Der umstrittene vorgeburtliche Bluttest auf das Down-Syndrom kommt später auf den Markt als geplant. Der Start werde in den August verlegt, teilte der Konstanzer Hersteller LifeCodexx am Samstag der Nachrichtenagentur dpa mit. "Wir warten das abschließende Gespräch mit dem Regierungspräsidium Freiburg Anfang kommende Woche für die formale Freigabe des PraenaTests durch das Präsidium ab."

Der Test sollte ursprünglich im Juli auf den Markt kommen.

Bisher lassen sich Störungen im Erbgut eines Fötus, wie etwa das Down-Syndrom, nur durch invasive Fruchtwasseruntersuchungen oder Gewebeentnahmen zweifelsfrei ausschließen. Dabei besteht ein Risiko für das ungeborene Kind, das durch den Bluttest wegfallen würde. Mediziner halten den Test deshalb für sinnvoll.

Die Möglichkeit, Behinderungen leichter, risikofreier und schneller noch im Mutterleib zu erkennen, hat eine Debatte darum angefacht, ob und wann es ethisch vertretbar ist, Ungeborene mit genetischen Defekten abzutreiben. Bereits heute entscheiden sich 90 Prozent der Eltern, bei deren Kind noch im Mutterleib der Gendefekt Trisomie 21 festgestellt wird, gegen die Geburt. Allerdings lassen durchaus nicht alle werdenden Eltern den Test durchführen. Gerade jüngere Schwangere, bei denen das Risiko, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, statistisch geringer ist, lassen das Fruchtwasser seltener untersuchen als Frauen, die mit über 30 Jahren schwanger werden.