NeurologieInternetsucht zeigt sich im Hirn

Im Gehirn von Menschen, die nicht mehr kontrollieren können, wie lange sie online bleiben, fanden Forscher ähnliche Veränderungen wie bei Drogenabhängigen.

Das Gehirn Internetsüchtiger zeigt ähnliche Auffälligkeiten wie das Drogenabhängiger. Das haben chinesische Forscher mit bildgebenden Verfahren gezeigt und im Magazin Plos One veröffentlicht. Ein Team aus Psychiatern, Radiologen und Magnetresonanz-Spezialisten hatte die Gehirne 35 Jugendlicher zwischen 14 und 21 Jahren untersucht.

17 von ihnen waren davor als internetsüchtig eingestuft worden. Dafür wurden sie unter anderem gefragt, ob sie wiederholt erfolglos versucht haben, ihren Internetkonsum zu reduzieren. Ein wichtiges Anzeichen dieser Form der Abhängigkeit ist, dass Betroffene keine Kontrolle über ihren Internetkonsum haben und länger online bleiben, als sie wollen. Oft werden ihr Schlafverhalten, ihr Sozialleben und ihre Leistungen in Schule oder Beruf davon beeinträchtigt.

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Die Aufnahmen offenbarten einige Besonderheiten in den Gehirnen der Internetsüchtigen: Die weiße Substanz, also der Teil des Gehirns, der Nervenfasern enthält, zeigte Spalten und Risse. Dadurch werden Hirnregionen unterbrochen, die nötig dafür sind, Emotionen zu empfinden, Entscheidungen zu treffen und das eigene Verhalten zu kontrollieren.

Ähnliche Veränderungen wurden in mehreren Studien für Menschen nachgewiesen, die von Substanzen wie Alkohol, Marihuana oder Kokain abhängig sind. Die Wissenschaftler schreiben in ihrer Studie: "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass Internetsucht psychologische und neuronale Mechanismen mit anderen Arten der Sucht gemeinsam hat."

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Leserkommentare
  1. ... es ist offensichtlich welch gravierende Schäden Intersucht anrichten kann - ähnlich wie bei illegalen Drogen.
    Illegale Drogen sind Ihres Suchtpotenzial und den organischen Veränderungen im Gehirn wegen verboten, wieso wird das mit dem Internetkonsum nicht gleichgetan? Es ist gibt offensichtlich Menschen die sich dadurch zerstören und nicht mehr ein Teil einer funktionierenden Gesellschaft sind. Wie lange können wir als Gesellschaft solche 'Zombies' durchfüttern? Wie können wir es als aufgeklärte und verantwortungsbewusste Nation tolerieren, dass es etwas gibt, was Menschen in den Abgrund geraten lässt? Studien haben ergeben, dass der durchschnittliche Internetkonsum bei etwa 120 Minuten liegt. Das ist der Durchschnitt! Das heißt die Hälfte liegt darüber - und das wahrschienlich deutlich. Ab wann wollen wir von Sucht reden? Meiner Meinung nach ist täglich zwei Stunden schon eine Form von Sucht.
    Den Internetkonsum zu verbieten wäre wahrscheinlich zu utopisch - aber der Staat kann doch alles daran setzen ihn einzuschränken. Wieso übernehmen wir nicht erfolgreiche Internetregulierungskonzepte, welche vorsehen, dass jeder nur noch 1 1/2 Stunden surfen darf. Heute gibt es genügend Möglichkeiten Daten digital abzuspeichern - also kann man doch gezielt das Internet nutzen die Daten zu sammeln die man braucht uind unbekümmert wieder offline gehen. Dann würde es keine Sucht bei Menschen geben und damit keine Menschen die unnötigerweise auf unseren Taschen liegen.

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    • moppelg
    • 13. Januar 2012 18:29 Uhr

    Internet heißt heutzutage sowas wie telefonieren (soziale Netzwerke), Zeitung lesen (Zeit.de, Blogs, Foren), Musik hören und shoppen. Sprich je mehr das Internet bietet, umso mehr Zeit kann man damit verbringen. Aber klar kann man alles übertreiben.
    Ich sehe den interaktiven Austausch im Internet weniger kritisch als die knapp 3h Durschnitt Fernseh schauen die jeder Deutsche pro Tag anscheinend auf die Uhr bekommt.

    Festplatten oder Wechseldatenträger ?

