Diät-Mythen: Abnehmen mit Light-Produkten ist nicht leicht
Wer abnehmen will, sollte nicht auf Light-Produkte hereinfallen. Sie wirken keine Wunder. Am Ende hilft nur die langsame Entwöhnung von Zucker und Fett.
Das Problem fängt damit an, dass nicht alle Produkte das Etikett light verdienen: Viele von ihnen enthalten sogar mehr Kalorien als ihr unreduziertes Original. "Sahnejoghurt Light ist zum Beispiel ziemlich unsinnig", sagt Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam. Wunder gibt es auch in der Lebensmittelbranche nicht: "Sahnig" kann das fettarme Produkt nur schmecken, wenn reichlich kohlenhydrathaltige Bindemittel verwendet werden.
- Serie: Diät-Mythen
Bikinifigur in drei Wochen, abnehmen durch Sport oder lieber auf Light-Produkte umsteigen? Viele Menschen leiden unter ihrem Gewicht oder wollen ein paar Kilos abnehmen. Doch was hilft wirklich und was sagen Wissenschaftler und Ernährungsexperten? ZEIT ONLINE räumt in einer Serie mit Diät-Mythen auf und gibt Tipps, um gelassener mit dem eigenen Gewicht umzugehen.
- Beiträge der Serie
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Der Mythos von der Bikinifigur in ein paar Wochen
Abnehmen mit Light-Produkten ist nicht leicht
Die Abnehm-Anleitung für alle gibt es nicht
Etwas anders sieht es beim Zucker aus: Süßstoffe wie Saccharin und Aspartam sind – anders als Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Fructose – ein Zuckerersatz, der wirklich so gut wie keine Kalorien enthält. Die Vermutung, dass die Süßstoffe ungünstigen Einfluss auf den Zuckerspiegel im Blut nehmen können und damit auf das Hungergefühl, sei bisher nicht wissenschaftlich belegt worden, sagt Ernährungsphysiologin Klaus.
"Aus gesundheitlicher Sicht spricht nichts dagegen, seinen Kaffee mit Süßstoff zu trinken", sagt der Gastroenterologe und Ernährungsmediziner Heinrich Josef Lübke vom Berliner Helios-Klinikum Emil von Behring. Doch Vorsicht: "Das ist nicht die Patentlösung gegen Übergewicht." Schon deshalb nicht, weil Zucker jeder Art besonders gut in Speisen mundet, die auch Fett enthalten. Ein Problem, das auch die erst kürzlich in der EU zugelassene kalorienfreie angebliche Wunderwaffe Stevia nicht lösen kann – ein Naturprodukt, das vom Körper nicht aufgeschlossen wird und daher praktisch kalorienfrei ist.
"Stevia wird schon seit sehr langer Zeit im südamerikanischen Raum konsumiert" sagt Ernährungsexpertin Susanne Klaus. Bislang steht der Naturstoff auch nicht im Verdacht schädlich zu sein, ist aber sehr viel süßer als Zucker. In Kombination mit fettigen Mahlzeiten also durchaus zu überdenken. Am besten sei es, die Vorliebe für sehr Süßes langfristig etwas herunter zu fahren, sagt Klaus. Statt auf Süßstoffe setzt sie lieber auf den selbstgebackenen Kuchen, in den weniger Zucker hineinkommt. "Man gewöhnt sich so daran, dass einem Vollmilchschokolade dann zu süß vorkommt."
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Vielleicht die größere Falle für jene, die Diät halten, sind die "flüssigen Kalorien". Vor ihnen warnt Volker Schusdziarra vom Else Kröner Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin am Klinikum rechts der Isar in München. "Sämtliche Limonaden, aber auch Fruchtsäfte, enthalten Zucker in einer Menge, die schnell die Ausschüttung von Insulin stimuliert. So wird der Abbau von Fettgewebe über lange Zeiträume blockiert." Kalorienfreie Getränke wie Coke Zero können vorteilhaft sein. Trotzdem solle man nicht allein an Cola und Limo denken, sondern auch an Bier, Wein, Schnaps und Cocktails. "Und nicht zuletzt daran, wie viel Fett und Zucker im schicken Latte Macchiato stecken!" Wer abnehmen möchte oder auf sein Gewicht achten muss, muss deshalb aber nicht ganz auf diese Getränke verzichten. Man sollte sie jedoch als Nahrungsmittel betrachten. Einen guten Überblick zu Soft- und Süßgetränken bietet die Informationsseite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.
