Ein Patient bei einem im Krankenhaus überwachten HIV-Test in Washington © Brendan Smialowski/Getty Images

In den USA ist der erste freiverkäufliche HIV-Test für zu Hause zugelassen worden. Die US-Arznei- und Lebensmittelaufsicht FDA und der Hersteller OraSureTechnologies sprachen von einem enormen Fortschritt bei der Erkennung des HI-Virus, das die Immunschwächekrankheit Aids auslöst.

Das "OraQuick In-home" genannte Analysegerät soll im Oktober auf den Markt kommen und voraussichtlich weniger als umgerechnet 20 Euro kosten.

Bei dem HIV-Selbsttest wird ein Abstrich der Mundschleimhaut genommen. Der Test liefert ein Ergebnis binnen 20 bis 40 Minuten. Klinische Studien haben ergeben, dass der Test 92 Prozent aller HIV-Infektionen erkennt. "Das heißt, falsche negative Ergebnisse bei HIV-Erkrankten sind bei jedem zwölften Test zu erwarten", teilte die FDA mit.

Der Heimtest könne also keine letzte Sicherheit liefern, warnte die Behörde. Ein Arztbesuch bleibe notwendig – vor allem dann, "wenn der letzte Kontakt (zu HIV-Infizierten) innerhalb der vorangegangenen drei Monate stattfand". Andersherum zeigt der Test nur bei jedem 5.000sten gesunden Menschen fälschlicherweise ein positives HIV-Ergebnis an.

Allein gelassen mit der Diagnose

Durch die Möglichkeit, einen HIV-Test selbst durchzuführen, ergeben sich aber auch Probleme: Wer alleine zu Hause plötzlich mit dem Ergebnis konfrontiert ist, wahrscheinlich HIV-positiv zu sein, steht ohne seelischen oder ärztlichen Beistand da.

Denkbar wäre auch, dass andere Personen, etwa der eigene Partner, ohne das Wissen des Betroffenen an ihm einen HIV-Test durchführen. Das wäre, obwohl dafür eine Probe aus der Mundschleimhaut gebraucht wird, zumindest leichter als bisher.

Das US-Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention schätzt, dass in den USA 1,2 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert sind. Jeder fünfte Träger des Virus soll sich dessen nicht bewusst sein.