Weltaidstag Mehr HIV-Infizierte in Osteuropa
Während einige afrikanische Länder im Kampf gegen Aids Fortschritte machen, nimmt die Zahl der Infizierten in der Russischen Föderation und der Ukraine zu.
Für grundlosen Optimismus und auffallende Blauäugigkeit ist UNAIDS eigentlich nicht bekannt. Pünktlich zum 1. Dezember, dem Weltaidstag, versorgt dieses Programm der Vereinten Nationen die Weltöffentlichkeit seit Jahren mit alarmierenden Zahlen, was die Verbreitung des Human Immunodeficiency Virus (HIV) und der Immunschwäche-Krankheit Aids betrifft. In ihrem diesjährigen Report entwirft die Organisation allerdings die "Vision einer Welt ohne Neuinfektionen, ohne Diskriminierung und ohne HIV-Todesfälle". Eine Illusion?
Tatsächlich sind wir diesen ehrgeizigen Zielen nähergekommen, wenn auch nur ein kleines Stück: Zwischen 1997 und 2010 ist die Zahl der jährlichen Neuinfektionen um 21 Prozent gesunken. Andererseits gab es im vergangenen Jahr 2,7 Millionen neu entdeckte Fälle, darunter 390.000 Infektionen von Kindern.
Was hilft gegen die Verbreitung des heimtückischen Virus? Zuerst sind es bekanntermaßen Änderungen des Verhaltens. Kondome können die Übertragung mit 80- bis 90-prozentiger Sicherheit verhindern. Studien aus Kenia, Südafrika und Uganda geben jetzt aber auch Hinweise darauf, dass die Beschneidung der Vorhaut des Penis eine Schutzfunktion haben könnte, und zwar zunächst für die Männer selbst, die sich dem Eingriff unterzogen haben: Ihr Risiko, sich bei einer Frau anzustecken, sank danach um 60 Prozent. Damit sinkt auch die Ansteckungsgefahr für andere Frauen, mit denen diese Männer sexuelle Beziehungen eingehen. In Afrika, wo die Seuche seit Jahren immer "weiblicher" wird, ist das ein großes Thema. Im kleinen südostafrikanischen Staat Malawi sind unter den 15- bis 24-Jährigen heute viermal so viele Frauen infiziert wie Männer.
Wo die Übertragung auf Ungeborene verhindert werden kann, sinkt die Aidsrate
Kein Wunder also, dass ein auffälliger Rückgang der Neuinfektionen in denjenigen ärmeren Ländern zu verzeichnen ist, in denen HIV-infizierte Schwangere besonders betreut werden: In denen sie in Kliniken entbinden können und für sich und das Baby eine Therapie bekommen. Solche optimalen Vorbereitungen für den Start ins neue Leben können aber nur getroffen werden, wenn den Frauen ihre Infektion bekannt ist. In Kenia wissen das laut UNAIDS nur 16 Prozent der betroffenen Erwachsenen. Zwar sind die Tests inzwischen einfacher und billiger geworden, doch Angst vor Stigmatisierung oder schlicht mangelnde Aufklärung stehen der Klarheit vielfach entgegen.
Das beste Argument für die Tests ist die Chance, mit einer Behandlung das eigene Leben und das der Kinder zu retten. Wenn in Malawi heute nicht mehr 104 von 1.000 Babys sterben wie noch im Jahr 2000, sondern "nur" noch 66, so hat – neben Impfungen – die umsichtige HIV-Prophylaxe und Behandlung einen entscheidenden Anteil am Erfolg.
Immerhin wird inzwischen in den ärmeren und ärmsten Ländern der Erde fast die Hälfte der Infizierten behandelt. Laut UNAIDS sind das 6,6 Millionen Menschen. Es ist also logisch und eine teilweise gute Nachricht, dass Jahr für Jahr mehr Menschen auf dieser Erde mit dem Virus leben. 34 Millionen waren es Ende 2010, 17 Prozent mehr als im Jahr 2001.
68 Prozent der Infizierten leben in afrikanischen Ländern südlich der Sahara, obwohl deren Bürger nur zwölf Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Besorgnis erregend ist der steile Anstieg der Infektionsraten in der Russischen Föderation und der Ukraine, wo es zudem auch immer mehr Aidstote gibt. Zum Todesurteil wird HIV dabei oft über eine unbehandelte Tuberkulose.
Alle Daten der UNAIDS finden Sie in diesem Google Spreadsheet.
- Datum 01.12.2011 - 11:46 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle Tagesspiegel
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




HIV ist ein zunehmendes Problem in Osteuropa. Vorwiegend durch soziokulturelle und religiöse Stigmatisierung, sowie Politiker, die daraus Profit schlagen.
Zusätzlich wollen öffentliche Stellen das Problem nicht wahrhaben und unternehmen folglich auch nichts um Betroffene zu unterstützen oder die Übertragungsrate zu vermindern.
HIV-positive sind eine Randgruppe. In diesem Kulturkreis bringt es leider immer noch politischen Profit, Randgruppen zu schikanieren (statt sie zu unterstützen).
unterschiedlich in den ländern ausgelegt wird. ein hiv positiver in der ukraine kann hiv negativ sein in england.
hiv positiv ist man, wenn man ein gewisses kriterium an verschiedenen krankheiten erfüllt. die leute sterben ja auch nicht am hi virus sondern zb. an einer lungenentzündung.
die frage ist auch nicht, wie die pharma uns weis machen möchte, das hi virus zu bekämpfen, sondern heraus zu finden warum der patient eine immunschwäche hat. und die sitzt meist im kopf
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren