Bioterrorismus-DebatteTödliche Viren zu erschaffen ist heikel, aber richtig

Virologen halten einen monströsen Erreger unter Verschluss, den sie erzeugt haben. Die Furcht vor Bioterrorismus ist berechtigt, doch Chancen überwiegen. Ein Kommentar

"Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden", hat der Dramatiker Friedrich Dürrenmatt einst festgestellt. Wie für die Physik, gilt das für alle Naturwissenschaft im Besonderen. Gibt es Experimente, die verantwortungsbewusste Forscher besser gar nicht erst unternähmen, weil sie gefährliches Wissen erzeugen können?

Gerade haben Virologen allen Anlass, diese Frage zu debattieren: In einem Hochsicherheitslabor der Rotterdamer Erasmus-Universität wird ein monströser Erreger unter Verschluss gehalten , das Ergebnis eines Experiments, von dem manche sagen, es hätte niemals stattfinden dürfen. Der Virenforscher Ron Fouchier hat mit seinem Team ein Vogelgrippevirus vom Typ H5N1 – für Menschen hochgefährlich, aber kaum ansteckend – in einen fliegenden Killer verwandelt.

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Es verbreitet sich nun durch Tröpfcheninfektion wie ein banaler Schnupfen. So würde es, wenn man den Berichten glauben darf , sieben von zehn Infizierten töten. Das wäre genau der Albtraum, vor dem Grippeexperten seit Jahren warnen – die Pandemie mit Millionen Todesopfern. Nun wird gestritten: Darf man solche Experimente durchführen? Und falls ja, darf man deren Ergebnisse veröffentlichen und so riskieren, dass Schurkenstaaten oder Bioterroristen auf Ideen für neue Massenvernichtungswaffen kommen?

Das Experiment

Mit ihren Experimenten wollten Wissenschaftler um Ron Fouchier herausfinden, ob das Vogelgrippe-Virus H5N1 das Potenzial hat, eine Pandemie wie das Schweinegrippe-Virus H1N1 auszulösen. Die Studie stellten die Forscher in Auszügen auf der Influenza-Konferenz in Malta im September 2011 vor.

Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Arbeit einen Stamm, dem sie drei gezielte Mutationen verpassten, die dem Virus ermöglichen sollten, sich auch in Säugetieren zu reproduzieren. Frettchen, die mit dem mutierten Virus infiziert wurden, starben. Eine Übertragung unter den Tieren erfolgte zunächst nicht. Die Forscher isolierten daraufhin die Virus-Varianten der erkrankten Tiere und infizierten damit gesunde Tiere. Sobald diese ebenfalls erkrankten, wiederholten die Forscher das Prozedere.

Zehn Wiederholungen waren erforderlich, dann war das Virus von allein fähig, gesunde Tiere in anderen Käfigen zu infizieren – ohne Körperkontakt zwischen ihnen, allein über Tröpfchen-Infektion durch die Luft. Insgesamt fünf Mutationen sind laut den Wissenschaftlern erforderlich, damit ein tödliches Virus wie das Vogelgrippe-Virus H5N1 so ansteckend wird wie das Schweinegrippe-Virus H1N1.

Im Gegensatz zu Fouchier, manipulierten Forscher um Yoshihiro Kawaoka den Vogelgrippe-Erreger gezielt. Sie nahmen das Oberflächenprotein Hämagglutinin H5 des Virus und schleusten ihn in das für Menschen hoch ansteckende Schweinegrippevirus H1N1. In Frettchen übertrug sich der neue Keim leicht, tötete die Tiere jedoch nicht. Allerdings konnte der Erreger mit aktuellen Impfstoffen und antiviralen Mitteln bekämpft werden

Viren

Das Schweinegrippe-Virus (H1N1) löste im Jahr 2009 eine weltweite Pandemie aus. Doch obwohl das Virus hoch ansteckend war, war es nur für wenige tödlich: Nur einer unter zehntausend Infizierten starb an dem Virus.

