HaschischkonsumKiffende Teenager schaden ihren Hirnen

Wer sehr früh Hasch raucht, setzt seine geistige Leistungsfähigkeit aufs Spiel. Dies belegt eine Langzeitstudie, die mehr als 1.000 Menschen seit 40 Jahren begleitet.

Wie Forscher um Terrie Moffitt von der amerikanischen Duke Universität im Fachmagazin PNAS schreiben, beobachten sie die Entwicklung von 1.037 Neuseeländern, die zwischen 1972 und 1973 geboren wurden. Die Studienteilnehmer werden seit ihrem fünften Geburtstag regelmäßig zu Tests einbestellt. Nach eigenen Aussagen kifften rund fünf Prozent schon vor dem 18. Lebensjahr mehr als einmal pro Woche und wurden als abhängig eingestuft.

Der IQ der frühen Marihuana-Nutzer sank zwischen dem 13. und 38. Lebensjahr im Durchschnitt um acht Punkte. Andere Tests bestätigten eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit: Das Kurzzeitgedächtnis und Erinnerungsvermögen dieser Probanden funktionierte vergleichsweise schlecht, außerdem brauchten sie etwas länger für Aufgaben.

Auch gute Freunde der Studienteilnehmer berichteten in Fragebögen von Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Dabei spielte es keine Rolle, ob sie seit mindestens einem Jahr kein Cannabis mehr konsumiert hatten oder nicht. Im Unterschied zu vielen Querschnittsstudien konnten die Forscher außerdem ausschließen, dass die Jugendlichen von Anfang an weniger schlau waren. Auch mit Alkohol und anderen Drogen hatten die Ergebnisse nichts zu tun.

Besonders Heranwachsende können Schaden nehmen

Offenbar schade der Suchtstoff der Hirnreifung während der Pubertät, meinen die Forscher. Für Erwachsene sind wahre Nervenautobahnen typisch, die weit entfernte Hirnregionen schnell und effizient verbinden. Ein kleines Kind dagegen hat viele kurze Verdrahtungen von benachbarten Regionen. Je älter das Kind wird, desto schwächer werden diese kleinen Landstraßen im Gehirn normalerweise – stattdessen bilden sich die langen Verbindungen.

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Vermutlich grenzen sich nah beieinander liegende Zellen im Laufe von Kindheit und Jugend immer mehr voneinander ab und teilen sich die Arbeit auf. Die nicht so effizienten Querverbindungen werden dann nicht mehr gebraucht und nach und nach gekappt. Dafür wird die Vernetzung über lange Strecken wichtiger, damit möglichst verschiedene Erfahrungen und Eindrücke gut miteinander verknüpft werden können.

"Für Heranwachsende ist Marihuana nicht harmlos", sagt Madeline Meier, die Erstautorin der Studie. Dagegen konnten die Forscher bei denen, die erst später Cannabis konsumierten, keine Auswirkungen auf das Gehirn feststellen.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leserkommentare
    • jagu
    • 29.08.2012 um 5:04 Uhr

    Es ging um die allgemeine Gehirnleistung (http://de.wikipedia.org/w...) - nicht darum, ob Gehirnzellen absterben.

    Für mich wird jedenfalls klar, dass Canabis noch relativ geringe Nebenwirkungen hat, vergleicht man es mit anderen Faktoren. Das hört die Pharma natürlich gar nicht gerne, weil Canabis auch ohne Industrie leicht verfügbar ist.

    Und es besteht gar keine Frage dazu, dass alle diese Mittel möglichst zu meiden sind und es sich "ohne" im Normalfalle natürlich besser lebt.

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    Antwort auf "Relationen?"
    • zausl
    • 29.08.2012 um 6:30 Uhr

    nach annähernd vierzig jahren cannabis-konsums bin ich endlich dumm genug, um zu verstehen, was warum in unserer gesellschaft schief läuft.
    jetzt bräuchte ich halt, wenn's nicht schon zu spät ist, eine droge ähnlichen komforts, die mich wieder gescheit macht, damit ich den blödsinn, der rund um mich herum stattfindet, adäquat mitmachen kann. ritalin vielleicht? oder gar meth?