Ganz-oder-Gar nicht ist auch keine gute Strategie
Schusdziarra, der seit Jahrzehnten krankhaft Übergewichtige behandelt, rät zu Lebensmitteln mit niedriger Energiedichte, die bei gleicher Menge weniger Brennstoff enthalten. Fisch und mageres Fleisch schneiden da natürlich besser ab als Currywurst oder Salami. Der Ernährungsmediziner weiß allerdings, dass ohne Rücksicht auf individuelle Vorlieben nichts geht. Seinen bayerischen Patienten empfiehlt er deshalb auch fettarme Versionen von Leberkäs‘ und Rostbratwürstchen. Grundsätzlich sollte sich niemand mit totalem Verzicht bestrafen. Dem Schokoladenliebhaber empfiehlt Schusdziarra eher den Griff zum Schokopudding statt zur komprimierten Zucker-Fett-Tafel.
Gegen das Prinzip des Ganz-oder-Gar nicht hat auch Christoph Klotter heftige Einwände: "Wenn das Süße oder das Fette völlig verdammt wird, dann gewinnt es an Attraktivität", sagt der Professor für Ernährungspsychologie und Gesundheitsförderung an der Hochschule Fulda. Zum Beweis dafür führt er ein Experiment seiner amerikanischen Kollegen Lucy Stirling und Martin Yeomans an, dessen Ergebnisse im Jahr 2003 im International Journal for Eating Disorders veröffentlicht wurden: Jeweils 30 Frauen, die ihr Essverhalten über einen längeren Zeitraum kontrollierten, und 30 Frauen, die das nicht taten, bekamen die Auflage, einen ganzen Tag lang keine Schokolade zu essen, obwohl sie ständig in greifbarer Nähe war. Nur die Frauen, die sich selbst schon vorher strenge Ernährungsregeln auferlegt hatten, konnten den Süßigkeiten nicht widerstehen und nahmen ein paar Stücke.







bei dem Verzehr von diesen Produkten zunehmen sind die Bankkonten der Lieferanten-vielen Dank für den Bericht, man kann das nicht oft genug sagen und hoffen das wieder ein paar mehr Verbraucher nicht darauf hereinfallen-Bewegung und gesunde Ernährung führen langfristig immer zur Gewichtsreduktion und besserer Gesundheit
Ich stamme aus Ecuador und kannte Stevia schon als Kind. Seit etwa zehn Jahren süße ich nur noch mit Steviosid (dem Extrakt der Steviapflanze), dem im Unterschied zu den getrockneten Blättern der leicht grasartige Geschmack fehlt. Anders als Süßsstoffe wie Aspartam wird das Zeug beim Erhitzen nicht bitter, sodass man damit auch Kuchen backen oder Pudding kochen kann.
Ich habe dadurch in etwa fünf Jahren zehn Kilo abgenommen und halte seitdem mein Wunschgewicht. Funktioniert wahrscheinlich nicht bei jedem so, aber ich kann's nur empfehlen.
Ich hatte nach einer OP bei 1,80 Körpergröße und ein wenig überdurchschnittlicher Muskelmasse über 90 Kilo. Innerhalb eines Jahres hab ich das auf 78 reduzieren können. Einfach nur, indem ich wieder mehr Sport gemacht und bewusst weniger Süßkram und weniger Fett konsumiert habe.
Nun, zwei Kilo fehlen noch zu meinem Wunschgewicht, aber die werd ich einfach nicht mehr los... weder Diät noch Ausdauersport helfen da was. Aber gut, ich hab mich damit abgefunden und stärke nun lieber die Muskeln.
Hier sieht man sehr schön die Energiedichte von Produkten.
http://www.code-knacker.d...