Bei dem Virus der Vogelgrippe (H5N1) war das genau umgekehrt: Das Virus war nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, weshalb nur wenige mit dem Krankheitserreger infiziert wurden. Eine Infektion endete jedoch in mehr als der Hälfte der Fälle tödlich.

Eine Kombination der beiden Viren galt bislang sowohl in der Natur als auch im Labor als unwahrscheinlich.

Übertragbarkeit

Frettchen gelten in der Virologie und in der Influenza-Forschung als Modellorganismen, weil ihr Immunsystem ähnlich auf Erreger reagiert wie das des Menschen. Ob sich die Ergebnisse der Studie direkt auf den Menschen übertragen lassen, weiß niemand.

"Frettchen sind keine Menschen", sagt Peter Palese, ein Influenza-Experte am Mount Sinai Medical Center in New York City, dem New Scientist. "H5N1 kursierte eine lange Zeit und mutierte währenddessen nicht in eine Form, in der es von Mensch zu Mensch übertragbar gewesen wäre."

Weitere Forscher kritisieren im Science Insider, dass das Vogelgrippevirus H5N1 keine Pandemie unter Menschen auslösen kann, weil sich das Virus in einem menschlichen Wirt nicht reproduzieren kann.

Andere Forscher halten es jedoch nicht für ausgeschlossen, dass sich das Virus an den Mensch anpassen könnte, indem es einen Zwischenwirt findet, der sowohl menschliche Viren als auch das Vogelgrippevirus beherbergen könnten. So ein Zwischenwirt könnten etwa ein Schwein sein.

Veröffentlichungsprozess

Wissenschaftliche Veröffentlichungen werden der Fachwelt und der Öffentlichkeit erst zugänglich, wenn sie in einem entsprechenden Fachmagazin veröffentlicht sind. Angedacht ist, dass die Forscher darin – neben den Ergebnissen – offenlegen, wie sie ihre Experimente durchgeführt haben – und zwar so detailliert, dass andere Forscher die Experimente wiederholen können.

Für eine Veröffentlichung müssen Wissenschaftler zunächst die Studie so verfassen, dass sie den Veröffentlichungsauflagen des jeweiligen Fachmagazins entspricht. Nach der Einreichung wird die Studie (anonymisiert) an andere Wissenschaftler weitergereicht, die Experten auf dem untersuchten Themengebiet sind. Sie sollen beurteilen, ob die Studie plausibel ist oder auszubessernde Mängel aufweist.

Erst wenn diese sogenannten Reviewer mit der Studie einverstanden sind, kann diese veröffentlicht werden.

Sowohl die Studie von Ron Fouchier als auch die von Yoshihiro Kawaoka wurden zur Veröffentlichung zugelassen, schreibt das Magazin Science Insider. Das amerikanischen Gremium für Biosicherheit (NSABB) hat die Ergebnisse begutachtet und empfiehlt, sie nicht in voller Länge zu veröffentlichen. Es erwägt nun außerdem ein Moratorium für ähnliche Fälle. Das NSABB wurde bisher in Einzelfällen von Wissenschaftlern oder Magazinen darum gebeten, Studien zu begutachten, die mögliche Interessenskonflikte beinhalten könnten.

Nein, zumindest sollte die Verbreitung brisanter Details strikt beschränkt werden. Wie wichtig – und richtig – solche heiklen Experimente aber grundsätzlich sind, zeigt eine alarmierende Erkenntnis der Forscher: Nur fünf Veränderungen in zwei Genen machten den Erreger zum ansteckenden Killer. Jede dieser Mutationen wurde bereits einzeln beobachtet. Es ist also nicht die Frage, ob, sondern wann sie zusammenfinden und ein gefährlicher Mutant die Menschheit bedroht. Noch immer ist ein blinder Experimentator der gefährlichste Biobastler: die Natur. Nur wer ihr Handwerk kennt, kann sich gegen ihre Geschöpfe schützen.

