Gentest im MutterleibNeue ethische Debatten braucht es nicht

Gendefekte Ungeborener sind immer rascher zu erkennen. Ethisch ist das Problem noch gering, die meisten Abtreibungen haben keinen medizinischen Grund, meint U. Bahnsen. von 

Sollen wir schon in die Gene Ungeborener blicken? Wer darf das? Zu welchem Zweck sollen die genetischen Daten genutzt werden? Diese Fragen werden nun mit der Veröffentlichung einer neuen Studie zur Entzifferung des Erbguts bei Föten wieder gestellt werden. Neu sind sie nicht .

Das nun vorgestellte Verfahren ist allerdings die bislang technisch ausgereifteste Methode, um die Erbinformationen des werdenden Lebens ohne jedes Risiko für die Schwangere und das ungeborene Kind auszulesen. Die Premiere fand allerdings bereits vor rund zwei Jahren statt. Damals analysierte der Forscher Dennis Lo von der Chinese University in Hongkong das Erbgut eines frühen Fötus. Dessen Eltern waren Träger des Gendefektes, der die Blutkrankheit ß-Thalassämie auslöst. Die Ergebnisse, im Dezember 2010 ebenfalls in Science Translational Medicine veröffentlicht , zeigten, dass ihr Kind gesund sein würde. Spätestens seit darüber berichtet wird , läuft die ethische Debatte .

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Dennis Lo war es auch, der bereits 1997 erkannt hatte, dass sich im Blut von Schwangeren die Bruchstücke der kindlichen Erbmoleküle in relativ großen Mengen entdecken lassen. Mittlerweile wird diese sogenannte freie fötale DNA (ffDNA) bereits kommerziell zur risikolosen Diagnose von Chromosomenstörungen, wie Trisomie 21, beim Fötus eingesetzt. Der Test auf das Down-Syndrom soll auch in Deutschland diesen Sommer auf den Markt kommen.

Chromsomenfehler

Nach der Zeugung eines Menschen kann es zu Fehlern kommen. Es kommt vor, dass in den Zellen des Nachwuchses eines der 46 Chromosomen fehlt (Monosomie) oder überzählig ist (Trisomie). Das passiert, wenn sich zuvor während der Bildung der Keimzellen der Eltern, der Chromosomensatz nicht auf 23 halbiert hat. Dramatische Chromosomenfehler führen zu einem Abort, zu einem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft.

Dagegen können Kinder mit Trisomie 18 oder 13 lebend geboren werden, sterben aber meist sehr früh. Menschen können mit Abweichungen der Zahl des Geschlechtschromosoms X leben: Frauen mit einer Monosomie X oder Trisomie X und Männer mit zwei X- und einem Y-Chromosom (Klinefeltersyndrom).

Ebenfalls lebensfähig und häufig sind Kinder, bei denen ein überzähliges Chromosom 21 vorhanden ist: Diese Trisomie 21 führt zum Downsyndrom und kommt gegenwärtig in Deutschland bei einer von 500 Schwangerschaften vor.

Risiko einer Trisomie

Das Risiko dafür ist fast ausschließlich vom Alter der Mutter abhängig. Auch bei jüngeren Schwangeren kann der Fötus Merkmale des Downsyndroms haben, die Häufigkeit steigt aber jenseits des 35. Lebensjahres steil an: Sind bei 25-Jährigen noch deutlich unter 0,1 Prozent der Schwangerschaften betroffen, steigt die Gefahr bei Frauen mit 35 auf 0,3 Prozent. Bei Schwangerschaften im Alter von 40 Jahren hat bereits eines von hundert Kindern eine Trisomie 21, mit 48 sind es neun von hundert.

Vorgeburtliche Untersuchungen

Nach Erhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2004 nutzen 85 Prozent der Schwangeren die Möglichkeit vorgeburtlicher Untersuchungen. Ab 35 Jahren wird ihnen im dritten Monat die sogenannte Ersttrimester-Untersuchung angeboten. Mittels Ultraschall untersucht der Arzt den Fötus auf verschiedene Auffälligkeiten. Dazu gehören etwa die Nackentransparenz, Herzanomalien, die Größe des Kindes und die Fruchtwassermenge. Die verschiedenen Befunde gehen dann in einen Risikowert ein.

