Suchterkrankungen: Je härter die Drogenpolitik, desto höher das Aids-Risiko
Im Kampf gegen Aids fordern Experten ein Umdenken: Weniger Verbote und Strafen könnten weltweit die HIV-Neuinfektionen senken.
© Paula Bronstein/Getty Images

Ein suchtkranker Mann aus einem Slum in Phnom Penh spritzt sich Heroin (Archivbild)
Bisher wurden Kondome verteilt und Aufklärungskampagnen gestartet. Nun entwickeln Experten ein weiteres Mittel im Kampf gegen Aids: eine liberalere Drogenpolitik. In einer aktuellen Studie stellen sie einen direkten Zusammenhang her zwischen dem globalen Kampf gegen Drogen und der Zahl der HIV-Infektionen. Ihre These: Verbote treiben Drogenabhängige in den Untergrund, wo sie für Hilfsangebote, Prävention und Aids-Tests nicht mehr erreichbar sind. Viele abhängige Aids-Kranke würden nicht behandelt, weil sie Strafen fürchten. Die repressive Drogenpolitik fördere so die Aids-Verbreitung.
Erst am Dienstag hatte die UN-Behörde für Drogen und Kriminalitätsbekämpfung ihren Weltdrogenbericht veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Drogensüchtigen vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern drastisch gestiegen.
Von den Ländern im südlichen Afrika abgesehen ist Drogengebrauch heute weltweit für durchschnittlich ein Drittel der Aids-Neuinfektionen verantwortlich, so die unabhängige Globale Kommission für Drogenpolitik, ein Expertengremium, das diese Woche seinen Bericht How the Criminalization of Drug Use Fuels the Global Pandemic vorgelegt hat. Darin vergleichen die Forscher verschiedene Länder und deren Umgang mit Drogen. Dort, wo Regierungen den Drogenabhängigen Hilfe bieten und Abhängigkeit als Gesundheitsproblem anerkannt wird, sinkt die Zahl der HIV-Infektionen deutlich.
Als Beispiel nennen die Wissenschaftler die Schweiz, wo Abhängige seit den achtziger Jahren saubere Spritzen und unter Aufsicht sogar Heroin-Dosen bekommen können. Von 68 Prozent im Jahr 1985 auf 5 Prozent 2009 sank die Zahl der HIV-Infektionen unter Drogenabhängigen. In Portugal wurde eine geringe Menge harter Drogen für den persönlichen Gebrauch erlaubt – die Zahl der Neuinfektionen unter Abhängigen sank dort zwischen den Jahren 2000 und 2008 von 900 auf 270.
Andere Länder wie Russland, Thailand oder die USA setzen eine strenge Drogenpolitik durch und verhängen harte Strafen. Dort geht auch die Zahl der Infektionen mit dem Aids-Virus kaum zurück. "Diese Länder ignorieren die wissenschaftlichen Erkenntnisse", kritisieren die Experten der Kommission.
In diesen Ländern führe die Angst der Drogenabhängigen vor Strafe dazu, dass sie keine Hilfsangebote annähmen. "Es ist schwierig, diese Leute zu finden", sagt Niklas Luhmann vom Entwicklungshilfe-Netzwerk Ärzte der Welt. In Tansania in Ostafrika verteilen die Mitarbeiter saubere Spritzen und Medikamente an abhängige Aids-Patienten. "Durch die repressive Politik landen viele Abhängige immer wieder im Gefängnis", berichtet Luhmann. In Gefängnissen, vor allem in Entwicklungsländern, gebe es oft keine Maßnahmen und Hilfen für Abhängige – mit HIV-Ausbrüchen als Folge. "Für die individuelle antiretrovirale Behandlung gegen HIV, aber auch für die Kontrolle der weiteren Verbreitung sind diese Behandlungsunterbrechungen eine Katastrophe."
Die Deutsche Aidshilfe fordert einen Kurswechsel
In manchen Ländern wie in Tansania laufen zwar Hilfsprogramme. In Indien beispielsweise gibt es die NGO Atmata Kendram, die an Schulen und in Dörfern über Sucht und die Aids-Gefahr aufklärt. Die einzig wirksame Lösung aber, so die Kommission, sei eine andere Drogenpolitik.
Auch deutsche Politiker setzten sich dafür ein. "Der repressive Ansatz ist weltweit gescheitert", sagt Harald Terpe, der drogenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag. Die internationale Drogenpolitik müsse deshalb einen anderen Weg einschlagen: weg vom Verbot. Terpe fordert, dass die internationalen Gesetze den neuen Erkenntnissen angepasst werden.
Dirk Schäffer von der Deutschen Aidshilfe plädiert für einen Kurswechsel: "Abhängigkeit ist ein gesundheitliches Problem", sagt er. "Das kann man nicht mit dem Strafrecht lösen." In Ländern wie Russland, wo mehr als die Hälfte der Abhängigen das HI-Virus in sich trägt, werden Projekte wie etwa zum Spritzentausch initiiert. "Oft fehlt aber der politische Wille und das Verständnis, die Initiativen fortzuführen", beklagt er. Trotzdem ist Schäffer zuversichtlich: "In Deutschland haben wir auch Jahrzehnte gebraucht, um den Zusammenhang zwischen Drogenpolitik und Aids-Verbreitung zu begreifen."