Wer sich den Magen mit Salat vollstopft, ist genauso statt wie der, der ihn sich mit Salamie füllt. Nur bleibt Ersterer schlanker. Natürlich sollte man nicht völlig auf den roten Bereich verzichten, aber halt nicht jeden Tag und nur wenig.
Ich esse zum Beispiel unglaublich gerne Chips. Aber die gibt es nur noch bei "Anlässen". Also bei einem Fußballspiel etwa, oder nach einer guten Klausur usw.
Dass solche Light-Produkte unsinnig sind, hat man auch schon vor 20 Jahren gesagt, dennoch gibt es immernoch einen Markt dafür.
Das Beste (und Einzige, das wirklich schweren hoffnungslosen Fällen oft hilft) ist Low Carb High Fat.
Aufklärung tut immer noch not, solange die Mär von "20 Kilo in 20 Tagen" mit der neuesten Wunderdiät immer noch über, Werbung, Frauenzeitschriften etc. übertragen wird.
Es gibt sie nicht. Weder Light-Produkte noch Wunderdiäten helfen gegen Übergewicht. Wer sich nicht bewegt und ungesund ist, wird auch mit Light-Produkten keinen dauerhaften Erfolg haben. Neben körperlicher Betätigung ist eine bewusste, gesunde Ernährung der einzige Schlüssel für dauerhafte Erfolge. Die meisten Leute wissen m.E. aber nicht, wieviele Kalorien sie eigentlich jeden Tag in sich reinschauffeln. Das zeigt schon die Liste der beliebtesten Kantinenessen: Currywurst oder Schnitzel mit Pommes, Bockwurst oder Leberkäse. Nach so einem Mittagessen hilft der Light-Joghurt oder die Coke-Zero allenfalls gegen das schlechte Gewissen, aber nicht gegen die Pfunde.
Das zweite Problem ist der Wunsch nach super schnellen Erfolgen. Aber jede "Crash-Diät" baut erstmal primär Muskelmasse ab, und nur sekundär die Fettpolster, weil sie den Körper in Energiesparmodus zwingt. Auch wenn die Waage nach kurzer Zeit scheinbare Erfolge anzeigt, ist der Jojo-Effekt vorprogrammiert. Denn Fett wurde kaum abgebaut.
Was man sich über Jahre angefuttert hat, kriegt man eben auch nur über einen entsprechend langen Zeitraum wieder weg. Und das geht nur mit einer langfristigen Umstellung der gesamten Ernährung, nicht durch irgendwelche Blitz-Hungerkuren.
Im Grunde passiert im menschlichen Körper nichts Anderes als bei einer Heizung. Es wird Energie verbrannt. Der höchste Grad der Energieverbrennung findet bei einer Heizung dann statt, wenn ständig diese rauf und runter geschaltet wird. Kaum ist es warm in der Wohnung, stellt man die Heizung ab. Ist es dann wieder kalt, wird sie wieder angeworfen. Dieser Wechsel treibt den Energieverbrauch in die Höhe.
Das gleiche Prinzip sollte während der Abnehmphase angewandt und beibehalten werden. Allein durch generiege Energiezufuhr, also Nahrungsaufnahme mit geringer Kalorienzahl, ist ein Gewichtsverlust nicht zu erreichen. Wird mehr Energie dem Körper zugeführt als abgebaut, so nimmt man zu. Da helfen Lite-Produkte auch nicht weiter. Der Körper muss angeregt werden, Energie zu verbrennen. Aber nicht gleichmäßig. Das ist wie bei der Heizung. Eine gleichmäßige Verbrennung sorgt nicht für einen raschen Abbau des Energievorrates. Gleichmäßiges heizen soll ja den Energievorrat auf Dauer erhalten. Doch das abnehmen funktioniert in umgekehrter Richtung. Hier muss der Köprer stimuliert werden, den vorhanden Energievorrat möglichst im großen Umfang zu verbrennen. So, als möchte man seine Heizkosten in die Höhe treiben.
Ohne viel Bewegung geht rein gar nichts, denn die Energiezufuhr wird immer höher sein als der Energieabbau. Die reglemäßigen Bewegungen müssen einen ständigen Zyklus von Anstrengungen und Ruhephasen durchlaufen. Nur so kann Nur so wird rasch der Energievorrat abgebaut.
