Statistik Kunstfehler: Ärzte machen mehr tödliche Fehler
Hygienemängel, schlecht vernähte Wunden, versehentliche Skalpell-Schnitte: Die Bundesregierung meldet einen Anstieg der Todesfälle nach Ärztefehlern.
Die Zahl der Menschen, die in Deutschland durch Ärztefehler oder mangelhafte Medizinprodukte gestorben sind, ist innerhalb eines Jahres um 35 Prozent angestiegen. Im Jahr 2010 gab es 1.712 Todesfälle, 2009 waren es noch 1.272. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.
Das Ministerium wies darauf hin, dass nicht jeder Todesfall auf einen Behandlungsfehler zurückzuführen sei. "Die Statistik erfasst zum Beispiel auch Patienten, die bei einer Operation an einem Blutgerinnsel gestorben sind", sagte eine Ministeriumssprecherin. Zudem seien etwa Operationen an besonders alten Patienten sehr risikoreich, würden aber dennoch gleichermaßen in der Studie aufgelistet.
Ähnlich argumentiert die Bundesärztekammer. Es würden etwa auch Abstoßungsreaktionen bei Transplantationen mitgezählt, sagte Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer. Dabei sei das eine häufige Komplikation, auf die Patienten vor einer Operation hingewiesen werden. Zudem seien Hygienemängel meist kein Arztfehler, sondern ein Systemfehler.
"Nur die Spitze des Eisbergs"
Nach Einschätzung der Grünen-Politikerin Maria Klein-Schmeink liegt der deutliche Anstieg der Fallzahlen vor allem daran, dass sich in Krankenhäusern und Arztpraxen die Fehlermeldungskultur verbessert hat. "Doch die Zahlen sind nur die Spitze des Eisberges, es gibt eine deutliche höhere Dunkelziffer", sagte die Patientenrechtssprecherin der Grünen-Fraktion. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit schätzt, dass jährlich etwa 17.000 Patienten durch ärztliche Behandlungsfehler sterben.
Als Konsequenz fordert Klein-Schmeink, das Meldesystem für Behandlungsfehler zu ändern. Bei den Zahlen der Bundesregierung handele es sich nur um die Fälle, bei denen die Klinik einen Fehler zugegeben habe. "Das reicht nicht, wir brauchen ein Monitoring der Ärztefehler durch eine unabhängige Stelle."
Zudem brauche es gesetzliche Vorgaben dafür, dass jedes Krankenhaus ein Risiko- und Fehlermanagement betreiben müsse, forderte die Grünen-Politikerin. "Nur wenn sich Ärzte mit ihren Fehlern auseinandersetzen müssen, können sie diese abstellen."
Aus der Statistik des Gesundheitsministeriums geht hervor, dass vor allem die Zahl der Todesfälle nach Ärztefehlern deutlich angestiegen ist: von 551 im Jahr 2009 auf 944 im Jahr 2010. Mangelnde Desinfektion war dabei mit 410 Sterbefällen der häufigste Fehler der Mediziner.
Abstoßungsreaktionen bei Transplantationen (171 Fälle), Komplikationen bei der Implantation eines künstlichen Gerätes (121) und schlecht vernähte Operationswunden (61) waren weitere Todesursachen. In der Liste der Sterbegründe werden zudem fehlerhafte Bypass-Operationen und Transplantationen, versehentliche Schnitte bei Operationen und Endoskopie-Fehler genannt.





Viele Fehler passieren, weil nicht der Patient sondern der schnöde Mammon im Vordergrund stehen und deshalb am Personal und an der Hygiene gespart wird. Es wird, wie fast überall, immer an verkehrter Stelle gespart.
...regiert Geld. Darin liegt auch der Fehler des hiesigen Systems. Es ist kaum möglich einen Arzt hier erfolgreich zu verklagen und die Summen, die man hier an Entschädigung erhält, sind lachhaft. So ist zu wenig druck auf Ärzte Fehler zu vermeiden.
Ich möchte nicht in der Haut eines Arztes stecken, dessen Fehler ein Menschenleben kostet. Ich möchte auch nicht in der Haut eines Arztes stecken, der täglich 9h arbeitet - zusätzlich zu den wöchentlichen 24h-Diensten.... Die Ärzte bekommen das alles gut bezahlt - besser wäre es aber einfach mehr Ärzte anzustellen.
...regiert Geld. Darin liegt auch der Fehler des hiesigen Systems. Es ist kaum möglich einen Arzt hier erfolgreich zu verklagen und die Summen, die man hier an Entschädigung erhält, sind lachhaft. So ist zu wenig druck auf Ärzte Fehler zu vermeiden.
Ich möchte nicht in der Haut eines Arztes stecken, dessen Fehler ein Menschenleben kostet. Ich möchte auch nicht in der Haut eines Arztes stecken, der täglich 9h arbeitet - zusätzlich zu den wöchentlichen 24h-Diensten.... Die Ärzte bekommen das alles gut bezahlt - besser wäre es aber einfach mehr Ärzte anzustellen.