    Aber den mobilen Internetberater wie den Ernährungsberater, den werden die Universitäten schon an die Psychologie delegieren, keine Sorge. Mein Spruch : Psyche ist immer
    Und ergänzend : Wieso nicht für Internetnutzer ?

    Ich hätte auch eine tolle Idee, für allerdings nicht all zu viele die dieses Berufsbild lieber hätten. "Begleitender Printberater" Die gibt es dann nur an Flughäfen und meist größeren Bahnhöfen, wo es sowas wie internationale Presse zu lesen gibt. Also einen der mit in den Laden geht und aussucht was man so lesen sollen will, vielleicht auch die Seiten markiert, oder die, die man lieber nicht sehen soll, gleich vorsorglich entfernt.

    • yhamm
    • 13. Januar 2012 19:11 Uhr

    ... es ist offensichtlich welch gravierende Schäden Intersucht anrichten kann - ähnlich wie bei illegalen Drogen.

    Die Schäden sind zumindest größer und auch gefährlicher. Im Auto sitzt der Durchschnittsdeutsche zudem auch einige Zeit pro Tag.

    Den Straßenverkehr zu verbieten wäre wahrscheinlich zu utopisch - aber der Staat kann doch alles daran setzen ihn einzuschränken. Schränkt nebenbei auch die Emission von Treibhausgasen ein und ist gesünder, wenn alle mit dem Fahrrad fahren.
    Jeder darf nur noch max 10 km pro Tag fahren. Wie wärs damit?Wieso übernehmen wir nicht erfolgreiche Internetregulierungskonzepte, welche vorsehen, dass jeder nur noch 1 1/2 Stunden surfen darf. Autobahnen werden dank TollCollect doch ohnehin schon überwacht - somit sollte so eine Einschränkung gut durchsetzbar sein. Dann würde es kaum noch Verkehrstote geben.

    Achtung: Sinn dieses Kommentars ist ungefähr so hoch einzuschätzen wie desjenigen, auf den geantwortet wurde.

    • Formel
    • 13. Januar 2012 19:45 Uhr

    6. Zurück in die Steinzeit.

    Der Punkt ist: Das Internet macht einfach viel zu viele "Kulturtechniken" obsolet als dass es sinnvoll wäre seine Nutzung in irgendeiner Weise zu beschränken.

    Vllt sollte man die Nutzung von Zahnrädern und fließendem Wasser auch stundenweise begrenzen? Das kann ja nicht gut sein, wenn alles so einfach geht.

    Die Kollision mit dem Grundrecht der Informationsfreiheit müsste an dieser Stelle eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden. Sicherheitshalber habe ich das jetzt trotzdem noch erledigt.

    ueberhaupt? Bin ich "im Internet", wenn ich am Schreibtisch sitze, lese, und skype eingeschaltet habe, weil ich auf einen Anruf einer Freundin warte? Bin ich "im Internet", wenn ich mir einen youtube clip anschaue, wie ich meinen Spuelkasten reparieren kann - oder wenn ich mir zum Kochen ein Rezept anschaue? Falls ja, dann bedeutet "im Internet sein" auch nicht mehr als gerade wach zu sein, und sich in einem Haus aufzuhalten. Insofern sind wir vermutlich auch alle "haussuechtig", weil wir uns taeglich 20-22 Stunden in geschlossenen Raeumen aufhalten.

    • moppelg
    • 13. Januar 2012 18:29 Uhr

    Internet heißt heutzutage sowas wie telefonieren (soziale Netzwerke), Zeitung lesen (Zeit.de, Blogs, Foren), Musik hören und shoppen. Sprich je mehr das Internet bietet, umso mehr Zeit kann man damit verbringen. Aber klar kann man alles übertreiben.
    Ich sehe den interaktiven Austausch im Internet weniger kritisch als die knapp 3h Durschnitt Fernseh schauen die jeder Deutsche pro Tag anscheinend auf die Uhr bekommt.

  2. Festplatten oder Wechseldatenträger ?

    Aber den mobilen Internetberater wie den Ernährungsberater, den werden die Universitäten schon an die Psychologie delegieren, keine Sorge. Mein Spruch : Psyche ist immer
    Und ergänzend : Wieso nicht für Internetnutzer ?