Aber selbst wenn das Ergebnis einen Verdacht auf Trisomie 21 nahelegt, trifft dieser nur in fünf bis zwölf Prozent dieser Fälle tatsächlich zu. Deshalb wird den sogenannten Hochrisikoschwangeren zusätzlich eine Punktion des Fruchtwassers angeboten, um in den im Fruchtwasser enthaltenen Zellen des Fötus eine Chromosomenanalyse durchzuführen. Erst diese Analyse liefert dann die definitive Diagnose. Das Risiko der Untersuchung ist allerdings hoch: Bei rund einem Prozent der Eingriffe kommt es zu Komplikationen mit der Folge einer Fehlgeburt.

Ob die neue Vorgeburtsdiagnostik auch eine Neuauflage ethischer Debatten erfordert, wie sie zuletzt über die Einführung der Präimplantationsdiagnostik (PID) geführt wurde, ist aber zweifelhaft. Genetische Daten von Ungeborenen werden auch jetzt schon erhoben, wenn auch in sehr begrenztem Umfang. Auch eine massenhafte Ausweitung von Abtreibungen infolge der verbesserten Gendurchleuchtung ist vorerst nicht zu befürchten: Von den über 100.000 Schwangerschaftsabbrüchen, die pro Jahr in Deutschland durchgeführt werden, sind nur wenige Tausend durch medizinisch relevante Diagnosen begründet.

Downsyndrom Schwangerschaft Pränataldiagnostik

Ein neuer Test erleichtert die Früherkennung der Trsiomie 21. Wird er bald Routine sein?   |  © Natalia Kolesinikova/AFP/Getty Images

Trotzdem ist die Frage, wie tief wir in unsere Erbinformationen blicken wollen, so drängend wie nie zuvor. Die Dekodiertechnik, dafür ist die aktuelle Veröffentlichung nur ein eher randständiges Beispiel, hat inzwischen bei ständig fallenden Kosten kaum noch vorstellbare Lesegeschwindigkeiten erreicht. Zwar wissen wir noch längst nicht genug über den hochkomplexen Code des menschlichen Lebens, um alle Daten sinnvoll interpretieren zu können. Doch schon aus ökonomischen Gründen wird bald jeder Bürger sein Erbgut kennen. In den Vereinigten Staaten soll bereits die Genomentzifferung bei Neugeborenen logistisch erprobt werden.

Es sind heikle Informationen, die dabei offenbar werden. Denn anders, als gern behauptet wird, zeigen gerade die neuesten Befunde der Genomforschung: Der Mensch ist wohl noch weit mehr der Sklave seiner Gene, als bereits befürchtet wurde.

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Leserkommentare
  1. 9. Aha...

    Sie kritisieren "medizinische Einfachheit", und machen es sich zugleich selbst extrem einfach, indem Sie einfach mal einen Fötus als Person abstempeln, und damit scheint die Sache für Sie erledigt zu sein. Ihr Argument versagt, weil Ihre erste Prämisse nicht richtig ist, bzw. zumindest Gegenstand fortwährender Diskussionen ist.

    Aber selbst wenn man Ihre Argumentation einfach mal so kritiklos annimmt, und Abtreibung tatsächlich Mord ist, sollte man dann Ihrer Meinung nach Abtreibung genau wie Mord bestrafen? Alles andere wäre inkonsequent. Nach Ihrer Argumentation müsste also jede Frau, die abtreibt, lebenslänglich ins Gefängnis. Selbst wenn sie, nur mal als Beispiel, schon 5 Kinder hat, danach ungewollt schwanger geworden ist, und das 6. Kind einfach nicht mehr verkraften kann, sowohl psychisch als auch finanziell, etc... Etwas polemisch, ich weiß, aber nicht weniger polemisch ist ihre argumentative Einfachheit.

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    Antwort auf "Lösung"
  2. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit/Schwanger...

    Im Berichtsjahr 2011 wurden in Deutschland 108 867 Schwangerschaftsabbrüche an das Statistische
    Bundesamt gemeldet.

    "...38,7 Prozent der Frauen waren zum Zeitpunkt des Eingriffs verheiratet, 56,6 Prozent ledig...."

    "...74,4 Prozent der Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen, waren zwischen 18 und
    34 Jahren alt, 14,4 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. 7,5 Prozent der Frauen waren 40 Jahre und
    älter und 3,7 Prozent minderjährig...."

    "...Mit 96,8 Prozent wurden die meisten Eingriffe nach der Beratungsregelung vorgenommen. Eine medizinische
    oder kriminologische Indikation war in 3,2 Prozent der Fälle die Begründung für den Schwangerschaftsabbruch...."