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    Sie holen sich einfach ein kühles slimsmartphone. Da sie bekennender Cannabisliebhaber sind natürlich im Rastafaristyle (gibt es in jedem angesagten Trendundergroundladen) - http://i.ebayimg.com/t/MusicSkins-Bob-Marley-Smile-skin-iPhone-3G-3GS-/00/s/NTI3WDYwMA==/$(KGrHqV,!hEE86b1hlS5BPZPs1Y(NQ~~60_12.JPG . Dazu noch ein Bob Marley Song als Klingelton.
    Nun holen sie sich noch fix eine neue Emailadresse, z.B. chill_shopper@...
    Melden sich danach bei facebook und amazon an. Geben da ihre Vorlieben an und warten 3h. Danach rufen sie ihre neuen Emails ab und auf geht es in die City zum fröhlichen Shoppen. Das kann nach belieben wiederholt werden bis die gewünschte merkbefreite Wirkung einsetzt.
    Sollte ihn dennoch mal die Emails ausgehen, die ihnen tolle Einkaufstips verraten, fragen sie einfach bei ihren "freunden" auf facebook an was sie in den letzten 24h so feines konsumierten - meist gibt es ein kleines Video oder Bildchen obendrauf.

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    Sollte ihn dennoch mal die Emails ausgehen, die ihnen tolle Einkaufstips verraten, fragen sie einfach bei ihren "freunden" auf facebook an was sie in den letzten 24h so feines konsumierten - meist gibt es ein kleines Video oder Bildchen obendrauf.

  1. Gut, man sollte zumindest noch so klar sein, dass man die Saiten der Gitarre oder die Tasten des Klaviers nicht verfehlt ;-)

    Antwort auf "Kunstrausch"
  2. Das kann jeder für sich entscheiden. Ich bin sehr zufrieden, wenn ich auch einfach mal dumm und breit grinsend über Nonsens lachen kann. Ein bisschen Dauerzustand aufgrund verflossener Jugendsünden darf das auch sein - nein, soll es sogar! Das passt dann natürlich nicht mehr zum Leistungsgedanken innerhalb unserer Gesellschaft. Wenn Kiffen keine Flucht vor psychischen Problemen bedeutet, ist für mich da nichts einzuwenden. Problem heute: Stiegender THC-Gehalt. Dieser hat sich in den letzten zehn Jahren pro Grassorte durchschnittlich verdoppelt! Die Legalisierung ist die einzige Möglichkeit diese Entwicklung zu stoppen. (ich will wieder softes Gras kiffen können!!!)

    2 Leserempfehlungen
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    Das liegt aber mehr daran, das früher alles mitverarbeitet wurde. Also auch Blätter und Stängel. Diese sollen aber auch eher beißend schmecken, also kontraproduktiv beim Rauchgenuß sein. Man könnte es einfach dezenter dosieren & schon sollte es passen. Ein größeres Problem sind Pesitzide & im schlimmsten Fall Beimengen von giftigen Stoffen. Vor ein paar Jahren wurde Cannabis, welches mit Bleiverbindungen versetzt war, verkauft. Wer davon konsumiert hat, der hat verloren, denn Bleiverbindungen werden vom Organismus nicht ausgeschieden sondern gespeichert.
    Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Fahrerlaubnis. In Bayern reicht es aus mit Drogen erwischt zu werden und damit automatisch die Fahrerlaubnis zu verlieren. Also vollkommen irrelevant ob hinter'm Steuer, bekifft hinter'm Steuer, mit Restmengen, die sich Wochen nachweisen lassen, im Blut. Es reicht nur der Besitz/Kauf schon aus, den Führerschein zu verlieren. Das widerum freut die MPU Stellen & die Verkehrspsychologen...

    Das liegt aber mehr daran, das früher alles mitverarbeitet wurde. Also auch Blätter und Stängel. Diese sollen aber auch eher beißend schmecken, also kontraproduktiv beim Rauchgenuß sein. Man könnte es einfach dezenter dosieren & schon sollte es passen. Ein größeres Problem sind Pesitzide & im schlimmsten Fall Beimengen von giftigen Stoffen. Vor ein paar Jahren wurde Cannabis, welches mit Bleiverbindungen versetzt war, verkauft. Wer davon konsumiert hat, der hat verloren, denn Bleiverbindungen werden vom Organismus nicht ausgeschieden sondern gespeichert.
    Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Fahrerlaubnis. In Bayern reicht es aus mit Drogen erwischt zu werden und damit automatisch die Fahrerlaubnis zu verlieren. Also vollkommen irrelevant ob hinter'm Steuer, bekifft hinter'm Steuer, mit Restmengen, die sich Wochen nachweisen lassen, im Blut. Es reicht nur der Besitz/Kauf schon aus, den Führerschein zu verlieren. Das widerum freut die MPU Stellen & die Verkehrspsychologen...