 
Leserkommentare
  1. ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

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    Das ist mir etwas zu platt und undifferenziert. Meiner Ansicht nach ist der beste Schutz gegen einen tödlichen Virus der, daß man ihn zunächst einmal ohne Zeitdruck möglichst genau untersuchen und unter kontrollierbaren Laborbedingungen nach einem Vakzine suchen kann. Die Frage ist, ob man denjenigen, die den Virus untersuchen wirklich vertrauen kann und ob man auch ernsthaft an der Suche nach einem Vakzine interessiert ist ...

    • Khef
    • 29.11.2011 um 17:24 Uhr

    Der Mensch wird sich irgendwann selbst zu grunde richten in seiner Wahnvorstellung, der könnte der Natur irgendetwas voraus haben oder sie beherrschen. Das wird niemals funktionieren!

    Das ist mir etwas zu platt und undifferenziert. Meiner Ansicht nach ist der beste Schutz gegen einen tödlichen Virus der, daß man ihn zunächst einmal ohne Zeitdruck möglichst genau untersuchen und unter kontrollierbaren Laborbedingungen nach einem Vakzine suchen kann. Die Frage ist, ob man denjenigen, die den Virus untersuchen wirklich vertrauen kann und ob man auch ernsthaft an der Suche nach einem Vakzine interessiert ist ...

    • Khef
    • 29.11.2011 um 17:24 Uhr

    Der Mensch wird sich irgendwann selbst zu grunde richten in seiner Wahnvorstellung, der könnte der Natur irgendetwas voraus haben oder sie beherrschen. Das wird niemals funktionieren!

  2. was mir an diesem Artikel ein wenig fehlt, ist Auskunft über den Zweck dieser Forschung, welche Ergebnisse man sich erhofft.

    Für einen kleinen Nachtrag seitens des Autoren wäre ich dankbar.

    Zum Thema selber: eine Risikoanalyse funktioniert nach einer ganz einfachen Rechnung: Wahrscheinlichkeit mal erwartetes Ergebnis.

    Die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs mag aufgrund der Sicherheitsvorkerungen recht gering sein (es sei denn, ein durchgedrehter Forscher infiziert sich selber), der potentielle Schaden dagegen ist gewaltiger als katasthrophal.
    Genaueres kann man da nicht sagen, da keiner die Sicherheitsvorkehrungen kennt. Eines aber ist klar: man hat einzelnen Menschen die Möglichkeit gegeben, mal eben im allerschlimmsten Falle 70% der Weltbevölkerung dahinzuraffen - dies sollte man nicht mit Verweis auf Chancen kritiklos befürworten (wie im Artikel), ohne genauestens darüber bescheid zu wissen, wie sicher die ganze Geschichte ist.

    4 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Lieber nilszbzb,

    wir haben in dem oben verlinkten Beitrag von gestern http://www.zeit.de/wissen... bereits erwähnt, welche Beweggründe die Forscher angetrieben haben.

    Es geht konkret darum, Mutationen, Anpassungs- und Verbreitungsfähigkeiten von Viren zu studieren.

    Dieses Wissen ist wertvoll, um sich einigermaßen gegen künftige Erreger wappnen zu können, die in der Natur entstehen.

    Grüße aus der Redaktion

    "Genaueres kann man da nicht sagen, da keiner die Sicherheitsvorkehrungen kennt."

    Die Uni Rotterdam (genauer: das Erasmus Medical Center) verfügt über ein Labor der Sicherheitsstufe S3, also eines in dem auch Tuberkulose, SARS, Antrax und das West Nil-Virus untersucht werden dürfen.

    Also verdammt hoch. Sollte man allerdings feststellen, dass das neue Virus auf einer Stufe mit Ebola steht, dann müsste man in ein S4-Labor wechseln.

    Redaktion

    Lieber nilszbzb,

    wir haben in dem oben verlinkten Beitrag von gestern http://www.zeit.de/wissen... bereits erwähnt, welche Beweggründe die Forscher angetrieben haben.