    96.8 Prozent der Frauen haben nach Beratung abgetrieben, zu der sie vom Gesetzgeber verpflichtet sind. Wieviele würden hingehen, wenn dieser Zwang nicht bestünde?

    Nochmal meine Frage:

    Worin liegt der Unterschied, ob ich wegen eines "Gendefektes" abtreibe, oder wegen "einfach so"?

    weiter heißt es:

    "...40,4 Prozent der Frauen hatten zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruchs noch keine Kinder
    geboren...."

    "...Im früheren Bundesgebiet hatten 42,7 Prozent aller Frauen, die
    einen Abbruch vornehmen ließen, noch keine Lebendgeburt...."

    Jeder, der nur einigermaßen etwas von Statistik versteht, weiß sofort, dass das nicht über 100.000 Notfälle sind.

    Antwort auf "Ich denke,"
  3. @Max View

    "P1: Ein Fötus ist eine Person, bzw. hat das Potential eine Person zu werden."

    Ein Fötus ist ein menschliches Lebewesen, aber noch kein Mensch. Er hat das Potential zum Menschen.

    "P2: Eine Person zu töten ist moralisch falsch bzw. Mord"

    Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten GEBOREN. Mich würde mal interessieren, wie Sie bei a) Selbstmord der schwangeren Frau vorgehen, bei der sie überlebt, der Fötus aber nicht b) bei Mord c) bei einer Fehlgeburt (wird das dann untersucht?). Ein Fötus ist eben noch kein Mensch. Ein Mensch wird geboren. Person ist, wer geboren wurde.

    "K: Einen Fötus zu töten ist moralisch falsch bzw. Mord

    Einen Fötus zu töten ist die Tötung eines menschlichen Lebewesens, aber kein Mord.

    Ein paar zusätzliche Fragen:
    1) Warum feiern wir einen GEBURTStag und zählen ab da?
    2) Gegen wen müssen die Rechte des Ungeborenen eingeklagt werden und wie/wann soll das umgesetzt werden?
    3) Alles, was die Frau (nicht) zu sich nimmt, hat Einfluss auf das Ungeborene. Es ist in jeder Form von ihr und IHREN sozialen Umständen abhängig. Ein physisches Abhängigkeitsverhältnis, das auch dazu führen kann, dass das Ungeborene nie geboren wird.
    4) "medizinische (und kirchliche) Einfachheit" hat schon Tausenden von Frauen Gesundheit und Leben gekostet. Man braucht Fehler nicht zweimal zu machen.
    5) Es gibt kein Recht auf ein potentielles Leben.

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    @chekox
    "Es gibt kein Recht auf ein potentielles Leben"
    "Alles, was die Frau (nicht) zu sich nimmt, hat Einfluss auf das Ungeborene. Es ist in jeder Form von ihr und IHREN sozialen Umständen abhängig. Ein physisches Abhängigkeitsverhältnis, das auch dazu führen kann, dass das Ungeborene nie geboren wird."
    Wer bestimmt denn, dass es kein Recht auf "potentielles" Leben gibt?
    Warum soll ein Embryo/Fetus potentielles Leben sein? Nur weil sich bestimmte Organe noch nicht ausgebildet haben? Stellen Sie sich vor, dass allein in der Embryonal Periode schon die ersten Schluckbewegungen auftreten (Sadler, 11.Auflage, Medizinische Embryologie) später als Fetus erste Atembewegungen im Alter von 14-16 Wochen. Sind das nicht Merkmale von Leben? Für die Entstehung eines Menschen braucht es nur die Befruchtung, ab diesem Zeitpunkt entwickelt er sich von alleine weiter.
    Nur weil ein Embryo/Fetus sich nicht artikullieren kann und sich noch im Bauch der Mutter befindet, degradiert es ihn doch nicht zu potentiellem Leben. Er lebt.
    Wäre ein geborenes Baby denn auch ein potentielles Leben, weil es aufgrund der Tatsache, dass es noch nicht für sich selbst sorgen kann noch weiterhin auch postnatal von seiner Mutter abhängig ist. Wenn die Mutter nicht gewollt wäre das Leben ihres Kindes zu erhalten, würde es auch sterben.
    Schlussendlich ist ein Mensch vom Embryo bis zu dem Alter, ab dem er selbst dafür sorgen kann zu überleben abhängig von dem Wille der Mutter, dass ihr Kind leben soll.

