Krankenhaus-Hygiene: Behörden schließen Frühchenstation nach Todesfällen
Die Gesundheitssenatorin zieht Konsequenzen aus dem Tod frühgeborener Babys in einer Bremer Klinik: Der Geschäftsführer ist freigestellt, die Station muss schließen.
Im Klinikum Bremen-Mitte sind in der Nacht zum Mittwoch zwei Frühchen an Blutvergiftung gestorben. Das teilte die Sprecherin der Gesundheitsbehörde, Karla Götz, mit. Ob ein Zusammenhang mit den erneut aufgetretenen resistenten Keimen besteht, war zunächst nicht klar.
Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hat die Schließung der Station angekündigt. "Die Station wird geschlossen", sagte sie bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Mittwoch. Zuvor hatte sie den Geschäftsführer des betroffenen Klinikums, Diethelm Hansen, vorläufig von seinen Aufgaben freigestellt.
Ende vergangener Woche waren erneut multiresistente Darmkeime bei drei Frühchen auf der Station nachgewiesen worden. Im vergangenen Jahr waren bereits drei Neugeborene an Infektionen mit den Bakterien gestorben und mehrere schwer erkrankt. Die Neugeborenen-Intensivstation der Klinik war daraufhin vorübergehend geschlossen, desinfiziert und umgebaut worden.
Wieder ESBL-Keime
Laut einer Pressemitteilung des Klinikverbunds Gesundheit Nord haben die Keime "mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit" den gleichen Stamm wie die Keimbefunde aus dem vergangenen Jahr. Es handelt sich dabei um ESBL-Klebsiellen, die einer Reihe von Antibiotika trotzen. Die Abkürzung ESBL steht für Extended Spectrum β-Lactamasen. Bei ihnen handelt es sich nicht um die Krankheitserreger selbst, sondern um spezielle Enzyme verschiedener Bakterien. Diese Eiweiße können bestimmte Antibiotika unschädlich machen.
Wie die Bakterien wieder auf die Station gelangen konnten, sei bisher unklar. Nähere Erkenntnisse erhofft sich das Klinikum demnach von Umgebungsuntersuchungen und Untersuchungen der Mitarbeiter.
Nach dem erneuten Nachweis des Keims hatte Sozialsenatorin Jürgens-Pieper am Freitag einen Aufnahmestopp für Hochrisikoschwangere und Frühgeborene verhängt. Die Verlegung der Station an ein anderes Krankenhaus wird geprüft.






Mann muss sich schon als Volk entscheiden, wofür man sein Geld ausgeben möchte.
Für Krieg, Banken, Büroktratie, Förderung der Wirtschaft durch Subentionen oder eben für die Verbesserung an den Krankenhäusern
Ach ich vergass: Krankenschwestern und Krankenhausärze sind vom Naturell ja eher Altruisten, die zwar gerne bezahlt werden, aber um die Wichtigkeit ihrer Arbeit wissen und dann eben trotz schlechter Bezahlung und Überarbeitung arbeiten gehen. Da haben sie halt einen schlechten Stand in unserer Gesellschaft damit.
Studenten beispielsweise schaffen es immer sofort trotz "enormen Leistungsdruck" ganz schnell für Wochen auf die Strasse zu gehen, wenn der Staat ihre Subventionen kürzen will.
dabei hat noch nicht einmal ein jedes Krankenhaus einen Hygienebeauftragten, das Personal hat seine Kenntnisse meistens zuletzt vor Jahren während der eigenen Ausbildung erworben.
Jetzt könnte man Fachleute einstellen, jetzt könnten und müssten (!) Kurse für Personal organisiert werden.
Dieses Land blamiert sich wiederholt vor ganz Europa. Man sollte sich diesbezüglich an Holland Beispiel nehmen.
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