Ich kann die Argumentation oder Haltung auch nicht verstehen, die darin liegen muss, wenn man jemanden den "Genuss" von Drogen verbietet.
Denn wenn es um deren Gesundheit geht, könnte man ihnen auch gleich Queksilber-Spritzen geben.
Die Anziehungskraft des Untergrundes, des Verborgenen verstärkt auch die persönlichen Probleme, die Desintegrtion in die Gesellschaft führt zu weiterer Verschärfung, statt "Heilung" (wobei die meisten Sozialarbeiter allerdings die Heilung des Ichs oder der Identität oder die Heilung Identitätskrise mit "Gesellschaftskonformität" verwechseln).
Die Freiheit und Selbstverantwortlichkeit in dieser Gesellschaft scheint also nicht gewollt zu sein.
Denn wenn es um das Wohl der Menschen ginge, müsste und wollte man doch wohl Hartz Vier Bestrafungen (und Zwangsarbeiten) abschaffen, und die strukturelle Gewalt an anderen Stellen in der Gesellschaft unterdrücken und nicht tagtäglich durch künstlich geschaffene Sachzwänge die strukturelle Gewalt verstärken, weil man durch Zinskapitalismus und all diesem menschenfeindlichen Gedöns auch keine Möglichkeiten mehr hat, in irgendeiner Weise fördernd auf die Gesellschaft einzuwirken
und der Staat fördert prinzipiell durch Lebensunglück in grösstem Stil die Suchtneigung. luchtneigung. Das Antasten der Würde durch Existenzangst fördert schliesslich die NEIGUNG, vor dieser schrecklichen Welt mit Drogen zu flüchten.
Sie wollen doch unsere Freiheit auf verborgenen Wege untergraben, sonst macht das keinen Sinn
Und was schlagen Sei vor? Alles lassen, bis sich die Moral geändert hat? Im übrigen ist es mit Veralub "dummes Zeug, was Sie von sich geben. Mit Ihrer Argumentaion auch diejenigen in Haft zu nehmen, die massvoll leben und fleissig versuchen, ein vernünftiges Leben zu führen, schaffen Sie nur taube Ohren.
Endlich mal ein Artikel, der sachlich und nicht moralisierend daher kommt, und schon sind wieder alle an allem schuld, weil alle böse sind.
Ein religiöser Zweig dieser Denkschule nannte sich übrigens Calvinismus. Mit drakonischen Massnahmen und totalitärem Aufzwingen von Lebenswandel zum "Glück". Ein Grundgesetz braucht es gar nicht. Nur Gebote und deren nachdrückliche Durchsetzung.
Und was schlagen Sei vor? Alles lassen, bis sich die Moral geändert hat? Im übrigen ist es mit Veralub "dummes Zeug, was Sie von sich geben. Mit Ihrer Argumentaion auch diejenigen in Haft zu nehmen, die massvoll leben und fleissig versuchen, ein vernünftiges Leben zu führen, schaffen Sie nur taube Ohren.
Endlich mal ein Artikel, der sachlich und nicht moralisierend daher kommt, und schon sind wieder alle an allem schuld, weil alle böse sind.
Ein religiöser Zweig dieser Denkschule nannte sich übrigens Calvinismus. Mit drakonischen Massnahmen und totalitärem Aufzwingen von Lebenswandel zum "Glück". Ein Grundgesetz braucht es gar nicht. Nur Gebote und deren nachdrückliche Durchsetzung.
Es wird Zeit zu merken, dass man Menschen wie Menschen behandeln sollte; ganz unabhängig ihres Zustandes, ihrer Süchte, ihrer Ethnie, usw.
Doch so lange gegen die, die viel Hilfe brauchen, strafrechtlich hart vorgegangen wird, so lange werden diese Menschen aktiv aus der Gesellschaft ausgegrenzt und eine Wiedereingliederung erschwert.
Es wäre an der Zeit, dass die Gesellschaft akzeptiert, das auch suchtkranke Menschen, Menschen sind, die hilfe bedürfen.
Ob sie ihre Situation selbst herbeigerufen haben, sollte keine Rolle spielen; schließlich wird das gleiche ja auch bei sonstigen Erkrankungen nicht so penibel betrachtet. Außerdem, so schmerzlich es für den ein oder anderen klingt, lebt auch ein Solidarsystem davon, dass Menschen, die bedürftig sind, Kosten für ihre Gesundheit in Anspruch nehmen können, ohne dass sie Behandlungskosten bezahlen müssen.
Helfen, statt verfolgen. Das ist ein zukunftsfähiger Weg, Länder wie Tschechien, Spanien, Portugal, und auch die Niederlande, zeigen den Weg in Sachen Drogenliberalität vor; und siehe da, in all diesen Ländern gab und gibt es Erfolge; sowohl hinsichtlich der Konsumentenanzahl, als auch der Drogentoten und Verurteilungen. Auf der anderen Seite repressive Staaten wie USA, Mexiko, Russland. Ein Blick auf die Statistiken genügt, um zu sehen, dass die Verfolgung und Härte zu keinem Erfolg geführt hat.