    • eeee
    • 08. Juni 2012 5:54 Uhr

    Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk

  4. Soll man das so verstehen, dass Sie bedauern, dass nicht mehr Kinder mit Down-Syndrom geboren werden?

    Antwort auf "In der Tat,"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    (auch wenn es nicht mein Post war) ... so verstehen, dass es problematisch ist, zu wissen, dass ein Kind Down-Syndrom hat und es deswegen abtreibt. In letzter Konsequenz lautet die Antwort auf Ihre Frage also: Ja.

    wie fröhlich Menschen mit Down-Syndrom sein können, finde ich schon bedauerlich, dass es die meisten, die das Down-Syndrom haben, gar nicht mehr in dieses Leben schaffen.

  5. Die grundsätzliche Frage lautet:

    Abtreibung ja oder nein

    Wenn ja, dann müssen wir akzeptieren das es auch Menschen gibt die sich aus den nichtigsten Gründen für eine Abtreibung entscheiden.

    Ob es nun das "falsche" Geschlecht ist oder die geplante Weltreise, aus meiner Sicht beides nicht akzeptabel. Zynisch formuliert sind dies die Kollateralschäden des Rechts auf Abtreibung.

    Bevor es falsch interpretiert wird, ich befürworte das Recht der Schwangeren sich für eine Abtreibung zu entscheiden und da ich dies tue, muss ich auch damit leben, dass sich die Eine oder Andere, aus für mich nicht akzeptabelen Gründen, für eine Abtreibung entscheidet.

    Neue technische Möglichkeiten erweitern lediglich die Informationsbasis der Schwangeren, ändern jedoch nichts an dem grundsätzlichen Problem, sich für oder gegen ein Leben entscheiden zu müssen.

    Edel sei der Mensch hilfreich und gut.

    Solange der Satz sei heißen muss und nicht ist, kann es kein zuviel an ethischen Diskussionen geben.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf
    • Crest
    • 07. Juni 2012 21:14 Uhr

    (mit technischen Mitteln).

    Sie wird verteidigt´.

    Unethisch im letzten Sinne wäre ihr Einsatz (nur) dann, wenn die Überlebensfähigkeit einer Gesellschaft resp. die Lebensqualität in ihr zur Disposition stünde. Das ist nicht der Fall.

    Solange aber Krankheit, Leid etc. als Prüfung Gottes angesehen wird, und die Vertreter dieses Standpunktes <em>alle</em> (nämlich per Gesetz) zur Annahme solcher Prüfungen zwingen will, ist Wachsamkeit geboten.

    Dieser Kampf sollte unbedingt durchgefochten werden.

    Es werden immer wieder Befürchtungen vor Designerbabies geäußert. Aber wo läge das Problem? Diese würde eben nicht zu Einheitsbabies führen, denn die Geschmäcker sind im bleiben verschieden. Auch die numerische Geschlechterparität ist in fortgeschrittenen Gesellschaften kein Problem.

    Hängen wir das Problem also tiefer.

    Und wenn nicht?

    Dann geht der Kampf eben weiter.

    Herzlichst Crest

    P.S.
    Der Embryo ist noch kein Mensch. Die Annahme eines gegenteiligen Standpunktes setzt einen Glaubensakt voraus, der im Sinne der Religionsfreiheit zulässig, aber nicht (in Form gesetzlicher Vorschriften) operationell für andere verpflichtend gemacht gemacht werden darf.

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    zum nachfolgenden Teil noch eine Frage:

    Zitat:
    "Solange aber Krankheit, Leid etc. als Prüfung Gottes angesehen wird, und die Vertreter dieses Standpunktes alle (nämlich per Gesetz) zur Annahme solcher Prüfungen zwingen will, ist Wachsamkeit geboten."

    Ist die Aussage so zu verstehen, dass z.B. ein Kind mit Down-Syndrom als Prüfung Gottes oder etwas deutlicher formuliert als eine Last zu sehen ist?

    Bei nein finde ich es sehr unglücklich formuliert, bei ja möchte ich dem deutlich widersprechen.

    Eine Verwandte von mir hat sich (aus religiösen Gründen) für ein schwerstbehindertes Kind entschieden. Sie hat es so angenommen wie es ist und versucht mit viel Liebe dem Kind ein schönes Leben zu ermöglichen. Ihr zweites Kind ist gesund und wächst in einer Familie voller Liebe auf, in der nicht zwischen gesund und behindert unterschieden wird.