Man sollte einmal überlegen, welche Rolle die Arbeitszeiten von Klinik-Ärzten bei sogenannten "Kunstfehlern" spielen. Ärzte sind Menschen und keine Götter in Weiß. Und dass die Arbeitsbedingungen in den Kliniken unter aller Sau sind, ist hinlänglich bekannt.
Und bevor jetzt der Hinweis kommt, Ärzte würden doch sehr gut verdienen, möchte ich einmal darauf hinweisen, dass das beste und höchste Gehalt nichts nützt, wenn man Dienste über 48, teilweise sogar über 72 Stunden schieben muss. Wenn der Akku alle ist, läuft der beste Motor nicht mehr. So einfach ist das.
...wenn der Chirurg schon 15 Stunden gearbeitet hat.
Es ist eigentlich ein Wunder das da nicht mehr schief geht.
"Mangelnde Desinfektion war dabei mit 410 Sterbefällen der häufigste Fehler der Mediziner."
Dazu passt der Kommentar im Zusammenhang mit dem sogenannten „Semmelweis-Reflex“ auch.
Ignaz Semmelweis versuchte seinerzeit gefährliche Irrtümer über das Kindbettfieber aufzuklären. Die behandelnden Ärzte sollten sich die Hände reinigen. Er scheiterte und verzweifelte an seinen Kollegen und dem vorherrschendem „Mainstream“. Jahrzehnte nach seinem Tode wurde er dann „Retter der Mütter“ genannt.
Ein Beispiel, wie uns auch heute noch, einmal aufgenommenes und vertieftes "Wissen" davon abhält, etwas genauer hinzusehen.
http://meykosoft.jimdo.co...
Leider war die in Kommentar 4 (Bitte Händewaschen...)angegebene Linkadresse nicht vollständig. Sorry. Hier also nocheinmal:
http://meykosoft.jimdo.co...
Leider war die in Kommentar 4 (Bitte Händewaschen...)angegebene Linkadresse nicht vollständig. Sorry. Hier also nocheinmal:
http://meykosoft.jimdo.co...
Mangelde Hygiene in Krankenhaeusern und damit auftretende MRSA Todesfaelle,
falsche Behandlung durch Medikamente und deren Folgewirkungen,
ueberlastete Aerzte und Pflegepersonal,
Kassen die auf Geld sitzen und nicht an die Patienten weiterleiten,
es ist nur die Spitze des Eisberges und es sind sicherlich viel mehr Todesfaelle als aufgefuehrt!!
Das passt doch in die Meldung, dass die Kassen wieder Milliarden Gewinne machen.
Es wird gespart, koste es was es wolle. Hat man mal errechnet, was die Einsparung im Bereich der oberen Verwaltung von hunderten von Krankenkassen bringen wuerde.
Ich habe Doktoren erlebt die regulaer von Freitag morgen bis Montag nachmittag im Krankenhaus verbracht haben, natuerlich auch dort geschlafen haben aber unter welchen Bedingungen???
Die Krankenhaeuser sind auch gezwungen guenstigere Kraefte aus Osteuropa einzukaufen (Sprachprobleme koennen auch vorkommen) und unsere Aerzte wandern dahin ab wo die Bedingugen geordnet sind und vielleicht auch besser gezahlt wird.
Willkommen im kompetenzfreien Diskurs. Abstossungsreaktion bei Transplantationen, Blutgerinnsel und "schlecht vernähte Operationswunden" in den Ärztepfuschpott - der Agenturpraktikant rührts kräftig durch und "Qualitätsmedien" drucken es ab.
Das soll sicherlich nicht heissen, dass es keine Opfer von Kunstfehlern gibt, es existiert LEIDER keine wissenschaftlich erhobene Statistik. Stattdessen irgendwelche Schätzungen durch politische Hinterbänkler. Dabei ist das Themea wirklich zu ernst als dass ein Sammelsurium aus Komplikationen, Infektionen und tatsächlichen Kunstfehlern zu Zahlenangaben zusammen gesponnen werden.
Wieviel Hirntote entstehen eigentlich durch Trashmedienkonsum???
Genau das habe ich mir auch gedacht...
Zustimmung zu der von Ihnen geäußerten Kritik.
Genau das habe ich mir auch gedacht...
Zustimmung zu der von Ihnen geäußerten Kritik.
dafür verantwortlich zu machen, dass AUCH im Gesundheitsbereich seit Jahren eine massive Umverteilung und Privatisierung, verbunden mit schlechten Arbeitsbedingungen stattfindet, ist mehr als unbillig. Wir alle zahlen große Teile unserer Gehälter um die Taschen weniger Aktionäre und Teilhaber zu füllen. Uns, als Patienten, als Kranke, als Angehörige, kommt das alles schon lange nicht mehr zu Gute.
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