    Es geht konkret darum, Mutationen, Anpassungs- und Verbreitungsfähigkeiten von Viren zu studieren.

    Dieses Wissen ist wertvoll, um sich einigermaßen gegen künftige Erreger wappnen zu können, die in der Natur entstehen.

    Grüße aus der Redaktion

    "Genaueres kann man da nicht sagen, da keiner die Sicherheitsvorkehrungen kennt."

    Die Uni Rotterdam (genauer: das Erasmus Medical Center) verfügt über ein Labor der Sicherheitsstufe S3, also eines in dem auch Tuberkulose, SARS, Antrax und das West Nil-Virus untersucht werden dürfen.

    Also verdammt hoch. Sollte man allerdings feststellen, dass das neue Virus auf einer Stufe mit Ebola steht, dann müsste man in ein S4-Labor wechseln.

  3. Redaktion

    Lieber nilszbzb,

    wir haben in dem oben verlinkten Beitrag von gestern http://www.zeit.de/wissen... bereits erwähnt, welche Beweggründe die Forscher angetrieben haben.

    Es geht konkret darum, Mutationen, Anpassungs- und Verbreitungsfähigkeiten von Viren zu studieren.

    Dieses Wissen ist wertvoll, um sich einigermaßen gegen künftige Erreger wappnen zu können, die in der Natur entstehen.

    Grüße aus der Redaktion

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zweck des ganzen"
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    habe ich leider übersehen, besten Dank!

    Ist es heikel, aber richtig, neue Foltermethoden zu entwickeln, um potenzielle Folteropfer künftig besser behandeln zu können?

    Dass das durch die (Viren)Forschung gewonnene Wissen wertvoll ist, daran besteht kein Zweifel; es besteht aber sehr wohl Zweifel daran, ob es sinnvoll ist, derartige Experimente überhaupt durchzuführen.

    Dies liegt daran, dass wir gar nicht wissen können, ob in der Natur jemals ohne menschliches Zutun ein derart agressiver Virusstamm entstehen würde.

    Einen extrem infektiösen Erreger im Labor herzustellen, um sich dann besser vor ihm oder anderen ähnlich potentiell tödlichen Viren schützen zu können, ist meines Erachtens nach eine kaum haltbare Argumentation. Schlichtweg wegen dem unabschätzbaren Risiko.

    Analog könnten Sie beispielsweise argumentieren: Die USA oder die UdSSR hätten die Atombombe im Kalten Krieg gegen ihren jeweiligen Gegner präventiv einsetzen müssen, um das Schlimmste, nämlich den eigenen Untergang, zu verhindern. Oder: Der Typ dort an der Ecke sieht aus wie ein Mörder - ich habe folglich keine Wahl und muss ihn erschiessen, bevor er mich erschiesst.
    Eine derartige Argumentation ist unhaltbar, weil sie sich vor einem zukünftigen Ereignis schützen will, ohne aber zu wissen, ob dieses zukünftige Ereignis auch mit Sicherheit eintreffen wird.

    Im konkreten Fall wäre eine Risikoabschätzung vermutlich der bessere Weg gewesen. Wie wahrscheinlich ist es, dass die H5N1 und H1N1 zusammen einen hoch infektiösen tödlichen Virus formen? Versus: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein im Labor produziertes hoch infektiöses Virus nach Aussen dringt und unkontrollierbar wird?

    Ja...aber warum nach abgeschlossener Studie die Proben von solchen Monsterviren aufheben...?

    habe ich leider übersehen, besten Dank!

    Ist es heikel, aber richtig, neue Foltermethoden zu entwickeln, um potenzielle Folteropfer künftig besser behandeln zu können?

    Dass das durch die (Viren)Forschung gewonnene Wissen wertvoll ist, daran besteht kein Zweifel; es besteht aber sehr wohl Zweifel daran, ob es sinnvoll ist, derartige Experimente überhaupt durchzuführen.

    Dies liegt daran, dass wir gar nicht wissen können, ob in der Natur jemals ohne menschliches Zutun ein derart agressiver Virusstamm entstehen würde.