    Ich hätte auch eine tolle Idee, für allerdings nicht all zu viele die dieses Berufsbild lieber hätten. "Begleitender Printberater" Die gibt es dann nur an Flughäfen und meist größeren Bahnhöfen, wo es sowas wie internationale Presse zu lesen gibt. Also einen der mit in den Laden geht und aussucht was man so lesen sollen will, vielleicht auch die Seiten markiert, oder die, die man lieber nicht sehen soll, gleich vorsorglich entfernt.

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    • Formel
    • 13. Januar 2012 19:45 Uhr

    Der Punkt ist: Das Internet macht einfach viel zu viele "Kulturtechniken" obsolet als dass es sinnvoll wäre seine Nutzung in irgendeiner Weise zu beschränken.

    Vllt sollte man die Nutzung von Zahnrädern und fließendem Wasser auch stundenweise begrenzen? Das kann ja nicht gut sein, wenn alles so einfach geht.

    Die Kollision mit dem Grundrecht der Informationsfreiheit müsste an dieser Stelle eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden. Sicherheitshalber habe ich das jetzt trotzdem noch erledigt.

    • ohno
    • 13. Januar 2012 18:52 Uhr

    Das sind sicher alles die Leute, die früher lesesüchtig gewesen sind.

    Oder gar immer diesen Rockenroll, oder wie das heißt, hören müssen.

    Internetsüchtig, my ass. Bald wird die Atemsucht untersucht - Leute, die viel zu viel Luft holen.

    • yhamm
    • 13. Januar 2012 19:11 Uhr

    ... es ist offensichtlich welch gravierende Schäden Intersucht anrichten kann - ähnlich wie bei illegalen Drogen.

    Die Schäden sind zumindest größer und auch gefährlicher. Im Auto sitzt der Durchschnittsdeutsche zudem auch einige Zeit pro Tag.

    Den Straßenverkehr zu verbieten wäre wahrscheinlich zu utopisch - aber der Staat kann doch alles daran setzen ihn einzuschränken. Schränkt nebenbei auch die Emission von Treibhausgasen ein und ist gesünder, wenn alle mit dem Fahrrad fahren.
    Jeder darf nur noch max 10 km pro Tag fahren. Wie wärs damit?Wieso übernehmen wir nicht erfolgreiche Internetregulierungskonzepte, welche vorsehen, dass jeder nur noch 1 1/2 Stunden surfen darf. Autobahnen werden dank TollCollect doch ohnehin schon überwacht - somit sollte so eine Einschränkung gut durchsetzbar sein. Dann würde es kaum noch Verkehrstote geben.

    Achtung: Sinn dieses Kommentars ist ungefähr so hoch einzuschätzen wie desjenigen, auf den geantwortet wurde.

    • Formel
    • 13. Januar 2012 19:45 Uhr

    Der Punkt ist: Das Internet macht einfach viel zu viele "Kulturtechniken" obsolet als dass es sinnvoll wäre seine Nutzung in irgendeiner Weise zu beschränken.

    Vllt sollte man die Nutzung von Zahnrädern und fließendem Wasser auch stundenweise begrenzen? Das kann ja nicht gut sein, wenn alles so einfach geht.

    Die Kollision mit dem Grundrecht der Informationsfreiheit müsste an dieser Stelle eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden. Sicherheitshalber habe ich das jetzt trotzdem noch erledigt.

    Antwort auf "Was verkaufen Sie ?"
    • Formel
    • 13. Januar 2012 19:45 Uhr

    6. Zurück in die Steinzeit.

    Der Punkt ist: Das Internet macht einfach viel zu viele "Kulturtechniken" obsolet als dass es sinnvoll wäre seine Nutzung in irgendeiner Weise zu beschränken.

    Vllt sollte man die Nutzung von Zahnrädern und fließendem Wasser auch stundenweise begrenzen? Das kann ja nicht gut sein, wenn alles so einfach geht.

    Die Kollision mit dem Grundrecht der Informationsfreiheit müsste an dieser Stelle eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden. Sicherheitshalber habe ich das jetzt trotzdem noch erledigt.

  3. hab ich wieder was überlesen oder geben die nicht an wie viele potentielle Teilnehmer sie exkludiert haben je Gruppe und Kontrollgruppe? Mich würde nämlich gerade die Häufigkeit des gemeinsamen Auftretens der vermeintlichen 'Internetsuch' (keine ICD-Diagnose!) und einiger der Ausschlusskriterien interessieren. Das würde nämlich zumindest einen Hinweis geben wo hier Ursache und Wirkung sind.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Alkohol | Emotion | Gehirn | Internetsucht | Jugendliche | Kokain
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