Krankenzimmer der Frühchenstation im Klinikum Mitte in Bremen (Archivbild) © Carmen Jaspersen/dpa/lni

Der im vergangenen Jahr für den Tod mehrerer Frühchen verantwortliche Keim im Klinikum Bremen-Mitte ist erneut aufgetreten. Das bestätigte ein Test. Ein spezialisiertes Labor habe das Untersuchungsergebnis jetzt übermittelt, sagte die Sprecherin des Klinikverbunds Gesundheit Nord, Karen Matiszick. Zuvor war bereits ein Schnelltest positiv gewesen. Wie das Bakterium erneut auftreten konnte und woher es kommt, ist noch unerklärlich.

Das resistente Klebsiella-Bakterium war vor knapp zwei Wochen auf der Haut eines zehn Wochen alten Babys nachgewiesen worden, das in der Kinderchirurgie des Krankenhauses wegen eines Leistenbruchs operiert worden war. Der Junge ist aber nicht davon erkrankt. Seit dem vergangenen Jahr waren mehrere Frühchen an den Folgen von Infektionen mit den multiresistenten Bakterien gestorben oder schwer erkrankt.

Weil noch ein Baby in der Klinik behandelt wird, das vom früheren Keimausbruch betroffen war, wurde überprüft, ob Personal und Geräte so wie vorgesehen zwischen beiden Kindern getrennt worden seien. Dabei seien keine Fehler festgestellt worden. "Es ist unerklärlich", sagte Kliniksprecherin Matiszick.

Nachdem der tödliche Keim im vergangenen Jahr aufgetreten war, hatten Gesundheitsamt und Klinik die Frühchenintensivstation vorübergehend geschlossen . Trotz Umbaus und Desinfektion traten die Bakterien erneut auf. Daraufhin wurden die Entbindungsstation und die Neonatologie endgültig geschlossen. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags befasst sich seit Monaten mit der Aufarbeitung der Fehler.