    Einen extrem infektiösen Erreger im Labor herzustellen, um sich dann besser vor ihm oder anderen ähnlich potentiell tödlichen Viren schützen zu können, ist meines Erachtens nach eine kaum haltbare Argumentation. Schlichtweg wegen dem unabschätzbaren Risiko.

    Analog könnten Sie beispielsweise argumentieren: Die USA oder die UdSSR hätten die Atombombe im Kalten Krieg gegen ihren jeweiligen Gegner präventiv einsetzen müssen, um das Schlimmste, nämlich den eigenen Untergang, zu verhindern. Oder: Der Typ dort an der Ecke sieht aus wie ein Mörder - ich habe folglich keine Wahl und muss ihn erschiessen, bevor er mich erschiesst.
    Eine derartige Argumentation ist unhaltbar, weil sie sich vor einem zukünftigen Ereignis schützen will, ohne aber zu wissen, ob dieses zukünftige Ereignis auch mit Sicherheit eintreffen wird.

    Im konkreten Fall wäre eine Risikoabschätzung vermutlich der bessere Weg gewesen. Wie wahrscheinlich ist es, dass die H5N1 und H1N1 zusammen einen hoch infektiösen tödlichen Virus formen? Versus: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein im Labor produziertes hoch infektiöses Virus nach Aussen dringt und unkontrollierbar wird?

    Ja...aber warum nach abgeschlossener Studie die Proben von solchen Monsterviren aufheben...?

  4. Das ist mir etwas zu platt und undifferenziert. Meiner Ansicht nach ist der beste Schutz gegen einen tödlichen Virus der, daß man ihn zunächst einmal ohne Zeitdruck möglichst genau untersuchen und unter kontrollierbaren Laborbedingungen nach einem Vakzine suchen kann. Die Frage ist, ob man denjenigen, die den Virus untersuchen wirklich vertrauen kann und ob man auch ernsthaft an der Suche nach einem Vakzine interessiert ist ...

    3 Leserempfehlungen
  5. Ein solcher Virus ist quasi die Atombombe unter den Biowaffen. Mit dem dazugehörigen Impfstoff läßt sich damit eine ungeheure militärische "Wirkung" aufbauen.
    Und wie wir alle wissen, ist auch die Atombombe am Menschen ausprobiert worden.

    15 Leserempfehlungen
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    • Morbox
    • 30.11.2011 um 13:13 Uhr

    Nur ein Wahnsinniger würde eine Waffe einsetzen, die eine genau so hohe Chance hat, die eigene Seite zu treffen wie die gegnerische. Militärs machen auch Kosten-Nutzen-Rechnungen und der Einsatz einer solchen "Waffe" ist, im Gegensatz zur Atombombe, nicht regional eingrenzbar. Setzte man so einen Virus frei würden zuerst die eigenen Feinde angesteckt, dann unbeteiligte Zivilbevölkerung, dann Unbeteiligte aus Drittländern, dann, über diesen Umweg, die eigene Zivilbevölkerung und dann das eigene Militär. In einem der noch besten Szenarien würden wahrscheinlich trotzdem Menschen aus anderen Ländern angesteckt. Zusammen mit dem Fakt, dass man jegliches Völkerrecht mit Füßen getreten hat und die eigene Schuld leicht zurückverfolgbar sein dürfte würde man ziemlich schnell in einem Krieg alle gegen einen untergehen. Ein anderer ziemlich wahrscheinlicher Fall wäre aber, dass bei der Verbreitung eigene Kräfte infiziert werden. Wenn dann was Dummes passiert hat man international gleich zwei Infektionsherde, von denen der eine das eigene Land ist. Kurzum: Eine Biowaffe auf Basis eines Grippevirus ist vollkommener Unfug!