Hallo,
der Artikel enthält ein paar wichtige Fakten und Anregungen. In der Tat fallen viele Menschen auf Light-Produkte herein, die etwas anderes vorgaukeln als sie sind.
In einem Satz fand ich aber einen kleinen sachlichen Fehler, darauf sei hier kurz hingewiesen:
"Süßstoffe wie Saccharin und Aspartam sind – anders als Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Fructose – ein Zuckerersatz, der wirklich so gut wie keine Kalorien enthält."
Es stimmt nicht, dass Zuckeraustauschstoffe Kalorien enthalten, Süßstoffe dagegen kaum oder nicht. Erythritol ist auch ein Zuckeralkohol und enthält so gut wie gar keine Kalorien - und auch weder die Nebenwirkungen der anderen Zuckeraustauschstoffe (Blähungen, Durchfall) noch den Nebengeschmack von Süßstoffen wie Saccharin oder Stevia.
Ich will jetzt aber auch keine Werbung für einen bestimmten Stoff machen - Erythritol ist ziemlich teuer, hat alles seine Nachteile.
Beim Abnehmen ist meine Strategie ein Maßnahmenmix:
- Kalorienarme Getränke (Tee, Wasser, Saftschorle) statt
Limo oder Saft
- Beim Süßen Zucker durch Stevia oder Erythritol ersetzen
- Nach dem Abendessen keine kleinen Mahlzeiten mehr
- Öfter man mit einer Mahlzeit aufhören, wenn man satt ist
und nicht erst, wenn man sich pappsatt fühlt.
- Immer wenn möglich Weißmehle durch proteinhaltigere und kohlenhydratärmere Alternativen ersetzen (Vollkorndinkelnudeln etc)
Habe so in den letzten 8 Monaten 15kg abgenommen und das ohne Hungern und Verzicht auf Eis, Kuchen oder Schokolade.
eine Freundin von mir hat es genauso gemacht und innerhalb eines Jahres ca. 20 kg los gehabt. Das hielt dann auch ein Jahr an und dann hatte sie, weil die Strategie für sie nicht Alltag werden wollte 25 kg wieder drauf.
All diese Erfolgsgeschichten ob nun privat und ohne Firma hinter oder mit einem bestimmten Konzept oder in einer bestimmten Zeitschrift haben den Nachteil, dass 9 von 10 Leuten all die wegstrategierten Kilos wieder drauf haben nach einiger Zeit.
Ich finde das nur noch langweilig.... und leider ist kein Ende in Sicht.
Da gibt es einen großen Unterschied zwischen mir und Ihrer Freundin - meine Strategie ist Alltag - und ich lebe gut damit und genieße all meine Lieblingsessen.
Ich stimme Ihnen voll zu, dass es nichts bringt, mit Konzept XY soundsoviel abzunehmen und das danach schnell wieder drauf zu haben, die Lösung heißt oft zu schauen, wie man die Ernährungsgewohnheiten dauerhaft umstellen kann - was spricht dagegen, wenn das klappt?
eine Freundin von mir hat es genauso gemacht und innerhalb eines Jahres ca. 20 kg los gehabt. Das hielt dann auch ein Jahr an und dann hatte sie, weil die Strategie für sie nicht Alltag werden wollte 25 kg wieder drauf.
All diese Erfolgsgeschichten ob nun privat und ohne Firma hinter oder mit einem bestimmten Konzept oder in einer bestimmten Zeitschrift haben den Nachteil, dass 9 von 10 Leuten all die wegstrategierten Kilos wieder drauf haben nach einiger Zeit.
Ich finde das nur noch langweilig.... und leider ist kein Ende in Sicht.
Da gibt es einen großen Unterschied zwischen mir und Ihrer Freundin - meine Strategie ist Alltag - und ich lebe gut damit und genieße all meine Lieblingsessen.
Ich stimme Ihnen voll zu, dass es nichts bringt, mit Konzept XY soundsoviel abzunehmen und das danach schnell wieder drauf zu haben, die Lösung heißt oft zu schauen, wie man die Ernährungsgewohnheiten dauerhaft umstellen kann - was spricht dagegen, wenn das klappt?
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