Entfernt. Bitte verlinken Sie nicht auf Seiten solchen Inhalts. Die Redaktion/mak
"sagt Niklas Luhmann"
Heißt die Person mit vollem Namen wirklich so?
Ich dachte, "Niklas" und "Luhmann" sind keine allzu häufigen Namen und dann noch in dieser Kombination....
Ich kenne nur den Soziologen Niklas Luhmann. Aber vll gibt es ja doch jemanden mit exakt der gleichen Namenskombi. Interessant.
Afghanistankrieg und Drogenpolitik, The Hell of a Combination:
http://youtu.be/QC_nrLIc2Zk
Politiker, die so weiter machen wollen, sind Kriminelle. Sie haben tausende Tote und unendliche Leiden auf dem Gewissen.
Eine andere Drogenpolitik jetzt !
Wieder einmal Märchenstunde mit Statistik, um die eigenen politischen Ziele
durchzusetzen.
Fangen wir mal mit dem Beispiel Schweiz an: Die 68% HIV-Infektionen in 1985 stammen aus der
Anfangszeit der AIDS-Forschung, als den meißten AIDS noch nicht bekannt und auch der
Übertragungsweg mit der Spritze nicht geläufig war. Die Kosten für eine Einwegspritze
betragen in Ländern, wie der Schweiz einen Bruchteil der Drogenkosten.
Wer sich dort mit einer Spritze infiziert, der hat nicht alle beieinander.
Anderseits wäre auch das HIV-Übertragungsrisiko wesentlich geringer, wenn man wirklich eine
rigorose Anti-Drogen-Politik betreiben würde, wie z.B. in Singapur oder China.
Aber so etwas passt natürlich nicht ins Bild.
Allen Freunden einer Liberalisierung der Drogenpolitik sei folgendes ins Gebetsbuch geschrieben:
Drogen verursachen sehr viel Leid in den Herstellungs- und Transitländern. Die Kartelle in den süd- und mittelamerikanischen Ländern sind für zigtausende Morde verantwortlich, destabilisieren die Gesellschaften und lähmen jede wirtschaftliche Entwicklung.
In den asiatischen Anbau und Transitländern sieht die Welt auch nicht besser aus.
Selbst bei uns gewinnen mafiöse Strukturen durch die Geldwäsche immer mehr Einfluss. Als Abfallprodukt des Handels werden dann noch die Kindersoldaten mit den Stoff vollgepumpt.
Eine Liberalisierung würde an diesem Zuständen nicht viel ändern, da die Kartelle ihre Marktposition verteidigen werden.
Das läßt sich ganz gut in Mexiko beobachten. Das Problem dort ist nicht die Anti-Drogenpolitik, sondern die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in den USA, die auch die Margen der Kartelle beeinflusst.
Der allergrößte Teil der Toten im Drogenkrieg geht auf das Konto rivalisierender Kartelle.
Würde man den Drogenkonsum und Vertrieb straffrei machen, so gäbe es eine ähnliche Entwicklung, zusätzlich mit dem Versuch "neue Märkte" zu erschließen.
Da werden die Kinder und Jugendlichen dann direkt angefixt.
Also beim nächsten Rauchen, Spritzen oder Näschen pudern immer schön daran denken:
An dem Schitt klebt eine Menge Blut und Leid.
Wenn man Drogen legalisiert, dann sinken auch die Gewinnmargen für Kartelle und die Notwendigkeit von Schmuggel fällt weg. Oder liefern sich die Angestellten von Zigarettenfirmen und Brauereien wilde Schusswechsel?
Aber hauptsache mal eindimensional jegliche Lösungsmöglichkeiten ausgeblendet und seine Gutmenschenmoral ausgebreitet.
... Sie nennen all die aktuell unhaltbaren Zustände, die durch das Drogenverbot bedingt sind und nutzen sie als Argument gegen eine Liberalisierung.
Ist das Ihnen nicht aufgefallen?
Wenn man Drogen legalisiert, dann sinken auch die Gewinnmargen für Kartelle und die Notwendigkeit von Schmuggel fällt weg. Oder liefern sich die Angestellten von Zigarettenfirmen und Brauereien wilde Schusswechsel?
Aber hauptsache mal eindimensional jegliche Lösungsmöglichkeiten ausgeblendet und seine Gutmenschenmoral ausgebreitet.
... Sie nennen all die aktuell unhaltbaren Zustände, die durch das Drogenverbot bedingt sind und nutzen sie als Argument gegen eine Liberalisierung.
Ist das Ihnen nicht aufgefallen?
... man mit diesem Mist überhaupt anfängt. Hinterher muss dann immer die Gesellschaft in irgendeiner Weise dafür zahlen oder größere Probleme in Kauf nehmen.
und von der Gesellschaft/Politik keine adäquate Medikation bekommen.
und von der Gesellschaft/Politik keine adäquate Medikation bekommen.
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