    Diese Eltern haben mich mit ihrem Beispiel davon kuriert von Glück zu sprechen, weil ein Kind gesund geboren wurde. Glück, bezogen auf eine Geburt, hat für mich heute nur noch das Kind dessen Eltern es so annehmen und lieben wie es ist.

    Danke für Ihre Zeit.

    Für mich ist das Leben zu wertvoll, als dass es nach irgendeinem Geschmack (oder Begehren anderer Wesen) ausgerichtet würde. Vor allem weiß man auch nicht, ob diejenige Person, die nach Geschmäckern anderer ausgerichtet wurde, daimt leben kann. Weiterhin hätte dies eine Verdinglichung des Menschen zur Folge - der Mensch wäre dann ein Produkt von irgendwelchen Geschmäckern, Moden und Strömungen.

    Man siehe sich nur die Krüppel in der Hundezüchtung an. Der Mensch ist nicht fähig, eine derart große Verantwortung in diesem Bereich zu tragen. Wir haben, so denke ich, schon unsere Verantwortungsfähigkeit mit der Waffentechnik überschritten und so braucht man jene Fähigkeit nicht weiter überstrapazieren.

    Die Geschmäcker mögen wohl im gemeinen Sinn verschieden sein, aber schauen Sie sich an, was die Leute kaufen. Die meisten grämen sich in ihrer Pseudoindividualität - in Wahrheit sind es nur Kopien, Klone.

    • _bla_
    • 07. Juni 2012 21:57 Uhr

    <em>Der Embryo ist noch kein Mensch. Die Annahme eines gegenteiligen Standpunktes setzt einen Glaubensakt voraus, der im Sinne der Religionsfreiheit zulässig, aber nicht (in Form gesetzlicher Vorschriften) operationell für andere verpflichtend gemacht gemacht werden darf.</em>

    Natürlich darf er das. Denn jeder andere Standpunkt zur Frage ist ebenfalls Glaubensakt, denn er ist keine Frage, die sich naturwissenschaftlich und falsifizierbar für alle klären lässt.

    Ob man nun den Übergang zu einem Menschen mit eigenen Rechten direkt nach der Befruchtung sieht, bei der Entwicklung der ersten Nervenzellen, bei der Geburt oder sogar erst deutlich nach der Geburt bei Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit lässt sich nicht naturwissenschaftlich klären, sondern ist immer eine Entscheidung über Werte. Was will man schützen? Menschliches Leben, egal in welchem Entwicklungsstadium? Menschliches Leben, aber nur falls es möglicherweise Empfindungsfähig ist? Menschliches Leben, aber nur wenn es nicht auf die Mutter angewiesen ist? Oder Leben, aber nur wenn es zu hoher geistiger Leistung fähig ist?

    Egal zu welcher Regelung sich die Gesellschaft entscheidet, sie zwingt immer anderem menschlichen Leben die Konsequenzen ihres weltanschaulichen Standpunktes auf.

    Genauso wie die drei Monatsfrist für alle verpflichtend gemacht werden durfte, dürfen auch andere Regelungen verpflichtend gemacht werden, für die sich ein gesellschaftlicher Konsens findet.

  6. (auch wenn es nicht mein Post war) ... so verstehen, dass es problematisch ist, zu wissen, dass ein Kind Down-Syndrom hat und es deswegen abtreibt. In letzter Konsequenz lautet die Antwort auf Ihre Frage also: Ja.

    Antwort auf "Dammbruch"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Verschieben wir mal den Blickwinkel.

    Ein behindertes Kind kann Ressourcen an sich binden, die für weitere Kinder gedacht waren.
    So kann ein behindertes Kind, weitere Kinder verhindern.
    Kind Nummero Duo wird also niemals gezeugt, oder beim "Unfall" abgetrieben.

    Ist also ungerecht den potentiellen Geschwistern gegenüber, die auch Menschen wären.

  7. 16. ......

    Das mit der potenziellen Person gilt nicht. Wie viele Spermien gehen wohl bei einem Akt verloren, die potenziell Personen werden könnten? Oder wenn Menschen ihre Autosexualität leben? Masturbation wäre sodann unmoralisch.

    Sie haben übrigens vergessen, Person, Fötus, moralisch falsch und Mord sauber zu definieren. Das gehört schon zu so einer Aufmachung.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Lösung"

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Abtreibung | DNA | Debatte | Down-Syndrom | Eltern | Erbgut
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