  3. Das liegt aber mehr daran, das früher alles mitverarbeitet wurde. Also auch Blätter und Stängel. Diese sollen aber auch eher beißend schmecken, also kontraproduktiv beim Rauchgenuß sein. Man könnte es einfach dezenter dosieren & schon sollte es passen. Ein größeres Problem sind Pesitzide & im schlimmsten Fall Beimengen von giftigen Stoffen. Vor ein paar Jahren wurde Cannabis, welches mit Bleiverbindungen versetzt war, verkauft. Wer davon konsumiert hat, der hat verloren, denn Bleiverbindungen werden vom Organismus nicht ausgeschieden sondern gespeichert.
    Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Fahrerlaubnis. In Bayern reicht es aus mit Drogen erwischt zu werden und damit automatisch die Fahrerlaubnis zu verlieren. Also vollkommen irrelevant ob hinter'm Steuer, bekifft hinter'm Steuer, mit Restmengen, die sich Wochen nachweisen lassen, im Blut. Es reicht nur der Besitz/Kauf schon aus, den Führerschein zu verlieren. Das widerum freut die MPU Stellen & die Verkehrspsychologen...

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "dumm sein ist ok"
  4. um die ergebnisse richtig zu interpretieren müsste man wissen, ob der alkoholkonsum bzw. anderer drogenkonsum in der statistischen auswertung kontrolliert wurde. außerdem ist fraglich,wie groß der abfall in den einzelnen tests wirklich ist und vor allem wie relevant dieser im alltäglichen leben wirklich ist. nur weil ich einen punkt weniger im iq-test habe, heisst das noch nicht, dass ich im realen leben deswegen dümmer bin ;)
    insgesamt jedenfalls eine sehr interessante studie, wobei es auch andere studien mit einem gegensätzlichen ergebnis gibt.

    Eine Leserempfehlung
  5. Warum bekommt dieser Kommentar eine "Redaktionsempfehlung"?

    Ganz unabhängig vom eventuellen Wahrheitsgehalt handelt es sich bei den Aussagen des Mitforisten schlicht um (hier) nicht überprüfbare Behauptungen. Keine Argumentation, keine logische Gedankenführung. Nur: Behauptung.

    Antwort auf "Eher nicht"
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    Vielleicht fehlt es im zweiten Satz an dem kleinen Wörtchen "mir", ich dachte aber, dass der Bezug auf meine eigenen beruflichen Erfahrungen im ersten Satz ausreichend deutlich wird. Somit handelt es sich auch nicht um unüberprüfbare bloße Behauptungen, sondern um die Darstellung persönlicher Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag. Was daran verkehrt sein soll, diese einem Mitforisten mitzuteilen, der das mögliche häufigere Vorkommen von Kreativität und Empathie bei Kiffern erfragt hatte, verstehe ich allerdings nicht.

    Vielleicht fehlt es im zweiten Satz an dem kleinen Wörtchen "mir", ich dachte aber, dass der Bezug auf meine eigenen beruflichen Erfahrungen im ersten Satz ausreichend deutlich wird. Somit handelt es sich auch nicht um unüberprüfbare bloße Behauptungen, sondern um die Darstellung persönlicher Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag. Was daran verkehrt sein soll, diese einem Mitforisten mitzuteilen, der das mögliche häufigere Vorkommen von Kreativität und Empathie bei Kiffern erfragt hatte, verstehe ich allerdings nicht.

  6. 56. Dogma

    zitat: "Ein finanziell und inhaltlich unbefriedigendes Berufsleben aufgrund einer (Aus)Bildung, die nicht dem ursprüglichen Leistungsniveau entspricht (weil die Substanz erstens Einfluss auf die Hirnentwicklung zu nehmen scheint (siehe Artikel)"

    > hier schreiben Sie immerhin "zu nehmen scheint".

    "und zweitens die mit dem missbräuchlichem Konsum assoziierten Verhaletnsänderungen (Lethargie, Antriebsminderung, Desinteresse, sozialer Rückzug) dem Erlangen einer umfänglichen Bildung auch nicht gerade zuträglich sind), würde ich durchaus als negative langfristige Folge verfrühten und missbräuchlichen Cannabiskonsums bezeichnen."

    > "assoziiert" bedeutet ebenfalls keine Kausalität.
    > der Grund für die unterstellt schlechtere Bildungsleistung liegt wahrscheinlich deutlich mehr an der veränderten Interessenlage und anderer Freizeitbeschäftigung eines Drogenkonsumenten als an der eigentlichen oder potenziellen Hirnleistung dieser Person.
    > Richtig ist sicher, dass man mit Drogenkonsum leicht viel Zeit verschwenden kann. Aber das Ideal des "befriedigende Berufsleben" ist nur ein Dogma. Insofern scheitern Kiffer nur, weil unser "System" Müßiggang nicht akzeptiert. Die von Ihnen so genannte "negative langfristige Folge" des "missbräuchlichen Cannabiskonsum" (was soll das sein?) ist nur innerhalb des gesellschaftlichen Dogmas negativ.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "mangelhafte Bildung"

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