Virologen besser ein Mikrobiologe den Fall untersuchen.
Nicht nur in Deutschland ist Hygiene in Krankenhäusern bei der Krankenhausbelegschaft nicht angekommen. Der Massenmord in Krankenhäusern und Altersheimen gilt als Normalerscheinung. Oft ist das Pflegepersonal nicht oder schlecht instruiert. Als für normal geltende Hygienemassnahmen werden mit Erstaunen verneint. Das angeblich aufgeklärte Pflegepersonal lässt sich nicht impfen und verursacht (Zehn-)Tausende Todesfälle. Vertuschung ist an der Tagesordnung und Schadensersatzprozesse gegen die Kittelmafia nur schwer zu gewinnen. Auch in diesem Klinikum hat man die ersten Vorfälle vertuscht und damit weitere Menschenleben ausgelöscht. Der Vorwurf des Vorsatzes fällt zu milde aus. Selbstsucht, fehlende Menschlichkeit, Gewissenlosigkeit, das Streben nach immer mehr Profit, dies sind die Tötungsvorsätze unserer modernen Gesellschaft.
"Selbst wenn man die Antwort wüßte, täuscht es doch nicht darüber hinweg, dass die Frühchen nicht gestorben sind, weil XY den Keim eingeschleppt hat, sondern weil das Personal die Hygienevorschriften nicht einhielt - oder die Vorschriften zu lasch waren."
Mein Kleiner lag genau wärend der Zeit auf der Station und ich bin selbst gelerne Pflegefachkraft. Jeder von dem Personal hat sich nach und vor jedem Kontakt mit den Frühchen die Hände desinfiziert soweit ich es mitbekommen hab. Jedes Kind hat eine eigenen Schutzkittel der von dem Personal beim rausnehmen des Kindes über die Arbeitskleidung gezogen worden ist. Die Kleidung und Bettwäsche wurde explizit nur vom Pflegepersonal ausgegeben, gerade damit sowas nicht passiert.
Die Person xy kann zb leider auch ein Elternteil gewesen sein die sich vielleicht nicht die Hände korrekt desinfiziert haben oder einmal zu wenig.
Und anbei durften nur die Eltern auf die Intensiv und sonst keiner. Das war ebenso Vorschrift.
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