    • Morbox
    • 30.11.2011 um 13:13 Uhr

    Nur ein Wahnsinniger würde eine Waffe einsetzen, die eine genau so hohe Chance hat, die eigene Seite zu treffen wie die gegnerische. Militärs machen auch Kosten-Nutzen-Rechnungen und der Einsatz einer solchen "Waffe" ist, im Gegensatz zur Atombombe, nicht regional eingrenzbar. Setzte man so einen Virus frei würden zuerst die eigenen Feinde angesteckt, dann unbeteiligte Zivilbevölkerung, dann Unbeteiligte aus Drittländern, dann, über diesen Umweg, die eigene Zivilbevölkerung und dann das eigene Militär. In einem der noch besten Szenarien würden wahrscheinlich trotzdem Menschen aus anderen Ländern angesteckt. Zusammen mit dem Fakt, dass man jegliches Völkerrecht mit Füßen getreten hat und die eigene Schuld leicht zurückverfolgbar sein dürfte würde man ziemlich schnell in einem Krieg alle gegen einen untergehen. Ein anderer ziemlich wahrscheinlicher Fall wäre aber, dass bei der Verbreitung eigene Kräfte infiziert werden. Wenn dann was Dummes passiert hat man international gleich zwei Infektionsherde, von denen der eine das eigene Land ist. Kurzum: Eine Biowaffe auf Basis eines Grippevirus ist vollkommener Unfug!

  6. habe ich leider übersehen, besten Dank!

  7. Ist es heikel, aber richtig, neue Foltermethoden zu entwickeln, um potenzielle Folteropfer künftig besser behandeln zu können?

    7 Leserempfehlungen
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    • ruphus
    • 29.11.2011 um 15:54 Uhr

    da hab ich in beiden Beiträgen von 'Die Zeit' wohl überlesen, dass die Viren am Menschen getestet worden sind. Kann ja mal vorkommen. Ein Hinweis auf die Textstelle wäre erfreulich.

    @Klausabc
    (leider kann man nicht zwei verschiedene Beiträge auf einmal kommentieren!!!)

    Bin selber Laie, was Virenforschung angeht, wie Sie vermutlich auch. Schön zu wissen, dass man sich dennoch eine komplett konträre Meinung inklusive über Jahre angehäuftes Viren-Wissen aus den Fingern saugen kann.
    Wer weis, welches Mittelchen Ihnen nicht zugänglich wäre, hätten Wissenschaftler sei eh und je so gedacht.

    Gruß

    • ruphus
    • 29.11.2011 um 15:54 Uhr

    da hab ich in beiden Beiträgen von 'Die Zeit' wohl überlesen, dass die Viren am Menschen getestet worden sind. Kann ja mal vorkommen. Ein Hinweis auf die Textstelle wäre erfreulich.

    @Klausabc
    (leider kann man nicht zwei verschiedene Beiträge auf einmal kommentieren!!!)

    Bin selber Laie, was Virenforschung angeht, wie Sie vermutlich auch. Schön zu wissen, dass man sich dennoch eine komplett konträre Meinung inklusive über Jahre angehäuftes Viren-Wissen aus den Fingern saugen kann.
    Wer weis, welches Mittelchen Ihnen nicht zugänglich wäre, hätten Wissenschaftler sei eh und je so gedacht.

    Gruß

    • yato
    • 29.11.2011 um 15:32 Uhr

    ...oder nach mathematischer Wahrscheinlichkeit nur alle zigtausend Jahre vorkommend...

    ...bis Tschernobyl und Fukushima gezeigt haben, das der AKW GAU etwa alle 25 Jahre passiert.

    Neben 10000 Atomwaffen haben wir nun also eine neue konkrete biologische Massenvernichtungswaffe für die ganze Menschheit.

    Europas Forscher dürfen Stolz sein... Anscheinend ist nicht nur der norwegische Killer Breivik reif für die Anstalt, sondern unser ganzes System, das ihre Wissenschaft darauf ansetzt herauszufinden was uns alle killen kann (anstatt herauszufinden wie wir echten Frieden untereinander erreichen können).

    Murphys Gesetz lautet: Was schiefgehen kann, wird schiefgehen...

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